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Die Wahrheit · 1938-03-11 · Heft 11 (11.3.1938) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1938
Issue
Heft 11 (11.3.1938)
Date
1938-03-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. II — II. März 1938 Seite 5 fflittfcftaftacfte ffi et atungsfteile in der. „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisations - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und Freitag von 10—12. Uhr vormittags im Sekretariat der „Union" /., Schottenring 25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. Jedes Mitglied der „Union'1 erhall in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen a. kaujmännischen Angelegenheiten, Steuerberatung DoUkommen unentgeltliche Auskunft. Deufidjecuncjsberatung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport und Polizzenprüfung Die Mitglieder der „Union" erhalten im Bedarfsfalle auch unantpelt liehe ärztlich» Bermtung. Vorrede schrieb. Das Buch gipfelt zur Hauptsache in der These: alle Hauptrelisionert hätten als wichtigsten Inhalt gemeinsame Züge, Züge der allgemein gültigen und erkannten Menschlichkeit. Wenn manche von uns Juden ein politiscliwirtsclraftüch einheitliches Europa als Endziel aller großzügigen Politik ersehnen, so gibt es wohl keinen unter uns. der auch nur den geringsten Verzicht auf die politische Selbständigkeit der Heimat wünschen möchte. Und wäre das Ideal der internationalen politisch-ökonomischen Einheit verwirklicht, so würden wir noch immer wie unsere Mitbürger darauf beharren, daß auf jeden Mall unserm Lande seine kulturellen und innerpolitischen Eigenheiten als wichtigster Bestandteil des geistigen Lebens erhalten blieben. kunstvoll-wertvollen Geschenks, die die Pe.stcr und die Altorener Gemeinde dem Gönner der Juden, dem Palatinns Josef überreicht hatten und die heute in den Schatzkammern des Natiotialmuseuins, respektive des erzherzogliehen Hauses aufbewahrt werden. Charakteristisch-vielsagend sind auch jene beiden Menorahs (Chanukkaleuchter), die rechts und links von dein Kolossalgemälde Jo-ei II. und seines Bruder Leopold aufgehängt sind und aui denen sich in ovalen Medaillons die Brustbilder dieser beiden Herrscher befinden. „So geschieht dem Manne, den das Judentum liebt und ehrt" würde man sagen. (Auch Napoleons Büste ziert eine andere Messmgmenorah des Museums.) l.m geschmackvoll angeordneten Hauptsaal der Ausstellung kann der Forscher all jene Gesetzentwürfe und -artikel im Original sehen, die sich seit der Systeinatiea Gentis Judaicae Regulation in den Jahren 1791, 1807-0», 1840, 18+1, 1849 mit den Judenangelegenheiten beschäftigen, ebenso die Diarien der unteren und oberen Tafel, in denen dieselben behandelt wurden. Einige Reden, z. B. des Pestcr Vizegespans, S. Dubraviozky, des Binarer Deputierten Oedön Boöthv JAomüeeet „ffte Watviheit"! oder de'^ verdienstvollsten Ministers, Baron Josef E ö tviis lassen das Herz noch heute höher schlagen. Wenn wir noch hinzufügen, daß an den Wänden ringsum die Porträts jener Könige und Staatsmänner zu schauen sind, die an dem Werke der Emanzipation fördernd mitwirkten, nebst den Erwähnten, z. B. Franz Deak, Koloman T i s z a, auch König Ferdinand, der 1831 in PreUburg die dortige jüdische Primärschule besucht, aber Janeben auch jene Männer jüdischer Herkunft, die das Recht der Juden, am Wohle und Aufbau des Vaterlandes mitzuwirken, erst in die Tat umsetzten: so die Begründer mächtiger Industrieunternehmungen: S. F. Goldberger, Karl Posner, Moritz Fischer, den ersten jüdischen Arzt, der an der Oiner Universität!7>S.5 promoviert wurde, Dr. Josef Manes Oesterreic h e r, der erste Initiator der „Budapest-Bäderötadt- IJea". später Primarius in Wien, der erste Schöpier Je> ungarischen Csardas, der Violinkünstler Mark R ö z s a v ö 1 g y i. dessen Persönlichkeit Petöii in einem herrlichen Gedichte verherrlichte, der erste magyartsehjüdisehe Pnet. Jo.-ei Kiss und viele andere. — dann haben wir eine kurze Uebersioht über den Stof-i der Ausstellung gegeben, von der nur zu wünschen wäre, daß sie innerhalb und außerhalb des Judentums aufklären J. aueiiernd wi'.ken möge. Dr. A. F.. Budapest. JYalare Bareile y|Ji aus der weltbekannten ZlVlh J Sport VnllorniM&Beldcrcl ■ - RUdOli GOLDSTEIN Wien II., Taborsir. 54 Tel. ft 49 0 45 (Achtung auf Hausnummer) öearündei 1066 _Versand nach allen Ländern. Bundeskanzler Dr. Kurt v. Schuschnigg hat in seiner historischen Rede vor dem österreichischen Bundestag die Worte gesprochen: „Nicht Nationalismus oder Sozialismus in Oesterreich, sondern Patriotismus sei die Parole!" „Jeder in diesem Lande ist gleichberechtigt vor dem Gesetze." Diese Prinzipien waren stets die Leitsätze der „Union österreichischer Juden". Die „Union österreichischer Juden" führt seit mehr als fünfzig Jahren mit aller Energie und aller Aufopferung den Kampf für die Unantastbtarkeit der gesetzlich verankerten Gleichberechtigung aller Juden. Es ist daher Pflicht aller österreichisch fühlenden und österreichisch denkenden Juden, die „Union" in ihrer energischen rastlosen Tätigkeit für das Judentum zu unterstützen. Es ist Pflicht eines jeden Juden, der „Union" beizutreten, neue Mitglieder für sie zu werben und hiedurch die Leihen der „Union österreichischer Juden" zu stärken. Die „Union" wird dann mit verdoppelter Energie tätig sein können, zum Wohle jerles Einzelnen und zum Wohle der Gesamtheit in Oesterreich. Eure Kinder sollen und müssen unseren Jugendorganisationen, der „Jugend-Union" (Jünglinge und Mädchen über 18 Jahre, 1., Schottenring 25. Mezzanin), der „Oesterreichisch-Jüdischen Akademiker-Union" (IX., Berggasse 4), dem „Jüdischen Jugend-Kreis" (Knaben und Mädchen bis 18 Jahre, IX., Berggasse 4). beitreten. Fördert das gesellschaftliche und kulturelle Leben der österreichischen Juden durch Beitritt zum Klub der Mitglieder und Freunde der „Union österreichischer Juden" (Obmann Herr Sigmund Freund)). Der „Union-Klub" hat in unserem schönen Heim. I., Schottenring 25, Mezzanin, eine Stätte des Zusammentreffens Gleichgesinnter geschaffen. Abonnieret die Jüdische Wochenschrift „Die Wahrheit", das Organ der „Union österreichischer Juden! Dr. Jakob Ornstein, Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, Ehrenpräsident. Präsident. Qeza Klinger, Dr. Josef Ticho, Vizepräsidenten. Die Emanzipations-Ausstellung in Budapest. Gar manches Jubiläum hat mit dem Jubel nur so um die man wohl bittet, sondern eine Frage des Reehxiel gemein, wie das bekannte lucus a non lucendo: tes", lassen sich -die Vertreter der Judenheit 1861 in ein melancholisches Gedenken an längst vergangene, Pest schon vernehmen. War ja die Gleichheit der Juvergessene Zeiten. Wenn es dennoch gefeiert wird, so den — aui dem Papier — schon von der Revolutionsgeschieht es eben der andersgearteten Gegenwart wcregierung Koosuth-Szemere in Szegedin 1S4'J gen, um diese zu erinnern, zu belehren, aufzuklären. ausgesprochen worden. Aelmlichen Tendenzen dient auch die Gedenk aus- Auch nachdem die Judenemanzipation — dank der Stellung der ungarischen J u d e ne m a n z iständigen Agitation der Besten der Nation — in zwei pation, die in den Räumen des Jüdischen lapidaren, bloß das Prinzip aussprechenden Sätzen zum Landesmuseums dieser Tage im Beisein mehrerer Ge.-etz erhoben ward, — wir sehen ein von Franz leitender Beamten des Kultusministeriums eröffnet Josef und dem Grafen Andrässy unterschriebenes wurde. , Exemplar, — frohlockt am wenigsten die jüdische Laut Konzeption des Direktors Adolf Werth ei- Presse, die weiterblickend nunmehr die Gleichberecht.- mor, des Syndikus der Pester Isr. Gemeinde, Doktor ^ung der jüdischen Koniession fordert. (Nach t". Münk des i. sowie der beiden Gymna^iaiproiesdem Intermezzo des 1868/69er Landeskongresses und soren, Dr. A. Fürst und Ph. Grünwald, die das seiner innerkoniessionellen Folgen reift dieselbe erst eigene Material sichteten und eine reiche Anzahl von 1S95 zur Rezeption.) Dagegen begrüßen die Tages- Ergänzungsstüeken aus den öffentlichen Sammlungen blätter, die wir hier ausgebreitet sehen, in überschwängder Hauptstadt, vor allem dem La n d es a roh i v, dem liehen Leitartikeln die „Abzahlung einer allen Ehre:i- National-, dem Kunst- und dem Parlamentsschuld", „Die Befreiung von Sklaven", ..Die hundertmal seum zusammentrugen, sollte die Exposition den t.iusende, nunmehr zu guten Ungarn gewordenen wertgeschichtlichen Werdegang der Gleichberechtigung der vollen braven Menschen". Und die sich derart begei- Juden, von ihren Anfängen, den Judenedikten Josefs II. stern, sind nicht etwa .sogenannte „Judenskribler", sonbts zum Gesetzartikel XVII. des Ausgleichsjahres 18ö7 dem die vornehmsten Schriftsteller, Publizisten des in anschauliche^\^ise ^or^r^i.^jJjJst<|ri^(rfife ^tt^r,JnJ-.andef5,..;Y{j§ 4$.Hi*h B&rioinK e nien y u. a. Sogar die>- blicTc.geht sogar,.zuHicli bis zur^ittelaiterliqhep-|,golde-ii.,.fäcin bi«tf z<weiifc)rfeawe •d«'.Upposittori.-müssen widerstreb •' nen (Bulle" der'Juden, die von Bela IV. 1251 zum erstenbend anerkennen, daß „der Terrorismus der modernen, mal erlassen, von den folgenden Herrschern stets erneut liberalen Ideen" den Sieg davongetragen, und bestätigt wurde. Das Bild des „Judenpräfekten", Die „Judenirage" geht aber weiter in einer reich- Jacobus Mendel, dessen Porträt und Wappen uns haltigen Serie von Broschüren, die ausgestellt sind: auf einem seiner Siegelabdruckc erhalten ist, ergänzt ebenso in den Dank- und Huldigungsreden, die von den dieses Tableau. Wir wandern weiter durch die Jahrverschiedenen Rabbinern, nunmehr meist in ungarischer hunderte und leJen nun eine Reihe von Supplikationen, Sprache gehalten wurden. Unter ihnen führt der gei- Gesuohen, dann Deklarationen der ungarischen Judenstige Vorkämpier und Historiker dieser Zeit, Rabbiner heit, die an die Ständetafel, den Palatinus,* dann an die Leopold Lew, dem auch vier begeisterte Depeschen Regierung gerichtet, in stets selbstbewußterem, energidie einstimmige Annahme des Gesetzentwurfes melden, scherem Tone die wohlverdiente Gleichberechtigung Sonstige Loyalitätskundgebungen der ungarischen Jnder Juden anfordern. Dieselbe ist „kein Akt der Gnade, denheit finden wir nebenan, darunter das Photo des

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