Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1938
- Issue
- Heft 3 (21.1.1938)
- Date
- 1938-01-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite b Nr. 3 — 21. Jänner 1938 DIE WAHRHEIT GROSSFLE13CHHAUEREI flEGM. KORNMEHl WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE: XVIII., WAHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-3-34 Lieferant für Heilanstalten AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsicht des ehrwr. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorien von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen merksam. Zentralvorstandsmitglied Dir. Alois D o n n ebauiti dankte dem Vortragenden für seine so ausgezeichnete Rede, weiters auch dem Obmann der Bezirksgruppe IV., V. und X. Herrn Desider \V o 11 n e r für seine so ersprießlichen Leistungen im Interesse der „Union". Mit Dankesworten an die Erschienenen schloß der Vorsitzende Herr L. Grünspan diese in jeder Weise gelungene Veranstaltung. JUGEND-UNION. Mitteilungen der Union. „Uiiian'f-lfersammfung im X. Bezirk. Am 17. d. M. fand, nach dem Zusammenschluß des IV.. V. und X. Bezirkes zu einer einheitlichen Bezirksgruppe der „Union" die erste Versammlung im X. Bezirke statt. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde von dem den Vorsitz führenden Bezirksleiter des X. Bezirkes, Herrn Leopold Grünspan, eröffnet. Er begrüßte wärmstens de-n Referenten des Abends, Herrn Zentraivorstandsmirgiied Komm.-Rat Salier, den Obmann der Bezirksgruppe IV., V., Herrn Desider \V o 11ner, die beiden Bezirksleiter Ph. Stern und S. R osemberg, das Zentral Vorstandsmitglied der „Union" Herrn Direktor Alois D o n n e b a u m. Frau Rabbiner Mandl, die Obmännin des Frauenvereines Favoriten Frau S. M a n d I, den Obmann des Tempelvereines X. Bezirk Herrn B. Scher, sowie eine Abordnung der B. ü. G. X. des Bundes jüdischer Frontsoldaten. Hierauf hielt Herr Grünspan eine kurze wirkungsvolle Ansprache, in welcher er die Leistungen der „Union" hervorhob und an die Versammelten die Aufforderung richtete, geschlossen in die Reihen der „Union" einzu- Sodann ergriff der Obmann der Bezirksgruppe, Herr D. Wollner, das Wort und schilderte die Entstehung der Bezirksgruppe IV., V. und gab seiner Freude Ausdruck, daß diese von min an vereint mit dem X. Bezirk zum Wohle der „Union" arbeiten werden. Dem X. Bezirke erwachsen durch den Zusammenschluß mannigfache Vorteile, da die Bezirksgruppe IV., V. bereits durchorganisiert und die Heimfrage gelöst habe und eine sehr beachtenswerte Jugendgruppe vorhanden ist. Er forderte die Anwesenden auf, sich restlos zur „Union" zu "hekennen und der „Union" als der einzigen Körperschaft zur Wahrung der Rechte der österreichischen Judenschaft beizutreten. Der Vorsitzende dankte dem Obmann für seine beim Zusammenschluß geleisteter. Dienste. Hierauf wurde durch den ßezirksleitersteüvertreter Samuel M a n d 1 und Vorstandsmitglied Gustav Fuchs die Werbung von Mitgliedern mit sehr großem Erfolg durchgeführt. Nun hielt, stürmisch akktemierr, der Referent des Abends Herr Kwnm.-Rat Snlzer unter dem Titel: „D i e wirtschaftliche n A u s w i r k u n g e n des Generalversammlung der „Jugend-Union". .Mittwoch, den 12. d. M., iand im Sitzungssaal des Union-Heimes unter dem Vorsitze des Herrn Chefredakteurs Oskar Hirschfeld die zahlreich besuchte Generalversammlung der „Jugend-Union" statt. Es waren u. a. anwesend: Der Präsident der „Union" Reg.-Rat Dr. Hermann O p p e n h e i in und Kultusvorsteher Dt. Ernst F e 1 d s b e r g. welch beide auch gehaltvolle Ansprachen hielten, Kultusvorsteher Börserat Heinrich Fopper und Prof. Dr. M. Papo, sowie starke Abordnungen der „Oesterreichisch-jüdischen Akademiker- Union", des „Jüdischen Jugendkreises" und der Ortsgruppen 11. IV V und XXI der „Jugend-Union". Nach einer zündenden Einleitung des Obmannes der „Jugend- Union". Herrn Dr. Bruno David, der die Lage der Judenheit in verschiedenen Ländern, insbesondere in Oesterreich charakterisierte, erstattete Obmannstellvertreier Dr. Ernst Abel es einen Bericht über die ausgebreitete Tätigkeit der „Jiigend-L'nion" im abgelaufenen Vtrei.'isiahre. Auf diesen interessanten Bericht iolgte eine lebhafte Debatte. Wir werden aui die überaus eindrucksvoll verlaufene Versammlung nächstens noch zurückkommen. Die besten EissQ Wurstesä SglSiwareo 3mal täglich frisch bei »^.»iealijrirsttis Unter Aufsicht des Rabbinates der Adas-Jisroel-(Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten. Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. Ant grob Vo In fünfvierteistünd:ger Rede bei angespanntester Aufmerksamkeit der Zuhörer, ^gliederte der Vortragende Ursache und Wirkung der antisemitischen Maßnahmen in vielen Ländern und zuletzt in Oesterreich. Er bewies an Hand der Geschichte, daß alle Länder, die die Juden verfolgt haben, zugrunde gegangen sind oder dauernden Schaden genommen haben. Die Boyitottbewegungen erweisen sich In den meisten Fällen als erbärmliche Konkurrcnzm?.nr...er m.d sind in der Regel wirkungslos, da die Bevölkerung dort kauf,, wo sie am solidesten und preiswertesten hed;ent wird. Um diese Uebelstände abzuwehren, hilft nur der engste Zusammenschluß: Die „Union", gestählt im Abwehrkampf seit mehr als 50 Jahren, wendet ihre ganze Kraft zur Besserstellung der Lage der Wiener Judeuschaft auf. Auch wurde eine Beratungsstelle für alle wirtschaftlichen Angelegenheiten geschaffen. Komm.-Rnt Salz er dankte der Bezirksgruppe für die bisher von so großem Erfolg gekrönte Arbeit und ist der sicheren Meinung, daß^ alle, die gekommen sind, sich um die Fahne der „Union" eng scharen werden. Stürmischer Beifall lohnte die auf so hoher Stufe stehende Rede des Vortragenden. In der folgenden Diskussion machte das Vorstandsmitglied, Herr Ju!. Harme! auf die jüngsten antisemitischen Artikel in der Zeitschrift „G e w e r b e" auf- I Wiener Internat Frau Dr. lee DeisäsehFarider staatlich xeprimc Pädagogin. l Wii i lr llnl1.--i.IiuI Frau Dr. Leo Deufsehiästtiar, Wien XIX., Hofzeile 12 - Teleplon B 10 301 Geselliger Abend der „Jugend-Union". "Eine außergewöhnlich gelungene Veranstaltung vereinigte die „Jugend-Union" am Samstag, den 15. Jänner, im Vereinsheim, i., Schottenring 25, an welchem Abend der bekannte Kriminalpsychologe Gutt mannet c h a n k a r a ein Gastspiel absolvierte. Wenn das Wort Kriminalpsychologie im allgemeinen den Eindruck voii allerhand ernsten Dingen erweckt, so hat der Vortrag des Herrn Schankara bewiesen, daß ein solches Thema auch in unterhaltender und lustiger Form gebracht werden kann. Der Vortragende, der es sich zur Aufgabe gemach; hat. den gewerbsmäßigen Okkniiismus zu bekämpfen, verstand es gleich mit seinen einleitenden Worten, einen herzlichen Kontakt mit dem Publikum zu finder.. welcher für die Stimmung des ganzen Abends maßgebend war. Waren die theoretischen Ausführungen schon ungemein spannest! und fesselnd, so folgte das Publikum mit großer Aufmerksamkeit den Experimenten, die oft wahre Lachsalven auslösten, um so mehr, wenn man hinterher die so einfache Erklärungen hörte über die Dinge, die erst den Eindruck des Uebernatürlichen beim Besucher hervorrufen. Telepathie, Hellsehen und andere okkultistische „Wunder" fanden ihre Aufklärungen, alles beruht auf bestimmten physikalischen oder ar.deren Naturgesetzen. Lebhafter Beifall dankte Herrn Schankara für diesen gelungenen Vortrag, um so mehr als er in sicherer und taktvoller Weise die an ihn gestellten Fragen beantwortete. Das in äußerst angenehmen Stimmung sich befindende Publikum beendete den Abend mit Tanz, aufgespielt von der ausgezeichneten Jazzkapelle The Winapie Band. Ein jüdischer Hilfspolizist in Jerusalem ermordet. Während eines Patrouillenganges im Synhedrki-Viertei von Jerusalem wurden die jüdischen Hilfspolizisten Samuel Levy und Isaac Seidenberg am IS. d. M. von Arabern aus dem Hinterhalt angeschossen. L e v y war auf d e r S t e 11 e t o t, während S e i - denbers nur leichtere Verletzungen davontrug. Er sagte aus. er habe gleich nach dem Attentat zwei Araber in der Richtung des arabischen Dorfes Lina laufen gesehen. Hofs*at {Prof. Or. Jesef Schey. welcher am 18. Jänner im 85. Lebensjahre verschieden ist, war einer der Hervorragendsten österreichischen Juristen, der sowohl auf dem Gebiete des römischen Rechtes als auch des österreichischen Rechtes zu internationalem Rufe gelangte. Seine bedeutenden schöpferischen Leistungen auf dem Rechtsgebiete wurden allgemein anerkannt. '25 Jahre lang hat Josef Schey als Lehrer an der Wiener Universität gewirkt. Er war ein Humanist reinsten Wassers, seiner Lehre, seiner Gesinnung, seinem Wirken, auch seiner ganzen menschlichen Haltung nach. Generationen von Juristen gingen durch seine Schule, eine Schule, die sich frei von allem Buchstabenkram hielt. Als der große Josef U n g e r, mit dem Schey übrigens verschwägert war, die Parole ausgab, das geltende Recht von den Fesseln der bisherigen Schuldoktrinen zu befreien, bekannte sich Schey freudig zu dieser neuen Lösung. Sein Hauptwerk „Die Obligationsverhältnisse des österreichischen allgemeinen Privatrechts" stellte denn auch in praktischem Geiste, der "der wissenschaftlichen Gründlichkeit keinen Eintrag gab, die wirtschaftliche Rechtsnuffassung an die Spitze. Die größte Popularität gewann Schey unter den Juristen durch seine vorbildliche Edition des österreichischen A. B. G. B. (Manzsche Ausgabe), die durch systematische Zusammenfassung der Rechtssprüche des Obersten Gerichtshofes zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel für Lehre und Uebung geworden ist. Auch nach 1Ü1S hat Josef Schey seine ungewöhnlichen geistigen Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit gesteht und war wiederholt in den auf Grund des Staatsvertrages von St. Germain errichteten gemischten Schiedsgerichtshöien in Paris und London als österreichischer Schiedsrichter erfolgreich tälig. Als Josef Schey im Juni 1936 sein goldenes Doktorjubiläum beging, ehrte ihn die Wiener Universität in besonderer Weise. Josef Schey, dessen wissenschaftlicher Ruhm weit über die Grenzen seines Vaterlandes Oesterreich hinausging, war als Mensch der Typus der vornehmsten österreichischen Intellektuellen. Sein lebhaftes Interesse an künstlerischen Dingen, insbesondere an der Musik, war bekannt. Seine Gelehrsamkeit ging Hand in Hand damit und mit dem außerordentlichsten Geschick und Takt im Verkehr mit anderen Menschen. Dr. Josef Freiherr von Schey war durch viele Jahrzehnte ein treues Mitglied der ..Union österreichischer Juden" und blieb es bis zu seinem Tode. Die ..Union" hat ihn mit Stolz zu den Ihren gezählt. Sie wird ihm, der nicht nur ein großer Gelehrter war, sondern auch seinem Judentum treu anhing, ein dauerndes ehrendes Angedenken bewahren. Danksagung. Außerstande für die vielen Glückwünsche, die mir anläßlich der mir zuteil gewordenen Auszeichnung durch den Herrn Bundespräsidenten zukamen, jedem einzeln zu danken, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus. Professor Juliusz W o 1 f s o h n. Der erste Wiener Gewerbe-Verein zur Unterstützung und Förderung des Gewerbes veranstaltet Samstag, den 22. Januar, K-9 Uhr abends, int Festsaale des Hotel Continental, Wien II., Taborstraße 6 anläßlich des 30jährigen Vereinsbestandes eine Festakademie mit Tanz. Eintritt S 2.— Karten im Vorverkauf bei den Vorstandsmitgliedern und im Vereinslokale Cafe Frei wir th, II., Praterstraße 11, sowie an der Abendkasse.