Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1938
- Issue
- Heft 3 (21.1.1938)
- Date
- 1938-01-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT "Nr. 3 — 21. Jänner 1938 Seite 3 j u g i n d - u n i o n Jugendgruppe der ..Union österreichischer Juden", Sekretariat und Hehn: Wien 1., Schottcnring Nr. 25._ Mittwoch, den 26. Jänner, punkt S Uhr abds., veranstaltet die „Jugend-Union" in ihren Räumlichkeiten ein VOK&L-KONZERV Solisten-Abend weltlicher und liturgischer Musik unter Mitwirkung von: Oberkantor, Kapellmeister Hermann Gwillmann. Tenor: Cäcilie Qwillmann, Konzertpianistin: Kapellmeister Mischa Elbergescu. Das Programm umfallt Arien aus den Opern: „Atanpn". „Mädchen aus dem goldenen Westen", „Carmen". „.Hartha", „Afrikaneriii". „Liebcstrank". .,V."jf"- Kanellmcistcr Mischa Elbcrscscu spiel: Bou!.in»er und Kol nidre Cäcilie (iwillinann s>>jeli Klnvicrsoli von Eintrittspreise inkl. Garderoi: Mitglieder der ..Jugend-Union", S initglieder, S 1.50 für Gäste. Blättern „V o c e d'l t a 1 i a" und ,.M e s s a g e r o" Erklärungen über die Politik des neuen rumänischen Kabinetts abgegeben. Nach der Wiedergabe der italienischen Blätter erläuterte (i o g a zunächst den Sinn der Parole „Rumänien den Rumänen!": Seine Regierung wolle die Grundlagen des staatlichen Lebens gegen die jüdischen Eindringlinge verteidigen. Niemals werde er zugeben, daß die aus allen Teilen Europas eingewanderten und nicht assimilierbaren Juden als Rumänen anerkannt wi'.rden. Er fürchte keine Drohungen Genfs, sondern werde sich unter Umständen selbst an den Völkerbund wenden, damit dieser den R ii c ktransport der Juden in die Länder veranlasse, aus denen s i e g e k o m m e n s e i e n. Cuza sprach sich gleichfalls für die Lösung der jüdischen Frage aus. Eine Unicrscheidung zwischen alteingesessenen und eingewanderten Juden sei dabei unmöglich. Die Lösung müsse in der völligen Eliminier u n g d e r j u d e n bestehen. Neville Laski über die Lage der Juden in Rumänien. Neville Laski erstattete kürzlich im Board oi Depttties den Bericht des Joint Foreign Committee. Die Machtübernahme durch die Regierung Goga, sagte er, hat eine Situation geschaffen, die zu starken Befürchtungen Anlaß gibt. Die Erklärungen des neuen Premiers, die Drohungen Cuzas und der Inhalt des von König Carol dem Berichterstatter des „Daily Herald" gegebenen Interviews verstärken unsere B e f ü r c h t u n g e n. Es miiü mit allen Nachdruck festgestellt werden, daß wir uns in unserer Auffassung sowohl auf die feste Grundlage der H u rn a - :i i t ä t, als auch auf das geschriebene YV o r t R u m a n i e n s stützen, wie es in seinen Vertrag s v e r p f 1 i c h t u n g e u von 187S und 1 'J! 'J enthalten ist. Es inuß festgestellt werden, daß die Ziffern, die der König und (ioga hinsichtlich der nach dem Kriege e i n g e w a n d e r t e n J u d e n — die als „Eindringlinge" bezeichnet werden — genannt haben, v ö 11 i g u n r i c h t i g sind. Die phantastische Ziiier von 500.000 Juden ist maßlos übertrieben. In Wahrheit handelt es sich um Ii ö c hstens 50.000 Jude n. Aber auch von diesen wohnen die itf-isien Zeit ihres Lebens bereits auf den neurumiinhekeii Gebieten; während ihrer Wanderungen jedoch von einem Gebiet in das andere haben sie zusammen mit ihren Habseligkeiten auch ihre Ideutitätspapiere verloren. In dem Bericht des Joint Foreign Cr'ümwtee heißt es u. a.: Das Committee lenkt die Aufmerksamkeit Sr. Majestät Regierung auf die im Programm des neuen rumänischer. Ministerpräsidenten Goga enthaltene Drohung gegen die Juden. Solche Ansichten würden, falls sie verwirklicht werden, einen flagranten Bruch des Minderheitenschutz- \h!-:t::iünens darstellen. Der Sekretär de* Com- :'.:itee weilt gegenwärtig in Genf, um, sobald die i'iage der Minderheiten in Rumänien im Völkerbundsrat aufgerollt wird, bei der Erteilung nötiger Informationen behilflich zu sein. .'. T.-.A. Ur- und Aüeinsuffüftriing in Wien |üfi£ii,l€iin 5<&Ba<sei!ti§«r»a?> «Sm** a©3®&¥ illiiSf Der große jiddische Film IJä*09"193- .»Der PyrifflspielßF" Ii,-,!*« MJ-5-M Musik : NIKOLAUS BS0DSKY i: '.»B, 'Iii. >^n mit deutschen FuCtiteia <ScicJ)icf)fen aus OefierretcJ) von Leopold Ehrlich-Hichler Ganz Leinen S 6.50 Der Autor der berühmten Romane „Heimweh nach Wien" and „Sohn des Moses Mautner" legt liier ein Werk vor, das die Freuden und auch die Tragik des österreichischen Judentums schildert. Dieses Buch ist wegen seiner spornenden Handhing und seiner natürlichen Sprache beraien. ein echtes Volksbuch zu werden. Jahresversammlung der Pest er isr. Kultusgemeinde. Protest gegen die Ungarn- und Judenverfolgungen Rumäniens. Di. ordentliche Jahres-üeueralver aminlung der Pester sraeliiisehen Knitiisgemeinde am IS. d. M. begann mit der Enthüll mg eines Portrats des im vorigen Jahre \ erstorbenen s teilvertretenden Pri sidenten Oberhausmit;lied Dr. Sa mel 0 i ü c k s t ii a . Die Gedenkrede hielt Präsident Hoirat Samuel St z r n. Na ch einer kurz en Paase gedachte Präsident Hoir-n S! rn der 70. Jahreswende des durch Franz Jose; I. sankuc n i e r t e n E ni a n z i l) i e r u n g sg e s e t /. e s. mit der i die israelitischen Bcwoh-ier des Landes!ii;;":..!;:i:jh irr Aüsäbung alle biii^eriiciiei! and poi •ischen Reel' e!:.:; .: r.\ ch \ tliehen LaaJesennvoh! .denk.:; r'iv: teil: w-.'rd-. ■. Er h ■ "rt^as^- e'u'etzt KcuMlMll Tis eil. Der Vor t£:%F:: {FirS: -clnnere liehen Umst. ad hin. da'S die:, denkwii rdige Jahresv ende keine Jrsaehe zum Feste e-cni biete, da der so reiche Früe! te tragende Baum der Emanzipation vo l der eisiget Atmosphäre eine neuen Zeitgeistes mit Vernvchti ng bedroht werde. Eben erst limfiten v.i 'gegen die furchtbare Bedrück mg unserer in Deuts c h 1 a n d!e rtider unsere Stimme erheben, hei te erachten wir Pflicht, als Juden an J ais Ungarn gegedie ia.r.i-iischliehe E itreci.tung zi rioiesiierc:'. von der mei.rerc hundert auseu! ansei er (ii iH'en-britler u R a '! ä e n ()' Ver- Prä.'idct:: Hoir.; Samael Stern verlas eine Dekla- ..uCRunacn v i: icierueii untere treue Souaaritar nur oei: verminten nrucern. die in Rumänien vci: cer ueiaiir «er i'.n'.rcehtuns bedroht sind. Wir erciarCK uns htiütianscn mit innen als Juden, weil sie als juaen von der Peitscüe der Verfolgung ge- :•• ■ dankbar; Vertrauen der -größte! Nach Beendigung der Ansprache •iv an. (ieaieindevorsteher Oberiiaasniiigi: erkürte, das ungarische Jadcnium ha Wahl, als den Bes-'tzstand zu verteil Emanzipation and Rezeption sicherten. Nachbarschaft die Flammen verheeren :iuizüngelu. gelte es, das ungarische Va ähnlichen antisemitischen Verblendung : von unabsehbaren Folgen begleitet s< Vorsteher Eugen Vida. Dr. CiL>-> De Bi oi db Durch i trollen werden, aber auch als Ungarn, weil sie in il/rem Ungarium verfolgt werden, indem man sie des Rechtes beraubt, sich als Ungarn zu bekennen, v. e.msleieli s;e Ungarn sind, Ungarn jüdischen Glau- Leus. Wir erklären uns solidarisch ohne Unterschied uer ivoniession — mit allen unseren in Rumänien seienden unsarischen Rruderu. die duren Cre verleizuaK der vertraglich gesicherten .Minueri.'caciivecäiie in ihren Keeuteu und in ihrer txisteuz r,.jrjr<,,,t sine-, 'n dieser leierhchen ii wir i i itit m t de gute Btichhandlmin oder direkt beim Verlag R. Löwit, Wien I., Fleischmarkt 1 ''>!|>!!!ii!!!!!ii!ll!!:i!l>li!!!i!il tolgenden A!^ ng wurde ()i)e. aausniiigiied Vesz leiiig /.um Pra>iJciite!i-Siellvertretei Der Uentraisekre:är der 1-Vs.er Isr. Kultusgenieinde Alexander E p p 1 e r begeht dieser Jage das dreißigjährige Jubiläum seines Dienstes bei der Gemeinde. Aus diesem Anlaß würdigte Präsiden. Hoirat Samuel Stern :n einer Vorstandssitzuue; d e Verdunste £pp!ers, „der ni:t dem Leben der (ieme.niKaaii'isbar verseilnioizen ^atjoiaaSjtidische Kampfiwetlüoden. Dort, wo Argumente versagen, beginnt die Iniuinic. Das ist die Antwort auf die Aiiiiohciungcti jenes besoldeten Tintenkulis von der Mare-Aureistralic, der es wagte, jene Rciigiouslclircr, die aus und im ..J ü d i s c h e n .1 u g e n d - K r e i s" ErzieliuiigsarbeiL in jüdisch-österrciciiisclicm Sinne leisten, wesen dieser ihrer Tätigkeit in der Oeaentiicitkeit herabzusetzen. ..Mangelndes Wissen und überbetonten Patriotismus" wirft dieser jiidisclinationaie Meld, der sich die Amalek.tische Kampfcs- \vcise zu eigen gemacht hat. den unionistischen Rel'gionslelirern vor. Es ist dies jene bei den Na- Caß Ankethc4 lionaisozialislcn gebräuchliche Metli« de. den (ieg- "er s;-:angc mit Kot und Schmutz zu bewerfen, bis etwas picken, bleibt. Schmierfink seine Informationen er lält" und wer ien-r gewissenlose luforniator ist. de bcwuLit solch falsche und gehässige Informationen erteilt. i ii' ieieriiM;;: .eher Anruf des Skribl i Oi nianiic des L'nterrichtsamtcs der K hätte :l:n eines besseren beleiht. sgeiiieiude ielirer, die hier guaoiien w.:den :iis!Hcl;e!i als tiiei'i-gia'l'P: ■■/emiiilV- .iud in / .i! denkeilde um! iidi-be-.-.! i^k 1 \ n iiiücn!)es tzi :-'gar i.i;i Da :kand •ieiiüiiiigs- Präsidenten za der eindrucksvollen Formulierung sc' Enautiatifai. Der Rudgetvoranschlag der Kultusgeitiei wurde sodann einstimmig geuehnvigt. In der dar; Diese Ivel gs-;:s!v-hr.r *'r.ü w\v.;!:l < n den christlichen als auch V"ii Jen iüuisciicn Inspektoren als . b c s i uders z u : r i c d e n stelle n d" Mtialifi- >:iert tr.rd solche- Lciirvr. die das [iestreben haben, gemä:! iiher ::ci.:J-tcn Pflicht, die jüdischen Kinder im Sinne der Religion zu guten österreichischen Juden lierauzuiidilen und die heranwachsende .mdische Jugend von nationalen Phrasen und i rn/ h nii ssen eh \oti 11 n m c" antlcgeln lassen. MomOetet „Die Wafvtheti"!