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Die Wahrheit · 1937-12-31 · Heft 52 (31.12.1937) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 52 (31.12.1937)
Date
1937-12-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 52 — 31. Dezember 1937 DIE WAHRHEIT I ÄCHTUNG! £fe Heuerscheinung pfDer Judenhaß" von Graf Bichartf N. Coudennote-Calergi. die geistige Abrechnung mit dem Nationalsozialismus, das Buch, das InkeinerJüdischenBibliothek fehlen darf, ist für Mitglieder dar ..Union" 4n deren Sekretariatzum Preise von broschiert S 3.SO, -gebunden S 5.SO erhältlich. jene jüdischen Kreise recht haben, die fordern, daß (die jüdischen Parlamentarier ihre Mandate niederlegen. Denn wir jüdischen Abgeordneten und Senatoren sind hilflose Zeugen des Unrechts geworden, das an der jüdischen Bevölkerung begangen wird. Die Berufung auf die Verfassung ist anachronistisch und sinnlos geworden. Man hat in Polen vergessen, daß man das «eigene Glück nicht auf den Leiden anderer Menschen aufbauen kann. Sich an den Premierminister Slawoj Skladkowski wendend, zitierte Abg. Minzberg die von Skladkowski seinerzeit gesprochenen Worte: „Es beginnt bei den Juden und endet bei Anarchie." Was haben Sie, Herr Premier, fragte Minzberg, getan, damit sich die Lage bessere? Minzberg spricht dann über die Ueberiälle auf Juden auf offener Straße, über die Boykott- Kampagne, die Hetzagitation, die Parole „Tag ohne Juden", das Hoclischul-Qhetto, die Studentenunruhen und erklärt dann: Vdr zwei Jahren haben diese Losungen und Taten Erstaunen hervorgerufen; vor einem Jahr hat die Regierung sie geduldet; heute sind sie erlaubt, und wer weiß, ob man nicht in kurzem sogar anordnen wird, daß solches geschieht. Die jüdische Bevölkerung hat moralische Torturen, physische Leiden, wirtschaftliche Ausmerzung und politische Diskriminierung zu erdulden. Die Regierung sollte endlich die Schuldigen an den an der jüdischen Bevölkerung begangenen Verbrechen der gerechten Strafe zuführen. Ein für allemal sollte man die unrealen „Lösungsvorschläge-" zur Judenfrage durch Emigration von dreieinhalb Millionen Menschen aufgeben! Die polnische Judenheit werde nicht aufhören, die Rechte zu .fordern, die ihnen als Bürgern des Landes zustehen. J. T.-A. Mehrtägiges Gefecht in Palästina. Die am vergangenen Donnerstag zwischen britischer Polizei und M.litär auf der einen und einer mehr als lOOköpfigen Terroristenbande auf der anderen Seite entbrannten schweren Kämpfe nahmen folgenden Verlauf: Donnerstag früh fuhr ein jüdisches Lastauto aus Kfar Hachoresch bei Nazareth vorbei. Terroristen, die sich versteckt hielten, gaben auf das Auto etwa 40 Schüsse ab. Die jüdischen Hilfspolizisten, die das Auto begleiteten, erwiderten das Feuer. Die Behörden, die sofort von dem Ueberfall verständigt worden waren, ordneten eine Razzia in der ganzen Gegend an, an der auch jüdische Hifspolizisten teilnahmen. Die Exekutive der Jewish Agency, der von dem Ueberfall ebenfalls Mitteilung gemacht worden war, setzte sich sofort mit dem mil.tärischen Oberkommando in Verbindung. In das Operationsgebiet wurden unverzüglich größere Militärabteilungen entsandt, die von Flugzeugen begleitet waren.-Es gelang dem Militär bald, den Schlupfwinkel der Terroristen ausfindig zu machen. Es handelte sich bei diesen um Mitglieder einer großen, gut organisierten Bande. Es kam zu einem schweren Gefecht, das während des ganzen Donnerstag andauerte und bei dem 18 Terroristen gefallen sind. Am Freitag nahmen die Kämpfe ihre Fortsetzung; sie wurden in bergigem Terrain von beiden Se ten mit großfr Erbitterung geführt. Britischerseits wurden wiederum mehrere Flugzeuge eingesetzt. 22 Araber wurden getötet und viele verwundet Erst gegen Mitternacht wurde das Feuer eingestellt, doch verblieben die Abteilungen in ihren Positionen.; Am Sa ins tag flammten im Hügelland von Galiläa dJe Kämpfe wieder auf und dauerten mehrere Stunden. Die Verluste der Araber an diesenf Tage sollen 10 Tote und mehrere Verwundete' betragen haben. Auf britischer Seite wurden e"n Offizier und zwei Soldatenj verletzt. Einer der beiden Soldaten erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. - " Am Sonntag, dem vierten Tage der Schlacht,' versuchten die Truppen, die Terrorbande, deren Kampfkraft anscheinend gebrochen war, zu umzingeln. In der Nähe der Orte, wo die Zusammenstöße erfolgt waren, wurden mehrere Leichen von Arabern, meistens junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren, gefunden, die sämtlidi mit modernen Waffen ausgerüstet waren. Nach einer am Sonntag verbreiteten halboffiziellen Meldung haben die Terroristen seit Beginn der Kämpfe insgesamt 45 Mann verloren. Am Sonntag gelang es dem Militär, die Araber gegen den Genezareth-See abzudrängen. Sämtliche Grenzübergänge wurden gesperrt, um ein Entkommen der Reste der Bande zu verhindern. Die Behörden des Libanon sind von der Paläst naregiening gebeten worden, auch ihrerseits die Grenzsperre durchzuführen. , ..Bei einem. Versuch der 300Terroristen» den iae umschließenden Kreis zu durchbrechen und unweit Safed "die libanesisch-syrische Grenze zu überschreiten, wurden sie vom Militär unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Am Montag dauerte die Verfolgungsaktioh trotz heftiger Regengüsse an. Englischerseits wurden motorisierte Abteilungen, die von Flugzeuggeschwadern unterstützt sind, eingesetzt. Militärischerseits wird, erklärt, daß es sich bei diesen Operationen um die größte militärische Aktion seit Ausbruch der Unruhen in Palästina im Jahre 1936 handelte. Unverminderter Terror. Im Jerusalemer Hadassa-Krankenhaus ist der 29jährige Aron Globerson, der bei dem Ueberfall auf einen jüdischen Autobus zwischen Nazareth und Nahalal am vergangenen Montag nebst elf anderen "jüdischen Passagieren schwer verwun- I Die besten Eisern-so] Seltas 3mal täglich frisch bei IftGEL, Wieo I!., Prat]rs!ra52 33 Unter Aufsicht des Rabbinates der Adas-Jisroel-(Schiffschul). 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In Haifa warf ein unbekannter Täter in ein überfülltes Cafehaus eine Bombe. Ein englischer Soldat fing die Bombe geistesgegenwärtig auf und warf sie auf die Straße, wo sie explodierte, ohne jedoch Schaden anzurichten. Arabische Terroristen überfielen im Dorfe Akraba bei Nablus den Notabel Talab Abu Murschad und töteten ihn. Sieben bewaffnete Araber drangen in ein. Gasthaus im Dorfe Kaslah bei Jerusalem.ein und verwundeten den Besitzer Mohamed Hassan Hussein. GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHl WIEN IX., BERGGASSE HR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-31 Lieferant für Heilanstalten Abteil ungen für Kosch erf 1 eisch unter Aufsicht des etimii Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Das Militärgericht in Nablus verurteilte den Araber Haidar ei Amudi zu lebenslänglichem Gefängnis und seinen Vater zu 5 Jahren Kerker, da man in ihrem Besitz Waffen gefunden hatte. Dem arabischen Dorfe Shprem, das letztens ein Zentrum des arabischen Terrors im Norden Palästinas wurde, ist eine Kollektivstrafe von 420 Pfund auferlegt worden. „Evening Standard": Palästina-Teilung mindestens zehn Jahre hinausgeschoben. „Evening Standard" schreibt, daß man sich innerhalb der britischen Regierung nicht mehr darüber einig sei, ob Palästina, geteilt werden soll- Eine einflußreiche Gruppe im Foreign Office habe erklärt, der Widerstand in der mohammedischen Welt gegen die Teilung sei so stark, daß man es jetzt, wo England von Deutschland, Italien und Japan bedroht sei, nicht riskieren könne, sich auch noch im Nahen Osten Feindschäften zuzuziehen. Eden habe erklärt, er isei bereit, das Kolonieriministerium zu stützen, das weiterhin an dem Teilungsplan festhält. Im Kabinett hätten jedoch Warner Unterstützung gefunden und es bestünde die Möglichkeit, daß die Untersuchungskommis&ion, die demnächst nach Palästina entsandt werden soll, um; über die besten Methoden der Durchführung der Teilung zu berichten, Vollmachten erhalten wird, Alternativ -Vorschläge an Stelle der Teilung zu machen. Das Blact meint, daß in einem solchen Falle die Teilung mindestens um zehn Jahre hinausgeschoben werden würde. Soweit „Evening Standard". In Londoner informierten Kreisen erwartet man, daß die Regierung bereits 'in der nächsten Zeit eine offizielle Erklärung über ihre Palästina-Politik veröffentlichen wird. Durch die Erklärung würden auch die in letzter Zeit aufgetauchten Zweifel, ob die Regierung am Peel-Plan festhält, geklärt werden. Wie „Daily Telegraph" mitteilt, wird die Regierung Mitte nächster Woche ein Weißbuch veröffentlichen, das die Instruktionen enthält, die der neuen, nach Palästina zu entsendenden Kommisision als Richtschnur dienen sollen. Die zur Kommission gehörenden Personen seien noch nicht bekannt. Die Regierung habe sich darin entschieden, daß man in der augenblicklichen Lage' nicht jede Möglichkeit einer Abänderung' des- Peel-Planes 'ausschließen sollte. Frau Bundesstaatlicher Fürsorgerat Ottilie: Politzer hält am Montag, den 3. Jänner 1938 um 15 Uhr 40 im Radio Wien einen Vortrag über „Die Frau und die soziale Arbeit". Winterhiifsakfion der israelitischen Kultusgemernde. Die israel. Kultusgemeinde Wien eröffnete im Rahmen der von ihr geführten Winterhilfsaktion 10 Ausspeisestellen. in verschiedenen Bezirken Wiens, in welchen täglich 1500 Personen unentgeltlich ausgespeist werden. Ueberdies .werden die bedürftigen Mitglieder der Gemeinde mit Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Kohle beteilt. Die Durchführung dieser Aktion ist nur dann gewährleistet, wenn die steuerzahlenden Mitglieder der Kultusgemeinde dem an sie ergangenen Aufrufe Folge leisten und den 20prozentigen freiwilligen Zuschlag zur Kultussteuer einzahlen. Es ergeht daher an aHe Gemeindemitglieder, die diesem Aufrufe noch nicht gefolgt "sind, die dringende Bitte,, den freiwilligen Zuschlag ehestens auf das Postsparkassen-Konto A 132.254 einzuzahlen.

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