Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 44 (5.11.1937)
- Date
- 1937-11-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 44 — 5. November 1937 DIE WAHRHEIT In allen Versicherungsangelegenbeiten — z U « W » d der „Union", L, Schottenring 25, Telephon A 19-2-77, jeden Montag und Freitag von 10 bis 12 Uhr vormittags. / Leiter: Komm.-Rat Alexius Salzer. Für LebeHSversicherungsberatung haben wir einen Spezialf achmami bestellt, weldier unsere Mitglieder besonders günstig beraten wird. Ormsby-Gore über das neue Emwanderungsgesetz. In der Sitzung des Unterhauses am Donnerstag, den 28. Oktober, brachte der Abgeordnete Josiah Wedgwood den vor kurzem in Palästina veröffentlichten Entwurf einer neuen Einwanderungsverordnung zur Sprache. Wedgwood fragte den Kolonienminister, ob im Falle der Erhebung einer Anklage wegen illegaler Einwanderung, Beihilfe zu einer solchen oder Beherbergung illegaler Einwanderer die Beweislast den Beschuldigten zufällt, ferner ob Unterschiede zwischen jüdischer und sonstiger Einwanderung gemacht werden. Auf diese Anfragen antwortete Minister Ormsby-Gore: Die neue Verordnung sieht vor, daß ein Ausländer, d. h. eine Person, die nicht palästinensischer Bürger ist, im Falle der Beschuldigung, daß er illegal nach Palästina gekommen oder in Palästina nach Beendigung der Frist, die ihm für den Aufenthalt als Tourist oder auf Grund eines Durchreisevisums gewährt wurde, verblieben ist, die Beweislast für seinen rechtmäßigen Aufenthalt zu tragen hat Die Verordnung enthält auch Bestimmungen über Ahndung von Hilfe und Vorschubleistung an Personen, die die Einwanderungsverordnung verletzen, sowie deren Beherbergung. Sie ermächtigt den High Commissioner, das Gesamtmaximum der nach Palästina innerhalb eines bestimmten Zeitraums zuzulassenden Ausländer festzusetzen und zu bestimmen, wieviele davon Personen jüdischer Rass e sein können. Eine bleibende Forderung des Nationalsozialismus: Keine Assimilierung sondern Ausscheidung der Juden. Die „Nationalsozialistische Partei-Korrespondenz", Berlin, (Nr. 239 vom 15. Oktober 1937) führt aus: „Man kann fast täglich in der Weltpresse lesen, daß die in Deutschland lebenden Juden entsetzlichen Drangsalierungen ausgesetzt seien. Wenn auch nur ein bescheidener Bruchteil dieser vom Weltjudentum durchaus nicht immer geschickt inszenierten antnnationalsozialistischen Propaganda wahr wäre, dann hätten die 500.000 (falsch; es sind nur 360.000, Anm. d. Red.) gegenwärtig immer noch im Reich lebenden Juden schon längst den Staub von ihren Füßen geschüttelt, um in^ Palästina oder anderswo ihren zweifelhaften Geschäften nachzugehen. Aber daran denkt keiner dieser durchaus unerwünschten.Zeitgenossen. Zwar ist es richtig, daß sich der 0hm ^,ang zwischen D e"u 'iß c h e ji und Juden, soweit er heute noch durch .formelle Umstände wußte. Neben der offenbar von reichsdeutschen Juden geschürten Greuelpropaganda in fast allen zivilisierten Staaten der Welt sind es gerade die Berliner Juden, die durch ihr herausforderndes Auftreten notwendig die öffentliche Meinung gegen sich mobilisieren. Das ist bei ihrer auch heute noch" recht großen Zahl nicht weiter verwunderlich. Während-— um nur ein bescheidenes Beispiel anzuführen-das große chinesische Reich höchstens 35.000 bis 40.000 Juden beherbergt, sind es in Berlin rund 250.000 (wieder falsch; es sind nur 160.000^Anm._d..Red.).. Dabei muß man außerdem noch ber^cksicntigenj'daß gäffz fehina 444 Millionen Einwohner zählt, Berlin dagegen nur 4,2 Millionen. Im deutschen Reichsgebiet leben immer noch, rund 500.000 Juden (siehe oben). Vielfach vertritt man .unter den Juden die Meinung, daß trotz der, deutschen Ariergesetzgebung so- DAS „ISRAELITISCHE ERHOLUNGSHEIM" m e r ö f f n e te se ine d ies jähr ige Saison am 1. Novemberl937 Aufnahmebedingungen durch: „Casa Israelitica di salute", NERANOf (Italien) Via Manzoni 6_:____ MERANO (ITALIEN) nötig ist, an betont kühlen Formen vollzieht Trotzdem ist noch nicht ein einziger Fall von Lynchjustiz (!) zu verzeichnen, obwohl in „demokratischen" Staaten, wie etwa Amerika, diese Art .„Kampf" an der Tagesordnung ist Die Trennung vom Judentum hat eich in .schärfstem Gegensatz zu den radikaleren Methoden in Polen immer in äußerlich gemessenen, wohlanständigen und dediglich von sachlichen Erwägungen bestimmten Bahnen vollzogen. Das muß deshalb einmal mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ausgesprochen werden, weil die vielen Vertreter ausländischer Blätter in Deutschland von alledem nichts zu wissen scheinen. Mindestens lassen sie es zu, daß ihre Heimatzeitungen im Dienst der jüdischen Völkerverhetzung auch heute noch mit unwahren Schlagworten arbeiten, die aber auch jeder tatsächlichen Begründung entbehren. Das Reich hätte die in Deutschland erlaubten Judenzeitungen veranlassen können, ihre auswärtigen Rassegenossen laufend zu berichtigen. Außerdem konnten gegen die deutschen Juden Zwangsmaßnahmen der verschiedensten Art ergriffen werden, um ein für allemal wirksam der Lügenpropaganda zu begegnen. Wenn Deutschland auf alle derartigen Druckmittel verzichtet hat, dann geht schon allein aus dieser Tatsache zweifelsfrei hervor, daß es uns bei der Trennung vom Judentum nicht um die Verfolgung einer Minderheit, sondern lediglich um eine Neuordnung des deutschen Volkes zu tun ist. Man kann schon heute an vielen Beispielen nachweisen, daß das deutsche Judentum allerdings diese Milde weder verdient hat noch irgend wie zu würdigen wohl geistig, wirtschaftlich wie gesellschaftlich Deutschland bei weitem mehr'Chancen bietet als gewisse andere Staaten inner- und außerhalb Europas:' Früher oder später, so folgert man, :wird die Blutschutzgesetzgebung eine Lockerurig erfahren und dem Judentum „Erleichterung der Lage" bringen. Man vergißt bei solchen Mutmaßungen, daß' die Kompromißlosigkelt zum Wesen des Nationalsozialismus gehört. Nachdem der Gesetzgeber eine „weitere Vermischung des deutschien mit artfremdem Blut" verböten hat, würde er bei jeder Art Einschränkung des Verbotes die eigene Autorität gefährden, ja sogar aufgeben.' Die Trennung vom Judentum ist absolut. Seine Ausscheidung aus dem deutschen Volkskörper wurde eben erst .begonnen und wird folgerichtig durchgesetzt. Auch im gegenwärtigen Augenblick ist die jüdische Ueberfremdung als unmittelbare Gefahr für das deutsche Volk noch keinesfalls beseitigt. Daher kann nicht von einer Assimilierung, sondern von einer Ausscheidung gesprochen werden." Ein Kommentar zu diesen Ausführungen ist wohl überflüssig. Weitere Einengung des Lebensraums der deutschen Juden. Am 30. Oktober begann in Berlin unter der Führung des nationalsozialistischen Wirtschaftspolitikers Bernhard Köhler eine große gemeinschaftliche Tagung aller NSDAP-Wirtschaftsstellen. Im Vordergrund steht die Judenfra.ge, die in den letzten Tagen schon in der Berliner und der Provinzpresse eingehend erörtert worden ist. Der „Völkische Beobachter" tritt gegen eine zu weite Auslegung des Grundsatzes auf, daß die wirtschaftliche Betätigung der Juden ungestört bleiben'j^oll; Juden dürfen nicht Handelsagenten sein, da diese mit allen Volksteilen in Berührung kommen. Die Thüringer „Gauzeituhg" berichtet über die bereits weit vorgeschrittene Ausschaltung der Juden~iaus dem Getreidehandel. Die Essener „Nationalzeitung" wendet sich gegen die jüdischen Auslandsvertreter der deutschen Exporteure. Diese Blätterstimnieh geben einen erschütternden Rahmen für die Diskussion der Judenfrage bei der Tagung. Juden dürfen Ariern keine Zimmer vermieten. „D er S. A. - M a n n", Berlin, Organ der obersten SA-Führung, erhebt die Forderung, "daß es Juden generell verboten werde, möblierte Zimmer an Arier zu vermieten. Weiter schreibt das Blatt: „Solange noch Häuser im Besitze von Juden sind, läßt sich kaum vermeiden, daß Arier ihre Miete an jüdische Hauswirte zahlen; aber der arische Mieter muß darauf bestehen, daß kein Jude eine weitere Wohnung erhalte." Juden im Weltkrieg. Im „Schild", Organ des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten DeaitiscWands, gibt Ohefredakteur Dr. Wollenberg eine Schätzung der Zahl der Juden, die als Soldaten am Weltkriege teilgenommen haben, und der Gesamtzahl der an den Fronten gefallenen jüdischen Toten aller Mächte. Nach einem Rückblick auf die Teilnahme von 922 Juden Preußens am Befreiungskriege, von 1100 jüdischen KriegsteiMehmern von 1870/71 betont er, daß jüdischerseits die kriegsgdschichtliche Forschung noch längst nicht zu auch nur annähernd abschließenden Ergebnissen gelangt sfeL Nach ednigen bis in die jüngste Zeit getroffenen Feststellungen 'standen ,in der englischen Wehrmacht 55.000 Judenv in der deutschen Wehrmacht 100.000 Juden, in der östeirr eichiisehen Wehrmacht 200.000, in der amerikanischen 250.000 und in der russischen schätzungsweise 600.000 Juden unter den Waffen. Unter Einbeziehung der übrigen Armeen werde man, so sagt der Verfasser, die . Zahl der jüdisefien Männer unter den Waffen während des Weltkrieges auf 1H Millionen schätzen dürfen. Als Ergänzung zu diesen Feststellungen merkt Dr. Wöllehbefg, daß:: von den 100.000 yin Deutschland 'eta^Jzogfcnen Juden über 75.000 ^an der Front gewesen sfeien; zwölf Prozent aller^üdisclhen Kriegisteimehimer waren Freiwillige. Insgfef samt bekamen Juden etwa 35.000 Kriegsauszeichnungen, 17.000 erhielten das Eiserne Kreuz 2. Klasse, ungefähr 900 das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Vier Juden konnten als Inhaber dös Preußischen Goldenen Mihtärverdienstkreuzes, des höchsten Tapferkeitsordens für Mannschaften und Unteroffiziere, ermittelt werden. Insgesamt sind etwa 23.000 Juden befördert worden; hierunter mehr ' als 2000 zu Offizieren, von diesen allein sind 322 (16,1 Prozent) gefalen. Von 1857 jüdischen Sanitätsoffizieren sind 185 gefallen. Bei der Fliegerwaffe waren rund 200 Juden; "davon sind 50 festgestellt, die den Fliegertod starben. Nach den Ermittlungen über die Kriegstoeteiligung kinderreicher jüdischer Familien ist festgestellt worden, daß 103 Familien, die gleichzeitig mehrere Söhne an der Front hatten, insgesamt 448 Frontsoldaten gestellt haben, von denen 116 (etwa 25 Prozent) gefallen sind. In der deutschen Wehrmacht fielen währ rend des Weltkrieges 12.000 Juden; in der englischen Armee 2500, in der amerikanischen Wehrmacht 3000, in der französischen Armee 4000, in der ungarischen 10.000 und in der österreichischen Armee 30.000. Dr. Wolleriberg schätzt die Zahl der im russischen Heer gefallenen Juden auf etwa 80.000. Mit den obigen Zahlenangaben ergibt dies eine VerlustzMJer von 141.500. Die Zahl von insgesamt 150.000 jüdischen Kriegsgeralienen unter den etwa 10 Millionen Toten des Weltkrieges werde man, so säst Dr. Wollenberg, zumindest als das Blutopfer der Juden in Anspruch nehmen (müssen. Jüdisches Kulturtbeater, L, Kai 3, R 28-2-36. r Täglioh, 20 Uhr,, und Sonntag nachmittaga, 15 Uhr 30: ■ die Kompdie „Jakob und Christian" von Sammy Gronemann. Regie:: Rudolf Weiss. «•*>£■ :f*r <te