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Die Wahrheit · 1937-10-15 · Heft 41 (15.10.1937) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 41 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 41 — 15. Oktober 1937 Seite 3 Dia I SflA m DsSiAStlltA 1/16 bQgG III rQia#llliai Maßnahmen der Regierung wirken sich günstig aus. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß die energischen Maßnahmen der Regierung bei allen Bevölkerungsschichten starken Eindruck gemacht und schon jetzt zur Befriedung des Landes viel beigetragen haben. Besonders günstig haben sich diese Maßnahmen in den ländlichen Bezirken ausgewirkt Die Dorfbewohner hoffen jetzt, friedlich, ohne Furcht vor Terroristen und bewaffneten Banden, leben zu können. Auch die Kreiskommissare und Kreisbeamten können feststellen, daß das Vertrauen zu den Behörden bei der Landbevölkerung und ihren Führern gewachsen ist. In vielen Ortschaften im Norden haben sich die Muchtars bereit erklärt, „Ueberwachungskomitees" zu bilden, um die Terroristen im Schach zu halten; andere wollen Rat haben, wie sie das politische Verbrechertum bekämpfen könnten, oder sie bitten um Verhaltungsmaßregeln, um etwaiger kollektiver Bestrafung zu entgehen. Nur vereinzelt kommt es zu arabischen Terrorakten. So ist der jüdische Hilfspolizist Jakob Bodenstein in der Nacht zum 9. Oktober, als er an den heißen Quellen in T i b e r i a s den Dienst versah, von arabischen Terroristen überfal- 1 e n und durch mehrere Revolverschüsse am Arm schwer verletzt worden. Die Schüsse wurden aus einem Auto abgegeben, das in rascher Fahrt an Bodenstein vorbeifuhr. Die Verletzung Bodensteins war so schwer, daß ihm der Arm amputiert werden mußte. Ebenfalls in der Nacht zum 9. Oktober gaben arabische Terroristen auf das Sanatorium „Acliw a" nahe der Kolonie Moza, unweit von Jerusalem, mehrere Schüsse ab. Die Terroristen durchschnitten auch die Telephondrähte, die zu unterdrücken; es müsse danauf hingewiesen werden, daß England vom Völkerbund in dieser Hinsicht wegen seiner Ubergroßen Geduld Vorwürfe gemacht worden sind. Die Palästinaregierung hat, wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, auf Grund der Ergebnisse der von der Kgl. Kommission durchgeführten Untersuchung ein Disziplinarverfahren gegen diejenigen arabischen Regierungsbeamten eingeleitet, die im Vorjahr das bekannte gegen die Palästinaregierung gerichtete Memorandum an die Kgl. Kommission unterzeichnet haben. Der Führer der arabischen Verteidigungspartei, Ragheb Bey Nashashibi, der bekanntlich als einer der gemäßigten arabischen Führer gilt, hat eine Proklamation an die arabische Bevölkerung Palästinas erlassen. In dieser wird zugegeben, daß unter den Arabern Palästinas eine Terrorkampagne geführt wird, gleichzeitig wird aber erklärt, daß der Oberste Arabische Ausschuß diese Kampagne verurteilt und ausdrücklich abgelehnt habe. Die jüngsten Maßnahmen der Regierung werden „drakonisch und streng" genannt. Schließlich wird die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, mit Einzelpersönlichkeiten sowie Körperschaften zum Wohle des ganzen Landes zusammenzuarbeiten. Der Regierungszensor hat den Zeitungen verboten, den Aufruf abzudrucken oder auch nur zu erwähnen. Zum Nachfolger des ermordeten Distriktskommissars von Obergaliläa, Lewis Andrews, ist der britische Beamte in Transjordanien, Alec Seath K i r k b r i d e, ernannt worden. Kirkbride, der Besorgt Eure Bücher durch die Buchhandlung Hermann Tuchner Wien II., Ecke Taborstraße 52 Mäfiige Preise! Große Auswahl! Moderne Leihbücherei Gebühr 10 Grosch. per Tag sonst nichts Anfrag.: Tel. R 41 -4-20 Kataloge gratis! 40 Jahre alt ist, steht seit 1921 in britischen Diensten in Palästina und in Transjordanien. In Tiberias ist der britische Jude Blackburne zum Distriktsoffizier ernannt worden. Wie die Palästina-Korrespondenz aus Jerusalem meldet, hat die englische Regierung den bisherigen Vizebürgermeister von Jerusalem, Rechtsanwalt Dr. Daniel Auster, an Stelle des verhafteten und deportierten Dr. K h a 1 i d i zum provisorischen Bürgermeister ernannt und ihm bereits die Verwaltung der Stadt übertragen. Dr. A u s t e r ist ein A11 ö s t e r r e i c h e r, hat an der Wiener Universität studiert und hier sein juristisches Doktorat gemacht. Im Krieg wurde er Oberleutnant, wanderte aber, als Galizien an Polen fiel, nach Palästina aus, wo er sich als Rechtsanwalt in Jerusalem niederließ. Er wurde alsbald in den Stadtrat gewählt und wurde als Vertreter der vereinigten jüdischen Parteien, die mach ihrer Zahl auf den Bürgermeisterposten Anspruch hatten, erster Vizebürgermeister. Jetzt, nach der Verhaftung Khalidis, wurde dieser Anspruch provisorisch erfüllt. Vorläufig finden keine Sitzungen des Stadtrates statt, da die arabischen Stadtverordneten an Sitzungen, die vonDr. DanielAustergeleitetwerden, nicht teilnehmen wollen. Die Polizei hat auf Anordnung der Regierung in den Räumen des Jerusalemer Stadtrates eine strenge Durchsuchung vorgenommen. Der Schreibtisch des verhafteten Bürgermeisters Dr. Khalidi wurde aufgebrochen, zahlreiche Dokumente, die für Dr. Khalidi stark kompromittierend sind, wurden beschlagnahmt. ORIG. ENGL. DAMEN- U. HERRENSTOFFE IN BEWÄHRTER QUALITÄT IM fnehftöOS „MÜlIZ", Wien i., Brandstätte 4 Verdächtige Zahlenmystik. die Kolonie mit Jerusalem verbinden. Herbeieilende Hilfspolizisten erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Am Sonntag abend wurden sieben Automobile, die, aus Libanon kommend, die libanesisch-palästinensische Grenze passierten, von einer bewaffneten Araberbande überfal- 1 en. Die Insassen wurden ihres gesamten Barvermögens und ihrer Wertgegenstände beraubt; einigen von ihnen wurden sogar die Kleider vom Leib gerissen. Wie in allen Städten wurden nun auch in Nablus, wo der Verkaufsstreik der arabischen Ladenbesitzer am längsten gedauert hat, die Geschäfte wieder geöffnet. Die Aktivisten der Husseini-Partei sind aus der Stadt geflüchtet: in derselben herrscht absolute Ruhe. Eine Besatzung von 500 Mann ist aus Jerusalem in Nablus eingetroffen. Nachdem der Kreiskommissar die Muchtars der umliegenden Dörfer zu sich berufen und ernste Mahnungen an sie gerichtet hat, ist auch in der Umgebung von Nablus Ruhe eingetreten. Wie von der Mahe-Insel, einer Insel der britischen Seychellen-Gruppe im Indischen Ozean, gemeldet wird, sind die von den britischen Behörden aus Palästina deportierten arabischen Führer am Montag, den 11. Oktober, an Bord des britischen Zerstörers „Active" dort eingetroffen. Gleich nach der Landung wurden sie in Autos in die Berge gebracht, wo ihnen mehrere Wohnhäuser zum vorläufigen Aufenthalt zugewiesen wurden. Die politische Situation. In Beantwortung eines Protestmemorandums, das der britischen Gesandtschaft von einer repräsentativen irakischen Abordnung überreicht worden war, erklärte der Geschäftsträger 0. Scott, daß die vor einer Woche getroffenen Maßnahmen nichts-mit der britischen Palästinapolitik zu tun hätten. Ihr Zweck sei ausschließlich, Gesetzwidrigkeiten Unter diesem Titel bringt der „Sturm über Oesterreich" folgenden Artikel: „Auf welch kuriose Wege das von dem ehemaligen Landbündler und Intimus Winklers, Günther, herausgegebene ,Deutsche Volksblatt' verfällt, um seinen Lesern etwas Neues zu bieten und möglichst viel Staub aufzuwirbeln, wurde von uns wiederholt aufgezeigt Diesmal hat es ihm die Abstammung des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Blum angetan, dessen Vorfahren einer genealogisch-kritischen Analyse unterzogen werden. Das Blatt schreibt: „Blums Vater, ein deutscher Jude, ging 1781 nach Vidin in Bulgarien und ließ sich dort als israelitischer Lehrer nieder. Er hat dort ein Fräulein Ari, die Tochter eines bulgarischen Juden, geheiratet. Dies waren die Eltern des gegenwärtigen französischen Ministers Blum, sage K e rf unke Istein. Dieser Kerfunkelstein kam 1874 mit seinen Eltern nach Frankreich. Obgenannte Auskünfte wurden durch die bulgarische Zeitung „Zora" bestätigt, die am 7. Juni 1936 schrieb: Vidin hat absolut das Recht, auf seinen berühmten Führer stolz zu sein, und wir hoffen, daß er, sobald er dazu berufen sein wird, gewisse Fragen zu lösen, von denen die Zukunft Bulgariens abhängt, sich wenigstens erinnern wird, daß er auf bulgarischem Boden geboren wurde, und er sein Möglichstes tun wird, für Bulgarien, das noch immer auf die internationale Gerechtigkeit wartet. Dieser Artikel wurde übernommen in die Zeitung „Liaison" von der Parti sozial francais (l. Juni 1937!). Dieses Blatt sagt weiter: Mit solcher Herkunft — Vater: deutscher Jude, Mutter: bulgarische Jüdin — braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß Leon Kerfunkelstein, genannt Blum, im März 1937 in Saint-Nazaire in Frankreich gesagt hat: „ich kenne nur eine einzige Fahne, die der Internationale." Ohne uns nun irgendwie mit der Abkunft des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten beschäftigen zu wollen, müssen wir sagen, daß uns die Geschichte, zumindest was den Vater Blums anbelangt, doch ein wenig unglaubwürdig erscheint. Im Jahre 1781 hat sich laut Meldung des „Deutschen Volksblattes" Leon Blums Vater als Lehrer in Vidin niedergelassen. Da ein Lehrer von jeher an die zwanzig Jahre sein mußte, müßte er daher spätestens 1761 geboren sein. Bei Geburt seines Sohnes, der jetzt 65 Jahre zählt, mußte er also gegen 105 Jahre zählen. Ein wirkliches Wunder. Oder billigt das hyperantisemitische „Deutsche Volksblatt" den mißachteten Hebräern Kräfte zu, die es ihnen ermöglichen, sich noch im Alter von 105 Jahren fortzupflanzen? Welch furchtbare Gefahr für die nordische Herrenrasse! Herr Günther wird um dringendste Aufklärung gebeten." Das Dritte Reich ist „gnädig". Diie Reicftsvertretungj den Juden in Deutschland teilt mit: Die zuständigen Behörden prüfen gegenwärtig die Frage der Entlassung einer Anzahl jüdischer Schutzhäftlinge. Um den Schutzhäftlingen eine sprachliche und berufskundliche Vorbereitung der Auswanderung und Information zu ermöglichen, ist der Reichsvertretung der Juden im Deutschland gestattet worden, geeignetes Material zur Verfügung zu stellen. V&itauqt 2h Cafes usux.---A-; „2>ie Wafvtheü" T

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