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Die Wahrheit · 1937-08-20 · Heft 33 (20.8.1937) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 33 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Teil Palästinas wollen, zu dämpfen. Der Völkerbund wird schließlich mit der Jewish Agency über das Schicksal Palästinas verhandeln; wir, -der nichtzionistische Teil, müssen eine klar ausgeprägte Ansicht haben über das, was für die Juden in Betreff Palästinas das beste ist. Nach der Rede Warburgs setzte eine lebhafte Diskussion über das Problem einer Verständigung mit den Arabern ein. Während die Nichtzionisten aus Amerika, England, Frankreich und anderen westlichen Ländern Warburgs These stützten, daß der Schaffung des Judenstaatets eine Versöhnung mit den Arabern vorangehen müsse, äußerten die Auf vielfache an uns gerichtete Anfragen hinsichtlich der Art der Bestimmung der österreichischen nichtzionistischen Vertreter für die J ewish Agency bemerken wir folgendes: Die „Union österreichischer Juden" hat am 14. Juli 1937 an die Jewish Agency in Zürich folgendes Schreiben gerichtet: Wir sehen uns leider wieder genötigt, Sie höflichst zu ersuchen, der seit dem Jahre 1931 unseres Erachtens auf statutenwidrige Weise vorgenommene Bestellung der nichtzionistischen Vertreter Oesterreichs in die Jewish Agency dadurch ein Ende zu bereiten, daß Sie diese Entsendung der einzig hiezu berufenen Stelle, nämlich der ,-,Unioh österreichischer Juden", übertragen. Seit dem Jähre 1931 lassen Sie — trotz unserer Proteste — die österreichischen nichtzionistischen Vertreter der Jewish Agency durch das „Zentrale Palästina-Komitee" der B'nai B'rith-Logen, bzw. das „Neutrale Komitee des Keren Hajessod" entsenden. Wir haben wiederholt gegen diese Art der Bestellung % entschieden Einsprache erhoben und auf die Verfassung der Jewish Agency für Palästina hingewiesen, die in Punkt 5, Absatz 3, genau vorschreibt, wie die Vertreter der Zionisten und Nichtzionisfen in den Council zu entsenden sind. Dort' heißf;-es;_ Jßte Zionistische. Organisation bestimmt ihre Vertreter gemäß ihrer eigenen konsfituüönefleh Praxis. Die zur Vertretung im Council berechtigten NicTitzionisteh der verschiedenen Länder bestimmen ihre Vertreter in einer solchen Weise und für einen solchen Zeitraum, wie es in jedem EfezeüaBe den örtlichen Verhältnissen am besten entspricht Hiebe! wird als leitendeis Prinzip anerkannt, daß die Art der Bestimmung soweit als mögfich demokratischen Charakter haben soll." Wieso es kommt, daß Sie uns die mit Rücksicht auf diese klaren Bestimmungen der Verfassung der Jewish Agency unserer Organisation zweifellos zukommenden Mandate der Nichtzionisten Oesterreichs beharrlich verweigern können und uns dadurch den. uns rechtlich zustehenden Einfluß auf die Jewish Agency entziehen, ist uns unerklärlich. Wir haben auch seit dem Jahre 1935 alle Anstrengungen gemacht, Sie von diesem undenjokratischen Vorgehen abzubringen. (In dem Schreiben der „Union" wird nun auf die ausgedehnte Korrespondenz aus dem Jahre 1936 in dieser Angelegenheit, insbesondere auf einen von Herrn Dr. Werner Senator unterschriebenen Brief der Exekutive in Jerusalem vom 12. August 1936 verwiesen, in welchem dieses maßgebende Mitglied der Exekutive der „Union" mitteilt, daß „in Aussicht genommen wurde, daß zunächst einmal die Wiener Herren mit Ihnen in Verbindung treten . . .".) In dem Schreiben der „Union" heißt es dann weiter: Trotzdem ist es tweder zu einer Besprechung iriit den „Wiener "Herren", nöcli mit Herrn Dr. Werner Senator selbst gekommen, dagegen hat vor einigen Tagen iiiis der CrroBprästdent des Verbarides der Wiener B'hai B'rift-Logeh, Herrtlr. Felix Koh,n, zu sich gebeten und uns eröffnet, daß von Ihnen wieder die Besteilüng der nichtzionistisc^heh Mitglieder der Jewish Agency dem s^enarinfisn ,;freuträfen Komitee des- Keren Hajessod" ußerträgen wurde. ,\v5r müssen daVäu^'tiihweisien, 'daß "j?el $h ath 8. NtiMfer 1936 .|h Wien istattgeha"blen tGÜ- ,taH ffttrTt TrJ!,- jt: ftl.'ulj .}Tt ..VJT 'J."-r, > rr.LlSi tnswanlen. tut die Liste.der „Union österreichischer IWB" ztria12ÖÖ0 SMunen 'WR&äxn Nr. 33 — 20. August 1937 Sprecher aus den osteuropäischen Ländern die Ansicht, daß Verhandlungen mit den Arabern erst nach Errichtung des Judenstaates Aussicht auf Erfolg haben. Eine Abstimmung fand nicht statt und die Versammlung, die sich weit über Mitternacht hinauszog, brachte keine Klarheit. Die Gefahr einer Spaltung zwischen dem zionistischen . und dem nichtzionistischen Teil im Council der Jewish Agency bei der Behandlung der Frage der Errichtung eines Judensfäates in einem Teil Palästinas auf der Plenarsitzung des Council besteht nach Ansicht der Kenner der Verhältnisse weiter. worden sind, womit festgestellt erscheint, daß unsere Vereinigung nicht nur. die größte nichtzionistische Organisation Wiens, sondern sogar die größte jüdische Organisation Wiens überhaupt ist. Dem gegenüber müssen wir darauf hinweisen, daß bei den am 1. Juli d. J. stattgehabten Wahlen zum Zionistenkongreß auf alle zionistischen Gruppen zusammen kaum 11.000 Stimmen entfallen sind. Für die Gruppe des „Nationalen Blocks", d. i. die die Israelitische Kultusgemeinde Wien beherrschende. Gruppe der Allgemeinen Zionisten B und der Judenstaatszionisten (Oberbaurat Stricker) wurden 6007 Stimmen abgegeben, also die Hälfte der Stimmen, die bei den am 8. November 1936 stattgehabten Kultuswahlen auf uns entfallen sind. Angesichts dieser Tatsachen kann es keinem Zweifel unterliegen, wem die Mandate der österreichischen Nichtzionisten in der Jewish Agency gehören. Zu Ihrer Information gestatten wir uns auch noch, das Wahlprogramm der „Union österreichischer Juden" für die Kultuswahlen zu überreichen. (In Punkt 2; dieses Wahlprogramms wurde bekanntlich die programmatische Haltung der „Union österreichischer Juden" zum Palästina-Aufbau wie ' folgt gekennzeichnet: „Ideelle und .materielle Mithilfe bei.tdem Aufbauwerk in Palästina für. Glaubensgenossen, die in ihren Heimatländern nicht: bleiben können oder wollen. Förderung jeder sich bietenden Gelegenheit, solche Juden unter günstigen Verhältnissen auch anderwärts anzusiedeln. Ablehnung jeder dem Aufbauwerk und den jüdischen Siedlungen schädlichen jüdischnationalen Politik.") Ueber die Leistungen unserer Mitglieder für den Keren Hajessod, die — nebenbei gesägt — seit dem Jahre 1931 durch Ihre Haltung in der Frage der Besetzung der Mandate der österreichischen,. Nichtzionisten . in der Jewish Agency nachteilig beeinflußt waren, lcönhen .wir Ihnen nur dann eine vollständige Auskunft geben, wenn Sie uns die Verzeichnisse der Österreichischen Spender zur Verfügung stellen. Eines ist aber notorisch, daß f |n Großteil der Spenden für den .Keren Hajessod, aus Oesterreich aus den Kreisen unserer Mitglieder stammt. Wir ersuchen Sie also nochmals dringendst, Ihren vielleicht von jüdischnational-zionistischer Seite beeinflußten Standpunkt uns gegenüber aufzugeben und die Besetzung der auf die Nicht- D1E_WAHRHEIT Alle Schulbücher richtige Auflagen, für antiquarische allerbilligste Preise. .Größte Auswahl! Spesenfreie Zusendung. Verzeichnisse umsonst. — Zeit spart, wer kauft im SCHULBÜCHERANTIQUARIAT HIMAÄMM WCHNIR Wien IL, Ecke Taborsfraße 52 Telephon R 41-4-20 zionisten Oesterreichs entfallenden Mandate der Jewish Agency unserer Organisation gefälligst übertragen zu wollen. Wir zeichnen mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung' „Union österreichischer Juden". Der Präsident: Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim m. p. Der Vizepräsident: Dr. Josef T i c h o m. p. Auf dieses Schreiben blieb die „Union österreichischer Juden" ohne meritorischeAntw o r t.obwoW eine solche isogar t e le g r a p h i s cfe u r g i e r t wurde. Auf diese Depesche wurde der „Union" unter dem 20. Juli folgender Bescheid zuteil: „Da der für die Durchführung der Wahlen zum Council der Jewish Agency verantwortliche Herr für einige Tage verreist ist, wird er auf den Inhalt Ihres Schreibens erst nach seiner Rückkehr . . . eingehen können." Die Rückkehr des so. knapp vor Eröffnung des Zionistenkongresses verreisten „verantwortlichen Herrn" dürfte inziWH sehen wohl schon erfolgt sein, die „Union" aber wurde bisher keiner Antwort gewürdigt. Nun erfahren wir, daß die Bestellung der Vertreter der österreichischen Nichtzionisten für die in dieser Woche im Anschluß an den Zionistenkongreß in Zürich stattfindende Tagung des Councils der Jewish Agency neuerlich von den B'näi B'rith-Logen, bzw. von deren ^Neutralen1 Komitee* des Keren Hajessod" vorgenommen worden ist und zwar wurden die Herren Großpräsident Dr. Felix Kohn und Bernhard Alt mann entsendet. .Gegen diese Art der Bestellung der österreichischen nichtzionistischen Vertreter in der Jewish Agency müssen wir, wie schon in den Jahren. 1931 und 1935, entschieden Einspracheerheben. Das richtet sich selbstverständlich in keiner Weise gegen die bestellten Personen, sondern gegen die Art der Bestellung, Denn in ,.den B'nai. JB'rith-'Logen, die statutengemäß, unpolitisch und neutral sein sollen, sitzen Zionisten ü'hd Nichtzionisten beisammen und im ",;Neutrale;i _K6> mitee des Xefeji_.HaresW"_ "sinä naturgemäß: meJir,iüdischjjationale Zionisten als Nichtzionisten.. Die .Ösfertefcffischen nichtzionistischen Ver- £etei: jn..der, Jewish, Agency vsind also auch diesmal wieder von den iüdischhationalen Zionisten bestellt worden. Und das nennen die Jüdischnatiohälen — .^Anerkennung des leitenden Prinzipesj daß die Art der Bestimmung soweit als möglich demokratischen Charakter haben soll". Sie ersparen viel 3eit und (ßeld wenn Sie zu 2toid)=55afcf)üm>l) statt spezieller Gratulationen allen Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten, Kunden und Gästen in der Neujährs-Festnummer der „WAHRHEIT" Die! ©Hielt sagen. Nur bis frtontag, den 30. Hugüft 1937 können A'ufträge berücksichtigt werden. Unu allen Jenen, edle durch ^Die Wahrheit" gfätu- Ijeren^jdie: QewißhqH zu sebeo,.daß. Ihre. Gratulation auph^glle,jene, JFamilien oder; Personen,,«rrejcJbt.. der rieh sie zu gratulieren beabsichtigen, „yj^lkjiyjff?P alle Adressen, "die 'uns mit der GrarwaWrisbestellurig a^e^eb^nj0,\veniöi.1Je;.ein Exemplar der Fesäiummer kostenfrei zusenden. ■^■■^■Ausschneiden! ■^■■■■■^■■■i- $effeÜfcMn An die Administration „DIE WAHRHEIT", Wien IL, Heinestraße 13 .Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glückwünsch *) Einfaches Feld zum Preise von S . 6*— *) Doppelfeld zum Preise von SIT— welchen Betrag ich Ihnen gleichzeitig; übersende •) Nichtzutreffendes bitte streichen. -.".<:'«'••'.; ' - Textangabe: Unterschrift: Mitteilungen der Union.

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