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Die Wahrheit · 1937-08-20 · Heft 33 (20.8.1937) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 33 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 33 — 20. August 1937 DIE WAHRHEIT jffittfcftaftltcfte ffieratungsftene in der „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisations - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und Freitag von 10—12 Uhr vormittags im Sekretariat der „Union" /., Schottenring 25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. JedesMitglied der „Union" erhält in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen u. kaufmännischen Angelegenheiten, Steuerberatung DoUkommen unentgeltliche Auskunft. Üecfid>ecungsbecatung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport, Polizzenprüfung etc Die Mitglieder der „Union" erhalten eine namhmfte BmaBnmtlgumm der Ptämlensätzm. Villenpension Kreuzbeig %m Wh Hohe Feiertage geöffnet. Auskunft: Wien II., Krummbaumgasse 1 Leitung ' Telephon: A 44-4-62. U10-800 und Lola 8 SdiifF. Breitensteina/S Telephon 11. Auf FraU Lola Schiff Verlangen Prospekt. Jn einer Resolution beauftragt der Kongreß die Exekutive, die erforderlichen Finanzmittel zur Ausgestaltung des Hafens von Tel Aviv aufzubringen. In einer anderen Resolution bedauert der Kongreß das Sinken der Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien, sowie das Sinken der Löhne. Dem Arbeitsdepartment spricht der Kongreß die Anerkennung darüber aus, daß es ihm gelungen ist, Arbeitskonflikte zu schlichten; das Arbeitsdepartment wird ermächtigt, auch in Zukunft Arbeitskonflikte auf friedlichem Wege beizulegen. Der Kongreß fordert in einer Resolution die Errichtung neuer Kolonien für Mittelstandsansiedlung, den Bau neuer Verbindungsstraßen und die Schaffung eines Landwirtschaftlichen Rates aus Fachleuten, der mit der Exekutive eng zusammenarbeiten soll. Der Kongreß verurteilt das Dumping bei der Einfuhr UffidwirtschafUicher Produkte aus dem Ausland, durch welches gemischte landwirtschaftliche Unternehmungen in Palästina gefährdet werden, und ermächtigt die Exekutive, von der> britischen Regierung zu fordern, daß die bestehenden 'Handelsabkommen einer Revision in der Weise unterzogen werden, daß die Interessen der palästinensischen Landwirtschaft gewahrt bleiben. Auch die Kgl. Kommission hat in ihrem .Bericht den verhängnisvollen Einfluß des An. 18 des Palästinamandates hervorgehoben, welcher das Outnping durch Einfuhr ausländischer Produkte ermöglicht;, der Kongreß beauftragt die Exekutive, energische Schritte zu unternehmen, damit Art. 18 des Mandats entsprechend revidiert wird. Der Kongreß bekräftigte die Resolution der Einwanderungskommission, in der in schärfster Form protestiert wird 1. gegen die neuen Einwanderungsbeschränkungen, die dem im Mandat verankerten Prinzip der wirtschaftlichen. Aufnahmefähigkeit des Landes widersprechen; 2. gegen die Festsetzung einer Schedule von nur 8000 Zertifikaten für die nächsten 8 Monate, durch welche das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit durch das gefährliche Prinzip des politischen Maximums ersetzt wird; 3. gegen die neuen einschränkenden Verordnungen betreffend Einwanderung von Handwerkern, Angehörigen von Palästinaeinwohnern und Studenten; 4. gegen die Einmischung der Regierung in die interne Angelegenheit der Verteilung der Zertifikate durch die Jewish Agency, wobei die Exekutive aufgefordert wird, auf dem ihr zustehenden Recht der freuen Verteilung der Zertifikate zu beharren; 5. gegen die Verfolgung der sogenannten illegalen Einwanderer und die schlechte Behandlung der Touristen, wobei die Regierung aufzufordern sei, den Illegalen und den im Lande verbliebenen Touristen das Wohnrecht zu bewilligen; 6. Die Exekutive wird aufgefordert, Mittel und Wege zu suchen, um die Quote für die Einwanderung der Chaluzim zu erhöhen. Die besten Eisen Wurstul Selüvarei 3 mal täglich frisch bei lAEEb, Uiei FialerstrAe 33 Unter Aufsicht des ' ,; Rabbinates ,tier Adas-JisroeI-(Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten, Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. Marienbad im Zeichen der Kenessio Gedaulo. Das Straßenbild von Marienbad ist fast vollständig durch die Kenessio Gedaulo, deren feierliche Eröffnung am 17. d. M. im Beisein von 700 Delegierten und 2000 Gästen stattfand, beherrscht. Große Transparente mit dem offiziellen Kenessio Gedaulo-Abzeichen überspannen die Hauptstraßen an den lebhaftesten Verkehrspunkten. Straßenbahn, Autobusse, Taxi, die alle zu ermäßigten Preisen für die Kongreßbesucher verkehren, tragen Plakate. Städtische Gebäude, Hotels und Privathäüser sind mit der Staatsflagge und der Fahne der Kenessio Gedaulo geschmückt. - Am Bahnhof ist im Wartesaal erster Klasse, der von der Eisenbahndirektion zur Verfügung gestellt wurde, ein Empfangsbüro eingerichtet, durch das die Gäste zu den Verkehrsmitteln geleitet und mit den ersten Ausweisen und Informationen versehen werden. Für Jugendliche ist eine große Jugendherberge eingerichtet, in der etwa 500 junge Kongreßteilnehmer Platz finden. Die Post hat einen Kongreß-Stempel in tschechischer und hebräischer Sprache hergestellt. Im Hauptpostamte und im Kongreß-Saal sind besondere Schalter eingerichtet Die großen rabbinischen Persönlichkeit e n, die zumeist schon seit voriger Woche hier weilen, bilden einen Mittelpunkt, um den sich die Delegierten und Gäste scharen. Besonders zahlreich sind auf dem Kongreß die Pressevertreter. Die namhaftesten Presseagenturen und hahezu alle orthodoxen jüdischen Zeitungen,, wie auch zahlreiche Blätter anderer jüdischer Richtungen und die tschechischslowakischen Tageszeitungen haben ihre eigenen Vertreter entsandt. Das Pressebüro, das unter der obersten Leitung des Herren Dr. Ehrmann und H. A. Goodman steht.und .von den Herren Dr. Max Cohen und Redakteur David Türkl geleitet wird, gibt eine eigene Kongreß-Zeitung unter dem Titel „Die III. Kenessio Ge1 daulo" heraus, deren erste Folge am Dienstag, also am Tage der Eröffnung des Kongresses, erschienen ist.,Diese Nummer enthält eine Reihe von Beiträgen prominenter agudistischer Führer und zeichnet ein lebhaftes Bild vom Wesen und der Bedeutung ider agudistischen Weltorganisation. Am Mittwoch, den 25. August, werden drei führende Persönlichkeiten der Agudas Jisroel . im Prager Radio sprechen. Die Reden werden in tschechischer, jiddischer und deutscher Sprache gehalten. Am vergangenen Schabbos versammelten sich die Delegierten zur gemeinsamen Tefilloh im Kongreßr gebäude. Nachmittags richtete Rabbi Elchonon Wassermann, Baranowizca (Polen), eine Ansprache an die anwesenden Delegierten und Gäste, in welcher er sich insbesondere mit' den Problemen d e s H e i 1 igen Landes befaßte. Es besteht die Gefahr, erklärte der Rabbi, daß der in Aussicht genommene Judenstaatein neues Golus für dieglaubens- SteUenaussdireibung: Bei der israelitischen Kultusgemeinde . Mödling gelangt die Stelle eines Religionslehrers und/ Vorbeters (bei-ko«*) . ' zur Besetzung..Bewerber, die die. österreichlstfce Staatsbürgerschaft'.beisltxen, mögen ihre Gesucht nebst' Zeugnissen, Geburtsschel». und Helmatsdokumeote, ■ bis ISngstens - " 31: August 1937 an i(c Israelitische KultusgemelndeMSdllrig einsenden. Anläßlich der hohen Feiertage findet wie alljährlich der FESTGOTTESDIENST im Prachtsaal des „Auge Gottes", IX., NuBdarferstraße 75. statt. Kartenvorverkauf ab 22. August an Sonn- und Feiertagen 9 —12 Uhr, an Wochentagen, von 3—5 Uhr, Karten von S 3.— aufwärts. Vorstand des Vorstand Tempelvereines Bikur Chaulim IX., Müllnergasse IX., Liechtensteins^. 113 treuejudenheit bedeuten würde. Entscheidungen von großer Tragweite stehen der Kenessio Gedaulo bevor. Tagung des Rabbinischen Rates. Vor Eröffnung der Kenessio Gedaulo fanden Sonn1 tag die ersten Sitzungen des Großen Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel unter dem Vorsitz von Herrn Oberrabbiner Aron L e w i n, Rszeszow, statt. Unter anderem nahmen an der Sitzung teil: Der Gerer Rebbe, der Ajexandrer Rebbe, der Sochaczower Rebbe, der Sadagorer Rebbe, Przemysl, Raw Duschinski, Jerusalem, der Preßburger Raw, der Neutraer Raw, Oberrabbiner Zirelsohh, Kisichinew u. a. m. Der Präsident der Organisation, Herr Jacob R o s e n h e i m, formulierte namens des Geschäftsführenden Ausschusses vier Fragen in bezug auf das Heilige Land, die der Rabbinische Rat nach der Halacha entscheiden sollte. An der Debatte beteiligten sich der Präsident der ersten und zweiten Kenessio Gedaulo, Oberrabbiner Zirelsohn, Kischinew, der Sochaczoijy'er Rebbe, der Luzkaer Raw, Großrabbiner M. Friedmann, Sadagorer-Przemysl, Oberrabbiner Akiba Schreiber- Preßburg, Rabbi Mosche Blau, Jerusalem, sowie Doktjy Isaac Breuer. Auf der Tagesordnung der Montag-Sitzung standen die Fragen der Schechito und des Schmitts Jahres. Der geschäftsführende Ehrensekretär des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel, Oberrabbiner Tobie Hör o witz aus Sanok, äußerte sich in einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter über die Aufgaben des Rabbinischen Rates, der vor Eröffnung der III. Kenessio Gedaulo in Marienbad tagte, wie folgt: Der Rabbinische Rat hat entscheidende Richtlinien für die politischen. und. wirtechaftftchen. Allgelegenheiten festzulegen, die mit religiösen Momenten zusammenhängen. Besonders schwerwiegend ist die Entscheidung des Rates über die Frage der Teilung Palästinas, die den breitesten Raum in seinen Beratungen einnimmt. Im Gegensatz zur Jewish Agency wurde die iüdische Orthodoxie über die geplante Teilung Palästinas weder befragt noch zu Rate gezogen. Wir könnten den Standpunkt einnehmen, daß wir uns der Teilungsfrage gegenüber neutral verhalten. Es spielen jedoch derart schwerwiegende religiöse Momente mit, daß wir notgedrungen mit der ganzen Autorität des orthodoxen Judentums für eine gerechte und den religiösen Bedürfnissen angepaßte Lösung eintreten müssen. Die Beschränkung des jüdischen Staates auf einen Teil Palästinas bedeutet zweifellos eine Verletzung der religiösen Tradition des Judentums, die durch die Thora geheiligt ftvurde. Anderseits ist auch die zweite Alternative des Peel-Berichtes-rp Einschränkung der Einwanderung — ein schwerer Verstoß gegen die religiösen Gesetze, die die EinT Wanderung nach Palästina zu einem religiösen Gebot für die Juden gestempelt haben. Aus all dem geht hervor, in welch schwerer Lage sich die Orthodoxie bei ihren Entscheidungen befindet. Nach der Entscheidung des Rabbinischen Rates wird sich die Kenessio Gedaulo mit der politischen Seite der Teilungsfrage befassen. Je nach deren Entscheidung wird die Orthodoxie durch die A g u d a mit der. J e w i s-tj Agency und, falls diese es ablehnen soUiteC direkt mit der Mandats regi e ru n g und in weiterer Folge mit dem Völkerbund eine Verbindung anstreben. Die Orthodoxie ist, da sie in der Jewish Agency nicht vertreten ist, von der Entscheidung auf dem internationalen Forum formell ausgeschlossen; da jedoch mindestens' 40 Prozent des : Jischuw reügJös sind und in einem neuen jüdischen Staate der religiöse Geist durch die Gegner der Religion bedroht werden konnte, ist 'es die PfHcht der Orthodoxie, durch Schaffung einef machtvollen: Organisation gewichtigen Einfluß ■ auf die lievoßtehenden politischen Entscfaeidnn-;■ gen,zu nehmen..

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