Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 32 (13.8.1937)
- Date
- 1937-08-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT 13. August 1937 amerikanischen Länder und Menschen, die ihnen dies bieten, haben v'ietes, was sie liebenswert macht. Die neue (Heimat verlangt aber auch, und darin sind sich alle Länder gleich, daß die Menschen, d!ie dort h ink omni e n, si c h zu ih r bekennen. Nichts wird sie hindern, der alten Zeiten und der Vergangenheit mit Liebe und Wehmut au gedenken. Aber Liebe und Wehmut dürfen die Tatenfrische und die Einsatzbereitschaft für die Länder der Wahl nicht beeinträchtigen. Unsere Generation wird mit den tragischen Konflikten, die in diesen Problemen. inbegriffen sind, vielfach überhaupt nicht mehr fertig werden. Aber die junge jüdische Menschheit wird- und muß steh in den Ländern, in die üire Eltern sie geführt haben, mit der gleichen Anhänglichkeit und demselben Zugehörigkeitsgefühl als Söhne dieser Länder und Nationen fühlen und bestätigen, mit dem die Geschlechter vor ihnen an der europäischen Heimat gehangen haben. Die Nichtzionisten fordern stärkere Beachtung. In einer Fraktionssitzung des Arbeiterflügels des Zionistenkongresses gab der Schatzmeister der .Jewish Agency, Elieser Kaplan, bekannt, daß die nichtzionistischen Mitglieder der Jewish Agency auf strenger Einhaltung des Fifty-Fifty-Abkommens bestehen. Sie drohen mit Austritt aus der Jewish Agency, falls dieser Forderung nicht entsprochen wird. Ein solcher Schritt würde, wie Kaplan meint, politisch und. wirtschaftnch ungünstige Folgen für Palästina' haben. Verhandlungen mit den Noh-Zionists seien, im Gange. In einem „Vor dem Züricher Kongreß" überschriebenen Leitartikel „hebt Dr., _Alfred,, Hirschberg, in der ,,'C. V.-Zeifuhg" 7 die besondere Bedeutung des XX. Zionistenkongresses und der änschrießeh-f den Council-Tagung der Jewish "Agency hervor. Er betont gleichzeitig den Anspruch der Nichtzionisten, daß ihre Stimme diesmal stärker beachtet wird, denn für das gefährdete jüdische Werk in Palästina müßten alle erforderlichen moralischen und materiellen jüdischen Kräfte eingesetzt werden. In dein Artikel heißt es weiter: Kein Jude wird über ein mögliches Fiasko des politischen Zionismus oder der traditionellen zionistischen Politik Genugtuung empfinden. Ein in der ganzen Welt sichtbares jüdisches Werk ist gefährdet, und für seine Erhaltung müssen alle erforderliche moralischen und materiellen jüdischen Kräfte eingesetzt werden. Darum haben diesmal auch die Nichtzionisten schon vor dej Agency-Tagung das Recht, ihre Auffassung zu äußern, denn die Agency wird weitgehend durch die Kongreßbeschlüsse präjudiziell, und diese wirken auch auf die Nichtzionisten zurück. (Wir werden auf dieses Thema und die Methoden der Jewish Agency, die „nichtzionistischen Stimmen", „Zionisten", d. i. politischen oder nationalen Zionisten zu verschaffen, noch eingehend zurückkommen. Anm. d. Red.) Und in Wien? Den deutschen Juden ist es geglückt, den Herrn Kareski abzuschütteln. Trotz der hohen Protektion, die er bei den Hakenkreuzführern genoß, mußte er die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden der Berliner jüdischen Gemeinde niederlegen. Es ist ein erfreuliches Zeichen des trotz allen nationalsozialistischen Diffamierungsstürmen gegen das Judentum ungebrochen gebliebenen jüdischen Stolzes und jüdischen Ehrgefühls, daßsich: die deutsche Judenschaft nicht durch einen Mann repräsentieren lassen will, der seine Führerrolle nur der Gunst der Judenfeinde verdankte. Während die Synthese von Deutschtum und Judentum, die der Mehrheit der deutschen Juden innerlichstes Bedürfnis war und ist, im Dritten Reiche unter Strafsanktion gestellt ist, erlebte der jüdische Nationalismus den traurigen Triumph, daß ihn Hitler in der Präambel zu den berüchtigten Nürnberger Judengesetzen feierlich anerkannt hat. Und der „Staatszionist" Käreski hat sich nicht entblödet, seine Begeisterung hierüber in des Herrn Goebbels Tageszeitung „Der Angriff" zu verkünden, dessen Spalten ihm gastfreundlich zur Verfügung gestellt wurden, während die gesamte übrige Presse in Deutschland radikal entjudet war und blieb. Es scheint, daß Hlteinfteljender. älterer fierr oder 5rau (event. Ehepaar) wird von : streng orthodoxer Familie im Burgenlind gegen ein« einmalige Abfindungssumme in der Familie aufgenommen.' Unter „Sorgenfrei" an dla Administration des Blattes. diese allzu deutliche Offenbarung der Tatsache, bei wem der jüdische Nationalismus, der bei den Juden in Deutschland „niemals, populär war, eigentlich Liebkind wurde, auch von den . dortigen Zionisten als untragbar empfunden worden ist, und so mußte Kareski zurücktreten. Anderswo ist man leider nicht so heikel. -In der Wiener Judenschaft dürfen ruhig Männer repräsentative Aemter und Würden bekleiden, deren programmatische Erklärungen die begeisterte Zustimmung von A n t i s e m itenführern, wie Kunschak .und Czermak, gefunden haben. Einleuchtenderweise ist es auch hierzulande nur das jüdisch nationale Programm, das sich der ausgesprochenen Gunst von solcher Seite erfreut. Delegation der Neu-Zionisten im österreichischen Außenamt. ' Eine Delegation der Neu-Zionistischen Organisation Oesterreichs, bestehend aus den Herren Paul Haller, Dr. Edmund Schächter und Kultusvorsteher Max Schwarz, ist im Zusammenhang mit der Sie ersparen viel!Kofch=S5a(chonoh statt spezieller Gratulationen allen Ihren Verwandten Freunden, Bekannten, Kunden und Gästen in der Neujahrs-Festnummer der „WAHRHEIT" tfti&M TTTontag, deni 30. Suguft* 1937kötoeit'Aui.träge. berücksichtigt -weVden. ~ Um-fcUeni jenen? die* durch .vD!*-Wahrheit" gratulieren, die Gewißheit zu geben, daß ihre Gratulation ' auöf atleiene FanriUerT öder^ereöneh^err^cih^ener*,gie tzu gratulieren beabsfchügen^ werden wirrant^ alle Adressen, die uns mit [der ,Grarulationsbesiellung > S^fienfcQeiit », Wien IL, Ich bestelle hiermit einen Roach-Haschonoh-Glückc wun'scfr *) Einfaches Teld zum Preise von § 6 — *) Doppelfeld zum Preise von . S 11 — e welchen Betrag ich Ihnen gleichzeitig übersende" ^Törtähgäbe-'. schmOckanü von Graftes and Ordnern LEopoltfflEUtsGhJienXI. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhof I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhof IV. Tor, Tel. U 17-0-08 eigene Knitaren Frage der Teilung Palästinas und der Stellungnahme Oesterreichs hierzu im Völkerbund im österreichischen Außenamt empfangen worden. Die Delegation überreichte eine Denkschrift, die sich ausführlich mit dem seitens der britischen Regierung vorgeschlagenen Projekt auseinandersetzt und die Bundesregierung um eine dtesbezügttchie Intervention befrei Völkerbund ersucht In d'erit Memorandum wird u. a. die strikte Durchführung des Mandates durch England und die Ueberlassung des gesamten Gebietes des historischen Pa-, Iästina für die jüdisch« Kolonisation gefordert. Die österreichische Regierung wird ferner ersucht, durch ihre Völkerbundsdelegation einen ähnlichen Standpunkt einzunehmenwie die Regierungen Po-, lens, Rumäniens und anderer Länder, die ein jüdisches Problem aufzuweisen haben. die „Schande der 3eit und ©eld Antisemitismiis Zeit". In der Debatte über Schutz der Menschenrechte auf dem Kongreß jler Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit in Luhacovice- (Tschechoslowakei) charakterisierte die tschechische Frauenführerin Frau M i s a r den Antisemitismus als die „Schande der Zeit" und erklärte, es müssen sich die Mütter in allen Ländern gegen die Verfolgungen der Kinder aus rassischen Motiven wehren: Mehrere Rednerinnen setzten sich, energisch für die Wahrung der so oft mißachteten Menschenrechte der Flüchtlinge ein. In der Resolution über das Asylrecht wird bedauert, daß nicht; einmal die demokratischen Länder das Asylrecht garantieren. Der Kongreß appelliert an die Regie^ rungeh, den Flüchtlingen Legitimationen zu geben und sich um die Lösung ihrer Existenzfragen zu kümmern. Keine nationalen und Rassenbeschränkungen in Mexiko. Die Gesandtschaft der Vereinigten Staaten', von Mexiko in Prag teilt mit: Die Gesandtschaft erhält häufig Anfragen, ob in Mexiko rechtliche, oder administrative Vorschriftenbestehen, die aus rassischen, nationalen oder religiösen Gründen Ausländern den Zutritt in das Land verbieten würden. Dieser Fehler geschah tatsächlich unter der früheren Verwaltung des Landes. Die jetzige demokratische Regierung des Präsidenten Lazaro. Cärdenas hat die in dieser Richtung bestehenden Einschränkungen aufgehoben, so daß alle Hindernisse für die Aufenthaltsbewilligung im Lande für t Touristen, Besucher, Emigranten und Einwanderer ' geschwunden sind. Die mexikanischen Konsuln haben daher das Recht, die. notwendigen, Doku mente jenen Fremden auszufolgen, welche nach Mexiko reisen wollen. Der litauische staatliche Rundfunk tragt den judischen Wünschen Rechnung. Der Direktor des litauischen staatlichen Rundfunks teilte Pressevertretern gegenüber mit,, d<tß/ künftighin in der'Nachrichten- und NeirigkeitsT: stunde des Radibprogramms~ auclT die jüdische. Lokalchronik entsprechend" 'terücksichtigt "-.werden^ wird. Die Direktion . des staatlichen . Rundfunks hafte es für' ihre , Pflicht, den Wünscften der jüdir sefieh ^a^ijodk^iitenten,;^'..innerhalb der aHge-. meinen1 Abonnentenzalit, einen großen Prozentsatz, btfderu'zu "eTiteprechen. Auch im musikaBsche.n - Teii'äe^ werde, derjüdischen .'Musik mehrRanmJ;gegeben werden. (Und 'm Wien?) VvUanat m Cafes Msm~ t^W^^t^