Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 32 (13.8.1937)
- Date
- 1937-08-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S Mr. 32 — 13. August 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel O«b«trtrmd0n Elnl 6697 Aug. 1937 .früh abds. 7.00 Elnl 6. 7J0 [Sduraftim (5. B. M.)) 8.00 7 |H.ftoni l755 " ' j Onanohi onanchi | [1. Peret j 7.00 Elnl 8. bis 12. 7.00 abds. Freitair, 13. August 7.10 Samstag, 14. (, 7.55 Sonntag, 15. bis Donnerstag, 19. Aug. 7.00 Die Ungarn-Treue der siebenbürgischen Juden. In einem Leitartikel der Budapester Zeitung „Függetlenseg'' wunde behauptet, daß die Juden Siebenbürgens (Transsylvaniens) „mit achtenswerten Ausnahmen" der ungarischen Sache untreu wurden. Der Notar. Dr. Zoltän K renn er, der ein Jahrzehnt unter der rumänischen Herrschaft dn Siebenbürgen gelebt hat und alljährlich diese ehemals ungarische Provinz besucht, teflt min dem „Pester Lloyd" mit, daß die Behauptungen des .függetlenseg" „unwahr und gefährlich" sind. Als Anhänger der nationalen christlichen Weltanschauung müsse er der . Wahrheit die Ehre geben. Es gab wohl siebenbüngiscbe Juden, die unter der Einwirkung des Antisemitismus in Ungafn kurze Zeit zu einer innerlichen, Abkehr Zuflucht zu nehmen versuchten. Die rapide Romanisierung der Städte in Siebenbürgen ist durch das ungarische Judentum wirkungsvoll aufgehalten worden. Die jüdische Bevölkerung erträgt alle ihrem Ungartum entspringenden Gefahren und Beschwerden in undateliger Weise. Ich muß, fährt Notar Dr. Zoltän Kremier fort, die schmerzliche Wahrheit aussprechen, daß die bekannten Figuren der sogenannten Renegaten oder Söld- Hnge leider eher aus dem Kreise der rassenreinen Ungarn hervorgegangen sind. Es gibt Blätter „ungarischen" Charakters, Piraten des Renegaten- oder m'tlerüstischen Geistes, und diese bilden das Hindernis dafür, daß die ungarischsprachige Minoritätenpolitik einheitlich werde. „Das Heil kommt von den Juden." Gegen den Generalsuperintendenten und Präsidenten der Altpreußischen Lutheraner Dr. Otto D i b e 1 i u s, der im Namen der Bekenntniskirche in einem offenen Schreiben an Kirchenminister K e r r 1 die Forderung des Ministers, die Priester mögen die Behauptung nicht wiederholen, Jesus sei ein Jude und das Heil komme von Juden, in schärfster Form zurückwies, war bekanntlich wegen .dieses Briefes die Klage auf Grund des Heimtücke-Gesetzes erhoben worden. Das Gericht hat Dr. Dibelius — freigesprochen. GEMEINDECHRONIK. Der Erzbischof gratuliert Ober' rabbiner Oppenheim von Olmütz. Erzbischof Dr. Precan hat von seinem Sommersitz am Heiligen Berg an den Oberrabbiner von Olmütz, Oppenheim, ein in herzlichsten Worten gehaltenes Telegramm gesendet, in welchem er ihm zu seinem 70. Geburtstag gratuliert. Rabbinerkandidat aus der Tschechoslowakei komponiert „Hymne der Pariser Weltausstellung". Der Hörer der Pariser Universität und der Hohen Rabbinatsschule, Imre W e i s s aus Nitra, der im Verlaufe des vergangenen Schuljahres oftmals im französischen Rundfunk sang, hat eine „Hymne der Pariser Ausstellung" und eine „Friedenskantatä" zu Worten des Dicliters Paul Valery komponiert Die Kompositionen wurden vom Pariser Rundfunk zur Aufführung angenommen. Leopoidsiadfer Tempeifereln Acscbel Awrobom II., Pazmanlienaasse 6, Tel. D 47-8-63 Anmeldungen v. Aufgeboten, Trauungen (oudiunt. lrelem Himmel) u. Barmizirans 6.30 ond 9.00 Scbanftim (5. B. M.) Haftora Onauchi onanchi 1. Perek Salonikier 'Hauptsynagoge Beth Schaul sprach der Oberrabbiner ein besonderes Gebet für König Georg II. und -Ministerpräsident Metaxas. Die Teilnahme an dem Gottesdienst war außerordentlich stark. Todesfall. Am I. August wurde der im 81. Lebensjahr plötzlich verschiedene, in weitesten Kreisen beliebte und geschätzte Herr Jakob Schaff er unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Mit ihm äst ein braver, aufrechter Jude dahingegangen, der überall nur Freunde hatte. Die „Union österreichischer Juden" betrauert in ihm ein langjähriges treues Mitglied, die Bezirksorganisation Leopoldstadt war beim Leichenbegängnis durch ihren Obmann Direktor Gustav Kolmin vertreten. Die ergreifende Trauerrede hielt Rabbiner Dr. B. Murmelstein, der den Heimgegangenen als würdigen Glaubensgenossen rühmte. Die allgemeine Teilnahme wendet sich dem Sohn des Dahingeschiedenen, Herrn Juwelier Otto S c hi a f f e r, der •in der Bezirksgruppe Leopoldstadt des „Bundes jüdischer Frontsoldaten" .eine führende Rolle spielt, zu. Wie alljährlich, findet auch heuer in den Räumen der Israelitischen Kinderbewahranstalt, Wien II, Schiffamtsgasse 15, anläßlieb der hohen Feiertage ein feierlicher Gottesdienst unter Mitwirkung erstklassiger Kantoren statt. Karten sind im Sekretariat der Israelitischen Kinderbewahranstalt erhältlich. Tel. A 4S-0-79. Mitte August erscheint das erste Heft einer neuen Zeitschrift, die interessant .zu werden verspricht. Ihr Titel: „Maß und Werr!* Zweimonatsschrift für freie deutsche Kultur (Verlag Oprecht, Zürich). Für die Herausgabe zeichnen verantwortlich Thomas Mann und Konrad Falke —zwei Namen, die allein schon ein Programm bedeuten, auf das man gespannt sein darf. — Der Preis des Einzelheftes beträgt Frcs. 2.50, das Jahresabonnement Frcs. 12.—. Wir kommen auf die Zeitschrift nach Erscheinen wieder zu sprechen. Jiddische Unterschrift bei litauischen Gerichten zugelassen. Der Oberst© Gerichtshof von Litauen hat eine Entscheidung gefällt, in der anerkannt wird, daß Klageschriften auch jiddisch unterschrieben werden dürfen. Die Oberstgerichtliche Entscheidung hat in jüdischen Kreisen Befriedigung ausgelöst, da nach der bisherigen Gerichtsordnung jüdische Kläger, die der litauischen Sprache nicht mächtig waren, gezwungen waren, gerichtlich beeidete Uebersetzer heranzuziehen, wodurch die Prozeßführung wesentlich verteuert wurde. Eingesendet. Ueber Ersuchen von Marcus Silhenschatz gewähren wir ihm in folgender Sache Raum. D. Red. Offener Brief Welt- Dd. Der erste Jahrestag der Einsetzung der griechischen Nattonalregierung unter General Metaxas wurde von den Juden Griechenlands festlich begangen.* Bei einem feierlichen Gottesdienst in der an die im August 1937 zusammentretende konferenz polnischer Juden. Die (Kalenderreform, die 1931 die schwerste Sorge der ostjüdischen Massen bildete, steht wieder in Genf im Vordergründe des Interesses. Verschiedene jüdische Stellen, die vor sechs Jahren eine starke Agilität in dieser Sache entwickelten, zeigen ein vollkommenes Desinteressement, da die betreffenden Kräfte entweder durch neue uninformierte Personen ersetzt wurden oder die ganze Angelegenheit vergessen haben. Ein vor mehreren Wochen von mir unternommener Schritt war wegen des Unverstandes, der der Angelegenheit entgegengebracht wurde, wirkungslos; eine -weitere Maßnahme hatte bisher nur einen schwachen Erfolg, um sö mehr, als die Vorgänge in Zürich das Jnteresse absorbierten. Ich-lenke dabei auf diesem Wege Ihre Aufmerksamkeit auf die wichtige Angelegenheit. Marcus Silberscbatz. Amtliche VetiautiatuHgeH Axx J&iaeUtischen JCuttusgefHeiude. Wien Betsitzkarten für die Synagogen und temporären Betveranstaltungen anläßlich der hohen israelitischen Feiertage im Jahre 1937. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt bekannt, daß Betsitzkarten für die Gemeindesynagogen und temporären ßetveranstaltongen anläßlich der diesjährigen hohen israelitischen Feiertage bereits wie folgt erhältlich sind: . j Für den Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4. für den Leopöldstätter Tempel. IL. Tempelgasse 5", für den Großen Musikvereinssaal, I., Dumhag. 3, imcT. für den Großen . Sofiensaal, 111., Marxergasse 17,. an der Hauptkassa der Israelitischen Kultusgemeinde;. Wien I., Seitenstettengasse 4, während der Amtsstunden von 8 Uhr früh bis 1 Uhr mittags. Für den Fünfhauser Tempel. XV., Turnergasse 22,. für. den Ottakringer Tempel, XVI., Hubergasse 8, für den Währinger Tempel, XVIII., Schopenhauer- Straße 39, und für den FJoridsdorfer Tempel, XXI., HoIzme-isteTgasse 12, in dem betreffenden Kultusbezirksamte am Standorteder angeführten Gemeindesynagogen, und zwar während der Amtestunden von 8 Uhr früh bis 12 Uhr mit-- tags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags. Da die hohen Feiertage .bereits am 5. September- 1. J. beginnen und ein großer Andrang bei den Karten— ausgabestellen zu erwarten ist, wird das jüdische-. Publikum, das auf Betsitzkarten reflektiert, ersucht ehestens diese Karten zu besorgen, da sonst der Fall eintreten könnte, daß die gewünschten Betsitzkarten nicht mehr erhältlich wären. u u Di£ Parteien, welche anläßlich der diesjährigen ™h.en Feiertage auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze für den „Großen Musikvereinssaal" oder „Sofiensaal Anspruch erheben, können die neuen Karten gegen Vorweisung der vorjährigen an der Hauptkassa der sraelitischen Kultusgemeinde. I., Seitenstettengasse 4,. L btock, bis spätestens Donnerstag, den 26. August d J beheben. ' f P-+£ie^biS ^7hT unbeht>benen Sitzkarten gelangen ab- Freitag, den 27. August d. J., zum allgemeinen Verkauf. Beerdigungen. nv -r Augu»!?37^ AU,ert Neuer« 37 Jahre. 2. Bez. {1V-J?P- ~ Mar,e Barasch, 71 Jahre, 4. Bez. (IV Tor) — Schloma Weidberg, 77 Jahre. 2. Bz. (IV Tor) — Ludwig Herschkowitz, 64 Jahre. 9. Bez. (IV Tor)" — Emil Beck. 5S Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Ludwig Seidner, 88 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). - Alois FrescheL 64 Jahre, 19. Bez. (Döbl. Friedhof). rrwuiefc 5. August: Richard Friedmann, 61 Jahre, 3. Bez. i-ir £"f -,^em,-y,UnÄar' 75 Jahre- 4. Bez. (I. Tor). — Jakob Frankl, 75 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). _ Sigmund 73 Jahre7 Ä'i' i1V\ T°xl ~ Pau,a «oseX* « ßh^^n ^^-J^- ~ Aron Wiedermann» f- Rtw n8v B^ x(IV- T°[>- ~ Ade,e Sieber, 82 Jahre?s & <■ lV-TTof)- -B,ume Schömbach. 66 Jahre ffv t $ ■ T2t)- ~ En,ma JeUinek, 58 Jahre, 2 Bez v?°r - ~ ErPe?«ne Weiss, 67 Jahre. 13 Bez n •RT?r)7nr-rJ,ida Herfch Nachwalter. 81 Jahre, t g£ (SÄU-ARothbarth- 80 Jahre- — r^ft« f^ASSSiSSt ^ff^rtt^^^. Tor). - Hermann „.8- August: Josef Beitelbeim, 57 Jahre. 4. Bez. (I. Tor). — Katharina Eisner, 66 Jahre, 6. Bez. (I.Tor). —Dr. Richard Buchwald,. 54 Jahre, 2. Bez, (I Tor) — Rosa Frucht, 72 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). —'Rudolfine fn35?^39 J?h£- 13;^- (IV- To1* - Hugo Flusser, 69 Jahre 3. Bez. (IV. Tor). - Rosa Braun. 80 Jahre, rivBex To(»);-,r,EnLst Ä6^ 53 Jahr£- 1- Bez- > y,- I0T)- ~ w,,ne'm Englander, 72 Jahre, 18. Bez. )\Y,- l01}- ~ Franziska Meryn. 44 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). „ ~ 9\ Au8ust: Albert Schick, 91 Jahre. 19. Bez. (1. Tor) - AdoH Fischer, 73 Jahre, 16. Bez. (I. Tor). — Berthold Tscbiasny, 80 Jahre, Brünn (I. Tor) — Eugenie Amster, 77 Jahre, 43. Bez. (IV. Tor). — Ernestine Hirschborn, 57 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor) — Fritz Hirschhorn, 27 Jahre, 15 Bez. (IV. Tor). 10. August: Rosa Wolf. 85 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Olga Fischer, 67 Jahre, 9. Bez. (iL Tot). — Johanna Grossmann, 76i Jahre, 7. Bez. (IfTor). - Ing. Alexander Ver es. 51 Jahre, £ Bez (IV. Tor). - Paul Scheuer, ¥ nahr%S- (IV- Tor)" - NeBv Kunn' « Jahre,?,\B|?- V^- Tor)- — Josei Alax, 70 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicherSchriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien II., Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne,. Wien II. Robertgasse 2.