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Die Wahrheit · 1937-08-13 · Heft 32 (13.8.1937) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 32 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite b Nr. 32 — 13. August 1937 DIE WAHRHEIT Keren Hajessod: Frühere Rekordziffern nicht wieder erreicht. Der Bericht des Keren Hajessod an den Kongreß verzeichnet das weitere Steigen der Einnahmen, das nach dem durch die Weltwirtschaftskrise bedingten Rückschlag im Jahre 5694 wieder begonnen hat Allerdings konnten die Rekordz-iffern aus der Zeit von 5682—5687 nicht mehr erreicht werden. Das Jahr 5696 brachte eine Netodnnahme von 314.975 Pfund, Für das laufende Jahr sind schätzungsweise die gleichen Einnahmen zu erwarten. Seit dem 'Krisenjahr 5693 haben sich die Einnahmen um 50% erhöht, eine weitere 50prozentige Erhöhung wird aber notwen;- dig sein, um das Einnahmenniveau der Zeit vor der Krise zu erreichen. Im Oktober, November und Dezember 1936 wurde der MiphalBizzaron (zu dessen ausgiebiger Dotierung die Wiener Gemeinde-Zionisten bekanntlich erst durch den gemeinsamen Antrag der Union und Dr. Plaschkes gezwungen wurden. D. Red.)' durchgeführt, ohne daß die Sammlung des Keren Hajessod für das laufende Budget stark gelitten hat! Die Proklamierung des Miphal Bizzaron ermöglichte der jüdischen Welt außerhalb Erez Israels, an der Abwehr'der Angriffe auf das jüdische Aufbauwerk feilzunehmen. Südamerika als Einwanderungsland für Juden. (Schluß von Nr. 30 vom 30. Juli 1937.) Mich interessierten natürlich besonders, führt Dr. Bruno Weil in seiner ■ interessanten Auisatzreihe weiter aus.A die Einwanderungsziffern aus Deutschland seit - 1933. Nach den mir von den örtlichen Komitees gegebenen Zahlen ihat die Einwanderung, datiert etwa auf den 1. Jänner 1937, betragen: nach Brasilien 8000. Uruguay 600, Argentinien 10.000, insgesamt also nach den Ländern der Ostküste 18.600. In die Lander, in denen relativ die größere Anzahl von Jfaden lebt, sind auch die meisten Einwanderer gegangen. Die Zahlen für die übrigen Länder sind zum Teil gfenz erstaunlich gering. Nach Chile sind immerhin etwa 1000 Juden aus Deutschland eingewandert, nach Bolivien so gut wie gar Tteine, nach Peru etwa 150. nach Exuador ebenso wie nach Columbien etwa ie 250. Nimmt man noch Paraguay und Venezuela TünzüT so" kommt man noch nicht einmal auf 2000 Einwanderer. Gebirgsferienheim in Annaberg (11OO m) Letzter Transport geht am 1?. August 193? ab! Streng-rituelle Vollpension (5 Mahlzeiten) für Kinder unter 14 Jahren S .4.—, für Erwachsene S 6.— pro Tag -äj Südamerika bat mit 21.000 Einwanderern etwa 20 atfoenbnnnen. Das' ist eän ü b e r r ä s c h e n d h o h e r Prozentsatz/ Die nordamerikänSschen Ziffern bleiben darunter, auch kein europäisches Land hat heute mehr eine so große Zahl von jüdischen Auswanderern aus Deutschland. Nur Palästina übertrifft noch erheblich Südamerika. Von den Auswanderern sind nenn Zehntel nach den drei Ländern an der atlantischen Küste gegangen, die schon eine beträchtliche jüdische Einwohnerzahl hatten. Die an jüdischer Bevölkerung ohnehin schwachen anderen Länder-haben nur ein'Zehntel der Zuwanderung aufgenommen. Die <3riinde üüerfür liegen so sehr auf der Hand, daß man sie kaum anzudeuten braucht. Die i üdische Wanderung ist fast immer eine Familien Wanderung. Ein Familienmitglied nach dem anderen geht an den gleichen Ort Diese bekannte und unbestreitbare Tatsache vorausgesetzt, fragt es sich aber, ob das für däe weitere Wanderung nach den südamerikanischen Staaten so bleiben muß. Die jüdischen Organisationen halben zum mindesten die Verpflichtung,- den Versuch einer Feststellung zu machen, ob nicht däe bisher nur von sehT Wenig Juden bevölkerten Staaten eine stärkere Aufnahmefähigkeit besitzen. Bas ist nach den Erfahrungen, die wir gemacht haben, ernmal ein Organisationsproblein. Also lösbar. Daneben 'ist es aber besonders ein f i nan zieile s Piribf'emi zu dessen Losung besonders die Mrmflfe der geographisch und nach ihrer materiellen Leistungsfähigkeit am meisten berufenen Organisationen 'der Vereinigten Staaten unentbehrlich ist Die Eingliederung der über 20.000 Menschen in den Wirtschaftsprozeß der verschiedenen südamerikanischen Länder kann im ganzen als gelungen bezeichnet* werden.' ' c' i Dr. Bruno Weil umreißt die Grundlagen der Wirtschaff in Südamerika und kommt zu dem Schluß, daß diese Grundlagen fast überall zu einseitig, häufig auch zu schwach sind; auch die Kaufkraft der Länder ist schwach. Die Aussichten für die freien Berufe sind nicht sehr günstig. Das gilt besonders für Aerzte. Ingenieure und Techniker können eher Verwendung finden. Am schlimmsten ist die Lage der Juristen. Eine erfreuliche Ausnahme ist es, wenn ein Mann, wie Dr. Mauritio Hocbscbiid,- einigen Dutzend junger Juristen Arbeit und ausrechende»-VerdSenstmöglichkeit gegeben hat. Im allgemeinen liuß der Jurist eine völlige Berufsuinstellung vornehmen. .'Leute jmit Geld" sind in den kapitalsarmen Ländern willkommen. Oer Umstand; daß so viele Einwanderer untergebracht werden konnten, ist der ansteigenden Konjunktur m-allen 'Ländern Südamerikas zu danken. Es herrscht überall das Empfinden, daß die große Krise der letzten sechs Jahre der Vergangenheit angehöre. In allen StaatenjWird der landwirtschaftlichen ■ Einwanderung 'keine Schwierigkeit gemacht Die JCA hat ihr großes Werk bisher auf Argentinien- und Brasilien beschränkt; es besteht aber die Notwendigkeit, daß auch die Länder an der pazifischen Küste in den Kreis jüdischer landwirtschaftlicher Siedlung gezogen werden. Handwerker und qualifizierte Industriearbeiter sind!in allen Ländern willkommen. Die weitere Einwanderung ist' in vielen Staaten davon abhängig, daß sie nicht auf die großen Städte beschränkt bleibt Ausschlaggebend ist das Vorhandensein von Familienangehörigen. Es herrscht rm allgemeinen Toleranz. Die Lebensformen sind von einer angenehmen Demokratie. Alles ist leichtbeschwingt, großzügig, frei von ererbten und erworbenen Vorurteilen. Viele auagewanderte Juden klagten, daß es ihnen unmöglich sei, für ihre religiösen Bedürfnisse Befriedigung zu finden; die Bildung von Gemeinden ist vielfach noch nicht in Aiigriff genommen, andere sind finanziell so'"schwach, daß sie nicht einen Rabbiner anstellen können. Dr. Weil appelliert an die jüdischen Organisationen, hier Abhilfe zu schaffen. Südamerika, schreibt er, ist das jüngste Glied in der Kette großer jüdischer Gemeinschaften. Wer übernimmt die Patenschaft? Kein Exil, eine neue Heimat Der Verfasser gibt einen Umriß der geistigen und kulturellen Grundlagen Südamerikas. Eür die seelischen Nöte der itNeuen" gibt es vielVerständn'is. Südamerika steht erst am Anfang seiner Geschichte; Es ist junges Land, unerschöpfliches Gebiet,-g-totß' und - fruchtbar. Die dünnbevölkerten Länder können noch sehr viel mehr Menschen ernähren,- als 'jetzt dort wohnen. IffittfcftqftKcfte ffietatungsftefle in der „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisation - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und FreitagvonlO—12 Uhr vormittags im Se> kretariat der „Union" /., Schottenring 25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. JedesMitglied der „Union" erhält in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen u. kaufmännischen Angelegenheiten, Steuerberatung pollhommen unentgeltliche Auskunft. Derfidjerungsberatung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport, Polizzenprüfungetc Die Mitglieder der „Union" erhalten eine nmmhrnttm BmaBnatlaun» der Ptämlensätze. Auf einer kürzlicheiv,. Tagung des Völkerbundaus^- Schusses, die sich mit der Frage der Einwanderung' nach Südamerika beschäftigte, ist von südamerikanischer Seite zum Ausdruck gebracht worden, daß es; notwendig sei, finanzielle Mittel für eine; solche Wanderung bereitzustellen. Eine Reihe jüdischer; Organisationen beschäftigt sich mit der Aufbringung der erforderlichen Mittel. Der Appell an die Opferwilligkeit der jüdischen Kreise, die zu helfen in der Lage sind, wird nicht aufhören, sondern eher dringender werden. Dr. Bruno Weil schließt: Jüdische Kreise auch irr den Vereinigten Staaten 'haben das Ergebnis unserer Reise mit erheblichem Interesse verfolgt. Die hiesigen:, jüdischen Zeitungen und Zeitschriften halben die Artikel über unsere Reise vollinhaltlich gebracht. Sie haben der Serie die Ueberschrift gegeben: .Südamerika. — ein Hafen?" und damit die Grundauffassung zum Ausdruck gebracht von der aus sie die Dinge sehen. Ich möchte nicht, daß ein übertriebener Optimismus, die Debatte über die Möglichkeit der Wanderung nachden südamerikanischen Staaten beherrscht. Anderseits ist aus vielen Gründen, von denen nur wenige, etwas; mit der eigentlichen Judenfrage zu tun haben, die Welt: heute in vielen Teilen verschlossen. Jede Möglichkeit die sich bietet, muß also benutzt werden. Es besteht wenig Aussicht, daß 'in den nächsten Jahren die jüdische Wanderbewegung abnimmt Vieles spricht leider für eine Vermehrung der Emigration.. Da ist Südamerika bestimmt eine nicht unwichtige. Rolle zu spielen. Die Einwanderer selbst, die in Südamerika in eineihnen in vielem fremde Welt kommen, müssen sich vor Vergleichen mit dem, was gewesen ist, hüten, müssen Kritik zurückstellen, selbst wenn sie ihnen noch so notwendig und gerechtfertigt erscheint Sie müssen vom ersten Tage an bestreit sein, sich und ihre Gedankenwelt in Einklang mit der ungewohnten Umgebung'vzu bringen. Nicht ein Exil,' eine neue Heimat ist, was die meisten suchen, und die süd- FRANZENSBAD ' ERSTES MOORBAD DER WELT. IDEALES FRAUEN- UND HERZHEILBAD. In ebener Lage' in ausgedehnte Anlagen und Wälder;; .-. : - eingebettet , .;; STÄRKSTE GLÄUBERSALZQUELLEN. Ueberraschenae' Heilerfolge 'bei Herz1 und Frauenleiden, Kinderlosigkeit; Gicht, Rheumatismus; Fett- -tleibigkeitiiundüchronischer: Srufalverstöpfung; cü : Kurbetrieb1 vom 15. April--bis"Mitte Oktober. PROSPEKTE UND AUSKÜNFTE KOSTENLOS ' . DURCH; TJIE KURVERWALTUNG.- ■ Stadl, J.epppij^^ treffen sich wahrend der Sommermonate bei jedem Weiter, jeden Miftwqc^, ab 8 I^r abends ^im. reser^ -ri^j^^^^'^fB^lm^Int jÖejttfsc^erger^Prater, Äusstddimgsstra^1(vis^a-vis -dem' LusfepieMieater^ woselbst auch frfdftfpnherf n frpipr Ätis*«rnoTi*> «nrT *W^11iger Qnte^ Udrh-B riwX ■ woselbst auch-Gelegenheit zii freier Ausspräche und' .rgrl ov; nst!' >r*&r. ->W>! nv-:;- ' - TifonoS äb fit ts, r.aiuvr tstnu

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