Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1937-08-13 · Heft 32 (13.8.1937) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 32 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3064663-3064694--21256-3086592
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- Nr. 3?.— 13. August 1937 _DiE■ WAHRHEIT.'" Versicherangsangelegenheiten — at U Cr >l 0)ecsichecung>sste££e ^P^^ der „Union", I., Schottenring 25, Telephon A 19-2-77, jeden Montag und Freitag von 10 bis 12 Uhr vormittags. / Leiter: Komm.-Rat Alexius Salzer. Für Lebensversicheriingsberatung haben wir einen Spezialfachmann bestellt, welcher unsere Mitglieder besonders günstig beraten wird. ReiSBgepäCkSVerSiCherung Instand in Senf in peinlicher £a£e. tfcfiar/e Kritik der Jtlit&fiedeT der Jtlandatskommission. Die Sitzungen der in Permanenz tagenden Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes in Genf, in denen die jüdischen und die arabischen Petitionen zur Behandlung stehen, verlaufen für die englische Delegation äußerst peinlich. Darauf ist es wohl zurückzuführen, daß Kolonienminister Ormsby-Gore vorige Woche aus Genf abgereist ist und sich vom bisherigen Chefsekretär der Palästinaregierung, John Hathorn Hall vertreten ließ. Da die Kommissioinsmitglieder aber der Ansicht waren, daß die im Bericht der Königlichen Kommission enthaltenen Vorschläge überwiegend politischer Natur sind und daher gemeinsam mit dem britischen Kolonienrninister durchberaten werden müssen, haben sie sich telegraphisch an Ormsby-Gore gewandt, und ihn ersucht, nach Genf zurückzukehren. Der Kolonienrninister hat mitgeteilt, daß er am 13. August in Genf eintrifft. Die Mitglieder der Kommission geben immer wieder ihrem Erstaunen über die unerklärliche Schwäche, gepaart mit Nachlässigkeit, die die. britische Administration in Palästina gegenüber den Gewalttaten der arabischen Rebellen an den Tag gelegt hat, Ausdruck. Wiederholt erklärten sie, daß sogar die von der Administration zugegebenen Tatsachen die pessimistischesten Erwartungen der Mandatskommission übertrafen. Bei der Behandlung der P-e ti ti om-d e r arabischen Beamten der Palästina-Administration an die Mandatskommission äußerten z. B. die Mitglieder der Kommission ihr tiefstes Erstaunen über den von der Administration in dieser Sache bewiesenen Mangel an Autorität. Der Sprecher der britischen Delegagation versuchte, die Petition der arabischen B camten, die sich gegen die Politik ihrer eigenen Regierung mit einer extremen Negation wenden, dadurch zu erklären, daß die Beamten, unter ständigem moralischen und physischen Druck der arabischen Extremisten standen und die Petition nur absandten, um nicht dem arabischen Generalstreik beitreten zu müssen. Es seien sogar Attentate gegen einige Beamte versucht worden. Ihre Freunde und ihre ebenfalls terrorisierten Familien bestanden darauf, daß die Beamten in den Streik treten. Diese aber wählten als das geringere Uebel die Absendung der Petition an die Mandatskommission. Durch diesen Schritt hofften sie den Zorn der Fanatiker zu dämpfen. Diese Erklärung des britischen Delegierten erhöhte das Erstaunen der Kommissionsmitglieder ins Maßlose; eine Reihe Mitglieder, der Kommission gaben dem auch in unverblümten Worten Ausdruck. Wie der JTA-Vertreter zuverlässig erfährt, hat die Kommission aus dieser Erklärung des englischen Delegierten die Schlußfolgerung gezogen, daß die Palästina-Administrationieine schwankende Haltung an den Tag gelegt hat und nicht fähig war, ihre Autorität und ihr Prestige vor den eigenen,Beamten und die Beamten selbst vordemTerror zuschützen. Kein anderes Thema im Verlauf der Diskussion, über die letzten Unruhen in Palästina — so wird dem JTA-Vertreter von zuver-. lässiger Stelle versichert — hat der Kornmission ein so krasses Bild der Schwäche und der Hilflosigkeit der Mandatsverwaltung in Pa 1 ästi na vermittelt wie die Behandlung der Petition der arabischen Beamten. ■ Auch'-bei der Besprechung der EiriniischuVgsversuctie :der';arabi^en_. Staaten in die inneren Angelegenheiten Palästinas übten die Mitglieder der Mandatskommission sehr scharfe Kritik an der unentschlossenen Haltung der Mandatarmächt'gegenüber den Interventionen der arabischen Herrscher. Sie wiesen dabei auf die besondere völkerrechtliche Stellung Palästinas als ein im Auftrage' des Völkerbundes verwaltetes Mandatsgebiet hin. Eine Einimengung in die inneren Angelegenheiten eines solchen Landes, so wurde von den Mitgliedern der Kommission betont, dürfe keinesfalls geduldet werden. Der Vertreter der Mandatarmacht, John Hathorn Hall, erwiderte darauf, die arabischen Herrscher hätten diese Intervention auf eigene-Initiative hin unternommen. Bei Behandlung der halboffiziellen und nichtoffiziellen j ü di s c h en; P e t it i o n e n erklärten die zu Worte gekommenen Mitglieder der Mandatskommission, daß sie die in den meisten dieser Petitionen gegebene ^Darstellung als absolut zuverlässig erachten. Es verlautet, daß den Petitionen der Aguda und der Revisionisten starke Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Kommission empfing aus diesen Denkschriften den Eindruck, daß auf jüdischer Seite keineswegs Einigkeit über die in «Frage stehenden Probleme herrsche und das Recht der Jewish Agency, im Namen1 aller Juden zu sprechen, bestritten werde. - i' - ■ \ .* Die besten Eiseo WarstbaI SelAwarefl 3mal täglich frisch'bei lfi6El,W!IIIJ[ft[«3] Unter Aufsicht dest Rabbinates der Adas-Jisroel-(Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten, Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. CrmsI»!jr-9ore nacfk tvic vor für den 9eet-*Bewitfkt. Der britische Kolonienminister Ormsby-Gore gab vor seiner vorwöchentlichen Abreise aus Genf in der Sitzung der Mandatskommission eingehend Auskunft über die Maßnahmen der Palästinaregierung zur Bekämpfung 'der Unruhen und erklärte zum Schluß noch einmal nachdrücklich, es bestehe wenig Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden, wenn nicht eine radikale Aenderung in deq politischen Beziehungen innerhalb Palästinas eintrete. In dieser Hinsicht biete der Plan der Peel- Kommission die b^ste und'hoffnüngsv o 11 s t e A u s s i c h t; die Grundursache des Konfliktes zu beseitigen und Arabern und Juden zur nationalen Unabhängigkeit zu verhelfen. Dr Kroger nein. MI für eine '■•;Wjfthrige"' Vorzugsscbfilerin mit Mascbinschreib-v und Stenograpniekenntnissen einen .Posten als Büropraktikantin in großem < Geschäft-hans .nm dem besonders braven! Waisenm&dcneBr eine Zukunft aufzubauen. II., Malzgasse / Telephon A 40-0-7 7.; ' ' nerzu. rraoenheUbad Tatzmannsaori & Mineral-, Moorun i natürliche Kohlensäure-Sprudelbäder I Elektro-Kardiographisches Institut I Röntgen-Institut Tief reduzierte Pensionspreise einschließlich aller Heilbäder H U S k Ü n f t e u™' Prospekte: Kurbad A. G. Bad Tatzmannsdorf und M. U. Dr. I. H. Körner - Reisebüro „CITY", Wien I , Kohlmarkt 8 / Telephon U 26-4-29 Die föespretfiiing der (FatUstina-Unwunen. Die Ständige Mandatskommission befaßte sich, auch in mehreren Sitzungen eingehend "..-mit den Unruhen im Jahre 1936. John Hathorn:Ha 11 \_ beantwortete die an ihn gestellten Fragen und verteidigte die Palästina-Administration. Er erklärte, die Behörden hätten k e i n e r 1 e i V e rdaclit wegen einer drohenden Gefahr gehabt und seien von dem arabischen Aufstand überrascht worden. Die Mitglieder der Mandats-' kommission, denen die Prüfung des Berichtes der Raiästinaregierung für 1936 obliegt, gaben ihrer Unzufriedenheit über die Erklärungen Halls Ausdruck, die sie für unbef riedigend ansehen. '•;__ Cßersfer Arabischer Jlussenuß nicht gegen jüdischarabisene 'Verständigung In einer an den Vorsitzenden der Permanenten Mandatskommission gerichteten schriftlichen Erklärung weist die Abordnung des Obersten Arabischen Ausschusses die, von Kolonienminister Ormsby-Gore geäußerte Meinung zurück, daß die Herbeiführung einer arabisch-jüdischen Verständigung unmöglich sei. Eine .V e r stä n d ig u n g sei möglich, sofern die nationalen Aspirationen der Araber von den Juden berück s i c h t i g t werden. Nachspiel zu dem nach Palästina". ,Erlösungsmarsch 300 Zloty Geldstrafe öder 15 Tage Gefängnis für Wilhelm RyppeL Der Führer des abenteuerlichen „Erlösungsmarsches, der Zehntausend" nach Palästina, Adv. Wilhelm Ryppel, ist von einem Warschauer Amtsgericht wegen Wachebeleidigung zu 300 Zloty Geldstrafe oder 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte gab zu, beleidigende Aeußerungen gegen die, Polizei getan zu haben, als sein Zug 16 Kilometer von Warschau entfernt aufge-r löst wurde. Es sei dies aber in Erregung geschehen, als er sah, daß seine Leute blutig mißhandelt wurden, Auf Fragen der Verteidiger er-j klärte Ryppel, er haibe zwar keine schriftliche Erlaubnis zu der Veranstaltung des Marsches gehabt, jedoch geglaubt, daß eine solche nicht erforderlich sei. Der Regierungskommissär sei über alle Einzelheiten unterrichtet gewesen und auch dem Ministerpräsidenten habe er seine Absichten in einer dreiviertelstündigen Audienz dargelegt Nach der Zeugenvernehmung beantragte der öffentliche Ankläger eine zweijährige Gefängnisstrafe, mit der Begründung, es sei nicht anzunehmen, daß Ryppel an die Durchführbarkeit seines Unternehmens geglaubt hat. Die jungen Menschen seien durch ihn i r r eg e 1 e i t e t worden. Der Verteidiger, Adv. .'Margölis, wies demgegenübex. darauf hin, daß Ryppel nur dem von allen Seiten1 ausgesprochenen Wunsch nach jüdischer Aus^' Wanderung entsprechen wollte. Ryppel selbst er-'- klärte im Schlußwort, die von? ihm gebildete „Jung-;' jüdische Front" habe die Aufgabe gehabt, die Jü-< den zu'einem freien Leben änJ eigenem Boden zuj führen und die Umwelt zu bewegen," sie mitTan-? deren Augen zu betrachten als es heute geschieht. Den. Folgen seiner : Tat wolle er sich nicht ent-'; zieheni; . -i: ■ •/;• . -. i •: : < LESET DIE WAHRHEIT!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.