Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 29 (23.7.1937)
- Date
- 1937-07-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite b Nr. 29 — 23. Juli 1937 DIE WAHRHEIT Die Bundesgenossen aus der Seitenstettengasse während der Wahlen zum XX. Zionisfenkongreß. Die alberne Lüge, daß Dr. Plaschkes nur auf den Krücken der Wahikoppelun'g mit dem „Arbeitenden Palästina Kongreßdelegierter werdtn" konnte, sollte eigentlich der Obmann der Wahlkommission berichtigen, da Dr. Plaschkes auch ohne jede Koppelung das Mandat erreicht hätte. Indes die Demagogie der Verderber und Vergewaltiger des österreichischen Zionismus tobt sich auch „moralisch" aus. Die feinen Herren rügen, daß Präsident Weizmann „in abgeschmackt erscheinender Art und Weise in den Wahlkampf gezogen" worden sei und verhöhnen ein Wahlinserat, das wir im „Wiener Tag" eingeschaltet hatten. Wahlwerbung betreibt eben jeder, wie er kann. Der „Nationale Block" warb seine Wähler, indem er ihnen Gratisscheke! gab, wir konnten, es uns lediglich leisten, durch eine Ankündigung in einer von Juden gelesenen Tageszeitung auf unsere Liste hinzuweiseni Trotzdem haben Dr. Grünbaum, den eine allzu folgsame Gruppe von Zionisten noch immer an der Spitze des sogenannten Landesverbandes duldet, und Herr Stricker, der sich jetzt an Gebirgsferienheim in Annaberg (lioom) Der August-Transport geht am 2. August 193? ab! Strang-rituelle Vollpension (5 Mahlzeiten) für Kinder unter 14 Jahren S 4.— pro Tag Anmeldung: Montag bis Donnerstag Nachm. 3—7 Uhr. im Ferienbüro II., Mallgasse 14/3 dem zionistischen „Führer" festhalten muß, diesmal weniger Stimmen als bei der letzten Wahl, aber immerhin, noch mehr als sie verdienen. Die Sache ist eben auch hier, ,wie „Die Neue Welt" (Nr. 660 vom 6. Juli) hervorhebt, eine Kassamanipulation un;! ein —.Schaden..,, , . jffittfcftaftlicfte ffiecatungsftetle in der „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisations - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und Freitag von 10—12 Uhr vormittags im Sekretariat der „Union" 1., Schoitenring25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. JedesMitglied der „Union" erhält in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen u. kaufmännischen Angelegenheiten, Steuerberatung Dollhommen unentgeltlid)eAus/tan/f. Derfid)crungsbcratung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport, Polizzenpräfung etc Bekanntlich bilden die auf Grund der „Z i o n istischen Liste" — jetzt bei den Kongreßwahlen heißt es „Nationaler Block" — gewählten Kultusvorsteher mit den Mandataren des „Binjan Haarez", Herren Dr. Sokal, Dr. Bloch und Mayer, und mit den Herren Dr. P1 a s c hk e s, W a 1 d m a n n und Dr. K r e p p e 1 im Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien eine „unerschütterliche" Einheitsfront gegen die Unionisten. Diese Front hat bekanntlich die Bestellung des Dr. Löwenherz zum definitiven Amtsdirektor der Kultusgemeinde durchgesetzt. Wie innig verfeindet, pardon befreundet, die Herren in Wahrheit sind, möge dar unter dem Titel: „Epilog"' in dem Blatte des Dr. Plaschkes „Der jüdische Weg" erschienene Artikel dokumentieren. Er verdient es, zur Information der Wiener jüdischen Oeffentlichkeit wiedergegeben zu werden; die Hervorhebungen durch Fettdruck sind von uns vorgenommen. , „Nach den Kongreßwahlen. Epilog. Die Führer der Weltvereinigung haben den Kongreßwalilkampf in aller Ruhe geführt, ohne Angriff nach rechts oder links, weil sie in dieser Zeit Ordnung und Frieden wirklich schaffen und nicht nur davorr faseln wollten. Sie haben es auch unterlassen, Verleumdungen anzuprangern, die der „Nationale Block" drucken und geschmackvoll mit Visitkarten des „objektiven" Präsidenten der jüdischen Gemeinde verbreiten ließ. Kein Wunder, daß alle zionistischen Kröten vor Wut platzten, da wir mit solcher Geringschätzung durch den Pfuhl dieses Wahlkampfes schritten, in dem die Herren Grünbaum und Stricker durch Tausende von verschenkten Schekalim die Mehrheit gesichert und die Liste „Arbeitendes Palästina" des Wahlschwindels bezichtigt haben. Die Leute vergiften den österreichischen Zionismus mit Druckerschwärze und beklagen sich darüber, daß andere den Frieden stören. Sie wat t i i t gen das widersinnigste und überrennen jedes Be- Eine Entscheidung der tschechoslowakischen denken, um zu „siegen . Und obwohl sie — abge- ~ J^Ät^**ST!!£7j5? Landesbehorde in Prag über das Schächten. der Weltvereinigung . . . Wir hätten über diesen alten Hang zur Ueberhebung lächelnd weggesehen, wem; sie es nicht sonst doch zu arg getrieben hätten. Daß sie wider besseres Wissen in dummdreister Weise behaupten, wir hatten vom Wahlschwindel des „Arbeitenden Palästina" Kenntnis gehabt, verdient keine Widerlegung. Wenn sie uns zehn Tage nach Listenschluß vorwerfen, wir hätten die Koppelung mit dem „Arbeitenden Palästina" — lösen sollen, so gehört das in das Gebiet der Wahltaktik. Wie sich die gewaltige Ohnmacht der Ignoranz Luft macht, zeigt Dr. Grünbaum in klassischer Weise. Daß es in politischen Gruppen Disziplin und Achtung vor den bewährten Führern geben kann, ist ihm. der nicht bloß in zionistischen Dingen große Unkenntnis zeigt, offenbar unbekannt. Er 1-ann nicht begreifen, daß Dr. Goldmann in Oesrerreich ebenso wie in Frankreich, Polen, England und Palästina kandidiert hat, „obwohl er nie daran gedacht hat", in einem dieser Länder „ein Mandat anzunehmen" und spricht in seiner Unwissenheit von — Tarnung. Allerdings, daß eine so interessante und verdienstvolle Persönlichkeit, wie er, hinter einem andern kandidiert, ist ausgeschlossen. Man mag von Herrn Stricker halten was man will, aber daß er als Zionist den Dr. Grünbaum turmhoch überragt, s^eht fest. Und doch stand der bescheidene Grünbaum vor ihm auf der Liste . . . Die Stadt Aussig in Böhmen hatte eine neue Schlachtordnung eingeführt, die das Schächten verbot. Aui Eingabe der zuständigen jüdischen Stelle hat die Bezirksbehörde in Aussig dieses Verbot aufgehoben. Die Stadtgemeinde Aussig hat sich darauf mit einer Berufung an die Landesbehörde in Prag gewandt. Diese hat nunmehr den nachfolgenden Bescheid erteilt. Dieser Bescheid ist weit über die Tschechoslowakei hinaus von grundsätzlicher Bedeutung. Der Bescheid der Landesbehörde, Prag vom 13. Mai 1937, hat folgenden Wortlaut: Mit dem Bescheid vom 24. November 1936, Zahl 79.875, hat die Bezirksbehörde in Aussig gemäß § 102, Gem.-Ordnung iür Böhmen die Bestimmung des 2. Abs. des § 30 der Sohlachtordnung der Stadt Aussig aufgehoben, soweit dadurch das Schlachten von Tieren nach jüdischen Ritus möglich gemacht wird. Die gegen diesen Bescheid zeitgerecht überreichte Berufung der Gemeinde Aussig weist die Landesbehörde als unbegründet ab. Gründe: Die Schlachtordnung der Gemeinde Aussig bestimmt im 2. Abs. des § 30, dessen Wortlaut aui dem Beschlüsse der Gemeindevertretung in Aussig vom 11. Juli 1928 beruht, daß vor der Blutentziehung die Tiere vollständig zu betäuben sind. Zur Aufsichtsbeschwerde des Obersten Rates der Verbände der israelitischen Kultusgemeinde in Prag, Wir versagen uns für heute, die geistreichen Exkurse der „Stimme" und „Neuen Welt" weiter zu erörtern. Herr Stricker braucht diesen Figaro, der so trefflich zu jonglieren versteht, Herr Griinbaum braucht den skrupellosen Zyniker, der sich auch mit ihm abgibt. Aber eines sollen sich die Schöpfer des österreichisch-zionistischen Augiasstalles merken: sie sollen die Nasen der Wiener Juden nicht beiästigen, sondern die dunklen Angelegenheiten ihrer Wahlmanöver — dazu gehört auch die Aberkennung der Arbeitermandate — verscharren, ehe sie zum Himmel stinken. Wer die Wahlartikel ihrer Blätter gelesen hat, wird unwillkürlich an die bekannte Parlamentsrede Bismarcks erinnert, die mit dem Satz schloß: „Gemeine Bande" -- lange Pause — „vereinigen euch hier!" Dem objektiven Beobachter muß wohl der Gedanke kommen, was haben die Herrschaften erst bei den letzten Kultuswahlen aufgeführt, da sie „gemeine Bande" gegen die „Union" vereinigten. der angeführt hatte, daß den rituellen und Kultusvorschriften der jüdischen Religion der Genuß des Fleisches von einem Tiere, das vor der Schlachtung betäubt wurde, widerspricht, so daß die Bestimmung des 2. Abs. des § 30, Sehlaehthofordnung. den Angehörigen der jüdischen Religionsgesellschait die Möglichkeit nimmt, die religiösen und rituellen Vorschriften einzuhalten — hat die Bezirksbehörde den angefochtenen Bescheid erlassen. Zur Berufung der Gemeinde Aussig gegen diesen Bescheid hat die Landesbehörde folgendes erwogen. Nach § 122, Verfassungsurkunde Nr. 121 ans dem Jahre 1920, S. d. G., u. Vdg., haben alle Bewohner der FRANZENSBAD ERSTES MOORBAD DER WELT. IDEALES FRAUEN- UND HERZHEILBAD. In ebener Lage in ausgedehnte Anlagen und Wälder eingebettet. STÄRKSTE GLAUBERSALZQUELLEN. 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