Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 28 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 28 — 16. Juli 1937 DIE WAHRHEIT dafür einsetzten, daß auf die Jugendlichen in religiösen Dingen kein Gewissenszwanggeübt werden dürfe, wahrscheinlich nur in politischen Anschauungen. Sie sollen ohne Entzug der Subventionen nach Herzenslust die religiösen Gebote übertreten können! Der Führer der Bin jan Haarez verstieg sich zur Aeußerung: „Die religiösen Bedürfnisse interessieren mich nicht!" (Warum läßt er sich dann in den Kultusvorstand wählen?). Der Antrag Dr. Tichos wurde nur mit Stimnienmehrheit angenommen. Die Bewilligung der Subventionen an die jjwlischnationalen Verbände, die Finanzierung politischer Parteiarbeit, aus den Steuerfeldern der Kjultusgemeinde sind ein weiterer Beweis dafür, daß den Jüdischnationalen es in allen Angelegenheiten in erster Linie um ihre Parteisache zu tun ist Der Ordnung halber und um Gegenangriffen die Spitze zu nehmen, wollen wir noch folgendes feststellen: Die „Jugend-Union", die Organisation der jüdischen Jugend der größten einheitlichen jüdisch-österreichischen Partei, der „Union österreichischer Juden", welche bei der letzten Wahl zwölftausend Wähler gewählt haben, um zirka tausend Stimmen mehr, als für alle jüdisch nationalen-zionistischen Parteien zusammen für den Zionistenkongreß abgegeben wurden, erhielt bisher von der Kultusgemeinde (gemeinsam mit dem „Jüdischen Jugen.d- K r e i s") eine Subvention von sage und schreibe S 800.—, die auf S 1000.— erhöht werden sollte. Die zionistische Mehrheit hat die Subvention der „Jugend-Union" gegen die Stimmen der Unionisten auf S 2000.— erhöht, in der Hoffnung, daß diese Subventionserhöhung die „Union" zum Schweigen bringen werde. In der Plenarsitzung, über die wir berichtet haben, hat der Präsident der „Union österreichischer Juden", Herr Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim, die Erklärung abgegeben, daß die,, „tlniön. öste*Tefcbj-> scher Juden" für die „Jugend-Union* angesichtsder behaupteten schlechten Finanzlage der Gemeinde und der durchsichtigen Motive für die Bewilligung der Erhöhung auf iede Subventionserhöhung verzichte. Juden und Araber einig in der Ablehnung des Teilungsplanes. In Resolutionen und Erklärungen an die Jüdische Telegraphen-Agentur haben alle jüdischen Parteien, von der Agudas Jisroel bis zu den Linksparteien, ihrer tiefen Enttäuschung und Erbitterung über die Vorschläge der KgL Kommission und des Statement of Policy der britischen Regierung Ausdruck gegeben. Die allgemeine Ansicht ist die, daß der geplante jüdische Staat ein Hohn auf die jüdischen Gefühle und auf die Leistungen der Juden im Aufbau des Landes ist. Fünf Sechstel des Landes hat die Kgä. Kommission den Arabern konzediert, darunter viele kultivierte und unkultivierte jüdischen Böden, sowie alte jüdische Kolonien; dabei sollen die Juden zu der Errichtung des arabischen Staates finanziell beitragen. Die von der Kgl. Kommission vorgeschlagenen Heilmittel, vor allem der. Plan einer Teilung Palästinas, sind absolut unvereinbar mit dem Mandat von 1922. Wir melden unseren, schärfsten Protest gegen (Me verzerrte Anwendung des Berichtes der Kgl. Kommission seitens der britischen Regierung an. Agudas Jisroel. Jewish Agency« Die Exekutive der Weltorganisation Agudas Jtfsroel hat eine Sitzung zur Beratung über den Peel- Bericht abgehalten. Die Exekutive kam zu der Ansicht, daß der Bericht eine ernste und wertvolle Bemühung darstellt, zu einer dauernden Lösung des Palästfnaproblems zu gelanjgea und als solche sorgsame Prüfung durch alle verantwortlichen Kreise des jüdischen Volkes innerhalb und außerhalb der Zionistischen Organisation verdient. Es; wurde beschlossen, das ganze Problem im August dar Knessio Gedaulo und der Tagung des Rabbinischen Rates vorzulegen. Eine Revision der Grenzen des geplanten Judenstaates soll ■Die Exekutive der Jewish Ageucy ior Palestine erließ noch am Abend des 7. Juli die folgende Kundgebung: Der Bericht der Kgl. Kommission schlägt eine Reihe Palüativmittel vor, die ein radikales Abweichen von den seitens der britischen Regierung auf Grund des Mandates übernommenen internationalen Verpflichtungen bedeuten. Die Kommission empfiehlt eine endgültige Auflösung des Mandates von 1922 und eine Teilung des Landes. Bevor von unserer Seite eine wohlerwogene Stellungnahme erfolgt, muß dieses lange und komplizöerte Dokument eingehend studiert werden. Innerhalb eines Monats werden die obersten Vertretungskörperschaften der Zionistischen Organisation und der Jewjsh Agency zusammentreten, um den Plan zu erörtern und eine Entscheidung zu treffen. Heute aber schon müssen wir der Schlußfolgerung des Berichtes, daß. das Mandat an sieb undurchführbar sei. scharf widersprechen. Die Kommission hat mehrere Monate in Palästina verbracht und eine Untersuchung durchgeführt, wie sie in so kurzer Zeir sorgfältiger gar nicht , möglich war. Aber sie weilte in Palästina zu einer Zeit da die gesamte Administration im Zusammenbruch begriffen war. Nie hätte man es zulassen dürfen, daß die Dinge so weit treiben. Bei einem solchen Ausmaß an Schwäche, wie es die Pa>- lästina-Ädministration in der letzten Zeit an den Tag gelegt hat, hätte jedes Land der Anarchie entgegengefahrt werden können. Wir haben unsere Arbeit unbeschadet der unwilligen und wenig hilfsbereiten Verwaltung getan und einen großen Erfolg erzielt Palästina ist ein außerordentlicher Fall prosperierender Entwicklung <m der Nachkriegszeit. Als Ergebnis unserer Bemühungen hat sich im Lande ein Lebensstandard entwickelt und unter dem ständigen Anwachsen der Bevölkerung bewährt der Juden und Arabern in gleicher Weise zugute kam. Weit mehr hätte für beide Völker erreicht werden können, wenn die Politik des Mandatars getreu dem Geiste des Mandates durchgeführt worden wäre. In dieser Ueberzeugung steht heute unsere Bewegung einig da und fordert, daß das Mandat loyal und folgerichtig durchgeführt wird. Privat - Pension gifetyer Mödling, Scheffergasse 2 Streng "\W2 ErstMassigs Küche Mäßiße Preise. Herrliehe Lage. Bad im Hause. Ganzjährig geöffnet. ypirtf^)aftHd)e ffietatunggftelte in der „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisations - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und Freitag von 10—12 Uhr vormittags im Sekretariat der „Union" I., Schottenring 25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. Jedes Mitglied der „Union" erhält in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen u. kaufmännischen Angelegenheiten^ Steuerberatung DOll&ommen unentgeltliche Auskunft^ Üerffdjerungsberatung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport, Polizzenpräfung etc Die Mitglieder der „Union" erhalten einenmm~ Irafte Begilnutlgiin& der Prämlensätz«. angestrebt werden. Die Verbundenheit des mit Jerusalem dürfe nicht unterbrochen werden. Das Wesentliche sei, Wege und Mittel zu finden, daß das neue jüdische Gemeinwesen auf der Grundlage der Gesetze und Traditionen der Thora errichtet und so dem jüdischen Volke die Möglichkeit gegeben werdet seine historische Mission im Heiligen Lande zu erfüllen. Die Agudas Jferoel. als Repräsentantin des thoratreuen Judentums, ist überzeugt, daß die Mandatarmacht und der Völkerbund bei den bevorstehenden Verhandlungen und den zu schließenden Verträgen die Ansichten aller Teile1 des jüdischen Volkes und nicht nur einer einzelnen jüdischen Organisation in Betracht ziehen werden. Jabotinsky will nur die Rosinen aus dem Kuchen. Der Präsident der Neu-Zionistischen Organisation. Wladimir Jabotinsky, hat folgenden Aufruf an die Judenheit der Welt, erlassen: „Das von der Mandatannacht veröffentlichte Dokument enthält zwei wesentliche Merkmale: den Judenstaats-Gedanken und den Teilnngsplan. Das. erste ist ein unwiderrufliches Eingeständnis, daß das jüdische Nationalbeini nur den Judenstaat bedeutet und daß dies der Sinn des Mandates ist Dieses Eingeständnis wird bestehen bleiben. Aber das zweite, der Versuch, das Gebiet des Judenstaates von dein im Mandat beabsichr tigten 100.000 Quadratkilometern auf 3000 Quadratkilometer herabzusetzen, bedeutet die Vernichtunz des humanitären Kerns des Zionismus, der in der Repatriierung von Millionen heimatloser Juden liegt Der Verlust dieser einzigen Hoffnung für die jüdischen Massen vieler Länder würde diese zur Verzweiflung treiben und drohj. die Judenieindschaft zur anerkannten Politik einer Anzahl von Regierungen zu machen. Ein Nationalheim ohne eine Nation zu errichten, bedeutet einen Holnv auf die Ideale des Zionismus und einen Baweis für die Menschen, daß kein feierliches Versprechen angesijchts von Gewalt erfüllt werden kann und daß die Erfüllung feierlich übernommener Verpflichtungen immer zugunsten behelfsmäßiger Regelungen geopfert werden wird. Um den Vorschlag für die Juden annehmbar zu machen, haben seine Urheber offensichtlich mit der Verlockung durch leere Titel von Staatlichkeit und Regierung gerechnet. Obwohl wir stets für jüdische Staatlichkeit gekämpft haben, glaube ich berechtigt zu: sein, im Namen des ganzen jüdischen Volkes unsere Verachtung lür diese wertlosen Spielzeuge auszusprechen. Das Hauptmerkmal des Planes ist die Ermutigung zweier einander feindlicher irredentistischer Staaten innerhalb eines kleinen, von dem Völkerbund der Verwaltung Großbritanniens ' anvertrauten Territoitfums- Dieser Plan ist von Anfang ari zum Scheitern verurteilt und die Aussichten seines Bestehenbleibens sind äußerst gering," Histadruth. Der palästinensische Arbeiterverband (Histadruth) hat in einer zwei Tage andauernden außerordentlichen Konferenz zu dem Bericht der PeelTKommission und dem Statement oi Policy der englischen Regierung Stellung genommen. Die Konferenz faßt mit Stimmeneinhelligkeit eine Resolution, in der der Teilungsplan zurückgewiesen und gegen jedwede Aenderung des PalästJnamandats. ebenso gegen die Einschränkung der Einwanderung, protestiert wird. Oberster Arabischer Ausschußlehnt Teilungsplan ab. Der Oberste Arabische Ausschuß hat eine dringende Sitzung abgehalten, in der die Richtlinien der arabischen Antwort auf die Vorschläge der Kgl. Kommission ausgearbeitet wurden. In der Resolution des Obersten Arabischen Ausschusses wird der Teilungsplan entschieden abgelehnt. Der Ausschuß hat einen FRANZENSBAD ERSTES MOORBAD DER WELT. IDEALES FRAUEN- UND HERZHEILBAD. In ebener Lage in ausgedehnte Anlagen und Wälder eingebettet STÄRKSTE GLAUBERSALZQUELLEN. Ueberraschende Heilerfolge bei Herz- und Frauenleiden,. Kinderlosigkeit, Gicht, Rheumatismus, Fettleibigkeit und chronischer Stuhlverstopfung. Kurbetrieb vom 15. April bis Mitte Oktober. PROSPEKTE UND AUSKÜNFTE KOSTENLOS DURCH DIE KURVERWALTUNG; MiftSiedcr und freunde der „Union österreiditsdier Joden". 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