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Die Wahrheit · 1937-07-16 · Heft 28 (16.7.1937) · page 2

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 28 (16.7.1937)
Date
1937-07-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 28 — 16. Juli 1937 DIE WAHRHEIT SedU^x KÄtlcUvv^- -jjwv 3ten^ru,l<W^rv % kJ&vntvv (Tar^m, Towt, Jk^ S-Ü^ert, fete/etfcmfee/i$ üi^./R Vta so,. 3 gäbe die Jüdischnationalen stets betonten, daß er die Früchte der jüdischen Arbeit, die in der *,Galuth" undankbaren Wirtsvölkern zufallen, den Juden selbst nutzbar machen werde. Die Subventionierung des Araberstaates durch den Judenstaat ist eine in jedem Sinne des Wortes kostbare Illustrierung der Tatsache, wie weit die jüdischnationalen Wunschträume von der rauhen Wirklichkeit der Erfüllung unterschieden sind. In diesem Zusammenhang ist auch eine Aeußerung des „Marin" interessant: „Der zionistische Staat ist der natürliche Verbündete des Libanon-Staates, der zum französischen Einflußbereich gehört Wenn der jüdische Staat militärisch stark sein wird, kann er ein wichtiges Fieinent der Stabilität und Sicherheit im Nahen Orient werden." So wje die Araber auf das jüdische Geld, so warten die Franzosen auf die jüdischen Soldaten. Das heißt: die glücklichen Bürger des souveränen Judenstaates werden genau so wie die „Galuth"-Juden für „Fremde" Steuern und Militärdienst leisten müssen, und zwar für wirklich Fremde, während sie in der „Galuth" doch nur dem eigenen Vaterland dienst- und steuerpflichtig sind. Und was ist der moralische Lohn dieser merkwürdigen Souveränität? Wird durch sie das Unrecht und die Schmach getilgt, die wir seit 1867 Jahren am 9. Ab beklagen? Auch hierin bedeutet der neue Judenstaat eine schmerzliche Enttäuschung: Jerusalem gehört nicht zu ihm... In der Davidstadt thronen die Engländer als strenge Wächter. Der Fluch, der den Juden in der „Galuth" blaß an jedem 9. Ab schmerzlich bewußt wurde, wird auf den freien Juden von Erez Israel wie ein schwerer Alp jahraus, jahrein lasten: „Jerusalem ist verloren!" Der Bericht der Peel-Kommission ist ein 404 Seiten umfassendes Dokument, welches sich in drei Hauptteile gliedert. Der erste Abschnitt bebandelt die historischen Hintergründe des Palästina-Problems und die Mandatsperiode von 1920 bis 1936. Ein besonderes Kapitel ist den Unruhen von 1936 gewidmet. Das Kapitel schließt mit einer Skizzierung der arabischen und der jüdischen Aspirationen. Der zweite Teil behandelt die Wirksamkeit des Mandates. Hier werden untersucht: das Verwaltungsproblem, die öffentliche Sicherheit, finanzielle und fiskalische Fragen, das Bodenproblem, öffentliches Gesundheitswesen und öffentliche Arbeiten, das Problem der Christen im Heiligen Lande, das Naturalisationsrecht und der Erwerb der palästinensischen Bürgerschaft, schließlich Erziehungsfragen und kulturelle Verwaltung. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse der Mandatsperiode und mit einer Reihe yon Vorschlägen. Der dritte Teil enthält die konkreten Vorschläge zu einer Lösung öjes Pajästftnaproblems, 'dem Plan der Drei-Teilung des Landes, die Grenzziehungen und schließlich eine Erörterung der Folgerungen dieser Lösung. Zahlreiche Beilagen zu dem Bericht geben eine Uebersicht über die Entwicklung der Finanz- und Wirtschaftsverwaltung, über Bevölkerungsbewegung, Bodenbewegung usw. Die „Vorteile" «Jer Drei-Teilung. Die SchluBiolgerungen des Peel-Berichtes weisen auf die Möglichkeit hin, durch die Verwirklichung d©T Vorschläge der Kommission d<Fe Ansprüche aller Beteiligten bis zu einem gewissen Grade zu befriedigen. Der diesbezügliche vollständige Text lautet: „1. In Anbetracht der sowohl von den arabischen w?e von den jüdischen Vertretern in ihren vor uns gemachten Aussagen angenommenen Haltung erachten wir es als unwahrscheinlich, daß eine der beiden Parteien mit den Vorschlägen auf den ersten Blick zuirieden sein wird. Denn Teilung bedeutet, daß keine von beiden das bekommen wird, was sie wili. Sie bedeutet, daß die Araber es hinnehmen müssen, daß ein Teil des von ihnen lange bewohnten und einst beherrschten Territoriums ihrer Souveränität entzogen würd. Sie bedeutet, daß die Juden mit weniger als dem Land Israel, überdas sie einst herrschten und über das wäeder zu herrschen sie hofften, zufrieden sein müssen. Aber es scheint uns möglich, daß beide Parteien nach Ueberlegung zu der Erkenntnis kommen werden, daß die Nachteile der Teilung durch ihre Vorteile aufgewogen werden. Denn wenn sie keiner Partei alles bietet, was sie verlangt, so bietet sie doch einer jeden das, u?as sie am meisten verlangt, nämlich Freiheit und Sicherheit 2. Die Vorteile einer Teilung in der von uns vorgeschlagenen Weise, fürdie Araber Palästinas sind: a); Sie erlangen nationale Unabhängigkeit und können mit den Arabern der Nachbarländer in der Sache der arabischen Einheit und des Fortschrittes auf gleichem Fuße zusammenarbeiten. b) Sie werden endjich von der Furcht, durch die Juden „überflutet" zu werden, und von der Möglichkeit schließlicher Unterwerfung unter jüdische Herrschaft befreit. c) Die endgültige Begrenzung des Jüdischen Nationalheims innerhalb einer festgelegten Grenze und die Einführung eines neuen Mandates zum Schutze der Heiligen Stätten beseitigt die Sorge wegen jüdischer Kontrolle der Heiligen Stätten. d) Als Entschädigung für den Verlust des Territoriums, das von den Arabern als das ftre angesehen wird, erhält der arabische Staat von dem jüdischen eine Subvention. Er wird auch im Hinblick auf die Rückständigkeit des Landes etnen Beitrag von zwei C a ff 6 Millionen Pfund erhalten und, wenn Abmachungen für einen Boden- und Bevölkerungsaustausch zustande kommen, wird ein weiterer Beitrag für die Umwandlung von unkultiviertem Boden. des Araberstaates in produktives Land, soweit dies möglich sein sollte, ge-" leistet werden, woraus die Landwirte und der Staat Nutzen ziehen würden. ' 3. Die Vorteile der..Teiuuig iür die Juden können, folgendermaßen zusammengefaßt werden: a) Die Teilung sichert die Errichtung eines jüdischen Nationalheims und befreit es von der Möglichkeit, in Zukunft arabischer Herrschaft unterworfen zuwerden. b) Sie macht es den Juden mögVi'ch, ihr Nationalheim in vollem Sinne ihr eigen zu nennen, denn sie verwandelt es in einen jüdischen Staat. Seine Bürger werden in der Lage sein, so viele Juden zuzulassen, wie sie glauben, daß aufgenommen werden können. Sie werden das Hauptziel des Zionismus erreichen — eine in Palästina verwurzelte jüdische Nation, die ihren Angehörigen denselben Status verleiht, wie andere Nationen den ihrigen. Säe werden endlich aufhören, das „Leben einer M'inderheif'zu führen. 4. Arabern und Juden bietet die Teilung die Aussicht, die unschätzbare Wohltat des Friedens zu erlangen. Es lohnt sicher ein Opfer von beiden Seiten, wenn der Kampf, der mit dem Mandat begonnen hat, mit seiner Beendigung beendet werden kann. Es ist nicht eine natürliche oder von altersher bestehende Fehde, Ein fähiger arabischer Vertreter der arabischen Sache hat uns gesagt, daß die Araber im Laufe ihrer ganzen Geschichte nicht nur von antiiüdischen Empfindungen frei waren, sondern daß sie auch bewiesen haben, daß der Geäst des Kompromisses in ihrem Leben tief verwurzelt, ist. Und er hat weiter sein Mitgefühl mit dem Schicksal der Juden Europas zum Ausdruck gebracht „Es gibt keinen rechtlich denkenden Menschen", sagte er, „der nicht alles Menschenmögliche tun wollte, um die Not dfieser Menschen zu lindern, vorausgesetzt, daß es nicht um den Preis geschieht, daß einem anderen Volk gleiches Leid zugefügt wird:" iÄPäÄSTiONI IHOTEL ELISABETHHOF Zeitgemäße Preise. Kein Mahlzeitenzwang Wenn wir berücksichtigen, was die MögKchkeiiS, in Palästina Zuflucht zu finden, für viele Tausende, badende Juden bedeutet, können, wir nicht glauben, daß' die durch die Teilung verursachte; Not, so schwer sie sein mag, schwerer ist, als arabische Großmut ertragen kann. Und hierin, wie in so vieWbi, was -mit Pafä£*ina in Zusammenhang steht, sind es 'nicht nur die Völker des Landes, die berücksichtigt werden müssen. Die Judenfrage ist nicht das geringste der vielen Probleme;, die die inneren Beziehungen in dieser kritischen Zeit stören und den Weg zu .Frieden und Prosperität versperren. Wenn die Araber durch ein Opfer zur Lösung dieses Problems beitragen könnten, würden sie sich die Dankbarkeit nicht nur der Juden, sondern der gesamten westlichen Welt erwerben. 5. Es gab eine Zeit, da die arabischen Staatsmänner bereit waren, das kleine Palästina den Juden zu überlassen, vorausgesetzt, daß das übrige arabische Asien frei wird. Diese Bedingung wurde damals nicht erfüllt, aber sie steht jetzt am Beginn der Erfüllung. In weniger als drei Jahren wird das gesamte arabische Gebiet außerhalb Palästinas zwischen Mittelmeer und indischem Ozean unabhängig sein, und wenn die Teilung angenommen wird, wird auch der größere Teil Palästinas unabhängig sein. 6. Es ist nicht notwendig, die Vorteile einer Bereinigung in Palästina für das britische Volk zu betonen. Wir müssen die Verpf 1 Achtungen, die wir in der Notzeit des Krieges Arabern und Juden gegenüber übernommen haben, bis zum äußersten erfüllen. Als diese Verpflichtungen im Mandat verankert wurc'en, haben wir die Schwierigkeiten der uns übertragenen Aufgabe nicht voll erkannt. Wir haben versucht, sie zu überwinden, nicht immer mit Erfolg. Sie sind dauernd größer geworden, bis sie letzt fast unübersteigbar erscheinen. Die Teilung bietet die Möglichkeit, eine endgültige Lösung des Problems zu finden, eine Lösung, die den Rechten und Aspirationen von Arabern und Juden gerecht wird und die Verpflichtungen, die wir vor zwanzig Jahren ihnen gegenüber übernommen haben, in dem unter den gegenwärtigen Umständen größtmöglichen Maß erfüllt. 7. Es sind auch nicht nur das britische Volk und nicht nur die Nationen, die das Mandat übertragen oder es gebilligt haben, die von dem, was in Palästina geschah und geschieht, betroffen sind. Zahllose Männer' und Frauen in der ganzen Welt würden tiefe Erleichterung empfinden, wenn dem Kampf und Blutvergießen in dem dreifach Heiligen Land ein Ende gemacht werden könnte." Auch das Statement of Policy der britischen Regierung hebt in einem besonderen AbschnCtt die Vorteile, die der Teilungsplan Arabern und Juden bietet, hervor. Dieser Teil des Statement hat folgenden Wortlaut: „Bei ihrer Unterstützung einer Lösung des Palästina-Problems durch Teilung steht die Regierung Sr. Majestät unter dem starken Eindruck der Vorteile einer solchen Lösung für Araber und Juden. Die Araber, würden nationale Unabhängigkeit erlangen und damit die Möglichkeit, mit den Arabern der Nachbarländer in der Sache der arabischen Einheit und des Fortschrittes auf gleichem Fuß zusammenzuarbeiten. Sie würden endlich von aller Furcht vor Beherrschung durch die Juden und von der durch sie zum Ausdruck gebrachten Sorge befreit werden, daß ihre Heiligen Stätten jemals unter jüdische Herrschaft kommen könnten. Der arabische Staat würde finanzielle Hilfe von der Regierung Sr. Majestät und von dem jüdischen Staat in erheblichem Umfang erhalten. Andererseits würde die Teilung die Errichtung des Jüdischen Nationalheims sichern und es von jeder Möglichkeit befreien, künftig arabfscher Herrschaft unterworfen zu sein. Sie würde das Jüdische Nationalheim in einen Judenstaat mit volter Einwanderungskontrolle verwandeln. Seine Angehörigen würden einen Status gleich dem erlangen, den die Angehörigen anderer Länder besitzen. Die Juden würden endlich aufhören, das „Leben einer Minderheit" zu führen - und damit würde das Hauptziel des" Zionismus er-

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