Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 27 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 27 — 9. Juli 1937 DIE WAHRHEIT SeciU^e^ K&^dtm^ 3££rtA£/rv,KW!te^^ z^t , k&AWtyv (5>üd?JlHße<t S-Ü^en. kl8tefcen£e/l$ Wu*a,-ftVta eq,. 3 Einschränkung der Einwanderung. In Erwartung der Verwirklichung dieses Planes hat "die britische Regierung nicht die Absicht, von ihrer Verantwortlichkeit für Frieden und Ordnung und für das Wohl der Regierung zurückzustehen, und daher wird die jüdische Einwanderung zwischen August 1937 und März 1938 die Zahl 8000 nicht überschreiten dürfen, vorausgesetzt, daß die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes eine Einwanderung dieses Umfanges erlaubt. Für die nächste Zukunft wird die Regierung Boden verkaufe, welche den Teilungsplan beeinträchtigen könnten, verbieten. Der Völkerbund entscheidet. Kolonienminister Ormsby Gore wird in Begleitung des Sekretärs der Palästinakommission am 30. d. der Son de rt agung der Mandatskommission in Genf beiwohnen, die den Bericht der Königlichen Kommission in Verhandlung ziehen wird. Es ist keine endgültige Maßnahme möglich, bevor der Völkerbundrat gleichfalls zu einem Beschluß gelangt ist. Der Parlamentskorrespondent des Reuterschen Bureaus fügt hinzu, man glaube, daß keine der von der Kommission vorgeschlagenen Aenderungen ohne Zustimmung aller Interessierten, einschließlich der Vereinigten Staaten, möglich ist. Wenn die beiden Staaten eingerichtet sind, werden sie souveräne Staaten mit eigenen Armeen sein, doch nimmt man an, daß die Seeverteidigung der britischen Marine übertragen werden wird. Der Vorschlag der Kommission ähnelt jenem Frankreichs, der in Syrien zur Durchführung gelangte, wodurch Syrien in zwei Staaten geteilt wurde. Das „nationale Heim" in Palästina. Bin „Erez Israel" ohne Jerusalem! Die Grundlinien des Berichtes der Königlichen Kommission sind nun bekannt geworden. Die Publikation des vollständien Berichtes erfolgt am 8. Juli. Es steht bereits fest, daß die englische Regierung den Bericht der Königlilichen Kommission als Richtschnur ihres Handelns in Palästina angenommen hat. Die Teilung Palästinas in drei Teile, in eine arabische Zone, in eine jüdische und in eine internationale unter der Oberhoheit Englands scheint also eine Tatsache zu werden. Dieser Ausweg ist in der ungeheuren Verlegenheit gefunden worden, in welche Großbritannien durch die Vorkommnisse in Palästina versetzt wurde. Er kann nur England momentan selbst befriedigen und vielleicht noch den Emir von Tnansjordanien. den zukünftigen Beherrscher des arabischen Palästina, sonst niemanden. Der Bericht der Königlichen Kommission bedeutet wieder eine neue Interpretation der sogenannten Balfour-Deklaration, dieser unklarsten aller Urkunden, auf denen die Rechte von Menschen aufgebaut sind. Schon in der äußeren Form unterscheidet sich dieses Schriftstück, die „Magna Charta" der Jüdischnationalen, sehr wesentlich von allen anderen ähnlichen oder gleichen Inhaltes. Es ist ein Privatbrief Balfours an Lord Rothschild vom November 1917, im letzten Jahre des Weltkrieges, vor dem Angriff General Allenbys auf die türkische Front. Lloyd George hat im Unterhaus im Jahre 1936 ausgesprochen, was jeder Unbefangene sich über diesen ,.Brief" ohnedies dachte. England wollte mit ihm die Sympathien der Juden der Welt auf seine Seite bringen.Also ein Kriegs- und Propagandamittel, um kein anderes, passenderes Wort zu gebrauchen. In diesem Brief gebraucht Lord Balfour den folgenschweren Ausdruck ,,a national home" für die Juden in Palästina und erklärt, daß England die darauf abzielenden Bestrebungen unterstützen wird, hinc illae lacrimae. Einer nicht existierenden Nation will England ein nationales Heim schaffen. In demselben Weltkrieg, in dem Englands Regierung diesen folgenschweren Privatbrief produzierte, haben die jüdischen Angehörigen des englischen, französischen, italienischen, deutschen, österreichischen Volkes etc. aufeinander als treue Bürger ihrer Heimatländer geschossen, so wie es Napoleon vor hundert Jahren in der Notabeinversammlung und im großen Synhedrion von ihnen verlangt hatte. Sie haben damit bewiesen, daß ihnen ihre Verbundenheit zur Nation und zum Staate, dem sie zugehören, am höchsten steht. Der königliche Bericht enthält nach den bisherigen Mitteilungen ganz überraschend widerspruchsvolle Sätze und wird das höchste Erstaunen der Wissenschaft hervorgerufen werden. Der Bericht nimmt die Juden in Palästina als eine einheitliche Nation und Rasse an und stellt ihnen die Araber als eigene Nation und Rasse gegenüber. Er leugnet die Möglichkeit der Assimilation zwischen den beiden Rassen und ignoriert die Tatsache der engen Verwandtschaft dieser beiden Rassen, wenn es solche überhaupt gibt. Ist aber die Assimilation zwischen zwei verwandten Rassen, wie es Juden und Araber nach der Auffassung der königlichen Kommission sein sollen, eine Unmöglichkeit, so ist die politische, kulturelle und soziale Angleichung nichtverwandter Rassen, wie sie im weiten Imperium Englands, und noch mehr in den Vereinigten Staaten von Nordamerika restlos durchgeführt wurde oder in Bildung begriffen ist, überhaupt gänzlich ausgeschlossen. Die Assimilation der verwandten jüdischen und arabischen Rassen in Palästina konnte in den letzten zwanzig Jahren — nicht mehr Zeit stand zur Verfügung — nicht angebahnt oder erreicht werden, weil Araber und Juden, national verhetzt und verblendet, die gemeinsamen Vorteile eines einheitlichen arabisch-jüdischen Palästina nicht erkennen konnten. Die Teilung Palästinas in einen arabischen und jüdischen Staat, die Begründung eines jüdischen Zwergstaatesunter scheinbarer Souveränität ist ein besonderes Unglück für die Juden der ganzen Welt. Die Juden Palästinas werden dadurch mit Ambitionen erfüllt, die sich in dem kleinen Land, das ihnen zugewiesen wird, nicht nützlich auswirken können. Und kann ein jüdischer Staat in Palästina ohne Jerusalem, das geistige und religiöse Zentrum der Judenheit vor zweitausend Jahren, wo die hebräische Universität auf dem Skopusberge errichtet wurde, überhaupt einen einzigen palästinensischen Juden befriedigen? Die Juden in ihren Heimatländern in Europa und in Amerika werden durch die Tatsache des Bestandes eines jüdischnationalen Staates in Palästina vor ein gefährliches Dilemma gestellt, das den Judenfeinden die willkommene Gelegenheit bieten wird, die volle, uneingeschränkte Zugehörigkeit zur heimatlichen Nation zu bestreiten. Keinesfalls hat sich die Entscheidung der königlichen Kommission an die Worte der Balfour-Deklaration gehalten, daß bei der Unterstützung der Bestrebungen des Zionismus durch England nichts geschehen darf, „was den politischen Rechten der Juden in ihren Heimatländern abträglich sein kann". Den jüdischnationalen Zionisten, die an dieser auch sie in Bestürzung versetzenden Entwicklung ein gerüttelt Maß von Schuld tragen und die eine ungeheure Propaganda entwickelt hatten, um den Judenstaat Palästina unter Einbeziehung Transjordaniens zu schaffen, und die Juden veranlaßt haben, mehr als 100 Millionen Pfund, das sind zirka 3 Milliarden Schilling für Palästina zu opfern, kann mit Recht zugerufen werden: parturiunt montes, nascitur ridiculus mus (es kreißen die Berge — geboren wird eine lächerliche Maus)! HOTEL ELISABETHHOF Zeitgemäße Preise. Kein Mahlzeitenzwang Ab 15. Juli 1937 gelten die Nürnberger Gesetze auch für die Juden in Deutsch" Oberschlesien. Das Deutsche Nachrichten-Büro meldet: Mit dem Ablauf des Genfer Abkommens am 15. Juli 1937, treten in We s t obe r sch 1 esien die Reichsgesetze, die sich mit dem Rassen- und Blutschutz befassen, automatisch in Kraft, Diese Reichsgesetze sind nicht etwa durch einen Gesetzgebungsakt für den deutschen Teil des Abstimmungsgebietes neu zu erlassen, denn sie gelten stets für das gesamte Reichsgebiet, also auch in Oberschlesien. Mit dem Außerkrafttreten der völkerrechtlichen Vereinbarung tritt die neue Gesetzgebung des Reiches ohne jeden weiteren Gesetzgebungsakt auch in Westoberschlesien in Wirksamkeit. Die Nürnberger Gesetze gelten also mit dem 15. Juli 1937 uneingeschränkt auch in Westoberschlesien. Die ersten Auswirkungen. Zu der Geltendmachung der Nürnberger Gesetze in Deutsch-Oberschlesien ab 15. d. M. berichtet die Havas-Agcntur folgende Einzelheiten: Die jüdischen Beamten in diesem Gebiete werden mit 31. August d. J. pensioniert werden. Die jüdischen Mischlinge werden C a f 6 ab 31. Dezember d. J. ihren Dienst quittieren. Die jüdischen Notare und alle die Interessen fremder Personen vertretenden Juden werden ihrer Funktionen entkleidet. Die vom 30. Januar 1933 zugelassenen A e r z t e, Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker jüdischer Rasse werden am 30. September ihre Tätigkeit einstellen müssen. Auch die jüdischen Aerzte, die nicht Jüdische Krankenhäuser leiten, werden ab 30. September ihrer Funktion enthoben. Jüdische Zahnärzte, die für Krankenkassen arbeiten, dürfen ihre Tätigkeit nur dann fortsetzen, wenn sie diese bereits seit dem, Jahre 1914 ausüben und wenn sie Frontkämpfer sind oder im Kriege einen Familien- Ab 30. Juni v 1üim~%od4 direkte Wasen *ice CSR. Ab WIEN Nordbahnhof Schnelllug 7-0. an LUHACOVICE 12.0J. Ab LUHACOVICE 16.15. an WIEN Nordbahnhof Schnelllug 32.50. BAD LUHACOVICE - der herrlichste Kurort der CSR. Prospekte. Auskünfte bei CEDOK, CSL. Reisebüro. Wien I., KStntn« „traße 32, Telephon K 33-4-88. ungehörigen verloren haben. Die Reichsregierung behält sich auch das Recht vor, die zwischen dem 9. November 1918 und dem 30. September 1933 erteilten Staatsbürgerschaften aufzuheben. Das im Reichsgesetzblatt veröffentlichte Gesetz ist außer voii Reichskanzler Hitler von dessen Stellvertreter Rudolf Hess, Innenminister Doktor F r i c k und Justizminister Dr. G ü r t n e r gezeichnet. Rabbiner Feingold in Tobolsk erschossen? Die „Reichspost" meldet, daß in Tobolsk der russische Ortsgeistliche, sowie Rabbiner Faingoid wegen Hochverrat und Spionage zugunsten der ..imperialisten" verurteilt und sofort erschossen worden sind.