Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 27 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
- Tiberias 1× ep/1048138
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Zeitung vom Verleger versendet „Journal expectie par l'editeur" Jüdische IDodicnsdirift Die Wahrheit mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden* Ers&eint jeden Freitag Preis 40 Groschen Redaktion und Administration; Wien IL, Heinestraße 13 — Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 53. Jahrgang Wien, 9. Juli 1937__Nummer 27 Die Dreiteilung Palästinas. Der Vorschlag der Palästina - Kommission. Rasiere Dldi gof und Miifg London, 7. Juli. (Reuter.) Der Bericht der königlichen Kommission über Palästina ist heute publiziert worden. Die zwei Fundamentalsätze in den Schlußfolgerungen, die in dem geschichtlichen Ueberblick enthalten sind, den die königliche Palästina-Kommission gibt, lauten: Es kann unmöglich davon die Rede sein, daß zwischen der jüdischen und der arabischen Kultur eine Fusion oder eine Assimilation herbeigeführt wird. Die Kluft zwischen den beiden Rassen, die bereits bisher breit ist, wird noch breiter werden, wenn das gegenwärtige Mandatssystem aufrecht bleibt. Der Bei rieht der königlichen Kommission schlägt vor, das gegenwärtige Mandat zu beenden und mit den Arabern und der transjordanischen Regierung einerseits und mit der zionistischen Organisation anderseits über Verträge zu verhandeln, um eine Dreiteilung des Landes herbeizuführen: 1. einen arabischen Teil, der mit Transjordanien verbunden wird. 2. einen jüdischen Teil und 3. eine Enklave unter britischem Mandat, die sich von einem nördlich Jerusalem gelegenen Punkt bis zu einem Punkt südlich von Bethlehem ausdehnt mit einem Korridor zum Meer, der Jerusalem mit Jaffa verbindet. Dieses Mandatsgebiet soll einer Verwaltungsbehörde anvertraut werden, die in Nazareth residiert und Vollmachten hat, die Heiligkeit der Gewässer und Ufer des Tiberias-Sees sowie die religiösen Stätten zu schützen, die sich sowohl im Araberwie im Judenstaat befinden und die den Arabern, beziehungsweise den Juden heilig sind. Die Grenzen zwischen dem jüdischen und dem arabischen Staat verlaufen folgen- |dermaßen: Rasannaquera — längs der gegenwärtigen Nordostgrenze Palästinas quer über den |Tiberias-See — Jordanmündung, Jordanfluß bis zu feinem Punkt nördlich von Beisan — längs des ISüdrandes des Jesrael-Tales quer durch die ||bene bis in die Nähe von Megido — quer über den Grat des Berges Karmel — Ostrand der 'Küstenebene in südlicher Richtung — Jerusalem- Jaffa-Korridor bei Lydda mit Ausschluß von Tulkarem. | Die Südgrenze des Korridors verläuft längs dem Rand der Ebene bis zu einem tPunkt, der 10 Meilen südlich von Rehovot gelegen Ist, und verläuft dann in westlicher Richtung bis azurn Meer. Haifa, Tiberias und Safad sowie Akron Sollen für eine bestimmte Zeit der Mandatsveriwaltung unterstellt werden. Der Araberstaat soll feinen Zugang zum Meer in Jaffa haben, i Mit Rücksicht auf die Möglichkeiten der Han- Helsentwicklung soll das künftige Mandatsgebiet jauch eine Enklave an der Nord Westküste bei puldaquabi einschließen mit einem Freihandelstransit zwischen dem Judenstaat und einer anderen Enklave in der Nähe der ägyptischen Grenze bei Rafah. I Der neue jüdische Staat soll den Namen |,E r e z Israel" führen. Bis zum 1. Jänner 1940 bleibt ganz Palästina unter zentraler britischer Verwaltung. Die gegenwärtig existierende beratende Körperschaft bei der Regierung wird für die Uebergangsperiode verbreitert werden durch Einschluß von Vertretern der Juden und der Araber. Sollte die eine oder die andere der beiden Parteien eine Beteiligung an dem Rat ablehnen, so werden die abgelehnten Sitze der anderen Partei zugewiesen werden. Während der Uebergangsperiode wird im Gebiet des künftigen arabischen Staates der Erwerb von Boden durch Juden und im Gebiet des künftigen jüdischen Staates der Erwerb von Boden durch Araber verboten sein. Der Judenstaat sott dem Araberstaat zur Ermögliciiuiig der Uebersiedlung der arabischen Bevölkerung aus dem Territorium des jüdischen nach dem des arabischen Staates und nach Transjordanien eine später festzulegende Subvention zahlen, während das britische Parlament mit Rücksicht auf die Lage in Transjordanien dem Araberstaat zwei Millionen Pfund Sterling bewilligen soll. Die Empfehlungen der königlichen Kommission sehen ferner Grundstückverkauf, Bevölkerungsaustausch und entsprechende Verteilung vor und beinhalten in Erwartung des Abschlusses der Verträge Uebergangsmaßnahmen, insbesondere auch zur Kontrolle des Landverkaufes und der Einwanderung. Obwohl die Kommission betont, daß sie den Arabern und den Juden nicht alles gebe, was diese wünschen, so erklärt sie doch, daß ihre Empfehlungen den Arabern die volle nationale Unabhängigkeit und die Möglichkeit geben, auf dem Fuße der Gleichberechtigung mit den Arabern der Nachbarländer in der Sache der arabischen Einheit und im Dienste des Fortschritts zusammenzuarbeiten, wobei von ihnen die Furcht genommen ist, ihre heiligen Stätten unter die Kontrolle der Juden geraten zu sehen. Außerdem erhalten sie von den Juden eine Subvention und zwei Millionen Pfund aus dem britischen Schatzamt. Anderseits bekommen die Juden eine nationale Heimstätte in des Wortes vollstem Sinne und erreichten damit das vom Zionismus ursprünglich gesteckte Ziel und hören endlich auf, „ein Leben der Minorität" zu führen. Das Memorandum der britischen Regierung. Die Erklärung der britischen Regierung zum Berichte der Palästina-Kommission besagt daß sie mit den Schlußvorschlägen der Kommission einverstanden ist. Bis zur Verwirklichung des Planes behält sich die Regierung vor, für Frieden und Ordnung in Palästina zu sorgen. Wenn neuerliche Unruhen ausbrechen sollten, wird der Hochkommissär die Macht über das ganze Land dem Oberkommandierenden der militärischen britischen Streitkräfte übertragen. Österreichisches Goamats rabrihai Ueberau erhältlich Das .Memorandum der britischen Regierung sagt, daü die britische Regierung die Absicht habe — mit Rücksicht auf ihre aus dem V ö Ik e r b u n d p a k t und anderen internationalen Verträgen sich ergebenden Verpflichtungen —, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Freiheit zu erlangen, daß der Teilungsplan Wirklichkeit werde, dem, wie sie hofft, die davon betroffenen Gemeinschaften ihre Zustimmung nicht verweigern werden. Das Memorandum fügt hinzu, daß trotz der verschiedenen entmutigenden Versuche die Regierung ihr Möglichstes getan habe, um die Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden zu ermutigen, in der Hoffnung:, daß die beiden Rassen ihre nationalen Bestrebungen allenfalls angleichen und es möglich machen, daß ein einziger Staat unter einer einheitlichen Regierung bestehe. Die britische Regierung muß jedoch den Schluß ziehen, daß zwischen diesen Bestrebungen ein u n ü b e rbrückbarer Konflikt besteht, der unter dem gegenwärtigen Mandatssystem keine Lösung finden kann. Es besteht Uebereinstimmung darüber, daß die Empfehlungen der Kommission zur besten und vollsten Hoffnung berechtigen, daß die Befreiung" aus der Sackgasse Erfolg haben wird, die neben den bereits im Bericht erwähnten Vorteilen für die beiden Völkerschaften außerdem an die Stelle von Furcht und Argwohn den Eindruck des Vertrauens und der Sicherheit setzt, wodurch die beiden Völker eine unschätzbare Hilfe für den Frieden erlangen müssen. Damenhonfehtions=_ modeltbaus I „Zoe feschen Wienerin" Hlerius Sa 15 er & Co. Wien IX/2., Währingerstr. 65 Telephon A 23-249 Gründungsjahr 1897 Docnefrmes ITTodellbaus füc Damenbekleidung wie Mäntel, Kleider, Kostüme, Blusen tTlafcHtelier im fiaufe Trauerwaren stets lagernd oder Anfertigung binnen 24 Stunden