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Die Wahrheit · 1937-06-25 · Heft 25 (25.6.1937) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 25 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite b Nr. 25 — 25. Juni 1937 DIE WAHRHEIT fliittfcftaftticfte kannte Etatismus, bewirkt, daß Juden aus den geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen ausgestoßen und in ein ökonomisches Ghetto überführt werden. Diese Nationalisierung der polnischen Wirtschaft führt dazu, daß die Juden den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten völlig verloren haben. Die zirka 17.500 bestehenden Kooperativen, Der Besitzer eines großen italienischen Zeitungskonzerns in New York, Generoso Pope, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten italienischer Abstammung in Amerika, wurde anläßlich seines Aufenthaltes in Rom von Mussolini und dem italienischen Außenminister Graf Ctano in längerer Audienz empfangen. Pope schilderte den peinlichen Eindruck, den die in einem Teil der italienischen Presse erschienenen scharfen Angriffe gegen die Juden in den Kreisen der amerikanischen Judenheit hervorgerufen haben. Er machte darauf aufmerksam, daß solche Angriffe dazu an- Orthodoxe alte Frau mit schönerWohnunjr. sucht Mitbewehi erin unter Spesenaufteix-ng. Zuschrifter::A.KRA!JS,V.; Sonnenhofg. 1/11 getan sind, das friedliche Zusammenleben derjüdischen unditalienischen Bevölkerung in Amerika zu stören. In einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter in Rom teilte Pope mit, es sei ihm versichert worden, daß den italienischen Juden die volle Gleichberechtigung gewahrt bleiben und daß die antijüdische Kampagne in der italienischen Presse abgestellt werden würde. Er betonte besonders, daß er auch während seiner AudienzbeimKönig die Angriffe der Presse gegen die Juden erwähnt habe und dabei aufSeitendes Monarchen vollem Verständnis und der unbedingten Anerkennung des Patriotismus des italienischen Judentums begegnet sei. Das Präsidium des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens hat im Zusammenhang mit den bekannten, auch im obigen erwähnten Pressedie 10,000.000 Bewohner umfassen und den größten Teil des Absatzes, fast SO Prozent, lenken, bedeuten für die Juden eine wirtschaftliche Katastrophe. Durch die Errichtung des Außenhandelmonopols wurde der jüdische Kaufmann restlos ausgeschaltet Nicht besser ist die Lage in den kleinpolnischen Naplithagruben. Die bekannte verstaatlichte Naphtha- Firma „Palmin", die vor dem Kriege zirka 100 jüdische Arbeiter und Angestellte beschäftigte, hat heute nur noch einen jüdischen Arbeiter und zwei jüdische Beamte. Die Enquete des „American Joint Distribution Committee" vom Jahre 192J brachte nähere Einzelheiten über das jüdische Handwerk in Polen: In Polen wurden 64.906 jüdische Werkstätten gezählt mit 78.922 Lohnarbeitern, davon 71.516, das sind 90,6 Prozent Juden. In Kleinpolen wurden in 62 Ortschaften 11.605 tätige Betriebe gezählt, von denen 6077 Lohnarbeiter beschäftigten, und zwar in der Saison 37.987, davon 16.190 Juden, gleich 42 Prozent. Die jüdischen Handwerker bilden 39,7 Prozent aller Handwerker in Polen. Das Gesetz vom il8. Juli 1924 über Versicherung für den Fall der Arbeitslosigkeit erstreckt sich auf erwachsene Arbeiter in Industrie, Bergwerks-, Verkehrs- und Handelsbetrieben, insofern diese Betriebe mehr als fünf Arbeiter beschäftigen. Dieses Gesetz trifft den jüdischen Handwerker sehr stark, weshalb 75 Prozent der jüdischen Werkstätten von den Arbeitslosenfonds keinen Gebrauch machen dürfen. Die Juden besitzen eigene 36 Handwerkerschulen, die eine minimale staatliche Dotation genießen. (Fortsetzung folgt.) angriffen seine Demission gegeben. Die italienische Regierung sah sich bekanntlich veranlaßt, durch eine Reihe von Erklärungen festzustellen, daß die antijüdische Kampagne in einem Teil der italienischen Presse nicht als Ausdruck der offiziellen Ansicht der Regierung zu betrachten sei, und hat nun, um ihr Vertrauen gegenüber dem Präsidium des Verbandes zum Ausdruck zu bringen, seine Demission nicht zur Kenntnis genommen und das Präsidium eingeladen, bis zum Ablauf seiner 5jährigen Amtsperiode, d. h. bis 1938, im Amt zu verbleiben. Das Präsidium beschloß, der Aufforderung der Regierung Folge zu leisten, und erließ an die jüdischen Gemeinden Italiens einen Aufruf, sich seiner Führung anzuvertrauen und keine Zersplitterung der jüdischen Kräfte in Italien zuzulassen. An Stelle des verstorbenen Präsidenten des Verbandes Advokat Feiice Ravenn q wurde der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Mailand, Kapitän Federiga Ja räch, gewählt, der Inhaber der höchsten italienischen Auszeichnung und eine der angesehensten jüdischen Persönlichkeiten Italiens ist. Besorgt Eure Bücher durch die Buchhandlung Hermann Tuchner Wien II., Ecke Taborstraße 52 Mäfjige Preise! Grofje Auswahl! Moderne Leihbücherei Gebühr 10 Grosdi. per Tag sonst nichts Anfrag.: Tel. R41-4-20 Kataloge gratis! GROSSFLEiSCHHAUERsf flEOM. KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE: XVIII., WÄHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Die Repräsentanz der israelitischen. Religionsgesellschaft im Rat der Stadt Wien. Herr Dr. Jakob Ehrlich ist wieder Rat der Stadt Wien geworden. Als Repräsentant der israelitischen Religionsgesellschaft! Er vertritt damit eine Gesellschaft, zu der er sich selbst nicht bekennt. Für ihn und seine Gesinnungsgenossen gibt es keine israelitische Religionsgesellschaft, sondern nur eine nationaljüdische, politisch - zionistische Volksgemeinde. Es ist ein Witz der Konjunktur des Nationalismus, daß Dr. Jakob Ehrlich zum Vertreter der israelitischen Religionsgesellschaft Wien bestellt wird, deren berufene Repräsentanz sicher nicht in den Reihen der Nationaljuden zu finden ist. Dazu kommt noch, daß Herr Dr. Ehrlich sich als Vertreter der israelitischen Religionsgenossenschaft Wien unseres Wissens weder im Falle seines Kollegen im Rate der Stadt Wien, Holoubek, der in einer Versammlung der V. F. von „Saujuden" sprach, noch des Herrn Vizebürgermeisters Kresse, der gerne allen jüdischen Gewerbetreibenden die Gewerbeberechtigung entziehen möchte, zum Worte gemeldet hat, das er so rasch und heftig führt, wenn es gegen die israelitischen Glaubensgenossen geht; da ist Herr Rat Dr. Ehrlich nie mundfaul. Aber der Vertreter seiner jüdischen Volksgenossen mag er sein. Als Repräsentanten der österreichischen, wiener, israelitischen Religionsgesellschaft im Rat der Stadt Wien werden wir ihn nie anerkennen, ebenso wenig wie Herrn Dr. Desider Friedman« von der gleichen Couleur im österreichischen Staatsrat. Kein Ärierparagraph im Verein der blinden Musiker. Wie der JTA-Vertreter erfährt, hat der Verein blinder Musiker, der bekanntlich auf seiner Generalversammlung beschlossen hatte, den Arierparagraphen einzuführen, nunmehr infolge energischen Einschreitens des Gesamtverbandes der Blindenvereine unter Androhung von Gegen-., maßnahmen seinen Beschluß bedingungslos zurückgezogen. Verbot von Faschisten-Umzügen im Londoner East End. Innenminister Sir Samuel Hoare teilte im Unterhaus mit, er sei vom Polizeipräsidenten Londons informiert worden, daß die British Union of Fascists um die Erlaubnis angesucht habe, am 4. Juli in dem jüdischen Viertel des Londoner East End einen Demonstrationszug zu veranstalten. Der Innenminister erklärte, daß er sich veranlaßt gesehen habe, während der nächsten sechs W*o chen sämtliche , Demonstrafionszüge der britischen Faschisten zu verbieten, da zu befürchten stand, daß es, wie im Oktober 1936, zu Zusammenstößen mit politischen Gegnern kommen könnte. „Der Bund Jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Bezirksgruppe Prater, veranstaltet am 26. dl M. unter dem Ehrenschutze des Herrn Bundesftihrers Hptm. a. D. Edlen von Friedmann anläßlich des fünfjährigen Bestandes des BJF im Natowicz-Kafieehaus, Prater,, Hauptallee, ein Sommerfest. Akademie — Tanz im Freien. Beginn 21 Uhr. Jüdische Männer und Frauen! Gedenket bei Antritt Eurer Sommer-Erholung der armen Jüdischen Kinder und spendet reichlich für die Ferienaktion der Kultusgemeinde „KINDER AUFS LAND" Spenden erbeten an : Fürsorgezentrale der Kultusgemeinde Wien I., Seitenstettengasse 2 Postsparkassen-Konto: B 29-659. j3ei:QtungsfteKe in der „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisation - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und Freitag von 10—12 Uhr vormittags im Sekretariat der „Union" J., Schottenring 25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. JedesMitglied der „Union" erhält in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen u. kaufmännischen Angelegenheiten, Steuerberatung Dollkommen unentgeltliche Auskunft. Oerfid)erungsberatung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport, Polizzenprüfung etc Die Mitglieder der „Union" erhalten eine namhmtte BegOnttlgang der Prämttmsätxe. Anerkennung des Patriotismus der Juden Italiens.

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