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Die Wahrheit · 1937-06-25 · Heft 25 (25.6.1937) · page 2

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 25 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 25 — 25. Juni 1937 DIE WAHRHEIT SzdJjutfvJt, K&UUn^ "S1^ 3tert^£/rv,KWß^ wK^^ ■% W&A*UYV 5>tÄAS>Ä^ Vvuvc Jfoi, : - S^B^tte*/ ^(^Ott^cnfce/l^ WanX,-R>ö>tf eq,. 3 Das „Katholische Lehen* § und der Zionismus. Wie verschieden die Zeitungsnachrichten über den Inhalt des Berichtes der Königlichen Kommission, dessen Veröffentlichung immer wieder aufgeschoben wird, beurteilt werden, beleuchtet drastisch ein Artikel im „Katholischen Leben" von Sonntag, den 20. JunL der unter dem Titel „Unheilige Pläne am das Heilige Laad" veröffentlicht wurde. Diese Meinungsäußerung ist deshalb beachtlich, weil das „Katholische Leben" die Wochenschrift des Volksbundes der Katholiken Oesterreichs und gleichzeitig das Mitteilungsblatt der Katholischen Aktion ist. Meir Grossmann, der Vertreter der Judenstaatspartei in der Zionistischen Exekutive, hat bekanntlich in einer in Wien stattgehabten Versammlung erklärt, die beabsichtigte Errichtung des selbständigen jüdischen Staates im skizzierten Umfange bedeute den Untergang des Zionismus. Ganz anderer Ansicht ist das „Katholische Leben". Dort heißt es unter dem Untertitel „Zionismus am Ziel?": „Wenn dieser Plan der Bildung den. weil er das Heilige Land, statt es politisch zu befrieden, zum Ausgangspunkt erneuter nationaler Konflikte machte. Die arabische Welt ist heute bereits ein Machtfaktor; sie wird die Schlappe, die die Errichtung einer jüdischen Republik mit dem Präsidenten Dr. Weizmann für sie bedeutet, nicht ohne weiteres hinnehmen. Diese jüdische Republik, die ja nichts anderes sein soll als eine britische Position im östlichen Mittelmeer, müßte außerdem Italien herausfordern. Die italienfreundliche Stimmung unter den mohammedanischen und christlichen Arabern Palästinas nimmt heute schon sehr zu, anderseits hat Mussolini den italienischen Juden soeben jede zionistische Tätigkeit untersagt. JCucad Saaes&zimpi Ausflugsort u. Sommerfrische,Kohlensäurebäder u. fein schmeckender Säuerling. Gesunde u preiswerte Sommerwohnungen. Rituelle Speisehüuser iU billigen Preisen. Auskünfte erteilt die Kurkommission Sesuerürunn, die herbestelle des Landesverbandes für Fremdenverkehr im Durgenland und der Heil- und Kurorteverband, beide Wien!., Nibaiangangasse 1 Die Konturen der weltpolitischen Fronten zeichnen sich bereits ab. Der realpolitische Blick der Staatsmänner in London sieht Palästina vor allem als Reserveverbindung nach Indien für den Fall, daß der Suezkanal bedroht wäre. Wir sehen Palästina als das Heilige Land der Christenheit, das machtpolitischen Auseinandersetzungen möglichst entrückt sein sollte!" Aber nicht der Zionismus, das heißt die Idee, heimatlosen Glaubensgenossen in Palästina eine Heimstätte zu schaffen, der von allen Juden gebilligt und unterstützt wurde, hat diesen Gefahren Realität verliehen, sondern nur der Fehlgedanke, die Siedlungen in Palästina als politisch-jüdisches Zentrum, als jüdischnationalen Staat für alle Juden der Welt aufzubauen. Falschmeldung über die Reichsvertretung deutscher Juden vor den Versorgungsbehörden. iÄPöÄSTliOINI IHOTEL ELISABETHHOF Zeitgemäße Preise. Kein Mahlzeitenzwang eines jüdischen Staates aus den drei historischen Ländern Judäa, Samaria und Galiläa verwirklicht wird, so ist damit ein wichtiger Punkt der zionistischen Programmforderungen erfüllt. Der Zionismus strebt bekanntlich seit einigen Jahrzehnten einen selbständigen Staat auf dem Gebiete Palästinas an". Aber die Judenstaatspartei und die politischen Zionisten fürchten mit Recht nichts mehr als eine solche Erfüllung ihrer Programmpunkte. Aber was haben sie sich gedacht, ganz Palästina mit Transjordanien wird ein selbständiger Judenstaat werden? Und was soll mit der Million Araber geschehen, die in diesen Gebieten wohnen? Ein selbständiger jüdischer Zwergstaat bedeutet ein Danaergeschenk für die Juden der ganzen Welt; auch für die palästinensischen. Denn niemand wird glauben, daß darin eine definitive Lösung des jüdischen Staates in Palästina erblickt werden kann. Die Araber werden einen solchen jüdischen Staat immer als einen Pfahl im Fleisch empfinden, und die Juden im jüdischen Staat in Palästina werden ihre politischen Aspirationen damit nicht befriedigt sehen. Die Antisemiten der Welt werden aber zur Unterstützung des Fremdenrechtes, unter das sie die Juden stellen wollen, auf den eigenen jüdischnationalen Staat in Palästina verweisen. Kein Wunder, daß in manchen sogar radikal zionistischen Gehirnen es zu dämmern beginnt und sie die Gefahren nebelhaft erkennen, in die sie durch ihren politischen und nationalen Zionismus das Judentum der Welt gebracht haben. Diese Gefahren deutet auch das „Katholische Leben" an, wenn es schreibt: „Der Zionismus ist vor allem eine politische und nationale Angelegenheit, die mit der jüdischen Religion sehr wenig zu tun hat. Die in Palästina eingewanderten Juden leben vielfach ohne Religion und entwickeln sich sittlich und weltanschaulich in einer solchen Richtung, daß von einer inneren Erneuerung des jüdischen Volkes keine Rede sein kann." Auch die Katholiken merken natürlich, daß der politische Zionismus mit Religion nichts zu tun hat. „Der englische Plan müßte, wenn er tatsächlich so formuliert wurde, wie aus den Darstellungen der Weltpresse zu entnehmen ist, schließlich aus dem Grund von den Katholiken abgelehnt wer- Verschiedene Blätter der internationalen Presse haben in den letzten Tagen Notizen veröffentlicht, die zu einer irrtümlichen Auffassung über die Stellung der Reichs Vertretung der Juden in Deutschland führen könnte. So brachte zum Beispiel der „Manchester Guardian" vom 11. Juni einen Bericht unter der Ueberschrift „Blow to German Jews, Body Not Recognised" (Ein Schlag gegen die deutschen Juden. Körperschaft nicht anerkannt). Der Wiener „Telegraf" vom 11. Juni sprach von einer „ZwangsVertretung für deutsche Juden". Aus den Meldungen dieser Blätter konnte man den Eindruck gewinnen, als ob allein die Staatszionistische Organisation von der deutschen Reichsregierung offiziell als Vertretung der deutschen Caie Pension Echsicin Semmering Juden anerkannt worden sei. Dies trifft nicht zu. Der Erlaß, auf den sich diese Meldungen beziehen, behandelt keineswegs die Frage der Vertretung der deutschen Juden im allgemeinen, sondern bezieht sich ausschließlich auf die Zulassung von Bevollmächtigten vor den deutschen Versorgungsbehörden. Hier ist jetzt neuerdings die Staatszionistische Organisation als vertretungsberechtigt anerkannt wordenaber sie ist nicht allein berechtigt, das Recht jüdischer Antragsteller vor diesen Behörden wahrzunehmen. Eine authentische Interpretation des neuen Erlasses wird von der Berliner jüdischen Wochenschrift „Der Schild" Nr. 24 vom 11. Juni 1937 unter der Ueberschrift „Kriegsopfer-Recht" veröffentlicht. Diese Mitteilung hat folgenden Wortlaut: „Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat in einem an die Schriftleitungen der jüdischen Zeitungen gerichteten Rundschreiben vom 7. Juli 1937 folgendes mitgeteilt: Die Staatszionistische Organisation bittet uns, von iolgendem Bescheid des Herrn Reichs- und Preußischen Arbeitsministers vom 31. 5. 1937, betreffend die Vertretung vor den Versorgungsbehörden, Kenntnis zu geben: „Im nächsten Reichsversorgungsblatt wird folgender Erlaß veröffentlicht werden: Mitglieder der Staatszionisfischen Organisation e. V. werden als Bevollmächtigte und Beistände jüdischer Antragsteller bei den Versorgungsbehörden zugelassen, wenn sie von dieser Organisation mit der Uebernahme von Vertretungen jüdischer Antragsteller allgemein beauftragt sind." Wie allgemein bekannt ist, ist der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten durch folgenden Erlaß des Herrn Reichsarbeitsministers vom 27. August 1934 zur Vertretung von Antragstellern nichtarischer Abstammung zugelassen worden: „Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten werden als Bevollmächtigte und Beistände von Antragstellern nichtarischer Abstammung im Sinne des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 und seiner Durchführungsbestimmungen bei den Versorgungsbehörden zugelassen, wenn sie von diesem Verbände mit der Uebernahme von Vertretungen nichtarischer Antragsteller allgemein beauftragt sind." An diesem Erlaß des Herrn Reichsarbeitsministers ist nichts geändert. Er ist nach wie vor unverändert in Kraft Der neue Erlaß, nach welchem auch Mitglieder der Staatszionistischen Organisation als Bevollmächtigte und Beistände jüdischer Antragsteller bei den Versorgungsbehörden zugelassen werden, bedeutet daher, daß neben dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eben auch Mitglieder der Staatszionistischen Organisation als Bevollmächtigte und Beistände jüdischer Antragsteller auftreten können. Die Betreuung und Vertretung der jüdischen Kriegsopfer ohne Rücksicht auf ihre jüdisch-politische und jüdisch-religiöse Einstellung wird vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in der bisherigen Weise unverändert fortgeführt." Zensurierte Todesanzeige. Das „Hamburger Fremdenblatt" veröffentlicht die Todesanzeige der Gefolgschaft einer jüdischen Firma für ihren verstorbenen Chef, in der es heißt: „Er war uns stets ein leuchtendes Vorbild treuester Pflichterfüllung und unermüdlicher, nie erlahmender Arbeitskraft. Seine große Güte und Hilfsbereitschaft wird uns allen unvergeßlich sein." Das Organ der SS, ,J3as Schwarze Korps", wendet sich nun gegen die Haltung der Geiolgschaft, „die vorn nationalsozialistische Politik betreibt, hinten aber in widerlichen Schmustönen einen toten Juden preisen läßt". Die Zeitung schreibt: „Wir stehen nach außen hin im schwersten Kampf gegen das Weltjudentum, und auch im Innern ringen wir noch immer um die Befreiung der deutschen Wirtschaft von jüdischen Parasiten. Diese Kampfstellung erfordert eine entschiedene Haltung, die auch dann nicht durchbrochen werden darf, wenn irgendwo wirklich oder angeblich ein lebender oder toter Jude auftaucht, dem man menschliche Züge nachsagen könnte. Das ist nämlich in jedem Fall eine getarnte Propaganda für das Judentum; denn jeder Dummkopf und jeder Ignorant sagt sich sofort: es gibt also doch anständige Juden, es steht ja sogar in der Zeitung, weshalb sollte ich nicht bei ihm kaufen?" In Hofgastein können Sie gut koscher essen, und zwar in der Gaststätte A n d e r k a . (früher Westend). Die Nachricht wird die jüdischen Besucher des bekannten Heilbades gewiß lebhaft interessieren.

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