Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 24 (18.6.1937)
- Date
- 1937-06-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 24 — 18. Juni 1937 DIE WAHRHEIT In allen Versicherangsangelegenheiten — m U «5 9 * der „Union", I., Schottenring 25, Telephon A 19-2-77, jeden Montag und Freitag von 10 bis 12 Uhr vormittags. / Leiter-. Komm.-Rat Alexius Salzer. Für Lebensversicherungsberatung haben wir einen Spezialfachmann bestellt, welche unsere Mitglieder beonders günstig beraten wird. ReiSegepMckSVerSiCtierting die Juden ein eigenes Volk sein wollen, das nach seinen Ansichten nicht nach den Forderungen der polnischen Staatsraison lebt, (die Juden haben sich überall als staatstreues Element bewährt! Die Schriftli)- dann muß das polnische Volk sie als schädlichenFremdkörperbehandeln, dessen Einflüssen mit aller Energie entgegenzuarbeiten ist." Im zionistischen Warschauer „H a i n t" hatte der jüdischnationale Abgeordnete Hartglas einen Artikel veröffentlicht, in dem betont wird, daß der wirkliche Grund des Antisemitismus in Polen die „Andersgeartetheit" der Juden sei, die es bewirke, daß eine Verständigung zwischen der polnischen und jüdischen Volksgemeinschaft so schwierig sei Da sich aber diese „Andersgeartetheit" nicht ändern lasse, so sei der richtigste Ausweg aus der Lage die Auswanderung. Hierzu schreibt die .,Qazeta Polska" Folgendes: „Schon lange haben wir von jüdischer Seite nicht eine so vernünftige Stimme gehört. Wir sind überzeugt, daß Herr Hartglas, wenn es ihm gelingen würde, seine Glaubensgenossen davon zu überzeugen, daß das wirksamste Mittel gegen den Antisemitismus die Untersuchung der „Andersgeartetheit" der Juden sei, in der Geschichte des Judentums sich unsterbliche Verdienste erwerben würde, sofern hieraus die entsprechenden Schlüsse gezogen werden. Denn nach unserer Ansicht ist die „Andersgeartetheit" der Juden eigentlich die einzige wirkliche Quelle des Antisemitismus. Wir sind überzeugt, daß die Juden, wenn sie dem Rat des Herrn Hartglas folgen wollten, zweifellos begreifen würden, daß der gegenwärtige Augenblick für das jüdische Volk die erste Gelegenheit seit Jahrhunderten ist, die ihnen die Möglichkeit bietet, wieder eine eigene Staatlichkeit zu errichten. Würden die Juden in die tatsächlichen Gründe des Antisemitismus eindringen, die in dieser ihrer „Andersgeartetheit" zu suchen sind, so würden sie sicher an Stelle der stumpfen, verblendeten Gegnerschaft gegen die Auswanderung, an Stelle des hoffnungslosen Kampfes mit der Judengegnerschaft den Antisemitismus zum Wiederaufbau der eigenen Staatlichkeit auswerten." Die besten Eisen Wüfsl-DDflSfc 3 mal täglich frisch bei ■ABEL, Wies IL, PraterstrafiB 33 Unter Aufsicht des Rabbinates der Adas-Jisroel-(Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. 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Das königliche Fahrzeug bleibt stehen. Die Königin dankt freundlich, mit ihr die Prinzessin und der Prinz, der die große Uniform des Marineoffiziers trägt. Da sitzen sie inmitten einer jubelnden Menge in dem offenen Fahrzeug. Auf den Pferden zwei farbig gekleidete Stallknechte und ein Vorreiter 'in vollem Ornat Dahinter die Farben der Uniformen des Gefolges und der begleitenden Oifiziere. Die Königin, die Prinzessin und der Prinz werden von den Herren J. Gans, A. A s s c h e r, Dr. S1 u i s namens des Synagogenverbandes begrüßt . . . Dann erhebt der Dirigent S. H. Englander seinen Taktstock. 1200 Kinder, unterstützt von der Amsterdamer Orchester-Vereinigung, setzen mit dem VVlilhelmus /ein. Der jüdische Bevölkerungsteil singt dem Oranjehaus zu, und aus diesem Gesang, aus dieser Huldigung und aus all den Ausschmückungen und der Freude sprechen Wärme und Hingabe. Das Programm spricht von »unseren Rechten und unseren Pflichten in dem Lande, Die holländische jüdische Jugend huldigt dem Hause „Oranje". Restaurant u. Pension STRENG -|tW Der übliche Staatsbesuch, den Königin Wiiheimina der Niederlande regelmäßig der holländischen Hauptstadt Amsterdam abstattet, hat in diesem Jahr durch den festlichen Einzug des jungen königlichen Ehepaares, der Kronprinzessin Juliana und des Prinzgemahls Bernhard, eine besondere Feierlichkeit erhalten. Den Abschluß fanden die zahlreichen Festlichkeiten mit einer Huldigung, die der Königin und dem königlichen Ehepaar am Sonntag, den 13. Juni, von 1200 jüdischen Kindern auf dem Jonas Daniel Meyerplein dargebracht wurde. Einen Beweis für die Bedeutung, die man nicht nur 2n Amsterdam, sondern auch in Holland und wohi weit über Holland hinaus diesem Königsbesuch beilegt, gibt der Bericht, den das größte Blatt Hollands ,J3 e Telegraaf in seiner Ausgabe vom 14. 6. veröffentlicht. Diesem Bericht entnehmen wir folgende Stellen: „Die Judenschaft Amsterdams hat Sonntag mittags die Lichter der Freude entzündet. Die Lampen der Synagoge brannten in. dem grellen Licht des Junitages. ,Je mehr Licht, desto mehr Freude' sagt ein jüdisches Sprichwort. Freude herrschte unter dem israelitischen Teil der Amsterdamer Bevölkerung. Freude, weil die königliche Galafahrt an diesem strahlenden Mittag ihren Höhepunkt auf dem J. D. Meyerplein fand. 1200 jüdische Jungen und Mädchen sangen hier der königlichen Familie zu mit demselben Feuer, mit dem tausende jüdische Einwohner der Königin, der Prinzessin und dem Prinzen mittags In den festlich verzierten Straßen zugejubelt hatten. Die jüdische Jugendvereinigung .Mögen Oowid' hatte die. Sanghuldigung organisiert. ' Jung Israel war es also, das das Gelübde ablegte in dem Lied, das der königlichen Familie dargebracht wurde: So sicher unsere Stimmen steigen Getragen durch den Frühlingswind, So sicher soll das Band sich festigen, Das Israel an Oranje bind'. Tausende hatten sich unter den grünen Bäumen des J. D. Meyerplein aufgestellt Tausende standen längst den beflaggten und geschmückten Straßen. Mit welcher Hingabe und welcher Liebe sind diese Straßen geschmückt Jedes Haus zeigte eine Flagge, eine Fülle von Oranjebändern. Es tut -wohl, zu sehen, daß auch dieser Stadtteil seine Freude über den königlichen Besuch zeigte. Die Türen der Synagogen stehen offen. Der große Eingang ist mit Blumen verziert. Man sieht nach innen in den Bereich der Stille. Die Lichter auf den Kandelabern sind angezündet Das Tageslicht ist hier verblichen .... Und so wie in der Synagoge auf dem J. D. Meyerplein die Lichter brennen, so glänzen sie auch durch das geöffnete Portal der Portugiesischen Synagoge nach draußen. Denn das ganze Judentum hat heute die Lichter der Freude entzündet. Vor der Synagoge, in Schwarz gekleidet, die Autoritäten. Die treibende Kraft dieser Huldigung, Herr I.Gans, der Ehrenvorsitzende des .^VlogenDow'id".Ferner der Vorsitzende des Niederländisch-Israelitischen Synagogenverbandes Herr A. As scher, L. H. Saarlouis, Oberrabbiner von Amsterdam, der Sekretär des Konsistoriums Herr Dr. Sluis, Prof. Dr. D. Stächet Qainfam, Hauptstraße 3/ Schöne Zimmer, grofier Garten Pension von S 6.— aufwärts das unsere Liebe und unsere Treue erworben hat, weil es nach dem erhabenen Vorbild seiner Fürsten unsere Vorfahren in jeder Hinsicht als Söhne aufgenommen hat und uns dadurch zum Vaterlande geworden ist!'... Als das Lied verklungen ist, ertönt das nach Versen von R. Sarphatu durch I. Olm an komponierte Lied ,Oranie und Israel'. Die'königliche Familie folgt andächtig dem Vortrag und applaudiert . . . Ihre Majestät dankt den Herren für diese Huldigung, die sie sehr erfreut hat . . . Sie ersucht, ihren Dank auch den Kindern zu überbringen." 3)ex Veteitt „Östecc. SeeAospUz m Qeada (Präsidentin Sofie Grünfeld) sendet Anfang Juli zarte, anämische, zu Katarrhen neigende jüdische Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren unter ärztlicher 'und pädagogischer Aufsicht in sein eigenes Heim nach Grado (Italien). Ein 30tägiger Aufenthalt am Meer, bei 5 Mahlzeiten (rituelle Küche) kostet S 5.— täglich. Reisebeitrag für Kinder unter 10 Jahren S35.—, über 10 Jahren S 50.— tour-retour. Anmeldungen im Vereinsbüro, IX., Türkenstraße 17, von 10—13 Uhr, Telephon R 51-5-63. Verfangt In Cafes usw.- „Die Wabthtit" Mitglieder und freunde der „Union österreidiisdier Juden". (Bezirhsorganlsationen innere Stadl, Leopoldstadl und Ländstraße) treffen sich während der Sommermonate bei jedem Wetter, jeden-Mittwoch, ab 8 Uhr abends im reservierten Teil des Restaurant Deufschberger, Prater, Äusstellungssträße (vis-a-vis dem Lustspieltheater), woselbst auch Gelegenheit zu freier Aussprache und geselliger Unterhaltung gegeben ist.