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Die Wahrheit · 1937-06-04 · Heft 22 (4.6.1937) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 22 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 22 - 4. Juni 1937 Seite 5 Besorgt Eure Bucher durch die Buch- , hartdlung Hermann Tuchner Wien ll.f Ecke TaborsiraDe 52 Mäßige Preise! Große Auswahl! Moderne Leihbücherei Gebühr 10 Grosch. per Tag sonst nichts Anfrag.: Tel. R 41 -4-20 Kataloge gratis! Die neue Schedule. In der Unterhaussitzung vom 26. Mai fragte Abgeordneter Geoffrey Mander, ob der Kolonienminister bereit sei, die Gründe dafür anzugeben, daß laut der neuen Arbeiterschedule für Palästina nur 770 Einwanderer in den Monaten April bis Juli zugelassen werden sollen, etwa ein Fünfzehntel der angeforderten Zahl und weit weniger als im gleichen Zeitabschnitt des vergangenen Jahres. Er fragte weiter, inwieweit die Gründe für diese Einschränkung mehr politischer als wirtschaftlicher Art seien. Minister Ormsby-Gore antwortete, der High Commissioner habe für die Monate April bis einschließlich Juli die Zulassung von 770 Einwanderern auf Grund der Arbeiterschedule bewilligt; die Festsetzung der Schedule in diesem Umfang sei nicht.infolge einer Aenderung der Palästinapolitik der Mandatarmacht erfolgt. Zweifellos habe sich der High Commissioner ausschließlich von den üblichen Kriterien leiten lassen, denen zufolge er die w i r tschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas in Rechnung zu ziehen habe. Abg. Mander: Kann der Minister sagen, ob die Jewish Agency diese Schedule angenommen hat, und kann er, falls dies nicht geschehen ist, einen Grund hierfür angeben? Minister Ormsby-Gore: Ich habe bloß einen Zeitungsbericht gesehen, demzufolge sie sie nicht angenommen hat; ich weiß aber nicht, ob dies riChtigJgkSL, ..:.:J^.^^,-V*.,i-r..fc-V.v Abg. Wedgwood: Bedeutet diese Einschränkung der Einwanderung nur das Festhalten an einer Politik, die, wie der Minister zugibt, gescheitert ist? : Minister Ormsby-Gore: Nein, es handelt sich um die strenge Durchführung der Bestimmungen des MacDonald-Briefes von 1930 und der damals von der Labour-Regierung festgelegten Politik. Fühlungnahme Englands mit anderen Staaten wegen Palästina. Der Tageszeitung von Kairo „El Ahram" wird aus Genf gemeldet, daß England sich mit den Vertretern anderer Staaten bei der gegenwärtigen Völkerbundversammlung über die Möglichkeit einer Lösung des Palästinaproblems beraten habe. England wolle sich der Stellungnahme der verschiedenen Staaten zu den von der Kgl. Kommission gemachten Lösungsvorschlägen vergewissern. Diese Informationen halte England im Hinblick auf die im Juli stattfindende Tagung der Mandatskommission für besonders wichtig. /^merifzaniscfter Jh%t "— ' Europa lebende junge Sdtaesf bemlker, von 38-n Jahren. „Amerika-' an Rudolf Mos Arabischer Emissär droht mit neuerlichem Äraberaufstand. Dr. Isstat Tannous, Mitglied des Obersten Arabischen Ausschusses, der sich gegenwärtig in Amerika aufhält, um die amerikanische öffentliche Meinung und die maßgebenden Kreise für die arabischen Bestrebungen in Palästina zu gewinnen, erklärte vor Vertretern der amerikanischen Presse, daß, falls die jüdische Einwanderung nicht vollkommen eingestellt wird, das Aufflammen eines arabischen Aufstandes zu erwarten sei, dessen Folgen für die Juden Palästinas weit schlimmer sein würden als die der Unruhen im verflossenen Jahre. *) Im Hinblick auf diese Erklärung richtete die palästinensische Tageszeitung „Haboker" eine entsprechende Anfrage an das Generalsekretariat der Jewish Agency und erhielt folgende Antwort: Da der High Commissioner bei der Ausgabe der Schedule die entscheidende Instanz ist, hat die Jewish Agency ihm mitgeteilt, daß sie die 220 Zertifikate ablehnt. Die Jewish Agency richtet jetzt an den High Commissioner die Anfrage, ob er diese Mitteilung nach London weitergeleitet hat. Der Vertreter des Blattes fragte weiter, ob es nicht üblich sei, derartige Mitteilungen auch direkt an das Colonial Office in London zu richten. Darauf wurde ihm geantwortet, daß in der Regel von der Jewish Agency in London Parallelaktionen beim Kolonienministerium durchgeführt werden. Es sei aber dem Generalsekretariat nicht bekannt, ob dies auch in diesem Falle geschehen ist. Der Oberste Arabische Ausschuß veröffentlicht eine Erklärung, in der er seiner kompromißlosen Opposition gegen eine Teilung Palästinas Ausdruck gibt. Die Araber, heißt es in der Erklärung, werden nicht einen einzigen Zoll des Bodens Palästinas aufgeben. R 44140 ist die eeue Telephonnummer der Redaktion und Administration „Die Wahrheit" II., Heinestraße 13 Kundgebung des „Reichsverbandes jüdischer Legitimisten". MW Jüdisches Kinder-Ferienheim Spital a./Semmering (820 m) Modernst Rituell Erstraagig Inhaber und pädagogischer Leiter: A. Taglicht Ständige ärztliche Kontrolle Glänzende Erholungserfolge Ärztereferenzen Sekretariat: IX.,Schwarzspanierstr.l2/3. Tel. A26-3-73 Unter dem Vorsitz des Bezirksleiters Dr. Richard Koch" fand am 19. v. M. im großen Saal des „Grünen Tor" eine Kundgebung des „Reichsverbandes jüdischer Legitimisten" statt, zu der sich weit mehr als tausend Personen einfanden, darunter etwa dreihundert christliche Besucher. Die Vaterländische Front war durch den Bezirksleiter des achten Bezirkes, durch seinen Stellvertreter und eine Abordnung der Amtswalter, ferner durch einen Funktionär des Nachbarbiezirkes vertreten. Der „Reichsbund der Österreicher" war durch Funktionäre der Leitung, durch den größten Teil der Bezirksleitung und durch Abordnungen seiner Teilorganisationen stark vertreten. Von den jüdischen Gruppen konnten Vertreter aller Lager begrüßt werden. Frau Irene H a r a n d wurde begeistert willkommen geheißen, ebenso die Vertretungen verschiedener legitimistischer Verbände. Der Vorsitzende gab einleitend den Aufbau des „Reichsverbjandes jüdischer Legitimisten Oesterreichs" bekannt und legte den Werbezweck der Veranstaltung dar. Der Sprecher des „Reichsverbandes". Redakteur Hans K a n d 1, führte u. a. aus: Bolschewismus und Nationalsozialismus wenden sich folgerichtig gegen alle bestehenden Kulturen und Religionen. Uns Juden tun sie die Ehre an, uns zum Angelpunkt des Weltgeschehens avancieren zu lassen, damit man uns benutzen kann, um alle Menschen über einen Leisten zu schlagen. Im besonderen der Nationalsozialismus braucht uns Juden. Daher haben wir Juden die Pflicht, vor die Oeffentlichkeit zu treten und klarzulegen, was wir sind, was wir wollen, wo wir stehen. Wirhabien einfach kein Recht, ins Ghetto zu flüchten. Wir haben durch unser Auftreten den Mißbrauch mit uns zu verhindern, nicht nur in unserem Interesse, sondern ebenso im Interesse der europäischen Verteidigung gegen beide Bolschewismen. Hier gilt es für uns darzutun, wie wir zum österreichischen Staatsgedanken stehen und keinen Zweifel darüber bestehen zu lassen, was wir sind, wo wir sind und was wir tun. Zu diesem Zweck wurde der „Reichsverband" gegründet, um allen österreichischen Juden das öffentliche Eintreten für den Kaiser zu ermöglichen. Von Anfang an haben wir dem Kaiser bedingungsloses Vertrauen entgegengebjracht; das Vertrauen wurde sofort beantwortet, durch das kaiserliche Ehrenprotektorat. Wir wollen Vertrauen schenken, damit wir Vertrauen ernten können. Nur dadurch kann die Politik des Hasses verhindert werden. Heute gilt zunächst unser Vertrauen dem Bundeskanzler. Erinnern wir uns, wie schwer Dollfuß und Schuschnigg darum gerungen haben. Daher wissen wir heute zu schätzen, was dauerndes Vertrauen bedeutet, Herstellung einer geschlossenen Vertrauensfront der Oesterreicher, die zu allererst dem verantwortlichsten Kämpfer, dem Bundeskanzler, gilt, und die den Ruf nach dem Kaiser zu erheben hat. Dann sprach auf eigenen Wunsch der neubestellte Presse- und Propagandaleiter des „Eisernen Ring" Karl Freiherr von Werkmann, der u. a. sagte: Daß wir so starke Gegner haben, beweist uns, was wir sind und daß wir siegen müssen. Propaganda für Oesterreich und Habsburg muß man mit Stolz, mit österreichischem Selbstbewußtsein machen. Als nächster Redner sprach für die legitimistische Arbeiterschaft Wilhelm Otto Kick: Differenzen, die wir untereinander auszutragen haben, sind dazu da, um ausgeglichen zu werden, Arbeiter, Bürger, Bauern, Christen und Juden haben die Pflicht, an einem besseren Leben mitzubauen, als wir es heute noch führen müssen. Wir haben uns von beiden Sumpfblüten zu distanzieren, von Moskau und von München. Einzeln sind wir nichts. In der Masse sind wir Oesterreich, wenn wir alle mittun. Dann wird Oesterreich so werden, daß wir uns alle darin wohl fühlen. Hierauf sprach der Hauptsekretär des „Eisernen Ring", Oberstleutnant Sebastian Blumauer: Der Pressefrieden besteht längst nicht mehr. Wir sind bei seiner Behandlung viel zu nobel. Vergessen wir nicht, daß der Balkan näher an Europa herangerückt ist. Es ist Zeit, an die Regierung heranzutreten und zu sagen: Hinaus mit dem Pressemist. Leider hängt uns auch hier die kaiserliche Erziehung an, die hier unangebracht ist. Wir können statt eines Befriedungsministers einen Bekämpfungsminister brauchen. Eine große Bitte an die Regierung: sie möge unsere Jugend zu wirklichen Oesterreichern erziehen. Die „Betonierten" sind nicht erziehbar. Sie mögen mit ihrem Wotan selig werden, v.\"r bleiben bei ii---,-rn alten Herrgott. Wir bitten weiter die Regierung, sie möge unsere Auslandsvertreter anweisen, gegen jede Beleidigung des Hauses Oesterreich aufzutreten Wir brauchen Versöhnung im Donauraum und sie kann nur von Oesterreich ausgehen, das sie durch Jahrhunderte ehrlich gebracht hat. Was Oesterreich war, das kann der ermessen, der im Krieg entscheidende Taten miterleben durfte, etwa die Rückeroberung Lembergs, den Jubel der Bevölkerung. Der Bundeskanzler hat ein herrliches Wort geprägt: SiegoderTod! Siegen wir, dann ist Europa gerettet, nicht nur Oesterreich. Oesterreich wird nie ein totalitärer Staat sein, nach dem Bekenntnis des Bundeskanzlers, er wolle kein Diktator, sondern nur ein Österreichischer Arbeiter sein. So lange der Kaiser nicht im Lande ist, darf es in Oesterreich nur eine Richtung geben: den Kurs Schuschnigg. Der Vorsitzende Dr. Richard Koch erklärte zum Abschluß: Die österreichische legitimistische Bewegung hat seit dem Jahre 1918 den Gedanken des freien, unabhängigen, selbständigen Oesterreich bewahrt und damit die geistigen und seelischen Grundlagen geschaffen, auf welchen Dollfuß im Jahre 1933 die Vaterländische Front gründen konnte. Die österreichische legitimistische Bewegung steht daher voll und ganz auf dem Boden der Vaterländischen Front. Wie die Dinge sich gestaltet haben, sind Freund und Feind im In- und Auslande einmütig der Ueberzeugung, daß die endgültige Sicherung der österreichischen Unabhängigkeit nur durch die Errichtung der Habsburger-Monarchie in Oesterreich gewährleistet werden kann; hieraus erwächst für alle guten Oesterreicher die unabweisliche Pflicht, die legitimistischen Bestrebungen zu unterstützen. Gilt dies für alle Oesterreicher, so gilt es noch eindringlicher für uns österreichische Juden. Uns österreichischen Juden ist der Weg klar und eindeutig gewiesen. Legitimistische Juden gehören folgerichtig in die jüdische legitimistische Organisation, das ist in den „Reichsverband Jüdischer Legitimisten Oesterreichs"; das erfordert die Wahrung jüdischer Würde, welche es ablehnt, sich zu tarnen und sich in Vereine einzuschleichen, welche auch Juden aufnehmen; das erfordert die politische Zweckmäßigkeit, um den Nachweis führen zu können, daß die österreichischen Juden in gleicher Weise wie die christlichen Mitbürger ihre Pflicht im Kampfe um Haus und Land Oesterreich erfüllen, das erfordert die politische Vernunft, um damit böswilligen Verleumdungen entgegenwirken zu können. Wer es daher mit den österreichischen luden wirklich gut meint, der kann ihnen nur den Rat geben: sich, als gute Oesterreicher zum österreichischen Legitimismua zu bekennen und als gute Juden dieses Bekenntnis durch den Bettritt zum „Reichsverband Jüdischer Legitimisten Oesterreichs" zu bekunden. Jüdische junge Mädchen mit Haushaltsker haben die Möglichkeit, in guten jüdischen Häusern in England und Holland unterzukommen. Demnächst Beginn eines Haushaltungs-Umschulungskurses des Bundes Jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs für Hausangestellte nach England und Holland im Krüger-Heim. Meldungen erbeten in der Kanzlei des Bundes, I., Bräunerstraße 2, Tel. R 25-3-43.

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