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Die Wahrheit · 1937-04-30 · Heft 17-18 (30.4.1937) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 17-18 (30.4.1937)
Date
1937-04-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIEWAHRHEIT Nr. 17 — 30. April 1937_ Seite 7 Zwei Kinder im Alter von 5—10 Jahren werden für 1—3 Ferialmonate in gutjüdischer Familie, aufgenommen. - - Eigene Villa mit großem Garten. Erstklassige Küche. Unter „Nähe Wiens" an das Sekretariat der „Union", /., Schottenring 25 Versammlungen der „Union" Bezirksorganisation III. Am Donnerstag, den 15. April, veranstaltete die Bezirksorganisation III, unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Ing. Koditschek, eine sehr gut besuchte Versandung im Klubsaal des Cafe Residenz, III., Löwengasse 39. Als erster Redner sprach Herr Komm.-Rat Alexius Salz er über das Thema „Die Judenfrage im Brennpunkte des europäischen Interesses"? Der Redner schildert, wie der ehemalige Unterrichtsminister Dr. Czermak unter obigem Titel eine Agitation in Wort und Schrift in Oesterreich entfaltet, welche eine wirtschaftliche Diskriminierung der Juden beinhaltet, und spricht hierauf über die wirtschaftliche Bedeutung der österreichischen Juden in manchen Zweigen des Handels und der Erzeugung. Er weist darauf hin, •daß die Judenschaft immer im Interesse des Staates gewirkt und zum Ansehen desselben im Ausland in wirtschaftlicher Hinsicht Bedeutendes beigetragen hat. Der Redner forderte auch die Anwesenden auf, die Regierung in jeder Hinsicht in ihrer schweren Situation zu unterstützen und schließt mit der Versicherung, daß die "Wiener und die österreichische Judenschaft immer voll und ganz zu ihrem Vaterlande Oesterreich stehen und demselben alle notwendigen Opfer bringen wird. Nun ergriff der Präsident der „Unio n-', Herr Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim, das Wort und sprach über die Auswirkungen des jüdischen Nationalismus in der Verwaltung unserer Kultusgemeinde. Er schilderte die in allen Dingen sich zeigende Einstellung der derzeitigen jüdischnationalen Majorität in unserer Gemeinde und berichtet nun über die geplanten Steuererhöhungen, die nicht nur die Höchstbesteuerten treffen werden, sondern auch alle anderen Zensiten bedrohen, da die derzeitige Einschätzung nach einer „unsichtbaren Skala" erfolgt und Tür und Tor allen möglichen Einflüsterungen bei den Schätzungskommissioneu öffnet. Die „Union österreichischer Juden" wird trotz ihrer Minorität in der Kultusgemeinde alles aufwenden, um allen parteimäßigen Uebergriffen der derzeitigen Majorität Widerstand zu leisten. Der Redner schließt mit dem Appell an die Versammlung, die Reihen der „Union", zu stärken, damit bei den nächsten Kultuswahlen die Verhältnisse in unserer Gemeinde wesentlich bessere werden. Der Vorsitzende, Herr Ing. Kodischek, schließt mit besonderem Dank an die beiden ausgezeichneten Redner die von einem sehr guten Publikum zahlreich besuchte Versammlung mit der Aufforderung an die Anwesenden, die Bezirksorganisationen der „Union" auf das tatkräftigste zu unterstützen und eifrig mitzuarbeiten, dann kann der Erfolg nicht mehr ausbleiben. Bezirksorganisation IV/V. Am 19. ds. M. fand im großen Saale der Bezirksorganisation 1V/V des B. J. F., IV., Hauslabgasse 2, ■eine sehr stark besuchte Versammlung dieser rührigen Bezirksgruppe der „Union" statt. Mehrere Kultusräte und Delegierte anderer Bezirke wohnten dieser großen, sehr schön verlaufenen Versammlung bei. Obmann D. W o 11 n e r eröffnete die Versammlung und gab seiner Freude Ausdruck, daß so viele Mitbürger dem Rufe der Bezirksgruppe Folge geleistet haben, speziell freue er sich, daß so viel Jugend erschienen ist. Diese Versammlung soll auch dazu dienen, um neue Mitglieder für die Bezirksgruppe zu werben. . Nun ergriff, lebhaft akklamiert, der Vizepräsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Josef Ticho, das Wort, um sein mit außerordentlichem Beifall aufgenommenes Referat: „Aufbau des ös.terreich]sehen Judentums im Sinne der .Union'" zu. erstatten. In Worten mit logischer Konsequenz setzte Herr Doktor Ticho der Versammlung auseinander, daß die Wiener Judenschaft nur eine österreichische Politik' betreiben könne und dürfe und alle Utopien fernhalten müsse. Seine längeren Ausführungen wurden mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt und er schloß unter Dankeskundgebungen seitens der Mitglieder seine so interessante Rede. Nach ihm ergriff Kultusvorsteher Herr Dr. Ernst Feldsberg das Wort, der in temperamentvoller Weise die Schädlichkeit des Nationalismus nachwies und die Tätigkeit der jüdischnationalen Mehrheit des Kultusvorstandes der Kultusgemeinde scharf kritisierte. Er versprach, daß alle unionistischen Kultusvorsteher weiter zur Wahrung der Interessen der jüdischen Bevölkerung gegen jüdischnationale Uebergriffe alles unternehmen werden. Reicher Beifall lohnte seine Ausführungen. Ueber Wunsch der ganzen Versammlung bestieg sodann der Präsident der „Union", Herr Reg.-Rat Dr. H. Oppenheim, die Rednertribüne. Er sprach über die Protektionswirtschaft und Steuermisere und über die unwürdigen Zustände in der Kultusgemeinde. In zündender Ansprache forderte er die Versammlung auf, sich um die Fahne der „Union" zu scharen, treu zusammenzuhalten und der unionistischen Idee zum Siege zu verhelfen. Minutenlanger Beifall erscholl nach Beendigung seiner Rede. Obmann W o 11 n e r dankte allen Rednern im eigenen, sowie im Namen der Bezirksgruppe für die interessanten Ausführungen und ersuchte alle diejenigen, die der Bezirksgruppe bisher noch nicht beigetreten sind, dies sogleich nachzuholen. Erfreulicherweise hat eine große Anzahl Herren diesem Wunsche entsprochen. Der Obmann forderte alle Anwesenden auf, der Bezirksgruppe Treue zu bewahren, fleißig Mitglieder zu werben, alle Veranstaltungen der Bezirksgruppe zu besuchen und schloß in vorgerückter Stunde diese in jeder Weise gelungene Versammlung. Bezirksorganisation VII. , In einer am 13. d. M. unter dem Vorsitz des Obmannes Dr. Oskar Gottfried abgehaltenen erweiterten Ausschußsitzung dieser Bezirksorganisation hielt Herr Professor Rabbiner Dr. Papo ein interessantes Referat über „Kulturelle Aufgaben der ,U n i o n"', welches Thema er übrigens in einer am 29. d. M. stattgehabten Versammlung der Bezirksgruppe ausführlicher behandelte. Er führte aus, daß die „Union" ihr Hauptaugenmerk der kulturellen Tätigkeit zuwenden müsse, um sich den Idealen eines religiös-kulturellen, von jeder Politik losgelösten Judentums zu nähern. Der Redner behandelt weiters die Frage des Hebräisch-Unterrichtes in der „Union" und wies darauf hin, daß die hebräische Sprache und Literatur nicht Privatbesitz einer Partei, sondern Gemeingut der gesamten Judenschaft sei und auch dazu gemacht werden müsse. Es sei daher die Einführung von Hebrä.'.idi- Kursen im Rahmen der „Union" unerläßlich. Des weiteren müßten zweckentsprechende Vorträge dafür sorgen, daß der Gedanke eines unpolitischen, kulturell-religiösen Judentums in Verbindung mit vaterländischer Gesinnung unter der Judenschaft Raum gewinne. Für die Jugend empfahl der Redner am Schlüsse seiner Ausführungen die Gründung eines Führerschulungskurses, da ohne geeignete Führer eine ersprießliche Arbeit mit der Jugend nicht möglich sei. Die Ausführungen des Redners wurden von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen. In der darauf folgenden Diskussion kamen die Herren Julius Alt, Arthur Grab, Franz Glaser, Dir. Stein, Julius Eckstein und W i 11 n e r zu Worte. JUGE3ND-UNION. Vorträge der Zentrale. „Roma Judaica" Unter diesem Titel hielt am 14. d. M. in dem bis auf das letzte Plätzchen besetzten Festsaal des Klubheimes am Schottenring Herr Dr. Franz Josef Weiß einen ausgezeichneten, von reichem Beifall begleiteten Vortrag. Das in jeder Richtung gediegen aufgebaute Referat führte einerseits durch drei Jahrtausende jüdischer und römischer Geschichte, andererseits durch die weitberühmten italienischen Kunststätten und Kunstsammlungen. An Hand dieser unwiderleglichen Beweise zeigte der Redner insbesondere daß die in Italien lebenden Juden sich stets alscives romani gefühlt haben und auch als solche anerkannt wurden, woran auch der Faschismus nichts geändert hat. Mit sehr interessanten Berichten aus dem heutigen Italien schloß dieser aufschlußreiche Vortrag. Am 5. Mai, halb 9 Uhr abends, spricht der Präsident der „Union österreichischer Juden", Herr Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, über „Der Nationalismus". Bezirksgruppe II. Am Dienstag, den. 4. Mai, 8 Uhr abends, findet im großen Saal des Kaffee Freiiwirth, II., Praterstraße 11, ein gemütlicher Abend statt, an welchem insbesondere alle Vorbereitungen für das u$t(iuMii(r$M Wien l.i Seitenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem I. Tor Samstag g—fhloMenl große Gartenfest, welches am 12. Juni a. c. stattfinden soll, besprochen werden. Die Leitung bittet alle unionistischen Jugendlichen, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen und bestimmt zu erscheinen. Bezirksgruppe IV/V. Die sehr rührige Jugendgruppe der Bezirkssektion Wieden-Margareten hat nun auch mit Hilfe des J. J. K. eine Gruppe für Jugendliche unter 18 Jahren geschaffen. Bei der am 24. d. M. stattgefundenen 1. Zusammenkunft hatten sich ca. 30 Kinder eingefunden, die die Leiterin dieser Gruppe im 5. Bezirk, Frl. Rosy Kupferstein rasch liebgewannen. Montag, den 26. d. M. hielt Herr Josef P o r e 1 einen Vortrag über moderne Telepathie, der ebenso wie in der Zentrale auch bei der Jugend der Bezirksgruppe starken Anklang fand. Sonntag, den 2. Mai findet unter der Leitung des Sportreferenten Herrn Franz Klein ein Ausflug in den Wienerwald statt, Treffpunkt 10 Uhr Sievering. Besuchen Sie die Veranstaltungen der Jugend- Union, Bezirkssektion IV—V. Sitz: Wien IVHauslabsasse 2. Heimabend jeden Montag ab 8 Uhr. 9emeinde€fktonitz. Der Josefstädter TempelvereFn hält Sonntag, den 2. Mai, 10 Uhr vorm., im Tempelgebäude, V[il., Neudeggergasse 12, seine Generalversammlung ab. Der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs und das Wiener jüdische Symphonie-Orchester veranstalten am Montag, den 3. Mai, S Uhr abends im Großen Ehrbar-Saale ein Orchester-Konzert. Dirigent: Dr. Kurt Pahlen. Mitwirkend: Gina Leder er (Sopran1), Paul Hamburger (Klavier). Zur Aufführung gelangen Werke von. Mozart. Beethoven, Brüll, Gustav Mahler, Verdi, Julius Chajes (Uraufführung). Karten von S 1.— bis S 4.— im Sekretariat, I., Bräunerstraße 2, im Heim, VI., Webgasse 35, in ailen B. O. G. und bei den Orchestermitgliedern. Pazirtanitentempel. Samstag, den 1. Mai, hält Herr Prof. Dr. Emil Lehmann beim Vormittagsgottesdiensl, um D Uhr, eine Gastpredigt. Der Verein „Oesterreichisches Seehospiz" (Präsidentin Sofie G r ü n f e 1 d) veranstaltet Samstag, den 8. Mai in den Räumen des Handelsmuseum s, IX., Berggasse 16, einen Gesellschaftsabend mit Akademie prominenter Künstler, Tanz, Büffet italienische Osteria, erstklassige Jazz usw. unter der Devise „Ein Abend an der A d r i a". Das Reinerträgnis wird für F r e iplä'tze zur Entsendung armer Kinder in das eigene Heim des Vereines in G r a d o (Iralien) verwendet. Karten im Vereinsbüro, fX., Türkenstraße 17, Telephon R 51-5-63 und bei allen Komiteemitgliedern. Tempelverein Beth Hachneseth, 111., Untere Viaduktgasse 13. Am 13. d. M. fand die Generalversammlung statt, die in Vertretung des erkrankten Präsidenten Herrn Dr. Auerbach der Vizepräsident des Tempels, Herr Ing. Hugo Koditschek, leitete. Er begrüßt mit herzlichen Worten die erschienenen Delegierten und Gäste, und zwar: Herrn Kultusvorsteher Börserat Popper als Vertreter der Kultusgemeinde, Herrn Präsidenten W o 11 n e r als Obmann des Verbandes der Tempelvereine, Herrn Dr. Schmitz als Vertreter der Bezirkskommission Landstraße, Frau Dr. Schwarz- Hiller und Frau Pick für den Jüdischen Frauenverein Landstraße, Herrn Alfred Brust als Delegierten des Bundes Jüdischer Frontsoldaten III., Herrn Obmann Schramek und Amtsleiter Kraus als Delegierte des Pazmanitentempels, Herrn Rabbiner Dr. Kupfer als Vereinsrabbiner, sowie alle erschiene-

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