Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 17-18 (30.4.1937)
- Date
- 1937-04-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S Nr.. 17 — 30. April 1937 J^E_WAHRHErr Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel 4&eb*tstutdeB IJar 6697 April / Mai 1937 früi abäs. 7.00 Ijar 19. 7.00 fEMtr (III. B. lt.)) iHaftora I 8.00 „ 20. {Wenakannanim J7.55 1 Halwijim I (4- Perek J 7.00 „ 21. bis 24. 7.35 abds- Freitag, 30. April 7.00 Samsug, 1. Mai 7.55 Donnerstag 6. Mai 7.35 nen Vorstandsmitglieder, Mitglieder und Freunde des Tempels. Nachdem der Rechenschaftsbericht, der Kassabericht sowie der Bericht der Revisoren verlesen und einstimmig genehmigt wurden, erteilte der Vorsitzende, Herr Ing. Koditschek, dem Herrn Rabbiner Dr. Kupfer das Wort zu einer Ansprache. Herr Dr. Kupfer spricht über das gute Einvernehmen aller Vorstandsmitglieder sowie der Mitglieder untereinander und über den Scholaum, den Frieden, der in diesem Tempel mustergültig vorhanden ist, ebenso über das gute Einvernehmen mit allen jüdischen Organisationen des HI. Bezirkes. Herr Rabbiner Dr. Kupfer schließt mit der Zuversicht, daß das heurige Vereinsjahr ebenso in jeder Hinsicht gut verlaufen möge, wie das vergangene. Herr Kultusvorsteher Börserat Popper überbringt die Grüße der Kultusgemeinde. Herr Präsident W o 11 n e r, als Obmann des Verbandes der Tempelvereine, beglückwünscht den Vorstand, insbesondere den Kassier zu seiner sparsamen Kassagebarung, welche vorbildlich für alle anderen Tempel sei. Herr Wollner wird sich bemühen, daß der Tempel bei der eventuellen Erhöhung der Subvention berücksichtigt wird, damit dann zur würdigen Ausgestaltung des Gottesdienstes der Tempel nunmehr definitiv einen, neuen Kantor .an Stelle des pensionierten anstellen kann. Herr Wollner gibt gleichfalls seiner Freude über das schöne Einvernehmen im Vorstande Ausdruck und wünscht dem Tempel weiterhin alles beste. Namens der Bezirkskommission begrüßt Herr Dr. Schmitz die Generalversammlung und namens des Jüdischen Frauenvereines Landstraße spricht Frau Dr. Schwarz- Hiller herzliche Worte der Begrüßung. Namens des Bundes Jüdischer Frontsoldaten spricht Herr Alfred Brust und teilt mit, daß der Bund die Absicht hat, im Herbst d. J. eine Gedenktafel für die Gefallenen im Tempel anzubringen, und bittet um die Widmung des Platzes. Alle Organisationen sprachen von dem guten Einvernehmen des Tempels mit denselben und heben die Bereitwilligkeit hervor, an der Werbung von neuen Mitgliedern für den Tempel mitzuarbeiten, da auch der Tempelverein alle Bestrebungen dieser Organisationen im Bezirke unterstützt. Der Vorsitzende, Vizepräsident Ing. Hugo Koditschek, dankt allen Rednern namens des Vorstandes auf das herzlichste und bittet dieselben, überzeugt zu sein, daß der Vorstand sich auch in Hinkunft sehr bemühen wird, das bisherige gute Einvernehmen mit allen jüdischen Organisationen aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen, zum Wohle des Tempels. Die von den Rednern gebrachten Anregungen werden ehestens vom Vorstände der Erledigung zugeführt werden. Nun wurden die Ergänzungswahlen zum Vorstande vorgenommen, wobei die zur Ausscheidung gekommenen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt wurden, in der hierauf folgenden Vorstandssitzung wurde die Konstituierung des Vorstandes vorgenommen, bei welcher sämtliche Herren in ihren Funktionen neuerlich einstimmig bestätigt wurden. Humanitärer Verein „Einheit". Am 12. April fand die XXI. ordentliche Generalversammlung des Vereines „Einheit", Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen und Mittelstandsküchen, IL, Malzgasse 12, unter dem Vorsitz des Obmannes, Herrn >Kultusvorsteher Geza Kling er, statt Die Israelitische Kultussemende war vertreten durch Herrn Kultusvorsteher Dr. Isidor Kl aber, die Chewra Kadischa durch Herrn Paul Schwarzstein, die „Union österreichischer Juden" durch die Herren Dr. Grünwald, Sigmund Freund und Dr. K. Steiner, der „Bund jüdischer Frontsoldaten" durch die Herren iEäsner. Donath und May, u.a.m. Der Vorsitzende begrüßt die Mitglieder und Gäste und berichtet über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit Er hebt besonders die Neueinführung in der Mittelstandsküche, die Verabreichung eines Menüs um 50 Groschen, bestehend aus Suppe, Gemüse, Fleisch und Mehlspeise, hervor. Selbstverständlich deckt dieser Preis nicht einmal die Selbstkosten der Lebensmittel. In der „Einheit" werden täglich 400—600 Personen ausgespeist davon ungefähr die Hälfte in der Mittelstandsküche. Die Nachtmahlausspeisung, die täglich an 70—100 Personen verabreicht wird, erfolgt völlig kostenlos. Die diesjährige Pes- Leopoldsffidter Tempeifcrcln Aeschei Awrohom II., Pazmanlfemiosse 6, Tel. n 41-0-63 Anmeldungen t. AaigeDoten, Troonngen (andiunt.irelemfl!inniel)n. Barmlziraas Oabetstanden Ijar 5697 U beweisen Sie noch heule Ihr Abonnement! sachaktion hat gegenüber den Vorjahren bedeutende Erweiterung erfahren. In den Räumlichkeiten der „Einheit" selbst wurden täglich 350 Personen verköstigt. Die jüdischen Häftlinge in den Gefangenenhäusern erhielten für Rechnung der Kultüsgemeinde die Verköstigung währejnd der ganzen Feiertage. Täglich wurden 400 Mahlzeiten an die Gerichte gesandt. Ferner erhielt der Kindergarten im XX. Bezirk und die jüdischen Taubstummen am Sederabend die Kost. Im abgelaufenen Verwaltungsjahr ist der Umsatz von S 50.000.— auf mehr als S 70.000.— gestiegen, die Spesen haben dagegen verhältnismäßig nur eine minimale Steigerung erfahren. Der Vorsitzende dankt der Kultusgemeinde für die Unterstützung, die diese der „Einheit" zuteil werden läßt, ebenso der Adas Jisroel. Hierauf bringt der Schriftführer Dr. Dagobert Ryb.aczewski den Rechenschaftsbericht zur Verlesung. Herr Komm.-Rat Benedikt Schwager aus Linz, der seit einigen Monaten im Vorstande der „E i n h e i t" tätig ist, hebt hervor, daß es der „Einheit" gelungen ist trotz ihrer relativ bescheidenen Mittel viel Elend zu lindem. Der Revisor Emil Kritzler stellt den Antrag auf Erteilung des Absolutoriums, der einstimmig angenommen wurde. Im Namen der israelitischen Kultüsgemeinde spricht Kultusvorsteher Dr. Kl aber der „Einheit" die vollste Befriedigung für die geleistete Arbeit aus. Herr Geza Kirnger hebt hervor, daß die „Einheit" der einzige jüdische Ausspeiseverein in Wien ist der unter Aufsicht der Adas Jisroel steht und' betont, daß es unbedingt notwendig ist, auch den streng orthodoxen Juden die Möglichkeit zu geben, in einer Anstalt zu essen, ohne dabei in Gewissenskonflikt zu geratea Der Vorsitzende bedauert, daß für eine so eminent wichtige Wohlfahrtseinrichtung nur immer wieder dieselben Kreise in Anspruch genommen werden können. Es wjirden hierauf als neue Vorstandsmitglieder die Herren: Komm.-Rat Benedikt Schwäger, Baumeister Arnold Barber, Siegmund Spiegel und Nathan Brodetzky einstimmig gewählt. Herr Brodetzky wird an Stelle des verstorbenen Herrn Jakob Stern als Revisor tätig sein. Bannizwahfeier. Samstag, den 24. April, fand im Tempel, IL, Pazmanitengasse, die Barmizwahfeier des Joachim Müller, Sohn des Herrn und Frau Oberkantor J. L. Müller, statt. Der Tempel war von einem zahlreichen Publikum, vornehmlich Freunden und Verehrern des geschätzten Oberkantors, dicht gefüllt. Nach dem feierlichen Mischeberach durch 1. Kantor Stift rezitierte der Barmizwah die Haftorah in verständnisinniger Weise, worauf Rabbiner Dr. M u r m e 1 s t e i n an ihn eine herzliche und inhaltreiche Ansprache hielt, in der er die Tugenden der Mutter, die meisterhaften Leistungen des Vaters, seine herrliche Stimme und seinen seelenvollen Vortrag, welche dem Tempel zur Zierde und Ehre gereichen, besonders hervorhob. Selbstverständlich, daß Oberkantor Müller an diesem Festtag den Gottesdienst meisterhaft versah und die Festteilnehmer, unter denen sich der Ehrenpräsident der „Union" Dr. J. O r n s t e i n, in Vertretung der Kultusgemeinde Dr. 1. K1 a b e r und viele Vereinsvertreter befanden, aufs höchste entzückte. Nachmittags fanden, sich zahlreiche Gäste der „W i e n e a" als Gratulanten ein, so unter anderen Oberrabbiner Dr. Tag Ii cht, die Rabbiner Dr. Murmelstein, Schenk und Benedikt viele Kantoren und Sänger. Der Barmizwah hielt an die Anwesenden eine in klassischer hebräischer Sprache abgefaßte Ansprache, die vollste Bewunderung hervorrief. An den Barmizwah hielten Ansprachen der Obmann des Tempels Oskar Schramek, die Vorsteher Komm.-Rat Schwager, Schönherz, Oberinspektor Engel und der Obmann des jüdischen Kiriturklubs „Jawne" Scharfberg. Oberkantor Müller und dessen Gattin erhielten aus Nah und Fern zahlreiche Gratulationen, die Zeugnis von der großen Beliebtheit geben, deren sich Oberkantor Müller erfreut. M. Sch. Goldene Hochzeit Die Feier der goldenen Hochzeit des Herrn Josef Kiein und seiner Gattin Frau Berta, die Samstag, den 24. d. M., stattfand, war ein großes Ereignis für die Judenschaft des IX. und -vieler anderer Bezirke. Die IsraelitSsohe iüiltusgemeinde, die Gemeinde Wien, sehr viele jüdische Korporationen und Vereine, sowie eingroßer Teil der jüdischen Bevölkerung nahmen an dieser Feier regsten Anteil, die den Beiweis erbrachte, daß das Ehepaar KJein sich in weitesten Kreisen sehr «roßer BeUeärtheit erfreut. Beim feierBchen Gottesdienst im Müllnertempel waren Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde, der Fürsorge-Zentrale und sehr viele Abordnungen jüdischer Vereine erschienen. Herr Rabbiner Dr. S c h w a r z hielt eine zu Herzen gehende Ansprache. Herr Präsident Dr. Friedmann der Israelitischen Kultusgemeiinde sandte eine . Glückwunschadresse, die von Herrn Kommerzialrat M. M. Weiss verlesen wurde. Bei der Gratulation war Herr Bezirksvorsteher Erban anwesend, der namens des Herrn Bürgermeisters dem Jubelpaare die Glückwünsche der Gemeinde W'ien überbrachte, ein herrliches Diplom des Herrn Bürgermeisters- sowie Geschenke überreichte und in seiner Ansprache die der Gemeinde Wien bekannten großartigen Leistungen des Ehepaares Klein auf charitativem Gebiete würdigte. Herr Generaldirektor Petsch stattete den Glückwunsch im Namen der Generaldirektion der Versicherungsanstalten Oesterreichs, Herr Kultusvorsteher Friedrich Feuer und Sekretär Oskar H'i rsch"f'eld im Namen der „Union österreichischer Juden" ab. Am Abend fand dte Festsitzung des Jüdischen Witwen-, Waisen'hilfs- und Ausspeisevereines im IX. Bezirk statt, dessen Obmann Herr Klein und seine Gattin sich unvergleichliche Verdienste um das Gedeihen, des Vereines und somit für das Wohl der hilfsbedürftigen Glauibensbrüder erworben haben. Herr T e r k e I. hielt als Vorstandsmitglied die formvollendete Festrede und wurde ein von den Damen und Herren des. Vorstandes gewidmetes lebensgroßes Bild des Jubelpaares enthüllt, welches 'in der Ausspeisestelle des Vereines angebracht wird. Herr Kultusrat Doktor Feldsberg beglückwünschte in inniger Weise das Jubelpaar namens der Israelitischen Kultusgemeinde und für die Chewra .Kadischa, und sprach den Dank für das öffentliche Wirken des Herrn Klein im Namen der Gesamtjudenschaft Wiens aus. Die Herren Rabbiner Dr. Schwarz, Rabbiner- Blech, Präsident E i s n e r, Obmann Josef Fuchs und Präsident Kessler fanden Worte des höchsten- Lobes für das echt jüdische, von größtem Erfolge begleitete soziale Wirken des Ehepaares Josef und Berta. Klein. Herr Kommerzialrat A. Salzer gratulierte in einer gefühlvollen Rede für den Vorstand der „Union, österreichischer Juden". Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß. die sozialen Leistungen des Ehepaares Klein in der breiten OefffentKchkeit bekannt und gewürdigt werden. Möge es ihm 'beschieden sein, noch lange Jahre zum Wohle der Bedrängten zu wirken! (Beerdigungen. 20. April 1937: Frieda Weidhofer, 51 Jahre, 20. Bez., I. Tor. — Ida Schwarz, 71 Jahre, 1. Bez., IV. Tor. — Helene Frankl, 58 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Esther Aba,. 1. Bez., IV. Tor. — Malke Bandler, 8. Bez., IV. Tor. 21. April: Julie Schwimmer, 82 Jahre, 1. Bez., 1. Tor. — Leopold Diamant, 70 Jahre, 8. Bez., 1. Tor. — Alfred Strasser Sauczi, 9. Bez., I. Tor. — Osias Lopater, 71 Jahre, 4. Bez., 1. Tor. 22. April: Adele v. Mises, 79 Jahre, 1. Setz., I- Tor. — Mathilde Lövy, 67 Jahre, 5. Bez., I. Tor. — Sigmund Mauthner, 85 Jahre, 9. Bez., I. Tor. _ Adolf Schönblüh, 54 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Ignaz Reichhardt, 50 Jahre,. 2. Bez., IV. Tor. — Isidor Pemetz, 59 Jahre, 1. Bez.,. IV. Tor. — Karoüne Goldberg, 73 Jahre, 19. Bez., IV. Tor. 23. April: Baruch Mendel, 67 Jahre, 15. Bez., IV. Tor. — Regine Schlesinger, 76 Jahre, 13. Bez., IV. Tor. — Flora Bergel, 72 Jahre, 7. Bez., IV. Tor. 25. April: Elsa Epstein, 65 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Anton Schwarz, 50 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Ferdinand- Steiner, 82 Jahre, 18. Bez., I. Tor. — Lotte Raff, 25 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Oskar Weiss, 58 Jahre, 9. Bez., 1. Tor. _ Jakob Schwarz, 90 Jahre, 14. Bez., IV. Tor. — Rachele Schuhmann, 72 Jahre, 13. Bez., IV. Tor. — Hermann Penner, 71 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Dr. Paul Popper,. 50 Jahre, Prag, IV. Tor. — Josef Wertheim, 45 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Peppi Feiler, 54 Jahre, 8, Bez., IV. Tor. — Dr. Hermann Kästenbaum, 77 Jahre, 2. Bez., IV- Tor. 26. April: Adolf Morgenstern, 77 Jahre, 9. Bez., 1. Tor. — Melanie Langfelder, 65 Jahre, 1. Bez., I. Tor. — Jeanette Klinger, 75 Jahre, 15. Bez., IV. Tor. — David Neufeld, 72 Jahre, 5. Bez. IV. Tor. — Josef Rudich, 73 Jahre, 18. Bez., IV. Tor. 27. April: Karl Biedermann, 38 Jahre, 3. Beiz., I. Tor. — Jetü Scnetadl-Wächter, 92 Jahre, 20. Bez., I. Tor. — Helene Eisler, 62 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Wilhelm Wolf Unger, 77 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Friedrich Fürst, 32 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Sofie Frankenstein, 70 Jahre* 2. Bez., IV. Tor. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verahtwortr licher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL, Praterstrafie 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne; Wien TL Robertgasse 2. .