Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 12 (26.3.1937)
- Date
- 1937-03-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 12 — 26. März 1937_ Seite_7 Viele wissen es dum..., daß auch heuer zu Pessach die vorzüglichen JUiflSiM relnwursfnod Selchwaren PIDS bw in allen Filialen und Verkaufsstellen erhältlich sind EBgros- II .RoienslernCasse 12 Versand Telephon R 47-0 80 Und dieser Standpunkt gilt mutatis matandis •auch für die Frage der freien Berufe. Zum Schluß ein Wort: in dem Bestreben nach Berufsumschichtung können wir uns nicht mit ScMaigiworten ohne Realisierungsmöglichkeit befassen, denn im harten Alltagsleben der Arbeitslosen ist nicht das tönende Wort, sondern die zur Arbeit und Brot führende positive Tat entscheidend und ausschlaggebend. Mitteilungen der Union. Der der Vaterländischen Front angeschlossenen Betriebsorganisation der „Union österreichischer Juden" wurde jüngst eine hohe Ehre zuteil. Am Donnerstag, den 18. d. M. abends wurde ihr im Festsaale der Bezirksführung Innere Stadt der V. F. vom Bezirksführer Herrn Generalmajor Dr. Zobernigg in feierlicher Weise die schöne Front-Fahne überreicht. Der Feier, die einen überaus erhebenden Verlauf nahm, wohnten die Amtswalter der Bezirksführung, das Präsidium und Exekutiv-Komitee der „Union", die Damen der Leitung des Union-Frauenklubs, die Angehörigen des Sekretariats der „Union", sowie als Fahnenjunker zwei Mitglieder der Jugend-Union und des Jüdischen Jugendkreises bei. Generalmajor Dr. Zobernigg begrüßte die Erschienenen in sehr herzlicher Weise und charakterisierte in seinen geistreichen Ausführungen die Fahne als Symbol der Kameradschaftlichkeit. So wie im Kriege die Fahne dem stürmenden Heer voranflattert, so ist heute die Front-Fahne dazu berufen, den Sammelpunkt aller zu bilden, die an dem Aufbau! des neuen Oesterreich mit ganzer Kraft mitarbeiten wollen. Präsident Reg.-Rat Dr. Oppenheim dankte Herrn Generalmajor Dr. Zobernigg für die der „Union" durch Ueberreichung der Front- Fahne zuteil gewordene Ehre. Der Präsident hob hervor, daß die österreichischen Juden sich stets in Treue zu ihrem Vaterlande Oesterreich bekannt haben und mit Freuden bereit sind, auch an dem Wiederaufbau Oesterreichs mittätig zu sein. Die Dollfußstraße ist auch unser Weg, das Dollfuß- Ziel, ein glückliches, freies, unabhängiges Oesterreich, ist! auch unser Ziel. Der Präsident legte namens der „Union" das Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Vaterlande Oesterreich ab. Generalmajor Zobernigg überreichte nun die mit einem vom Union-Frauenklub gewidmeten Fahnenband geschmückte Front-Fahne der Betriebsorganisations-Leiterin, Fnau Bundesstaatlicher Fürsorgerat Ottilie Politzer, die die Fahne mit herzlichem Danke entgegennahm und ihrer Freude darüber Ausdruck verUeh, daß es den gemeinschaftlichen Bemühungen gelungen sei, die Beziehungen zwischen V. F. und „Union" so schön zu gestalten. Generalmajor Zobernigg schloß hierauf die eindrucksvolle Feier. Versammlungen der „Union". In der letzten Zeit fanden in verschiedenen Bezirksorganisationen Versammlungen der „Union" statt. Welchen Themen immer diese Kundgebungen gewidmet waren — und die Auswahl war sehr mannigfaltig —, durchwegs waren sie ausgezeichnet besucht und diese starke Anteilnahmie des jüdischen Publikums beweist neben der fortwährend steigenden Mitgliederanzahl das lebhafte Interesse, das jetzt für die Bestrebungen und Aktionen der „Union" vorherrscht. In der Bezirksorganisation Aisergrund, wie auch in der Josefstadt sprach Komm.-Rat Alexius S a 1 z e r sehr instruktiv über „D i e w i r t s c h a f tlicheLaged er Wiener Jude n". In Hietzing referierten Reg--Rat Dr. Hermann Oppenheim und Dr. Ernst Feldsberg über „Aktuelle Frage n\ Dem gleichen Thema war eine wahre Massenkundgebung der Bezirksorganisation Leopoldstadt im Festsaal des Hotel Continental gewidmet, in der außer den beiden eben Genannten noch Dr. Josef T i c h o sprach. (Wir werden über diese ausgezeichnet besuchte Versammlung, die besonders eindringlich den imposanten Aufschwung der „Union" bewies, in unserer nächsten Nummer ausführlich berichten.) Am vergangenen Donnerstag hielten die rührigen Leitungen der Bezirksorganisationen Währing und Döbling eine eindrucksvolle gemeinsame Versammlung ab, in der Frau Olga Fuchs meisterhafte Rezitationen brachte, Ehrenpräsident Dr. Jakob O r n s t e i n einiges Interessantes aus der Geschichte der „Union", erzählte und Doktor Ernst Feldsberg aktuelle Angelegenheiten behandelte. Schließlich seien noch der Vortrag des Herrn Minister a. D. Dr. Friedrich von W i e s n e r über „Das Judentum und das Haus Habsburg", der vorigen Samstag im. überfüllten Festsaal des Gewerbevereins stattfand, wie auch der überaus interessante Vortrag des Herrn Dir. Johann Lichtenstein über „Goethe und die Juden" im „Union-Klub" erwähnt. Sofort nach den Feiertagen wird diese dem lebhaften Interesse der Wiener Judenschaft begegnende Versammlungskampagne der .Union" fortgesetzt. Auf den oberwähnten Vortrag des Herrn Minister a. D. Dr. Friedrich von W i e s n e r, dem führende jüdrsch-legitimistische Kreise Oesterreichs beiwohnten, kommen wir. ebenfalls in der nächsten Nummer zurück; er hat überall starkes Interesse ausgelöst und bot einen instruktiven Rückblick auf die Geschichte der österreichischen Juden unter Habsburgs Herrschaft. Vortragsabend Ernst Lissauer. Am Dienstag, den 6. April, präzise 8 Uhr, liest Ernst Lissauer im Saal des Klubheims der „Union" aus eigenen Werken, und zwar aus dem kürzlich erschienenen Bande „Zeiten-Wende", ferner die Erzählung „Die Konsultation", heitere Gedichte, sowie auf besonderen Wunsch aus seinen neuen Essays über Wien. : ^\J^Jj[C für meine hübsdie in Wien lebende Verwandte vornehmer Abstammung einen Gatten in gesicherter Stellung oder Geschäftsmann Provinz oder Ausland, ev. Witwer mit einem Kind nicht ausgeschlossen. Zuschriften unter Chiffre: „R«I!fj|ÖS" «n die Admini» s&aü'pn. 4« £}Iat{es. Rückgang des österreichischen Exportes nach Palästina. Die österreichisch - palästinensische Handelskammer weist in ihrem Berichte auf den empfindlichen Rückgang des österreichischen Exportes nach Palästina, der besonders Konfektion, Leder, Maschinen und Papier betrifft, hin. Zur Vergrößerung des Exportes wäre nach Ansicht der Handelskammer ein Uebereinkommen ähnlicher Art notwendig, wie es in jüngster Zeit zwischen der Schweiz und den palästinensischen Wirtschaftsorgianisarionen abgeschlossen wurde. Die Handelskammer fordert die amtlichen Stellen auf, durch entsprechende Ausfuhrerleichterungen die rückgängige Bewegung des Exportes nach Palästina aufzuhalten. Im Pazmanitentempel werden am 2. Tag Pessach beim Vormittagsgottesdienst um %9 Uhr Herr Rabbiner M. Zikier und am 8. Tag Pessach Herr Prof. Dr. E. Lehmann beim Vormittagsgottesdienst Gastpedigen halten. Der sogenannte grüne Zahnbelag bei Kindern ist eine sehr häufig beobachtete Erscheinung, die dadurch entsteht, daß infolge ungenügenden Putzens Speisereste — vor allem klebrige Zückermassen — Gärungs-Säuren bilden, die eine Entkalkung der Schmelzschichte und eine Besiedlung der Zähne mit grünen Fadenpilzen herbeiführen. Deshalb sollen auch die Zähne der Kinder mit einer geeigneten Bürste und Zahnpasta gründlich und regelmäßig gereinigt werden. ODOL- Zahnpasta reinigt gründlich, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, desinfiziert, ist von angenehmem, köstlichem Geschmack, und verleiht reinen Atem. ODOL-Zahnpasta wird erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der Zahnärztlichen und Pharmakognistischen Institute der Universität Wien. scbmackoiuf tan Granen and GrObera LßopoldOßutschJißnXI. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhof I. Tor. Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhof IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kulturen Sememdedhronik. Eine erfreuliche Nachricht können wir schon heute unseren Lesern mitteilen. Dem rührigen Obmann des Josefstädter Tempelvereines, Herrn Komm.-Rat Sigmund F e 1 d m a n n, ist es gelungen, der Wiener Judenschaft Gelegenheit zu bieten, den weltberühmten Warschauer Oberkantor K u s e w i c k i einige Male in Wien zu hören. Am Donnerstag, den 15. April, abends, wird Oberkantor Kusewicki im Großen Tempel in der Tempelgasse liturgische Gesangsvorr träg« zum Besten geben; mit Rücksicht auf das gewiß zu erwartende große Interesse wurde für diese Veranstaltung des Josefstädter Tempelvereines der geräumige Leopoldstädter Tempel gewählt. Am Freitag, den 16. April, abends, und am Samstag, den 17. April, vormittags, finden im Josefstädter Tempel mit Oberkantor Kusewicki Festgottesdienste statt. Promotion. Samstag, den 20. d. M., wurde Herr Diplomkaufmann Rudolf S z i 1 a g y i, Realitätenvermitfeler und Gebäudeverwalter, im Festsaal der Hochschule für Welthandel zum Doktor der Handelswissenschaften promoviert. 60. Geburtstag. Sonntag, den 28. März, am 2. Tag Pessach, feiert der bekannte Wiener Kaufmann und verdienstvolle Vorstandsmitglied des Tempelvereines Wieden-Margareten, Herr Arnold S t e i n f e 1 d, seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wird im Margaretner Tempel im Rahmen des Feiertagsgottesdienstes eine intime Feier zu Ehren des Jubilars stattfinden. Arnold Steinfeld hat sich während seiner mehr als 15jährigen Wirksamkeit als Vorstandsmitglied des Tempelvereines, insbesondere aber als Obmann der Talmud- Thora-Schule große Verdienste erworben. Er ist auch ein eifriger Förderer der „Union", bei der er die Stelle eines Bezirksleiter-Sellvertreters des V. Bezirkes bekleidet. In Arnold Steinfeld, der bei allen Bürgern des Bezirkes sich der größten Wertschäztung erfreut, ehrt der große Kreis seiner Freunde und Gönner einen guten, aufrecht ten Juden und großen Menschenfreund und Wohltäter. Die Schwiegereltern seines ältesten Sohnes, Herr und Frau David G u 11 m a n n aus Z ü r i c h, die selbst vorige Woche ihre goldene Hochzeit gefeiert haben, sind nach Wien gekommen, um dem Jubilar persönlich zu gratulieren, und werden durch ihre Anwesenheit viel zur Erhöhung der Feier beitragen. 80. Geburtstag. Am 17. März feierte der Nestor der österreichischen Kantorenschaft, Oberkantor Siegmund J e 11 i n e k, in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar wurde wegen seines charitativen Wirkens vom Bundespräsidenten mit der großen silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Er erfreut sich in der Stadt Hollabrunn größten Ansehens und war anläßlich des seltenen Festes Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Der Bethausverein „Mikdasch Meat" war am Samstag, den 6. März, der Schauplatz zweier Feiern. Beim ersten Beten war der frühere langjährige Obmann des Vereines, Herr Oskar Rubin, anläßlich seines 70. Geburtstages Gegenstand von Ehrungen, bei denen Herr Rabbiner M. Blech, Herr Dr. Josef Seiler und der gegenwärtige Obmann Herr David Bleich die Verdienste des Jubilars würdigten. Den Mittelpunkt des zweiten Betens bildete die Bar-Mizwah-Feier des Sohnes des Obmannes David Bleich, Walter, bei welcher Gelegenheit die Herren Rabbiner Blech, Dr. Seiler, Verwalter Leopold Schattner und N. Edel Ansprachen an den Bar-Mizwah und die Gemeinde richteten. Goldene Hochzeitsfeier im israelitischen Altersheim. Am Samstag, den 20. März I. J., fand im Betsaale der Anstalt die Feier der goldenen Hochzeit der Pfleglinge der Anstalt Naftali und Chaja Rosen statt. Herr Rabbiner Schwarz hielt an das Jubelpaar eine Ansprache, welche von dem Hochzeitspaar und den den Betsaal bis auf das letzte Plätzchen füllenden Festgästen mit Rührung aufgenommen wurde. Namens des Kultusvorstandes beglückwünschte der Obmann der Altersheimkommission Herr Dr. Leonhard M a i e r das Jubelpaar und übergab ihm eine Ehrengabe der Kultusgemeinde.