Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1937-03-19 · Heft 11 (19.3.1937) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 11 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3064663-3064674--21073-3086389
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

DIE WAHRHEIT Nr. 11 — 19. März 1937 „Sei**3 DAS IST DAS ECHTE NEROL NATURREINES KOKOSNUSSFETT Die Erzeugung steht unter Aufsicht Sr. Ehrwurden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Wieder ein blutiges Wochenende in Palästina. Abermals fünf jüdische Tote. Wie das vorangegangene Wochenende zeichnete sich auch das letzte Wochenende — nach sechs Tagen verhältnismäßiger Ruhe — durch eine Reihe grausamer und tückischer Akte der arabischen Terroristen, besonders im Norden Palästinas, aus. Diesmal waren fast ausschließlich Juden die aus ersehe nenOpfer. Am Samstag, den 13. März, wurden zwei Chaluzim, die die Schafherde der jüdischen Kolonie Kfar Hachoresch hüteten, von arabischen Terroristen aus dem Hinterhalt beschossen. Die beiden Hirten, der aus Polen stammende 28jährige Qafni und der aus Deutschland stammende 21jährige Metz, erlagen kurz darauf den tödlichenVerletzungen. Die Terroristen raubten aus der Herde 320 Schafe und entführten sie nordwärts. Polizei verfolgt die Bande. Mehrere Spürhunde wurden mittels Flugzeuge an Ort und Stelle gebracht. Im Gebiete des Sees Genezaret bei Tiberias, in der Nähe des Dorfes Jawneel, wurden am Sonntag vormittags drei jüdische Arbeiterk.olonisten aus dem Hinterhalt erschossen. Einer starb auf der Stelle, während die beiden anderen wenige Stunden später ihren Verletzungen erlagen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Wie der Korrespondent der United Press feststellt, sind seit der offiziellen Beendigung des arabischen Streiks 17 Juden den Kugeln der arabischen Terroristen zum Opfer gefallen. Die fünf jüdischen Todesopfer des arabischen Terrors am Samstag und Sonntag sind: der aus Polen stammende 28jährige Schlomo Gafni, der aus Deutschland stammende 21jährige Henoch Metz, der aus Ostgalizien eingewanderte 36jährige Gedalja Geller, dessen Vater sich gerade jetzt auf dem Wege nach Palästina befindet, der aus Polen stammende 33jährige Mosche Salman,Ben Sasson und der im Galil in Palästina geborene 28jährige Jehuda Bljo witsch, Sohn eines Kolonisten in Jawniel. Die beiden Hirten Gafni und Metz .wurden bei Kfar Hachoresch, im Gebiet des König Georg-Jubiläumswaldes des Jüdischen Nationalfontis zwischen Nazareth und Nahalal, von einem jüdischen Hirten, der sie ablösen sollte, e t.mor^ det aufgefunden. Ihre'Körper wiesen tödliche Stiche auf, die von ihnen gehütete Herde, bestehend aus etwa 400 Schafen, war geraubt worden. Die beiden waren nicht gleichzeitig ermordet worden, die Distanz zwischen dem einen und dem zweiten Toten betrug etwa einen Kilometer. Man nimmt an, daß zuerst der an der Spitze der Herde sich befundene Metz und dann der hinter der Herde schreitende Gafni ermordet wurde. Sofort nach Bekanntwerden dieses Doppelmordes gab die Polizei durch Radio bekannt, daß sie für jenen, der Anhaltspunkte angeben wird, die zur Ergreifung der Mörder führen, eine Belohnung von 1000 Pfund aussetzt. Außer Polizei und Militär wurden Flugzeuge auf die Suche nach den Mördern eingesetzt. Auch die drei Opfer von Jawniel, GeHer, Sasson und FJjowitsch, wurden an drei verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeitpunkten ermordet. Jedoch wurden alle drei Opfer einer einzigen arabischen Bande. Aus der Ferne konnten die Kolonisten von Jawniel beobachten, wie Jehuda Eljowitsch den Angreifern heldenmütig Widerstand leistete. Die Siedler eilten dem Ueberfallenen schnell zu Hilfe, jedoch als sie den Tatort erreichten, war der Mord bereits geschehen und die Angreifer waren geflüchtet. Etwas später fand mari an zwei verschiedenen Stelen der Gegend von Jawniel die Leiche von Geller, die tödliche Schußwunden aufwies, und den durch Schüsse schwer verletzten Ben Sasson, der kurz danach seinen Wunden erlag. Die Grenze von Palästina nach Syrien wurde gesperrt, um eine Flucht der Banditen nach dem Ausland zu verhindern. Sowohl von Syrien als von Palästina aus sind die Grenzpolizisten erheblich verstärkt worden. Der polnische christliche Arbeiter Stanislav Sluga, der am vergangenen Freitag in Ness- Ziona durch einen Araber, der ihn für einen Juden hielt, angeschossen wurde, ist im Tel-Aviver Hadassa-Hospital seinen Verletzungen erlegen. Vergeblich wurden an Ihm drei Bluttransfusionen vorgenommen, wozu sich mehrere jüdische Arbeiter freiwillig zur Verfügung stellten. Sluga war 46 Jahre alt und Mitglied der Histadrut. Sein Mörder, ein junger Araber, wurde verhaftet und hat ein Geständnis abgelegt. Einer von der palästinensisch-syrischen Grenze eingetroffenen Mitteilung zufolge ist dort in den letzten Tagen eine Geheimkonferenz der arabischen Terroristen abgehalten worden. Genaue Einzelheiten über den Verlauf der Konferenz sind nicht bekannt, aber es steht fest, daß unmittelbar nach derselben der verstärkte Terror eingesetzt hat, der die fünf neuen Todesopfer forderte. Die Lage in Obergaliläa, insbesondere in Daganja, ist gespannt. Gegen eine Reihe jüdischer Kolonien in den Distrikten Tiberias und Jaffa wurden Bomben geworfen. Zwei jüdische Baracken wurden in Brand gesteckt. Gegen ein jüdisches Haus in der Altstadt von Tiberias wurde eine Bombe geschleudert. Ein Jude wurde leicht verletzt. In der Nacht wurden die Kurhäuser an den heißen Quellen von Tiberias beschossen. Aus dem Militärmagazin in Haifa wurden tausend sogenannte Mills- Bomben, die eine große Explosivkraft haben, gestohlen. Der dreiste Diebstahl, der seinesgleichen bisher sogar in Palästina nicht hat, hat in Militärkreisen große Erregung hervorgerufen. Es wurde festgestellt, daß die Bomben schon vor etwa zwei Wochen entwendet wurden, der Abgang wurde erst am letzten Samstag entdeckt. Die Spuren der Diebe führen in eine arabische Terrorzentrale. Die Untersuchung wird von Militär und Polizei gemeinsam geführt. Ein Araber wurde als an dem Diebstahl beteiligt verhaftet. Im Hinblick auf den erneuten blutigen Terror in Nordpalästina wurden in diesem Teil des Landes militärische Verstärkungen, darunter eine Jagdflugzeugstaffel, abkommandiert. Insbesondere erhält die Stadt Tiberias eine größere Militärbesatzung. Der High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, der jetzt seinen Urlaub in London verbringt, hatte vor wenigen Tagen angekündigt, daß er mit Rücksicht auf die andauernde Unruhe in Palästina seine Rückkehr in sein Amt beschleunigen wolle und am Freitag, den 19. März, mit Aeroplan aus London abfliegen werde. Infolge der erneuten Terrorfalle am letzten Wochenende hat, wie aus London gemeldet wird, der High Commissioner seinen Urlaub sofort abgebrochen und sich nach Palästina eingeschifft. Der Sekretär des arabischen nationalen Ausschusses in Safed, der wegen terroristischer Umtriebe verhaftet werden sollte, ist im letzten Augenblick geflüchtet Es wurde gegen ihn ein Steckbrief erlassen. Die infolge der letzten Unruhen in Haifa verhafteten und in die Zitadelle von Akko gebrachten Araber sandten Protesttelegrammen gegen ihre Verhaftung an die arabischen Könige, den Obersten Arabischen Ausschuß und an den stellvertretenden High Commissioner. Der Eindruck In Palästina Die neuesten fünf Morde an Juden in Palästina haben im Jischuw tiefe Trauer und erhöhte Besorgnis um die Sicherheit hervorgerufen. Die hebräische Arbeitertageszeitung „Dawar" führt im Leitartikel aus, daß die Regierung durch Tolerierung des arabischen Terrors einen gefährlichen Zustand schafft, es hat den Anschein, daß die Juden außerhalb des Gesetzes stehen. Die Polizei entwickelt keinerlei Initiative zur Ausrottung des Terrors, anderseits jedoch verbietet sie es den Juden, sich selbst zu verteidigen. Die Kolonie Kfar Hachoresch, deren zwei Hirten ermordet und deren Schafherde geraubt wurde, hat sich erst vor wenigen Tagen an die Regierung mit der Bitte gewandt, vier jüdische Hilfspolizisten in die Kolonie zu setzen, da die Unsicherheit in der Gegend zunimmt. Dieses Ersuchen wurde von der Regierung abgelehnt. Wieviele weitere jüdisch« Opfer, fragt „Dawar", wird es noch geben müssen, bevor sieb die Regierung endlich entschließt, mit dem arabischen Mordterror im Lande aufzuräumen? Auch die anderen hebräischen Zeitungen äußern Zorn und Erbitterung über die laue Haltung der Regierungsorgane gegenüber dem arabischen Terror. Sie weisen darauf hin, daß seit der offiziellen Beendigung des Araberstreiks nicht nur 17 Juden, sondern auch eine Reihe Moslems und Christen sowie der polnische Arbeiter Sluga durch Terroristen getötet wurden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.