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Die Wahrheit · 1937-03-12 · Heft 10 (12.3.1937) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 10 (12.3.1937)
Date
1937-03-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 10 — 12. März 1937 DIE WAHRHEIT Oestferreichisclie Juden zeichne* liiwesiiilonsoiilelhef Esifi palrioiische Pflicht? Zeidinungsformulare in der „Union österreichischer Juden", /., Schottenring 25, Mezzanin, (Telephon A 19-2-77) erhältlich Ein schwerer Sabbath für die Juden in Jerusalem, Der Sabbath-Tag, 6. März, war ein schwerer Tag für die Juden Jerusalems. Als der 42jährige Jehuda Leib Schneurson sich zur Klagemauer begab, um dort das Sabbath- Morgengebet zu verrichten, würde er .von einem in einem Gäßchen der arabischen Alt- Stadt unweit der Klagemauer lauernden arabischen Terroristen hinterrücks angeschossen und schwer verletzt. Er wurde in das Hadassa-Hospital gebracht, wo man ihm die Kugeln aus dem Körper operativ entfernte. Sein Zustand gilt als lebensgefährlich. Der Attentäter konnte in dem Gäßchengewirr verschwinden, ohne daß die sofort zu seiner Verfolgung angesetzte Polizei seiner habhaft werden konnte. Der Ueberfall hat in Jerusalem und im ganzen Lande Erregung hervorgerufen. Schneurson, der während der Unruhen im Jahre 1929 in Hebron lebte, war damals von Arabern angegriffen worden, kam aber mit dem Leben davon. Schon am Freitag abends kam es zu einem Angriff von Arabern auf eine Gruppe jüdischer Spaziergänger, die sich auf dem Wege von Rechavja nach Newe Schaanan, beides hauptsächlich von Juden bewohnte Jerusalemer Vorstädte, befand. Die jüdische Gruppe wurde von den Arabern mit Steinen bombardiert, einige Mitglieder der Gruppe wurden getroffen und?wei Juden erheblich verletzt, davon einer, der 15jährige Eliah Levi, so schwer, daß er ins Hadassa-Hospital gebracht werden mußte. Wie später mitgeteilt wurde, fand man an der Kampfstelle einen durch Schüsse getöteten Araber. Neben ihm befand sich sein Sohn, der verletzt war. Es konnte bisher nicht festgestellt werden, unter welchen Umständen die Tötung des einen und die Verletzung des anderen Arabers vor sich gegangen sind. Es steht durchaus nicht fest, ob Juden daran beteiligt waren. Einige Araber behaupten, daß zwei Juden geschossen hätten. Der Distriktskommissar von Jerusalem verkündete am Samstag nachmittag den Ausnahmezustand für das ganze Stadtgebiet. Von 21 Uhr abends bis zum Anbruch des Morgens durfte niemand die Straßen betreten, in den Häusern durfte kein Licht brennen. Für die Truppen wurde in den Kasernen Bereitschaft angeordnet. Militärautos durchfuhren die Straßen. Speziell der jüdischen Bevölkerung wurde bis auf weiteres verboten, den arabischen Teil der Altstadt zu betreten, so daß Juden nicht mehr zur Klagemauer, die man nur durch das Passieren arabischer Viertel erreichen kann, gelangen können. Der Ueberfah in Jerusalem blieb nicht vereinzelt. Am gleichen Tage erschien ein Araber auf einer jüdischen Plantage in Ness Ziona unter dem Vorwand, Arbeit zu suchen. Er sprach deswegen den zufällig dort beschäftigten polnischen christlichen Arbeiter Stanislaw Sluga an. In der Meinung, einen Juden vor sich zu haben, zog der Araber während des Gesprächs einen Revolver und gab auf Sluga einige Schüsse ab, die diesen schwer verletzten; er dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Der Attentäter konnte entkommen. Am gleichen Tage wurde aus Nordpalästina eine Reihe von Angriffen seitens arabischer Terroristen gemeldet. Bei Akko wurde ein jüdischer Arbeiter von Terroristen beschossen und sehr schwer verletzt. Die Angreifer raubten die vor seinen Wagen gespannten zwei Pferde und entkamen. Auf der Chaussee zwischen Akko und Safed wurden vorbeifahrende Autos von Terroristen aus dem Hinterhalt beschossen. Ein beim Regierungsdepartment für öffentliche Arbeiten beschäftigter arabischer Chauffeur wurde dabei schwer verletzt. In Haifa wurde eine Demonstration von arabischen Arbeitern, die Beschäftigung im Hafen forderten, von der Polizei aufgelöst. Bei einem Zusammenstoß zwischen arabischen Terroristen und Fellachen im Dorf Abu Kishkh wurde ein Fellache getötet. In Jaffa sind die meisten Geschäfte geschlossen, da man Unruhen befürchtet. Dagegen herrschte in Jerusalem während des Samstagnachmittags und des Sonntags vollkommene Ruhe, so daß der am Samstag verkündete Ausnahmezustand am Sonntag aufgehoben wurde. In der Folge ist es seit Samstag zu keinen weiteren Zwischenfällen gekommen. In Regierungskreisen wird erklärt, daß die Sicherheitsmacht die Lage beherrscht. Die Untersuchung über die Samstag-Ereignisse wird energisch fortgeführt. Es wird festgestellt, daß sä m tili che Belohnungen, die die Palästina-Regierung seit Ausbruch der Unruhen im April v. J. zwecks Ergreifung von terroristischen Mördern ausgesetzt hatte — es handelt sich insgesamt um eine Summe von 65.000 Pfund —,- bis jetzt zu keinem Resultate geführt haben; keiner der Mörder wurde entdeckt, so daß die gesamte Summe dem Staatsschatz verblieb. Die besten Eiset Wirstni Siltviru 3mal täglich frisch bei IJ6Ei,Wl!IIIJ[«Iä|!33 Unter Aufsicht des Rabbinates der Adas-Jisroel-(Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten. Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. I Die hebräische Presse richtet im Hinblick auf die gespannte Lage in Jerusalem und in verschiedenen Teilen des Landes eine scharfe Warnung an die Regierung und fordert sie auf, durch ein sofortiges energisches Eingreifen der weiteren Entwicklung der Terrorwelle Einhalt zu gebieten. Uebereinstimmend erklären die Zeitungen, es habe die zwölfte Stunde geschlagen und es sei höchste Zeit;für die Regierung, eine .eindeutig scharfe Aktion gegen den arabischen Terror zu unternehmen. Die in den letzten Tagen verhafteten arabischen Terroristen, unter denen sich angesehene nationalistische Funktionäre, befinden, wurden laut Beschluß der Regierung für ein halbes Jahr aus Palästina verbannt. Die Deputierten müssen Geldsummen erlegen als Garantie dafür, daß sie nicht vor einem halben Jahr nach Palästina zurückkehren. Der höchste Gerichtshof Englands bestätigt Todes, urteil gegen palästinensische Aufrührer. Das höchste Gericht Englands, der Rechtsausschuß des P r i v y Council, hat das Revisionsgesuch zweier junger palästinensischer Araber, die wegen Beschießung britischer Truppen während der Unruhen zum Tode verurteilt wurden, abgelehnt. Der Anwalt der beiden Araber vertrat den Standpunkt, daß die Ausnahmebestimmungen, auf Grund welcher das Urteil ergangen war, ungesetzmäßig seien. Nach den Bestimmungen des Völkerbundpaktes hätten sämtliche Teile, des ehemaligen ottomanischen Reiches die Selbständigkeit zu erlangen, und das Palästinamandat trage nur zeitweiligen Charakter. Dieser Auffassung widersprach der Vorsitzende des Gerichtes. Er erklärte, Palästina sei im Krieg von England erobert worden, das dieses Land dem Völkerbund zur Verfügung stellte, der seinerzeit wieder das Mandat für Palästina England übertrug. Der Anwalt der verurteilten Araber erwiderte, Palästina sei kein erobertes Land, sondern ein Mandatsgebiet, in dem das Mandat nach gewisser Zeit erlöschen soll. Die Ausnahmebestimmungen seien als rechtsunwirksam zu erklären, da durch sie die im Mandat gewährleisteten „bürgerlichen und religiösen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung" eingeschränkt würden. Ferner behauptete der Verteidiger, daß die beiden Verurteilten noch nicht 18 Jahre alt seien. Der Vorsitzende stellte bei der Begründung der Ablehnung des Revisionsgesuches fest, daß die Verurteilten über 18 Jahre alt sind und das Gesetz ihnen gegenüber mit voller Strenge anzuwenden war. Der Deutsche Haber. Der Reichspressechef der NSDAP, Dr. Otto Dietrich, eine hochofhzielle Persönlichkeit also, veröffentlicht in der Essener „National-Zeitung" eine Artikelserie unter dem Titel „Brücken in eine neue Welt". In einer der letzten Nummern erzählt er von der „Eroberung der Weltrohstoffe". Die Aufgabe, in kurzer Zeit von diesen Weltrohstoffen unabhängig zu werden, erscheine auf den ersten Blick unlösbar, heißt es darin. „Unlösbar aber nur dann, wenn man das Leben durch die Brille des Liberalismus sieht!" Denn — und man muß hier noch einmal wörtlich zitieren — „für das nationalsozialistische Deutschland ist Politik nicht die Kunst des Möglichen, sondern die Kunst, das unmöglich Erscheinende möglich zu machen. Und mit diesem national Sozialist hschenGeist und nationalsozialistischen Willen haben wir es unternommen, die Monopole der Welt zu brechen und uns die Weltrohstoffe in unseren Fabriken zu erobern". Der Reichspressechef der NSDAP blickt dann zurück „in die Entwicklungsgeschichte der Rohstoffwirtschaft" und vergegenwärtigt uns, „was unsterblichem deutschem Erfindergeist im Kampfe gegen die Naturmonopole der anderen Welt bereits gelingen konnte". Als Gipfelleistung dieses Gigantenkampfes wird zuletzt mit dem ganzen Pathos einer rhetorischen Frage auf die Darstellung des Ammoniaks aus Wasserstoff und Stickstoff hingewiesen: „Wo stünde Deutschlands Brotversorgung heute ohne den künstlischen Dünger? Menschlicher Geist war es, der durch die moderne Ackerbauchemie die Welternten um ein Drittel erhöhte und neuen Lebensraum für Millionen I laitaiähriaer ■ Jude, verh., unbescholten ■ um Posten In Wien. Pro ■ iit auf allen Typen eingel ■ Wagenpfleger. Geht ev. ■ Gefl. Zuschriften erbettn r — lanaiähriqer Chauffeur '., verh., unbescholten mit besten Referenzen, bittet Posten In Wien, Provinz oder Ausland. Derselbe auf allen Typen eingefahren. Mechaniker, und guter

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