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Die Wahrheit · 1937-03-05 · Heft 9 (5.3.1937) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 9 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE_WAHRHE1T_ Nr. 9 — 5. März 1937 J^flkfifcital Wien l.f Seilenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof aeben dem L Tor Samrtag gewhlomsen 1 Putim-Feste als Gedenktag bestimmt wurde, hängt damit zusammen, daß der Bösewicht Haman, der die gänzliche Vernichtung Israels zur Zeit der Königin Esther beabsichtigte, gleichfalls von Ama- •lek, und zwar von dem Königshause Agag, abstammte. Herr Dr. Ornstein schildert nun, wie A m a- Jeks Geist und Haß sich zur Zeit Ahaschweros, der nach der Zerstörung des ersten Tempels durch Nebukadnezar König von Persien und Medien war, den Juden der damaligen Zeit gegenüber sich auswirkte. Ahaschweros setzte Haman als Großwesir des persischen Reiches ein, welcher in seinem Uebermut die Anordnung traf, daß sich alle Menschen vor ihm auf die Erde zu werfen haben. Der Jude Mordechai, der als gottesfürchtiger Mann sich nur vor Gott und vor keinem Menschen beugen will, war der Anlaß, daß der grausame Haman die Ermordung aller Juden im persischen Reiche dem Könige vorschlug. Durch das Los, hebräisch „Pur", wurde der 13. des Monates Adar hiezu bestimmt. Der Königin Esther gelang es nun, durch göttliche Fügung den König 'Ahaschweros umzustimmen und die Juden vor ' dem sicheren Untergange zu retten. Herr Dr. Ornstein bespricht nun die Leiden der Juden zur Zeit des grausamen Titus im römischen Reiche, weist dann auf die Verfolgungen der Juden im Mittelalter in Spanien, die mit deren Austreibung aus diesem Lande endigten, hin, schildert ausführlich die Verfolgung der Juden zur Zeit der Kreuzzüge und erbringt den Nachweis, daß der böse Geist Amaleks sich in der ganzen Geschichte der Juden wie ein roter Faden durchzieht. Der Redner erzählt von den Verfolgungen der Juden in Deutschland, sowie in Oesterreich, zur Zeit der großen Gesera in Wien, wo die Juden, da sie nicht die Taufe annehmen wollten, grausamen Todes sterben mußten und lieber mit den •Worten „Schema Jisroel" ihre Seele aushauchten, .als ihren väterlichen Glauben treulos verließen. Der Vortragende kommt nun auf die Neuzeit zu sprechen, wo sich wieder Amaleks Geist dahin .auswirkt, daß man den Juden ihre wirtschaftliche Existenz schmälern will, und bespricht die derzeitigen Verhältnisse in Deutschland, wo der Rassenantisemitismus gepredigt wird und wieder, wie imjmer in der Geschichte, die Vernichtung der Juden dortselbst beabsichtigt ist. Mit vor innerer Erregung vibrierender Stimme zeigt nun Dr. Ornstein auf, wie die Juden seit Jahrtausenden duroh göttliche Vorsehung alle ihre Feinde überwunden haben, die Aegypter, Perser und Meder, die Babylonier und Syrier, sowie die Römer und alle anderen Völker, die die Juden bedrohten, untergegangen sind, und die Juden sich bis zum heutigen Tage erhalten und daher auch die jetzige, gefährliche Zeit überstehen werden. Dr. Ornstein schloß seine von großem geschichtlichen Wissen zeugende und mit hohem sittlichen Ernst vorgetragene Rede mit den Worten des täglichen Nachtgebetes: „Hine lau jonum welau jischon, schaumer jisroel" — „siehe es schläft nicht und schlummert nicht der Hüter Israelis", mit der Zuversicht, daß unser Gott uns immer beschützen und uns nie verlassen wird. Ing. H. K. Die Purim-Feier des „Union-Klubs", die am vergangenen Samstag abends im Kluibheim stattfand, war — ohne Uebertreibung — eine der schönsten Veranstaltungen der nun zu Ende gehenden jüdisch-gesellschaftlichen Saison. Ein zahlreiches Publikum, das vom Vizepräsidenten Dr. Josef Ticho herzlichst begrüßt wurde, amüsierte sich ganz ausgezeichnet bei der überaus gediegenen Akademie, die von Marcell Benard gut konferiert wurde und an der prominente Künstler, wie die hervorragende Klaviervirtuosin Rene Gärtner, die launige Trade Roth, der glänzende Komiker Hans K o 1 i s c h e r und — last not least — der geistreiche Fritz Grünbaum, mitwirkten. Der Beifall bei diesen glänzenden Darbietungen war berechtigterweise geradezu stürmisch, aber auch der italienische Tenor Prendi, der blendende Karikaturenzeiohner Szekely und der Musikalclown B e 1 a gefielen sehr gut. Das Arrangement der Akademie lag in den bewährten Händen von Frau Dr. Goldschmidt, die wieder ihre guten Geschmack bei der Zusammenstellung eines wirkungsvollen Programms bewies. Neben ihr wirkten Damen und Herren der „Union" und des „Union-Klubs" einträchtig zusammen, um das Gelingen des schönen Festes zu gewährleisten und hatten die Freude, einen Abend arrangiert zu haben, der alle Besucher restlos befriedigte. Qemeinde&ronilz. Barmizwab-Feier. Prof. Dr. Jakob Bronner und Frau laden zur Barmizwah-Feier ihres Sohnes Theodor Felix ein, welche Samstag, den 6. März, beim Morgengottesdienste im Hause, IX., Liechtensteinstraße 130/9, um 'AlO Uhr vormittags stattfindet. Empiang, Samstag und Sonntag, den 6. und 7. März. Trauung. Sonntag, den 28. Februar, fand im Stadttempel die Trauung des Frl. Stefanie Fruchter, Steueramtsbeamtin, mit Herrn Hans Stengel, Sohn des Lehrers Markus Stengel, statt. Oberrabbiner Dr. T a g I i c h t hielt an die Brautleute, die beide im Dienste der Gemeinde stehen und sich allseits größter Sympathie erfreuen, eine herzliche, tiefempfundene Ansprache, in der er insbesondere der Wertschätzung und Achtung gedachte, die der Vater des Bräutigams, der viele Dezennien den Lehrerberuf ausübte, sich als Pädagoge und Mensch zu erringen verstanden hat. Der Trauungsfeier wohnte ein zahlreiches Publikum bei. UNION ÖSTERREICHISCHERJUDEN BEZIRKSORGANISATION IX Donneritag, den 11. März, 8 Uhr ibends, im großen Saal des Klubheims I., Schottenring 25, Mezzanin VORTRAG des Obmanns des Organisationskomitees der „Union" Komm.-Ra't AleXiUt Salier über DIE WIRTSCHAFTLICHE LÄGE DER JUDEN IN ÖSTERREICH GÄSTE WILLKOMMEN! 50. Geburtstag. Donnerstag, den 25. Februar, beging der bekannte Oberkantor Simon Weiss seinen fünfzigsten Geburstag. Oberkantor Weiss, der seit vielen Jahren am Favoritner TempeL.mit großem, Erfolg wirkt, erfreut sich allgemeiner Wertschätzung. 60. Geburtstag. Dieser Tage feierte Herr Arthur Grab, Vorstandsmitglied der Bezirksorganisation VII der „Union österreichischer Juden", seinen 60. Geburtstag. Nach Kriegsschluß hat der Jubilar an dem Verkehrsknotenpunkt VU., Mariahilferstraße 70 — Ecke Neubaugasse das bekannte Stahlwarengeschäft „Z u m Selbstraseu r", wo es im 1. Stock als Exportgeschäft weiterhin betrieben wird, ins Leben gerufen. Im Parterre befindet sich das elegant ausgestattete Detailgeschäft. Weiterhin ist Herr Grab einer der Mitbegründer der Wiener Messe A. G., in dessen Auisichtsrat er sofort bei der Gründung gewählt wurde, welche ehrenamtliche Tätigkeit er 24 Messen hindurch ausgeübt hat. Außerdem wurde er vor Jahren zum Zensor der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien und deren Kredifvereins ernannt. Seit dem Jahre 1918 war er auch im Verwaltungsrat des Detaillisten-Verbandes und. nun ist er im Kuratorium der Sektion „Fürsorge" tätig. Die persönlichen Eigenschaften des Jubilars, seine Bescheidenheit, das große kaufmännische und fachtechnische Wissen, gepaart mit dem überaus zuvorkommenden Wesen haben ihm allseitige Sympathie, insbesondere in den Kreisen der „Union", erworben. Wir wünschen dem Jubilar viele Jahre voller Rüstigkeit im Krefee seiner Familie. — Der in weitesten Kreisen sehr geachtete städtische Religionsllehrer Herr Jose: Pick begeht am 6. März seinen 60. Geburtstag. Als Lehrer und Gelehrter genieGt der Jubilar einen ausgezeichneten Schmucftung von Grotten and Gräbern LeopoldOBUtscbJiBnXI. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhof I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhof IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kulturen XISTENZ. Bedarfurtlkel. Gute Verdlenstmögtlchkeit Kr jedermann. Kapital unnötig. Vertreter(innen) gesucht. I Chiffre: „P. C 1170" auaB.Moue, Prvtf I./569 O.8.H. Rui. Erst im Vorjahre hat er ein sehr beachtenswertes Buch „Jüdische Geschichtstätten in Wien und Oesterreich" verlaßt. Seit siebzehn Jahren bekleidet Herr Lehrer Pick die Stelle des Obmannes des isr. Religionslehrervereines .,E s r a". Auch auf dem Gebiete der sozialen Tätigkeit hat er zum Wohle der Annen und Hilfesuchenden segensreich gewirkt. Seine Kollegen, Eltern und Freunde wünschen diesem allseits beliebten Jugendbildner alles Gute, ad meoh weessrim Schonoh. — Der Religionslehrerverein „Esra" veranstaltet zu Ehren des Jubilars am Samstag, den 6. März. 8 Uhr abends, im Cafe City, IX. Porzellartgasse 1. einen gemütlichen Abend. Mercurbank. In der am 26. v. M. abgehaltenen Sitzung des Verwaltungsrates der Mercurbank wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1936 vorgelegt und genehmigt. Es wurde beschlossen, der Generalversammlung den Antrag zu stellen, von dem nach Vornahme von entsprechenden Abschreibungen und Rückstellungen verbleibenden Gewinn per S 634.120.32 (1935 S 425.105.59) den Betrag von S 450.000.— (1935 S 250.000.—) zur Dotierung des Reservefonds JI zu verwenden und den Rest auf neue Rechnung vorzutragen. E Purim-Feier in der „Philanthropia". Alt und jung war am 25. Februar zu einer Purim-Feier in der „Philanthropia". XII).. Lainzerstraße 172 (Tel. A 54-0-42). versammelt. Die unermüdlich um das Wohl der Insassen besorgte Verwalterin Anna W e i z m a n n traf insgeheim alle Vorbereitungen für das Fest. Alles lauschte über zwei Stunden begeistert den Darbietungen, die sich nach dem gelungenen Arrangement von Max Schwager abwickelten. Als Conierencier und Darsteller brachte Leo V a 1 b e r g aus seinem Repertoire köstliche- Proben, begleitet vom Kapelmeister Leo Körner. Dr. Robert Weiss gefiel mit seinen Klaviervorträgen besonders gut und wurde mit viel Beifall belohnt. Jüdische Volkslieder, vorgetragen von Oberkantor Gerson Margo- I i e s, ergriffen das Publikum. Der junge Tempelsolist Zolran Schwarz brachte hebräische Gesänge, deren inniger Vortrag dem Publikum einen seltenen Genuß bereitete. Zuletzt löste der zehnjährige Mundi Hausknecht durch seine Gesangsvorträge und schauspielerische Begabung wahres Entzücken aus. Abends kam die zweite große Uoberraschung: ein großer Tisch mit hunderten Dingen, wie Taschenspiegel. Nähbeutel, Kammtaschen. Hausschuhe. Sofapolster etc. wurde in den Saal gebracht und im Laufe einer lustigen Tombola ausgelost. Im ganzen war es ein richtiger Purimtag mit viel Freude und Geschenken. Purim-Feier der Döblinger Bibelschale. Wie in jedem Jahre veranstaltete auch heuer die Bibelschule des Döblinger Tempels eine Purim-Feier. Zu dieser hatten sich mehr als 100 Kinder mit ihren Eltern sowie mehreren Herren des Döblinger Tempelvorstandes und zahlreiche Damen Döblings eingefunden. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter richtete einleitend herzliche Worte an die kleinen Gaste und führte ihnen Mordechai und Esther als leuchtende Vorbilder vor Augen. Dann sangen die Kinder Schoschanath Jaakow. Nach einem schön gesprochenen Prologe führten die Schüler und Schülerinnen der Bibelschule das launige Stück „Schulhumor am Punm" und „Königin von Saba" von Gerda Senser auf. Den Schluß der sehr stimmungsvollen Feier bildete der Dank eines Kindes an Frl. Frankfurter, die Lehrerin der Bibelschule, für ihre große Mühe um das Gelingen der schönen Feier. Hierauf wurden die Kinder von den jüdischen Frauen Döblings mit einer überaus reichlichen Jause bewirtet. Der Verein Krankenbesuch — Bikur Chaulim veranstaltet Sonntag, den 14. März um 5 Uhr nachmittags, im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstr.2 eine Wohltätigkeitsjause mit Akademie und Tanz unter Mitwirkung prominenter Künstler. Beginn 5 Uhr. — Ende halb 12 Uhr. Enrree samt Jause S 2.60. Portierstelle« Für ein Tempelgebäude samt dazugehörigem Zinshaus in Wien wird ein jüngeres, kräftiges, jüdisches Ehepaar, welches keine manuelle Arbeit scheut und hiezu auch geeignet ist, für die Hausbesorgerstelle aufgenommen. Der Mann muß gleichzeitig die Arbeiten des Tempeldieners versehen, die Frau hat sowohl die Reinigung des Tempelgebäudes, als auch des Zinshauses ordnungsgemäß zu besorgen. Geboten wird schöne Dienstwohnung, weiche zinsfrei ist und entsprechendes Einkommen. Für die Ablöse des arbeitsunfähigen, alten Hauswarts ist jedoch ein Ablösebetrag von ca. S 2500.— erforderlich. Ausführliche, schriftliche Angebote sind unter der Chiffre „Sorgenlose Lebensstellung" in der Administration der „Wahrheit", II., Heinestraße 13, abzugeben.

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