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Die Wahrheit · 1937-03-05 · Heft 9 (5.3.1937) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 9 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 9 — 5. März 1937 Seite 3 keine Sklaven von äußeren Zeichen, heißt es in der Mahnung weiter, nicht einmal unserer eigenen, um so weniger sympathisch sind uns fremde Insignien und Uniformen. Der rumänische Nationalismus ist etwas Starkes, etwas Ideales, in ihm lebt das höchste Recht und das tiefste Empfinden für persönliche und kollektive Freiheit. Der rumänische Nationalismus hat keine Berührungspunkte mit dem germanischen Hitlerismus, der alle Grundsätze des Rechtes, der Menschlichkeit und des sozialen Strebens vernichte t. Die Jugend müsse sich vor der Inf izierung mit den düsteren Lehren des germanischen Nazismus hüten. Das Mahnwort Jorgas an die Jugend, das leider, wie das ruchlose Attentat auf den .iassyer Universitätsrektor B.ratu beweist, keine Beachtung fand, schließt mit den Worten: „Wir dürfen vor Berlin nicht auf die Knie fallen!" Das Attentat cuzistischer Studenten auf den Rektor der Universität Jassy, Prof. Bratu, hat im Parlament und im Senat Rumäniens die schärfste Verurteilung seitens der Redner aller Parteien gefunden. Die Regierung hat die vorläufige Schließung aller Universitäten angeordnet, sämtliche Studentenheime wurden geräumt. Die Helden von Chur hetzen. Selbst nach dem „Sieg von Chur" über Angeklagten und Gericht geben die nazistischen Hauptrufer in diesem Streite D i e w e r g e und Grimm nicht Ruhe. Ein schwer bestrafter (das trifft auch nach deutscher Ansicht zu) Frankfurter ist natürlich kein Gegner für neue Schlachten, also muß weiter die Komplott-Theorie herhalten. Und so haben die antisemitischen Artikel im „Völkischen Beobachter" einen breiteren Raum erhalten. Die Bilanz Diewerges über den Churer Prozeß wird in einer Broschüre gegeben, die den Titel hat: „Ein Jude hat geschossen". Mit den Lügen dieses Machwerkes werden wir uns noch befassen, wenn die Schrift selbst in unseren Händen ist, denn vorläufig liegen erst die Zitate der Naziblätter vor. Weiter liegt ein Bericht vor über einen Vortrag, den die beiden „Spezialisten" für Prozesse gegen Juden vor der Wehrmacht und den politischen Leitern der NSDAP gehalten haben. Die „Taktik der jüdischen Weltliga" wurde da gezeigt, man hielt sich anscheinend in der Hauptsache an die gefälschten Protokolle der „Weisen von Zion". Grimm meinte, an Hand der politischen Prozesse könnte man Zeitgeschichte schreiben. (Da hat er sicherlich recht.) Diese Aufputschung des deutschen Volkes gegen die „jüdische Gefahr" steht im Zusammenhang mit der außerpolitischen Methode, den Völkern das antijüdisch-bolschewistische Rezept einzureden; sie hat natürlich die Möglichkeit, auch den Terror in Deutschland aus der „kalten" Methode wieder in ein Schreckensregiment zu verwandeln, wie es besonders großzügig in den Monaten vor dem Parteitag von 1935 in Erscheinung trat. Italien und die Rassentheorie. Große Aufmerksamkeit in der italienischen Oeffentlichkeit rief ein Vortrag des bekannten faschistischen Politikers und Vorsitzenden des Verbandes italienischer Zeitungsverlegr Prof. Niccolo Caste 11 ino über das Thema „Italienischer Faschismus und Deutschland" hervor. Prof. Castellino, der zu einem Auditorium hervorragender italienischer Persönlichkeiten und Mitglieder des Konsularkorps sprach, erklärte d i e deutsche Rassentheorie als vollkommen abwegig und das biologische Blut prinzip als vollkommen ungeeignet zur Fixierung desBegriffs der Nation und Volksgemeinschaft. Die deutsche Rassentheorie sei eine Chimäre. Der Redner verurteilte scharf den Antisemitismus und gab der Ueberzeugun'g Ausdruck, daß in Italien ein „jüdisches Problem" niemals existieren werde. Indessen betonte Prof. Castellino die Solidarität Italiens mit Deutschiana im T^ampf gegen die bolschewistische Gefahr in Europa. LISET DIE WAHRHEIT I DAS IST DAS ECHTE NEROL NATURREINES KOKOSNUSSFETT Die Erzeugung' steht unter Aufsicht Sr. Ehrwurden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Löwenherz und kein Ende. Seit mehr als einem Jahre wird die Arbeit in der Kultusgemeinde durch . den unglückseligen Plan der jüdischnationalen Ziönisten, das heißt, der Allgemeinen und der Judenstaats-Zionisten lahmgelegt, die es sich in den Kopf gesetzt haben, justament Herrn Dr. Josef Löwenherz seinen heißen Wunsch zu erfüllen und ihn zum Amtsdirektor der Kultusgemeinde zu machen. Die Allgemeinen Ziönisten haben diesem Wahn wahrscheinlich* schon Opfer genug gebracht. Sie haben ein Mandat eines Vizepräsidenten, das früher Herr Dr. Josef Löwenherz bekleidete, Herrn Oberbaurat Ing. Stricker abtreten müssen, denn nur gegen diese Konzession war Herr Oberbaurat Stricker bereit, mit seinen Mannen für die Bestellung des Herrn Dr. Löwenherz einzutreten. Die Allgemeinen Ziönisten bezahlen diesen Handel mit dem Verluste einer großen Zahl von Parteigenossen, zu einem regulären Arbeiten in der Verwaltung der Kultusgemeinde kann es aber noch immer nicht kommen. So mußte noch für den Monat März ein Budgetprovisorium bewilligt werden und die Budgetberatungen in den Kommissionen werden durch die natürlich viel wichtigeren Verhandlungen in der Angelegenheit Löwenherz noch weiter gestört. So wurde zum Beispiel die letzte Budgetberatung in der Fürsorgekorram'ssion abgesagt, weil das, was Herr Doktor Körner nicht zustandebringen konnte, nun dem Obmann der Fürsorgekommission, Herrn Dr. Landau, gelingen soll, nämlich die Partei des „Arbeitenden Palästina" und die Plaschkes-Gruppe dazu zu bewegen, entgegen ihrer Ueberzeugung für die Bestellung des Dr. Löwenherz zum Amtsdirektor zu stimmen. Man redet wieder viel, trotz der Feststellung des Zionistischen Klubs, von „Kompensationen", die angeboten werden. So zieht eine politische Korruption die andere nach sich und wir wiederholen, es bleibt der „Fluch der bösen Tat, daß sie fortzeugend Böses muß gebären". Dabei gewinnt man einige lehrreiche Einblicke in die Kulissengeheimnisse der jüdischnationalen Parteien. Herr Dr. Plaschkes veröffentlicht in der soeben erschienen Nummer des „Jüdischen Weges" Bruchstücke aus seinen Wahlkapitulationen mit den Allgemeinen Ziönisten und mit der Judenstaatspartei. Dadurch wird festgestellt, daß die Gruppe Dr. Plaschkes auch in diesen Wahlabmachungen ihre entschieden ablehnende Haltung gegen die Bestellung des Dr. Löwenherz zum Amtsdirektor zum Ausdruck gebracht hat. Es entbehrt nicht der Würze, wenn durch die Bekanntmachung des Dr. Plaschkes offenbar wird, daß die Jüdischnationalen sich ihres schlechten Gewissens in Angelegenheit Löwenherz bewußt sind, weil sie sich, um Herrn Dr. Plaschkes und Herrn Dr. Waldmann für ihre Liste zu gewinnen, verpflichtet haben, in Zukunft keine Anstellung ä la Rath oder Löwenherz vorzunehmen, das heißt, keinen Parteimann zum Beamten der Kultusgemeinde zu machen, um ihn nach seinen Wünschen zu versorgen. Nur mit Rücksicht darauf hat Dr. Plaschkes auf die Festlegung dieser Selbstverständlichkeit des politischen Anstandes in den Statuten verzichtet. Bei der größten Geduld wird es nachgeradeunerträglich, daß immer wieder die Angelegenheit Löwenherz in den Brennpunkt des Wiener jüdischen Interesses gestellt wird, als ob die Wiener und österreichischen Juden keine anderen Sorgen hätten, als sich um die des Herrn Dr. Löwenherz zu kümmern. Wir müssen verlangen, daß endlich Schluß gemacht wird, daß möglichst in aller Stille dieser grandiose Fehler der jüdischnationalen Ziönisten liquidiert werde, damit die Kultusgemeinde zu ihrer normalen Verwaltungstätigkeit kommen kann und vieles geändert und gebessert wird, was in den mehr als vier Jahren der jüdischnationalzionistischen Majoritätsherrschaft verschlimmert wurde. Der Verein iür unentgeltl. Arbeitsnachweis, 1., Kohlmessergasse 4. Tel. U 27-0-65. sucht dringendst Stellen für: A) Kontoristen, Buchhalter. Handelshilisarbeiter, Geschät'tsdiener, Packer. Inkassanten. Verkäuier. Auslagenarrangeure, Kellner. Krankenpflegerinnen. Masseure. Bademeister, Nachhilielehrer und -lehrerinnen für Mittelschuüächer. Musiker iür Konzert-, Jazz- und Stirrrtnungskapellen. B) Arbeit für gewerbliche Kräite aller Art — darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Heizungstechniker), Installateure. Bau- und Maschineningenieure Chauffeure. — sowie ungelernte Arbeiter. C) Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen iür Knaben und Mädchen. Im selben Verein sind derzeit offene Stellen iür: Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntnisse für In- und Ausland. Erzieherinnen mit Mittelschulnachhilfe und Fremdsprachen. Gut eingearbeitete Koniektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heimarbeit). Hauspersonal jeder Art. Diverse Auslandsstellen iür deutsche Emigranten.

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