Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 7 (19.2.1937)
- Date
- 1937-02-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIEJVAHRHE1T Nr. 7 — 19. Februar 1937. SeiteJ Wien Im Seitenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem L Tor Samstag ge»cfalo««eni __ Klagemauer geschändet. Als am Sonntag morgens Juden zur Klagemäuer (Kotel Maarabi) kamen, um dort in traditioneller Weise die Andacht zu verrichten, fanden sie die Stelle der Wand, wo sich die jüdischen Andächtigen zu versammeln pflegen, mit Exkrementen beschmutzt vor. Eine solche Schändung der Klagemauer ist ohne Beispiel in der Geschichte. Im Jischuw herrscht darüber große Empörung. „Bie ZKandspeitscfie xds sMay= Jkmt>tiq.ts Acqument." Wir erhalten von Rechtisanwalt Dr. Heinrich K o j c e m folgende Entgegnung: An den verantwortlichen Schriftleiter der „Jüdischen Wochenschrift Die Wahrheit", Herrn Oskar Hirschfeld, Wien IL Sie haben in Ihrer Zeitung „Jüdische Wochenschrift, Die Wahrheit" Nr. 2 des Jahrganges 1937 unter der Ueberschrift „Die Hundspeitsche als schlagkräftiges Argument" Behauptungen über Vorkommnisse in einer am Montag, den 11. I. 1937 stattgehabten Sitzung des „Jüdisch-Kulturellen Elternbundes" geschildert, worauf ich Ihnen namens dieses Elternbundes unter Berufung auf die Bestimmung des § 23, Preßgesetz, in der Fassung der Preßgesetznovelle vom Jahre 1934 nachstehende Entgegnung übermittle mit dem Ersuchen, diese Entgegnung in der ersten oder zweiten nach dem Einlangen dieser Entgegnung erscheinenden Nummer in demselben Teile der Zeitung und in der gleichen Schrift wie Ihre Mitteilung erscheinen zu lassen.; Es ist unwahr, daß sich in der am Montag, den 11. I. 1. J. stattgehabten Sitzung des „Jüdisch- Kulturellen Elternbundes" der geschäftsführende Vizepräsident Herr Richard Stössel folgendermaßen geäußert hat: „Wer keine zionistische Gesinnung hat, den muß man mit der Hundspeitsche regalieren" und daß Herr Stössel einem Herrn, der ihn darauf aufmerksam machte, daß die Hundspeitsche aus dem Arsenal der Nazis stamme, die Antwort erteilte, „In diesem Punkte hat Hitler recht". Wahr ist vielmehr, daß Herr Stössel weder die eine, noch die andere dieser Aeußerungen gemacht hat und.daß daher auch nicht einer der Anwesenden Herrn Stössel vorhielt, die Hundspeitsche stamme aus dem Arsenal der Nazis. Unwahr ist weiters, daß der Vorsitzende Herr Dr. Klaber nicht Veranlassung genommen hat, Herrn Stössel zur Ordnung zu rufen. Wahr ist vielmehr, daß der Obmann eben keine Veranlassung hatte, Herrn Stössel zur Ordnung zu rufen, da Herr Stössel die ihm zur Last gelegten Aeußerungen nicht gemacht hat. Hochachtungsvoll Dr. Heinrich K o j c e m. Die Bestimmungen des Preßgesetzes zwingen uns, diese Entgegnung eines Artikels, der vor mehr als Monatsfrist in unserem Blatte erschienen ist, zu veröffentlichen; nichtsdestoweniger halten wir an unserer Darstellung, die uns von sehr seriöser Seite zugegangen ist, fest. Cin Vec&uch Meczeugt Sie Von - der unerreichten Qualität der bekannten Schmidl-Mazzoth. Aus dem feinsten Mehl unter sorgfältigster Beachtung aller hygienischen Erfordernisse und den strengen orthodoxen Anforderungen Rechnung trä'ge"tid, werden die Schmidl-Mazz'otfierzeugt; - Eine Kostprobe und auch- Sie gehören zu denjenigen,' die behaupten Sc;hntidl-Mazzoth —'' si'nd - die besten! '• : HU<§© MIISB, An seinem Schreibtisch sitzend und mit einem Scherzwort auf den Lippen ist am Mittwoch mittags der Generalsekretär des Oesterreichischen Fußball-Bundes Hugo M e isI im Alter von 56 Jahren in die Ewigkeit hinübergegangen. Ein Tod, wie er schöner nicht gedacht werden kann, glücklich für den von ihm Betroffenen, doppelt schmerzlich aber für die Zurückbleibenden, die von der Plötzlichkeit solchen Abschieds aufs tiefste erschüttert wurden. Bestürzt vernahm Wien die Todesnachricht, gibt es doch kaum einen, dem der Name Hugo Meisl nicht bekannt war und der nicht schon hie und da einmal von diesem Mann gehört hätte. In dem Zuge, der den Sarg vom Verbandsheim zum Wagen begleitete, gingen auch mit Tränen in den Augen Spieler mit. Tränen! Man wird um Hugo Meisl noch öfters weinen. Nicht nur der Sport, um den er sich in Jahrzehnte langer, erfolgreicher Wirksamkeit hervorragende Verdienste erwarb, hat an ihm viel verloren. Auch Oesterreich. Alle, die ihn kannten, beklagen einen Freund. Das österreichische Judentum darf auf ihn stolz sein, die Kultusgemeinde hat ihm mit Recht ein Ehrengrab gewidmet. -STATT EINLADUNGSKARTEN!-^ mumm ursr© fjbaü hatasj füibstt, ii. IFJBAHJ JFILOlBlEN'iriDnE UliimAISW, IX. geben sich die Ehre, alle Freunde und Bekannte ZUR TBAUra« ihrer Kinder (&EIOTB1IJ© und MBKfSTT welche s. g. w. am (17. Adar) 28. Februar 1937, im Schiffschul, II., Große Schiffgasse Nr. 8, um 2 Uhr nachmittags stattfindet, einzuladen. Antisemitismus im Schwimmsport. Beim ordentlichen Verbandstag des Verbandes österreichischer Schwimmvereime' am 14. Februar gab der Präsident des Schwimmklubs-. Hakoah folgende Erklärung ab: Der Schwimmklub Hakoaih;hat beim letzten Verbandstag und bei den beiden Gautagen des -Gaues I die Erfahrung machen müssen, daß seinen Mitgliedern wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse vom überwiegenden Teil der Verbandsvereine im Gegensatz zu den in der österreichischen Verfassung verankerten Rechten Gleichberechtigung nicht zuerkannt wird, indem seine Mitglieder bei Wahlen ständig und systematisch übergangen werden. Obwohl der Schwimmklub Hakoah sowohl der Zahl seiner Mitglieder wie seinen sportlichen Leistungen nach zu den größten österreichischen Schwimmvereinen gehört, hat er niemals Anspruch darauf erhoben, Mitglieder in den Schwimmverband zu entsenden; nur gegen die demonstrative und grundsätzliche Ausschließung von diesen Aemtern, die ihn und seine Mitglieder degradieren soll, muß er hiemit feierlichen und schärfsten Protest einlegen und erklärt, solange er die ihm zustehende Gleichberechtigung nicht hat, sich an den Beratungen und Abstimmungen der Verbände nicht mehr zu beteiligten. Seine Arbeit für den österreichischen Sport wird er jedoch unberührt von der politischen Einstellung des Schwimmverbandes nach Kräften weiter leisten. Neuer großer Erfolg Elisabeth Bergners. In London ist kürzlich eine neue Version des Bergner-Films „Der träumende Mund" in englischer Sprache uraufgeführt worden. Mit ihm hat die Bergner wohl ihren bisher größten gesellschaftlichen Triumph in London errungen. K ö n ig i n M a r y, die seit dem Tode König Georgs nicht zu Filmen gegangen war, wohnte der Vorführung bei. Unter den übrigen hervorragenden Besuchern befanden sich die Herzogin von Gloucester (Schwägerin des Königs), der französische Botschafter, die Gesandten Oesterreichs und der Tschechoslowakei u. v. a. Die Premiere fand zugunsten der Slums von Nord-London statt. Zum Schluß der Vorstellung wurde bekanntgegeben, daß für diesen wohltätigen Zweck 5000 Pfund überwiesen werden konnten. Die Kritik lobt den Film außerordentlich. T>U Hächste TllimmeC erscheint als JluUm=TUuWieC bereits Qotikecstaq., den 25. Ze&cuac schmocknnü von «rotten Leopald Deutsch vHien XI. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhof 1. Tor. Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhoi IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kulturen Mitteilungen der Union. Die Bezirksorganisation IV V der „Union österreichischer Juden" (Obmann Desider Wollner) hat von nun ab ihren Sitz im Heime der Ortsgruppe des „Bundes Jüdischer Frontsoldaten", IV., liauslabgasse 2. Die Bezirksorganisation hält dort täglich von 8 bis 10 Uhr abends ihre Kanzleistunden ab. Die dortselbst stattfindenden Vorträge werden in der „Wahrheit" fortlaufend angekündigt. Wir verweisen insbesondere, auf die Ankündigung des am 13. März im Hotel Münchnerhof stattfindenden Gründungsfestes der Bezirksorganisation (siehe Seite 6). Die Sektion II. der Bezirksorganisation Leopoldstadt der „Union Österreichischer Juden" hält jeden Dienstag ab 8 Uhr abends im Cafe Augartenbrücke, II., Untere Augartenstraße, Aussprache und gesellige Abende ab. Gäste sind herzlich willkommen. Semcindedironiß. Personalnachrichten. Eine Abordnung der Kaufmannschaft unter Führung des Präsidenten, Ministers a. D. S t o c k i n g e r, der Vizepräsident, Bundeswirtschaftsrat Z e 11 h o f e r, Präsident Dr. Herberth und Generalsekretär Dr. Gruß angehörten, hat dem ehemaligen Präsidenten de*s Gremiums der Wiener Kaufmannschaft Leopold Langer das ihm verliehene Komturkreuz I. Klasse des Verdienstordens mit herzlichen Glückwünschen zum 85. Geburtstag überreicht. Der Bundespräsident hat den in Alexandrien lebenden Wiener Dermatologen Dr. Max Straßberg, ehemaligen Assistenten der Klinik Prof. Finger, als Präsident des Oesterreichischen Hilfsvereins in Alexandrien, mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Oesterreichischen Verdienstordens, ausgezeichnet. Im Verband der Tempelvereine der Stadt Wien fand Montag, den 15. d. M, <He Neukonstituierung des Vorstandes statt. Es wurden gewählt: Zum Präsidenten der Obmann des Tempervereines Wieden-Margareten, Herr Desider Wollner, zum Vizepräsidenten die Herren Dr. Leo Landau, Obmann des Polnischen Tempels, und Oskar Schräme k, Obmann des Pazmaniten- Tempels, zum Schriftführer Herr Ing. Hugo Koditschek, Obmannstellvertreter des Tempelvereines, HI., Untere Viaduktgasse, und zum Kassier Herr Leopold Grünspan, Obmannstellvertreter des Favoritner Tempelvereines. Der isr. Tempelverein Wieden-Margareten „Beth Aharon" hält Sonntag, den 21. d. M., um 'A10 Uhr vormittags, im Tempelgebäude, V., Siebenbrunnengasse la, seine 62. ordentliche Generalversammlung ab. Vortrag Dr. Isaac Breuer. Sonntag, den 28. d., Punkt 8 Uhr abends, spricht Dr. Isaac Breuer (Jerusalem) über die Lage in Palästina und über den religiösen Aufbau unter Purim kommt. Was wäre das für eine Ueberraschung, wenn Sie heuer Ihre Lieben mit einem ieinen Schlachmones von mir erfreuen würden. Fische, Kimll, Hamantaschen, Hors d'ouvres bereite ich in schmackhaftester Art zu und stelle in jeder Preislage appetitliche Geschankkartons. zusammen. Alles iein und irisch, dabei sehr billig. — Bitte denken Sie daran, Sie ersparen sich durch Einkauf der fertigen Speisen Mühe und Geld. Meine Kücho bürgt für vorzüglichste Qualität unter ritueller Aufsicht der Schiffschul. . Grete Stern, Vegetarische Küche, IL, Herminengasse 10, Schiiisschuf. Telephon A 43-8-42.