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Die Wahrheit · 1937-02-19 · Heft 7 (19.2.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 7 (19.2.1937)
Date
1937-02-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 7^-J9. Februar 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sfdra-, Perek-« Omer- und Hafftorah-Taffel e*b*tMUkd«n AOar 6687 Faber 1937 frtk «bds. 7.15 Aflar 8. S.10 Terawe (M.l.) . „ 9. Porsches Socbitu _ Hsftorsl 1R ftc 8-30 tan omu uchcm >6 05 l Borchi Nsfschi t „ 10. bis '•»■ »,8(ÄE"er l „ 1«. ^ortin | «bds. Freitag, 19. Feber 5.10 Samstsg, 20 Febtr 6.05 Sonntet, 21. bis \ Dienstag, 23. Feber 1 Mlttwocb.24. Feber 1 (Tunis Etter) J-5.40 Donnerst.,25.Feber | (Pnriin) J Lcopoidsfftüier lempeiwerein Aesdwl Awrohom '' DL, Pazmanlteiiftflsse fi, Tel. B 4T-C-63 dem Motto „Ein ernstes Wort in ernster Zeit" im Mittleren Konzerthaussaal, III., Lothringerstraße 20. Karten bei der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel, 11., Im Werd 6. erliältlich. Telephon A 46-0-15. Todesfälle. Söll und unbemerkt, wie es ihrem Sinn entsprach, ist vor kurzem eine der edelsten Frauen des jüdischen Wien, Frau Charlotte Kling er, die Witwe nach dem unvergeßlichen Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde. Herrn Heinrich K1 i n g e r s. A., im 93. Jahr dahingegangen. Eine Tochter der hochangesehenen Preßburger Familie Mauthner, die später zu Lcdergroßindustrieflen heranwuchsen, hat die Verblichene trotz ihrer vier Kinder so tüchtig und wacker im Geschäfte ihres Gatten mitgeholfen, daß sie laut dessen Testament bis zu ihrem Tode Hauptchef der Weltfirma Heinrich Klinger geblieben ist Die Kinder und das Haus betreute inzwischen elin einfaches Dienstmädchen, und es ist in der Zeit, in der Hitler christliche Dienstmädchen vor Juden hüten will, interessant, zu vermerken, daß diese einfache Christin den Aufstieg des Hauses Klinger mitgemacht hat und als geschätzte Hausfreundin bei allen glanzvollen Festen des Hauses einen Ehrenplatz einnahm. Soziales Empfinden, iah glaube, das Wort war noch nicht geprägt, aber der Begriff war »im Judentum seit Jahrtausenden ' vorhanden, zeichnete überhaupt das Ehepaar Kiinger aus, denn bei allen Hochzeitsfesten wurde auch der Angestellten und Arbeiter nicht vergessen und hervorgehoben, daß auf der Arbeit dieser aller der Glanz des Hauses beruhe. Nicht nur war Charlotte Klinger däe aufopferndste Gattin und Pflegerin ihres jahrelang leidenden Gatten, sondern auch die liebevollste Großmutter. Mutter und Schwiegermutter. Was jüdisches Familienleben und patriarchalisches Regime ist, habe ich im Hause Klinger zum erstenmal kennen «elerrit Ihr 'hervorragendes Spräcnentalent.und ihre schöngeistigen Interessen machten diese Frau bald zu einer Salondame ersten Ranges, die vorbildlichen Geschmack in ihrer Kleidung und ihrem Hauswesen zeigte. Die Freitagabende im Hause Klinger wurden jedem, der sie mitmachen durfte, zum Erlebnis. Klinger fand es iür seine Pflicht, die hervorragenden jüdischen Männer der Wissenschaft und Kunst mit ihren Familien abwechselnd zu sich zu rufen und die reichen Hilfsmittel der Gemeinde zur Förderung von Talenten und Institutionen <z. B. der Lupusheilstätte) zur Verfügung zu stellen. Auf weiten Reisen trat das Ehepaar KJinger mit vielen Aristokraten und vornehmen Christen in Verbindung. Da war es für das Wiener Judentum nicht gleichgültig, wenn eine solche Dame es vertrat, die noch m:t 90 Jahren genug Interesse aufbrachte, um die Faust-Aufführung beider Teile im Burgtheater mitzumachen. Der Weltkrieg und Krankheiten hatten ihr den äätesten Sohn, die Schwiegersöhne und mehrere Enkel geraubt; aber heldenhaft ertrug in echt jüdischer Seelengröße die rüstige Greisin das Leid. Aufs aufopferndste von ihren Töchtern und Schwiegertöchtern betreut beschloß sie, in dem schönen Döblinger Palais, das ihrem Schwiegersohn gehört hatte, ein reiches und allem Guten geweihtes Leben, das sie bis weit über die Grenze menschlichen Daseins hinausführte. Clotilde Benedikt — Montag, den 15. Februar, Mittag, wurde am Zentralfriedhof der langjährige Oberkantor von Döblingy David Bohomilny, zu Grabe getragen* In der Zeremonienhalle versah Oberkantor Funke für den geschätzten Kollegen in ergreifender Weise die Funktion. Der Präsident des Kantorenverbandes, Oberkantor L ö w i t, hielt an der Bahre einen tiefempfundenen Nachruf, worin er ihn als Märtyrer seines Berufes schilderte, der auch ein treues Vorstandsmitglied des Vereines und ein talentierter Chasan war. Oberkantor L ö w i t betonte es nachdrücklichst, daß es d-e Pflicht der jüdischen Gemeinschaft ist, sich der nunmehr dop'pelyerwaisten Tochter des 60 jäh verstorbenen Kultusfunktionärs anzunehmen. — Am ofenen Grabe zelebrierte Oberkantor Weiss sehr ergreifend das El-Mole-Rachamin. Am Sonntag, den 20. Februar (10. Adar), wird der Grabstein für Herrn Jakob Stern s; A., der am 11. Adar v. J; verschied, am Zentralfriedhof, IV. Tor, um Ml Uhr eingeweiht Der Jüdische Frauenveran Landstraße (Präsidentin Erna v. Schwärs-Hill er) veranstaltet Samstag, den 20. d., im Festsaal deB Militärkasinos, Wien I., Schwarzenbergplatz, einen heiteren Abend unter, der Devise „D er Tanz ins Glück"; mitwirkend erstklassige Kurjstkräfte. Jazzkapelle: The Wilnaple Band. Beginn }£9 Uhr. Entree S 3.50. Familienkarten, 3 Personen, S 9.—. Dirndl oder Sommerkleid erwünscht. „Mathilde", Verein-zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder, insbesondere Waisenkinder, einer der größten Vereine auf dem Gebiete der privaten Kinderfürsorge, veranstaltet wie alljährlich, auch heuer am Samstag, den 27. Februar, y.9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, Wien 11., Taborstraße 6, unter dem Ehrenschutz Ihrer Ehrwürden Oberrabbiner Dr. I. Ta g I i c h t und.Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n eine P u r i m -R e d o u/te, verbunden mit großer Fest- Akademie unter TWitwirkung prominenter Künstler, wie Franz Engel, Hermann Leopoldi, Betja Milskaja, Christi Giampietro, Jose Kanja, Opernsänger, Fritz Berger mit seinem Ballett, The Parody Makers u. a. Die Musik besorgt die Kapelle lsy und Max Geiger. — Angesichts der jetzigen großen Not unter den Kindern ergeht an alle die herzlichte Bitte, das edle Werk durch zahlreichen Besuch unserer Veranstaltung zu fördern. Karten im Vorverkauf 3" S 2.— sind bei allen Vorstandsmitgliedern und im Verein (Cafe Buchsbaum, II., Große Sperlgasse 41, Tel. A 43-5-19) erhältlich. Der BrigWenauer ^israelitische Frauen-Womtätlgkeitsverein (Präsidentin'Olga F r i e d m a n n) veranstaltet Sontag, den 28. d?rMl, 4 Uhr nachm., zugunsten seiner hilfsbedürftigen Schützlinge im Festsaäl des Hotel Continental,;II., Taborstraße 2, eine Akademie m i t T a n z -finter,, Mitwirkung ausgezeichneter Kunstkräfte und ein.gr erstklassigen Jazzband. Regiebeitrag S 1.50. Um zahlreichen Zuspruch im Interesse der Bezirksarmen bittet,die rührige Vereinsleitung. „Ohel Rachel", Verein zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender (Präsident Heinrich Kessler), veranstaltet unter Leitung der Präsidentin des Damenkomitees Frau Henriette Fuchsam 6. März, abends, im Miliitärkasino, 1., Schwarzenbergplate, eine Akademie mi¥ Tanz, an der prominenteste Künstler mitwirken. Das Reinerträgnis fließt der im Interesse so vieler jüdSsoher Armen liegende Ausspeisungsaktion zu. Der Jüdische Frauenverein Leopoldstadt (II., Ferdinandstraße 19) veranstaltet am Sonntag, den 7. März, 4 Uhr nachrru, im Festsaal des Hotel de France, 1., Schottenring 3, zugunsten der Leopoldstädter jüdischen Armen eine Akademie mit erstklassigen künstlerischen Darbietungen. Entree S 1.50. Um zahlreichen Zuspruch in Anbetracht des humanitären Zweckes bittet die Vereinsleitung. ' Megllath Esther. Das Buch Esther in Noten gesetzt von Rev. A. Perlzweig in London. Diese erstklassig ausgezeichnete, genaue Wiedergabe der Neginos (Tamins) in Noten mit unterlegten, punktierten hebräischen Text der Megilah-Esther ist eine verdienstvolle Arbeit des Rev. A. Perlzweig in London. Mit fast photographischer Genauigkeit sind die Neginos festgehalten, nichts hinzugegeben, nichts weggenommen. Ein begrüßenswertes Studienwerk für Kantoren-Kandidaten und solche, die bereits in Amt und Würde stehen. Auch Musikforschern ist dieses Werk zu empfehlen, weil sie daraus die genau ausgezeichneten Neginos der Megilah-Esther finden. — Technisch ist das Werk von vorzüglicher, gefälliger Ausstattung, vornehmer Form und ist zu haben im Verlag: Max Schwager, Wien H* Zirkusgasse 50. }. L. JÜDISCHE KULTURSTELLE L, BAI 8, R 28-2-86 r: Täglich, 20 Uhr: Scholen) Aiejchem's-Komödie „Sciuw«r. zu sein ein Jud"\ deutsch von Jakob Rosenthal, Regie:> E. Jufba 1. Sonn- und > Feiertags K>4 Uhr Nachmittagsvorstellung:. „DiFGrenze". - - '• ' ■ --•''; .•Kunststelle: Neuanmeldungen ganztäglig. Ermäßigte Karten . für;' sämtliche. Privat-, Bundestheater und Konzerte. Leihbücherei (Jüdische Volkshochschulbücherei): Neuerscheinungen. Allgemeine "Belletristik, und \Judaica.. Neue jüdische Kinderbücher. Jeder Jude zahlt als Stamm-Mitglied der Jüdischen Kulturstelle nur S 1.50 jährlich. Jüdische Volkshochschule: Das Sommersemester Hat bereits begonnen. Hebräisch- und Englisohkurs;e- Vorträge über Brauchtum und Kulturgeschichte. Prospekte ganztägig erhältlich. KUNSTSEKTJON.: Führung (im Zyklus „Das jüdische Wien"). Sonntag, 21. Februar: „Der Seitenstetten-" tempol als Kunstwerk" (seiine Bauform und Geschichte). Treffpunkt: 1., Seitenstette'ngasse* 4, 11- Ohr vorm:~Leitung; Dr. Else Hoffmann und Architekt Ing. Leopold Ponzen. (Den Teilnehmern an dieser Führung wird einmalfe Gelegenheit gegeben, in unbekannte Details der Geschichte des Weener Judentums Einblick zu nehmend (Beerdigungen 10. Februar-1937: Leopold Baumhorn, 68 Jahre, 7. Bez.. (I. Tor). — Josefine Glatz, 73 Jahre, 13. Be2- (IV. Tor). — Louise Niwes, 42 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Anna Brings, 52 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Maier Mitscraher, 81 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Honora Schayes, 63 Jahre, 18. Bez., (IV. Tor. — Hermine Holzer, 71 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Theodor PlatzeW, 60 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Hans Grünwald, 33 Jahre, 9. Bez.. (IV. Tor). — Klara Low, 55 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Moses Weber, 63 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Adolf Färber, 80 Jahre, 21. Bez. Floridsdorfer Friedhof. 11. Februar: Therese Steiner, 76 Jahre, 15. Bez. (1. Tor). — Heinrich Berger, 55 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Friederike Deborah Byk, 67 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Elias Wolf, 70 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Salomon Weisz, 71: Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Hugo Pollak, 71 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Simon Lamm, 65 Jahre, 6. Bez. (IV. tör). — Nesze Natalie Bieber, 60 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Taube Intrater, 75 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). n- 12. Februar: Oswald Kandelmann, 55 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Moses Heuer, 48 Jahrei n. Bez. (IV. Tor>- Josef Pick, 81 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Gudela Winterstein, 70 Jahre, 18. Bez. Döbl. Friedhof. — Hefmine Hohenberg, 81 Jahre, 1.. Bez. (I. Tor). .'.•- 14. Februar: Sali Braun, 75 Jahre, 9. Bez. (I. Tor)- — Mathilde Goldschmiedt, 72 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Fanny Stadler, 74 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). — Dr. Gustav Marmorek, 46 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Nathan Reiset,: 87 Jahre, 12. Bez. (I. Tor). — Josefine Adler, 73 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Dr. Eduard Neumann, 33 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). — Nina Rosenberg, 84 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Salomon Oehlberg, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — David Donnebaum, 71 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). —- Therese Klinenberger, 52 Jahre, 13. Bez,- (IV. Tor). — Amalie Weiniger, 87 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Friederike Grohs, 65 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Herbert Egert, 6 Wochen, 9. Bez. (IV. Tor). — Alfred Aufrichtig, 61 Jahre, 13. Bez, (IV, Tor). 15. Februar: Samuel Russo, 81 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Hugo Neumann, 69 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Marie Honrik, 67 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Hermann Schwarz, 57 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Rosalia Weber, 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Gisela Steiner, 74 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 16. Februar: Friederike Engel, 68 Jahre, 2. Bez. (1. Tor). — Alfred Waizner, 76 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Antonie Stern, 68 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Wilhelm Schulhof, 83 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Sofie Feldstein, 79 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Jenny Sommer, 76 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Esther Stern, 68 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). Austritte aus dem Judentum. Sabine Horaiek, geb. Korn, geb. 1. Dezember 1888 in Wien, verh. — Marie Schick, geb. 17. September 1904 in Wien, led., Papierhändlerin, Tl., Taborstraße 61. —• Gertrade Helene Grossmann, geb. 29. Mai 1914 in Wien,, led., Haushält, IL, Wehlistraße 159/16. — Rudolf Klein, geb. 11. August 1885 in Wien, verh., Inkassant, 11., Rotensterngasse 23/17. — Rath Reinisen, geb. 25. Jänner. 1920 in Wien, led., Mittelschülerin, 111., Kleistgasse 29=. — Elisabeth Steininger, geb. .Woller, geb. 9. August 1888in Wien, ger. gesch., Private, VI:, Gumpehdorferstraße 3. — Edith Blau, geb. Klumer, geb. 24. August 1890 in Wien,?verw., Private,- I., Bellariastraße 4. , •— Marie: Peiker, geb. 4. Oktober 1907 in Wien, led., Handelsang., II., Pazmanitengasse' 14. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL, PratentraSe 29. — Druck: Ignae Spitz & Söhne* Wien IL Robertgasse 2.

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