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Die Wahrheit · 1937-02-19 · Heft 7 (19.2.1937) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 7 (19.2.1937)
Date
1937-02-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr; 7 — 19! Februar 1937 Seit* 5 JOSEF LEITMANN VORM. PAUL PLANER A.G.. WIEN H.,PRATERSTR.r7, Tel. R 47-5-10 Elektromaterial / Radio-Apparate / Beleuchtungskörper / Dauerbrandöfen / Gas-Apparate /Sprechmaschinen Elektro-Kosmetik / Elektro-Apparate / Glühbirnen in aHen Stärken steis lagernd Befugte Radio-Reparaturwerkstätte ♦ Günstige Tauschgelegenheiten -♦ Bequemes Teilzahlungssystem £& sptkkt Präsident das Kersn He Vertrater der Agudas , Jsaac Hbceuec, j über don religiösen Aufbau Palästinas unter dem Motto: mann: Komm.-Rat Hermann S m e t a n a), II. (Dir. Gustav Kol min), III. (lag. Hugo Koditschek), IV/V. (Desider Wollner), VI. (Dr. Wilhelm Popper), VII. (Dr. Oskar Gottfried), IX. (Josef Fuchs), XVIII. (Dir. Ernst Goldschmidt), XIX. (Ing. Wilhelm Berger), XX. (Med.-Rat Dr. Josef Krausz), XXI. (Dr. Julius Grünwaid). In einsehenden Beratungen des zentralen Organisationskomitees wurden die Grundlagen für eine den wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Tage entsprechende •großzügige Mitgliederwerbung ausgearbeitet. In allen Bezirksorganisationen ist mit dieser Mitgliederwerbung auf Grund von Mitgliedsbüchern und auf Grund neuen Propagandamaterials bereits begonnen worden und wir können mit freudiger Genugtuung konstatieren, daß die ersten Erfolge dieser Aktion uns zu den schönsten Hoffnunggen berechtigen. Die intensive Ausgestaltung der Vereinstätigkeit war uns aber auch dadurch möglich, daß wlir im März des Vorjahres unser neues schönes Heim erworben haben, in dem heute die erste Generalversammlung der ..Union" stattfindet. Trotz der großen Mühen, die uns ■die Schaffung dieses Heimes bereitet hat und dessen Aufrechterhaltung ständig bereitet, sind wir denjenigen Mitgliedern des Zentralvorstandes der „Union", die sich im Heimkomitee hingebungsvoll in den Dienst dieser wichtigen Aktion gestellt haben, zu größtem Danke verpflichtet. Das Heim wurde am 15. März 1936 in einer großen Festversammlung seiner Bestimmung übergeben. Die religiöse Einweihung nahm der inzwischen leider verblichene Herr Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang s. A. vor. Der alte Freund unseres Vereines, Herr Prof. Heinrich Glücksmann, sprach unter jubelnder Begeisterung der Versammlung einen von ihm verfaßten hinreißenden Festprolog. Festredner war infoige beruflicher Abwesenheit unseres Präsidenten, Herr Vizepräsident Dr. Josef Tic ho, der in seiner gedankenvollen Rede, die noch in aller Erinnerung ist, als Leitstern unserer Organisation die treue Anhänglichkeit an unser Vaterland Oesterreich und die unverbrüchliche Liebe zu unserer heiligen Religion darlegte. . Seit dieser erhebend verlaufenen Eröffnungsfeier, der am selben Abend ein schöner Empfangsabend folgte, haben in den schönen Räumen des neuen Heimes viele Veranstaltungen politischer, kultureller und geselliger Natur stattgefunden. Den beiden letztgenannten Gebieten widmete sich der bald nach der Eröffnung des Heimes konstituierte Union-Klub, dessen Aufgabe es sein soll, den kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenschluß im Kreise der Mitglieder der „Union" und aller jener, die mit den Bestrebungen der „Union" sympathisieren, durch Abhaltung von Vorträgen und geselligen Veranstaltungen zu fördern. Der „Union-Klub" veranstaltete demgemäß im abgelaufenen Jahre ebenso wie die „Union" zahlreiche Vorträge, die der Bericht im einzelnen anführt. In seinen kulturellen und gesellschaftlichen Bestrebungen wird der „Union-Klub" durch den „Union- Frauenklub" tatkräftig unterstützt. Von den Veranstaltungen dieser Organisation erwähnen wir insbesondere die würdige Trauerfeier für die unvergeßliche Frau Marianne Hainisch. Im neuen Heime haben in der Berichtsperiode eine Reihe von schönen geselligen Veranstaltungen stattgefunden, um deren Gelingen namentlich einige Damen des Union-Frauenklubs sehr bemüht waren, und finden jetzt regelmäßig Unter haltungsnachmittage an jedem Sonntag statt, an welchen den Besuchern künstlerische Vorträge, Tanz und Gelegenheit zum Spiel geboten wird. Der Besuch dieser Nachmittage ist allen unseren Mitgliedern und Freunden besonders zu empfehlen, da sie hier Gelegenheit zu ge- . seiligem Kontakt finden. Von den geselligen Veranstaltungen seien als überaus gelungen besonders erwähnt: Der bereits angeführte Empfangsabend, das Gartenfest im Kasino Zögernitz und die Chanuka-Feier. Auch die „Jugend-Union" hat durch dieEr- . Werbung des neuen Klubheimes Möglichkeit zur Ausge- -staltung ihrer Tätigkeit gefunden, die in letzter Zeit in erfreulicher Weise an Intensität zugenommen hat. Die überaus interessanten Vorträge, die jeden Mittwoch abends hier stattfinden, erfreuen sich starken Zuspruches, es finden lehrreiche Kurse . statt und auch die geselligen Veranstaltungen der Jugend-Union dienen als Mittel zum Zweck, der gesellschaftlichen Zusammenfassung der österreichisch-jüdisch eingestellten Jugend. An die „Jugend-Union" ist seit einiger Zeit der „Jüdische Jugend-Kreis" (J. J. K.) angeschlossen, der Jugendliche: im Alter von 10 bis 18 Jahren umfaßt. Die gediegenen Kurse dieser Vereinigung rinden in den früheren Räumen der „Union", IX., Berggasse 4, die sehr hübsehen geselligen Veranstaltungen ebenfalls in unserem neuen Klubheim statt. Allen genannten Organisationen entbietet der Vorstand der „Union" seinen herzlichsten Dank für ihre erfolgreiche Mitwirkung an der Erfüllung seiner Aufgaben; im Vereine mit ihnen und unterstützt durch ihre Mitglieder und Freunde wird die „Union" auch weiterhin ihren im Interesse der österreichischen Judenschaft gelegenen Zielen nachstreben. In die Reihe unserer Mitglieder und Freunde hat der Tod im Berichtsjahre manch schwere Lücken gerissen; wir betrauern insbesondere das Hinscheiden folgender Herren: Moritz Felöenburg, Eduard Deutsche Generalkonsul Hugo Ornstein, Gabriel Dukes und Josef Dohan. UNION-KLUB {Klub der Mitglieder und Freunde der „Union ästen. Jaden") Wien /., Schottenring 25 Telephon A-19-2-77 LICHTBILDERVORTRAG Xofeai 3co£. De Motte Oppenheim spricht über „Schäden 4ec JCosmeük" Regiebeitrag S L— KlabmitgUeder und Jugend-Union 50 Groschen Um pünktliches Erscheinen wird gebeten -Wir werden ihnen eten%Le^jehrende§ Aodenlgen bewahren wie den im Berichtsjahre verblichenen Führern uns befreundeter Organisationen des ungarischen und des deutschen Judentums, dem ungarischen Abgeordneten Paul S a n d 0 r, dem Direktor des deutschen Centraivereines, Ludwig Holländer und dem Präsidenten dieser Organisation Justizrat Dr. B r o d n i t z. Die „Union österreichischer Juden", die seit fünf Jahrzehnten die wahre Repräsentantin der österreichischen Judenschaft ist, darf am Beginn ihres 51. Vereinsjahres von allen ihren Mitgliedern, Freunden und Anhängern erwarten, daß sie ihr in dieser Zeit schwersten Kampfes für Gleichberechtigung und Gleichwertung der österreichischen Judenschaft wie bisher treue Gefolgschaft und eifrige Mitarbeit leisten werden. Indem wir allen unseren Freunden unseren innigsten Dank für ihre bisher bekundete Treue aussprechen, rufen wir sie heute zur weiteren Mithilfe am Aufbau unserer für die österreichische Judenschaft so notwendigen Organisation auf! Werbet und spendet für die „Union österreichischer Juden! In der Diskussion, die dem mit großen Beifall aufgenommenen Tätigkeitsbericht folgte, ergriff zunächst Komm.-Rat Alexius S a 1 z e r das Wort, um in temperamentvoller Weise Herrn Reg.-Rat Dr. Oppenheim herzlichsten Dank dafür zu sagen, daß er die Position der „Union" so machtvoll gestaltet habe, und ihn der treuen Gefolgschaft der Vereinigung zu versichern. Die Generalversammlung bereitete dem Präsidenten stürmische Ovationen, die dieser mit Dankesworten und der Versicherung quittierte, daß es auch weiterhin sein Bestreben sein werde, die „Union" erfolgreich zu führen. In der Debatte sprachen ferner die Herren Stadtrat Dr. Oskar Hein, der für die Begrüßungsworte dankte und in interessanter Weise ausführte, wie er als öffentlicher Mandatar das Ansehen der jüdischen Gemeinschaft zu heben bemüht gewesen sei, sowie die Herren Arthur Grab, der die Grüße der Beztrksorganisation VII der „Union" überbrachte, und Herr Siegmund Stern, der seiner Freude über die positiv jüdische Einstellung der „Union" Ausdruck gab. Der Tätigkeitsbericht tili ecHstesWoct m &mstecZeU am Sonntag, den 28. Februar 1937, um 8 Uhr abends, im MiUteceti JCoHzeciAau&saat III. Bezirk, LothringerstraBe Nr. 20 Karten für Damen und Herren von S 1 — aufwärts im V< verkauf bei der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Wi Im Werd 6, Telefon A 46.- 0 - 15, von 9 — 12 und v 16 — 20 Uhr. wurde hierauf einstimmig angenommen, «benso nach dem Bericht des Herrn Revisors A. Hermann David der vom Kassier Herrn Dir. Eduard Widrich erstattete Kassabericht. Vorstandsmitglied Dr. Julius G r ü n w a! d schlug hierauf einige Statutenänderungen vor, die sich in der bauptsache auf eine mit Rücksicht auf die verstärkte Aktivität in den Bezirksoiganisationen notwendig gewordene Erweiterung der Zahl der Vorstandsmitglieder bezogen. Diese Statutenänderungen wurden einstimmig angenommen, ebenso die folgende Liste des Zentralvorstandes, in de:n auch von nun ab die u n i o n i s t i s c h e n Mitglieder des Kultusvorstandes Sitz und Stimme haben: Prok. Riohard Bettelheim I. — Dr. Bruno David IX. - Nathan Donath, II. — Dir. Alois Donnebaum, VHI. — Sigmund Freund. I. — Moriz Gal, XIX. — Dir. Ernst Goldschmidt, XVIII. — Dr. Oskar Gottfried, VII. — Leopold Grünspan, X. — Dr. Julius Gränwald, XXI. — Ing. Hugo Koditschek, III. - Dir. Gustav Kolmin, II. — Med.-Rat Dr. Josef Krausz, XX. — Reg.-Rat Dr. Max Lenk, II. — Siegfried Mauner, IX. — Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, f. — Dr. Wilhelm Popper, VI. — Komm.-Rat Alexius Salzer. IX. — Dr. Michel Schlesinger, IX. — Paul Schwarzstein, II. — Komm.-Rat Hermann Smetana, I. — Doktor Egon Spielmann, XIII. — Dr. Karl Stelner, XXI. - Dr. Josef TIcho, IX. — Alfred Tonelles, X. — Leo Welnberger, XIV. — Dir. Eduard Widrich, XVIII. — Desider Wollner, V. Zu Revisoren wurden gewählt die Herren Heinrich Bases und A. Hermann D a v i d, zu ihren Stellvertretern die Herren Deszö Friedmann und Felix Wachsberser; zu Schiedsgerichtobmännern die Herren Doktor Max Eitelberg, Dr. Siegfried Goldstein, Doktor Berthold Kardegg, Dr. Josef Klügler und Doktor Moriz Ludwig Weiss. Es wurde noch ein durch Herrn OttoSalus mitgeteilter Besahiuß des Ausschusses der Bezirksorganisation Neubau, arme jüdische Kinder zum Mittagstisch zu nehmen, den Auslschüssen der übrigen Bezirksorganisationen z>ur Nachahmung empfohlen, worauf der Vorsitzende mit nochmaligen Dankesworten die überaus eindrucksvoll verlaufene Generalversammlung schloß. Ueber die am 18. d. M. stattgehabte Konstituierung des Zentralvorstandes berichten wir in unserer nächsten Nummer. Besuch des englischen Königspaares in Whitechapel. König Georg VI. von England und die Königin Elisabeth besuchten am Samstag, den 13. Februar, den Ostteil von London, darunter das hauptsächlich von Juden bewohnte Whitechapel. In London glaubt man, daß der König deshalb den Wochenruhetag der Juden zum Besuch wählte, um mehr mit der jüdischen Bevölkerung in einen Kontakt zu kommen. Man sieht in dieser Geste eine Manifestation gegen den Antisemitismus. Das Königspaar weilte in Whitechapel über eine Stunde und war Gegenstand sehr warmer und überall in musterhafter Ordnung verlaufener Akklamationen seitens der Bevölkerung. Immer wieder ertönten Rufe: „Lang lebe der König und die Königin!" Alle Häuser waren an Dächern, Fenstern und Baikonen sehr reich dekoriert. Die Ordnung wurde von den Mitgliedern des Verbandes jüdischer Frontsoldaten, die unter der Fahne der jüdischen Legion ausgerückt waren, aufrechterhalten.

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