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Die Wahrheit · 1937-02-12 · Heft 6 (12.2.1937) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 6 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 6—12. Februar 1937 Seite 5 JOSEF LEITMANN VORM. PAUL PLANER A.G.. WIEN II.,PRATERSTR.17, Tel. R 47-5-10 Elektromaterial / Radio-Apparate / Beleuchtungskörper / Dauerbrandöfen / Gas-Apparate / Sprechmaschinen Elektro-Kosmetik / Elektro-Apparate / Glühbirnen in allen Stärken stets lagernd Befugte Radio-Reparaturwerkstätte ♦ Günstige Tauschgelegenheiten ♦ Bequemes Teilzahlungssystem det und 228 verwundet. Auf Wachtposten wurden 13 Juden ermordet und 30 verwundet. Bei Ueberfällen von. Arabern auf jüdische Häuser fielen 11 Juden, 24 wurden verwundet. Auf Reisen wurden 17 Juden ermordet und .123 verwundet. Unter den 82 ermordeten Juden waren 74 Männer und 8 Frauen, unter den 405 verwundeten 355 Männer und 50 Frauen. Unter den Ermordeten zählte man auch 5 Kinder (3 Knaben und 2 Mädchen) bis zu 10 Jahren. Am meisten Angriffen ausgesetzt, bzw. beschossen wurden die Jerusalemer jüdischen Vorstädte Mekor-Chajim, Newe-Jaakob, Bet-Hakerem, Bajit-Wegan und Giwat-Saul (im ganzen 70mal); Schechunat Hatikwa und Bajit Wegan bei Jaffe wurden 46mal angegriffen; es folgen Ness Ziona (38mal), Ramat Hakowesch (33), Ejn Charod und Tel Jossef (je 28mal), Mozza (25), Tel Litwinski (24), Atarot (18), Ramat-Rachel (17), Kfar Asar (17), Arsa, Gedera, Giwat Eda, Mischmar Haemek, Kfar-Tabon (je 15mal), weitere 28 dörfliche und 19 städtische Punkte je zehnmal und darüber. In elf Fällen wurden jüdische Bethäuser beschossen oder angezündet, in drei Fällen wurden jüdische Gräber geschändet, in 26 Fällen beschossen die Terroristen jüdische Hospitäler und Ambulanzen, in neun Fällen wurde versucht, jüdische Kinderheime und Waisenhäuser zu vernichten. Neuzehnmal wurden Bomben gegen jüdische Schulen, dreimal gegen Greisenasyle geschleudert. Von den insgesamt 795 Angriffen gegen Organe der britischen Macht erfolgten 140 gegen Regierungsbeamte (meist Polizeifunktionäre), 331 gegen Militär- und PolizeipatrouiHen (davon 236 aus dem Hinterhalt und 95 durch bewaffnete arabische Banden). In 81 Fällen wufden polizeiliche und militärische Eskorten der Passagierautobusse und Eisenbahnzüge beschossen. Militärabteilungen wurden in 109 Fällen (16mal aus dem Hinterhalt und 93mal durch bewaffnete Banden) beschossen. Von den 1369 Bombenattentaten wurden 511 gegen Juden, 471 gegen Araber, 239 gegen Machtorgane und 148 gegen Kommunikationsmittel gerichtet. Von den 3111 verhafteten Arabern wurden 106 im Zusammenhang mit 22 Mordtaten, 311 wegen bewaffneter Ueberfälle, 385 wegen böswilliger Beschädigung fremden Eigentums, 51 wegen Raubes und Diebstahls, 760 wegen illegalen Waffenbesitzes, 472 wegen Terrors gegen Araber, 47 wegen hetzerischer Agitation, 154 wegen Teilnahme an illegalen Beratungen, 103 wegen Zugehörigkeit zu illegalen Verbänden und wegen anderer Verbrechen festgenommen. Vor einer neuen Terrorwelle? Der High Commissioner General Sir Arthur W a u c h o p e ist am 9. Februar mit Flugzeug über Aegypten nach England, wo er seinen Urlaub verhängen wird, abgereist. Gerüchte, daß er in sein Amt nicht mehr zurückkehren wird, wurden vom Colonial Office in London als grundlos bezeichnet. Vor seiner Abreise empfing der High Commissioner den Mufti von Jerusalem Haj Amin el Husseini, den Generalsekretär des Obersten Arabischen Ausschusses Auni Bey Abdul Hadi, den früheren Bürgermeiter von Jerusalem Ragheb Bey Nashashibi in einer Audienz, die zwei Stunden gedauert, hat. Auskünfte über den Verlauf der Audienz werden von Regierungsseite nicht erteilt. Arabische Kreise behaupten, der High Commissioner habe den arabischen Führern zugesagt, daß die Juden in Palästina nie die Mehrheit erlangen sollen. Während der Abwesenheit des High Commissioner wird der Chefsekretär der Regierung John Hathorn Hall, der sein neues Amt in Zanzibar erst in einigen Monaten antreten wird, das Hochkommissariat leiten. In London wird sich Sir Arthur Wauchope wahrscheinlich an den Beratungen im Zusammenhang mit dem Bericht der Kgl. Kommission beteiligen. Es verlautet, daß Sir Arthur Wauchope vor der Abreise genaue Bestimmungen betreffend Sicherung von Ruhe und Ordnung während seiner Abwesenheit getroffen und nach dieser Richtung hin auch scharfe Mahnungen an die arabischen Führer gerichtet hat. Von arabischer Seite wird über die Audienz der arabischen Führer beim High Commissioner vor dessen Abreise nach London noch mitgeteilt: Auf die Forderung des High Commissioner, daß die Führer für die endgültige Einstellung des Terrors sorgen sollen, erklärten die Führer, sie seien hierzu nicht in der Lage, die Terroristen stünden,nicht.unter, ihrem Einfluß. Der High Commissioner fragte die Führer, was ihr „letztes Wort" hinsichtlich der Schaffung eines Legislative Council sei, die er mit der Regierung in London erörtern werde. Die Führer erwiderten, sie seien nicht in der Lage, sofort eine Antwort zu erteilen. Nach der zweistündigen Audienz beim High Commissioner hielt der Oberste Arabische Ausschuß eine außerordentliche Sitzung ab. Dem Londoner „Daily Herald" wird aus Jerusalem gemeldet, daß die a r a b i s c h e n N a t i onalisten die Absicht haben, den „Heiligen Krieg" der Mohammedaner der ganzen Welt gegen die Juden Palästinas zu verlangen. Dies soll gelegentlich der Pilgerfahrt nach Mekka geschehen. Der Groß-Mufti von Jerusalem hat dem König des Hedschas, Ibn Saud, aufgefordert, nach der Pilgerfahrt eine Zusammenkunft aller Persönlich, keiten des Islam einzuberufen, um die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Andauernde anlljfidlsdie Eizesse in Polen. JudendeDafle im polnischen Senat. Im polnischen Senat kam es am 7. Februar wieder zu einer Aussprache über die Judenfrage in Polen. Das Senatsmitglied Malinowski trat einem Vorredner, der der Regierung vorgeworfen hatte, sie verfahre mit der nationalen Jugend zu streng, mit einer ausführlichen Rede erttgegen. Er verwies auf einen in seinem Besitz befindlichen Aufruf der nationalistischen Jugend, der ankündigt, daß die nationalistische Jugendmitden Juden auf den Universi-täten „abrechnen" werde. Malinowski erklärte, daß ein solcher Aufruf der polnischen Verfassung widersprachle, die Gleichheit der Rechte auch den Juden zusichere. Er betonte, daß die antijüdischen Zwischenfälle auf den Hochschulen ein großes Echo in Amerika gefunden haben. WmaUttßc 7. bis 13. März 1937 Technische und Landwirtschaftliche Messe bis 14. März Luxus- und Gebrauchsartikelmesse / Möbelmesse / „Gas im Haushalt" / „Kunst im Handwerk" / Oesterreichische Zeitungs- und Zeitschriftenschau / Textil- und Bekleidungsmesse / Wiener Strickmode TECHNISCHE MESSE UND BAUMESSE Straßenbaumesse / „Der österreichische Bergbau" / „Was Oesterreicher erfinden" Ausstellung der Oesterr. Tabak-Regie Bürobedarfsmesse / Papier und Papierverarbeitung / „Der Realitäten-Vermittler n. -Verwalter" / Gewerbl. Kollektiv-Ausstellungen / Lebensmittel-Ausstellung Internationale AUTOMOBIL- UND MOTORRAD¬ AUSSTELLUNG Land- und forstwirtschaftliche Musterschau mit Sonderschau „Das Ringen des Bauern ums tägliche Brot" Bundesweinkost MASTVIEHSCHAU: 1?. bis 14. März BEDEUTENDE FAHRPREISERMÄSSIGUNGEN! Messeausweise ä S 6.— bei der Wiener Messe-Aktiengesellschaft. Wien VII.. MesseoaUit 1 / Eintrittskarten (zum einmaligen Besuche der Rotunde ä S 2.50 oder des Messepalastes ä S ».—) bei den Kassenschaltern de» Die Zerstörungen, die von den nationaldemokratischen Abenteurern angerichtet worden seien, erinnerten an die Zeiten des Mittelalters. Im übrigen hätten an der Blockade nicht nur Studenten, sondern auch gedungene Abenteurer teilgenommen, Arbeitslose. Arbeiter, Mittelschüler und Leute ohne Beruf. Gegen solche Exzesse müsse mit voller Strenge vorgegangen werden. # Was die Judenfrage betreffe, fuhr der Ministerpräsident fort, so stimme er dem Senator Fürst Radziwill darin zu, daß ihre Regelung durch Regierung und Gesellschaft erfolgen müsse. Es sei in der Tat keine leichte Sache. Wie Minister Beck bereits erklärt habe, beruhe das gesamte Judenproblem nicht auf Rassen- oder Reiigionshaß, sondern ausschließlich auf wirtschaftlichen Grundlagen. Es werde nichts damit gewonnen, wenn man gegen zehn jüdische Marktstände einen Pogrom veranstaltet oder eine jüdische Frau verprügelt. Wir müssen, sagte der Ministerpräsident, alle Mittel anwenden, um Ruhe und Ordnung zu sichern. Diese Methoden haben wir auch tatsächlich anläßlich der Ausschreitungen in der Woiwodschaft Bialystok zur Anwendung gebracht. Wir sind gegen die Organisatoren der judenfeindlichen Exzesse mit denselben Mitteln vorgegangen, die wir gegen die Organisatoren sonstiger Unruhen anwenden. Wir haben die Führer herausgeholt und sie in das Konzentrationslager Bereza geschickt. So z. B. habe ich den Führer der Nationaldemokraten in Wysokie-Mazowieck, Adv. Jursz, rechtzeitig gewarnt, daß ich ihn für Unruhen veranr- Graf Radziwill sagte, daß die Plünderung jüdischer Geschäfte dem polnischen Geist entgegengesetzt sei. Er verwies jedoch darauf, daß sich der Antisemitismus in Polen ausbreite. Er sei nicht mehr das Monopol einer einzigen Partei in Polen. Polizeimaßnahmen dagegen zu ergreifen, sei nicht genug. Die Regierung müsse daran gehen, das jüdische Problem zu lösen, das nicht durch Pogrome aus der Welt geschafft werden kann. Im Verlauf der Debatte gab Ministerpräsident General Dr. Slawoj Sladkowski eine Erklärung ab. Der Ministerpräsident sprach zunächst über die seinerzeit von nationaldemokratischen Studenten durchgeführte Blockade der Warschauer Universität und betonte, daß die Polizei seiner Meinung nach in diesem Fall durchaus pflichtgemäß vorgegangen sei. HgenOe lür Trauungen Unentbehrlich für Rabbiner und Kantoren (Die Gesänge mit Noten von S. Salzer) Sinniges Erinnernngsgeschenk an Brautleute Zu beziehen beim Herausgeber: Max Schwager Wien II., Zirkusaasse SO Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang s. A., Wien, Oberrabbiner Dr. S. Hevesi, Budapest, Oberrabbiner Doktor D. Herzog, Graz, Musikdirektor A. Friedmann. Berlin, Präsident des Kantorenvereines J. Löwit, Oberkantor M. Mathyas, Oberkantor J. Müller, Oberkantor M. Löwy, Mähr.-Ostrau. Oberkantor A. WUkawitsch. Egef, Oberkantor H. Mayerowitsch, London u. v. a., haben sich über das obgenannte Werkchen in überaus anerkennender Weise, sowohl durch die Presse, als auch in freundlichen Zuschriftenl an den Herausgeber geäußert.

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