Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 5 (5.2.1937)
- Date
- 1937-02-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064663-3064668--21023-3086333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DIE WAHRHEIT Seite 7 Wien I., Seitenstettengasse 2 XI.f Zentralffriedhof neben dem I. Tor Samstag geschlossen 1 iMannes. Ueberaus zahlreich eingelangte Gratulationen von Körperschaften und Persönlichkeiten aus fern und nah legen Zeugnis davon ab, wie sehr sein Wirken allseits geschätzt wird. Pazmanitentempel. Am Samstag, den 6. d. M. hält Herr Rabbiner Dr. Moses Landau beim Vormittags- Gottesdienst um 9 Uhr, am Samstag, den 13. d. M., 9 Uhr vormittags Herr Rabbiner Moses Zikier eine Gastpredigt. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, im Anschlüsse an den überaus fesselnden Vortrag der Frau Dr. Henny Lichtenste in-Rappaport „Die goldene Rose — Eine Frauengestalt des 17. Jahrhunderts", über welchen an dieser Stelle in Kürze noc.n gesprochen werden soll, fand am 1. Februar d. J. im dichtgefüllten Festsaale des Sportklubs „Hakoah" die diesjährige Generalversammlung des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur in Wien unter dem Vorsitze des Vereinsobmannes Rektor Krausz statt. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch Kassier Alfred May und des Kassarevisionsberichtes durch die Revisoren Dr. Ernst Pins und Hans Heller ALLE JÜDISCHEN FAMILIENNACHRICHTEN GEHÖREN IN DIE „WAHRHEIT"! wurde der Vorschlag des Vizeobmannes, Rabbiners Dr. M. Rosenmann, den Vorstand des abgelaufenen Jahres wiederzuwählen, nach kurzer Debatte angenommen. Es erscheinen daher als wiedergewählt die Herren Rektor Krausz, Rabbiner Dr. R o s e n m a n n, Komm.- R. Ehrenstein, Doz. Dr. Fischer, Konsul Friedni a n n, Hofrat Fuchs, Obermed.-R. Dr. H a a s e, H e 1- I e r, May, Dr. Pins und Wolf. Bei der nach der Wahl erfolgten Konstituierung wurden Rektor Dr. Samuel Krausz zum Präsidenten und Rabbiner Dr. M. Kosenmann und Obermedizinalrat Dr. Heinrich H a a s e zu Vizepräsidenten gewählt. Als Kassier wurde wieder Herr Alfred May, als Schriftführer der Beamte der Kultusgemeinde, Herr Hans Heller, und als Kassarevisoren die Herren Hans Heller und Dr. Ernst Pins bestellt. Rektor Krausz hob mit besonderer Genugtuung hervor, daß ohne die unermüdliche Tätigkeit des Herrn May eine solch gediegene Führung des Vereines und damit auch eine solche Wirkung nach außen hin unmöglich wäre. Hierauf sprach der Vizeobmann Doktor Rosenmann Rektor Krausz seinen Dank dafür aus, daß er trotz seinem Mangel an Zeit in seinem Alter noch die Kraft besitzt, stets an den Arbeiten und Vorträgen des Vereines mit jugendlicher Frische teilzunehmen, worauf Rektor Krausz diesen Dank mit dem Hinweise auf die alte Freundschaft mit Herrn Rabbiner Dr. Rosenmann erwiderte, die ihm die Führung der Vereinsgeschäfte erleichtert habe. Seit der letzten Generalversammlung wurden acht Vorträge gehalten, die zum größten Teile in diesem Blatte besprochen wurden, und zwar außer der Festversammlung anläßlich des 70. Geburtstages des Vereinsobmannes Rektor Dr. Samuel Krausz am 17. Februar 1936 : 3. Februar 1936: Doktor Josef L ö w y: „Die Schönlaternschul ein Wahrzeichen aus dem jüdischen Alt-Wien"; 9. November 1936: nach einer Gedenkfeier für den seligen Ehrenpräsidenten des Vereines, Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang, gehalten durch Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n, ein Vortrag von Rektor Krausz: „Das Wohnrecht der Juden in Jerusalem unter den Römern"; 23. November 1936: lDr. Jakob Ornstein: „Moses Mendelssohn", zum Gedenken an die 150. Wiederkehr seines Todes; 7. Dezember 1936: Dr. Paul J. Diamant: „Geschichte eine» Millionenerbschaft vor 100 Jahren"; 21. Dezember 1936: Hugo Friedmann, Kunstreferent der Jüdischen Kulturstelle: „Ein jüdischer Maler des 18. Jahrhunderts" (Moritz Oppenheim); 4. Jänner 1937: Rabbiner Dr. Armand Kaminka: „Elegien des Prinzen Schealtiel" (Rekonstruktion des IV. Buches Ezra); 18. Jänner 1937: Dr. Karl Sass: „Spinozismus und Chassidismus"; 1. Februar 1937: Dr. Henny Lichtenstein-Rappaport: „Die goldene Rose — Eine Frauengestalt des 17. Jahrhunderts". Die Vorträge, welche stets gut besucht waren, hatten sich auf höchstem wissenschaftlichem Niveau gehalten, ohne jedoch dabei an Popularität und Gemeinverständlichkeit einzubüßen. Heller. Der Ball des Hilfsvereins russischer Juden in Wien. Kürzlich hielt der Hilfsverein russischer Juden in Wien sein zwölftes Ballfest ab, dessen Reinertrag zur Gänze der Unterstützung hilfsbedürftiger Juden zufließt. Der Verein hat während seines zwölfjährigen Bestandes an die zweimalhunderttausend Schilling zur Unteistützung hilfsbedürftiger Juden aufgewendet und unterstützt vierzig in Not geratene Familien ständig. Das diesjährige Ballfest, das im Militärkasino abgehalten wurde und an dem sich erste künstlerische Kräfte beteiligten, endete mit einem schönen künstlerischen und gesellschaftlichen Erfolg. Der israelitische Frauen Wohltätigkeitsverein FIoridsdorf (Präsidentin Frau Babette R o s e n m a n n) veranstaltete am 30. v. M. in den Räumen des Handelsmuseums eine Akademie mit Tanz, deren Reinerträgnis der Winterhilfe-Aktion des Vereines gewidmet war. Die überaus zahlreich erschienenen Besucher wurden erfreut durch einen genußreichen Abend mit erlesenem Programm. Herr Ludwig K e 11 n e r begrüßte in herzlichen Worten die erschienenen Gäste: Frau Staatsrat Friedmann, Frau Reg.-Rat Oppenheim, Herrn und Frau General Sommer, Frau Dr. Salkind in Vertretung des Vereines „Ferienheim", Frau Olga Friedmann, Präsidentin des Brigittenauer Frauen-Vereines, Frau Präsidentin Fuchs in Vertretung des Vereines „Ohel-Rachel", Frau Josefine Pick in Vertretung des Frauen-Vereins Landstraße. Nun eröffnete Conferencier Hugo K n e p 1 e r in seiner bekannt geistreich humorvollen Weise das von ersten Kunstkräften ausgeführte Programm der Akademie. Frau Trude Roth brachte ihre entzückenden Chansons, die die Zuhörer zu nicht endenwollendem Applaus hinrissen. Frau Alice Trau sang französische, englische, deutsche und tschechische Chansons mit Charme und Anmut. Opernsänger Herr Igo Guttmann sang mit prachtvoller Stimme einige Lieder, Herr Professor Max G e ig e r trug einige Violinpiecen vor, die durch ihren virtuosen Vortrag Zeugnis hoher musikalischer Kunst gaben. Zum Schluß fand Herr Leopold Winter vollste Anerkennung seiner parodistischen Kunst als Schnellzeichner. Dieses glänzende Programm wurde ergänzt durch Herrn Hugo Kneplers geistreiche Conference. Die bestbekannte Kapelle Max Geiger spielte der fröhlichen Jugend zum Tanze (das vorzügliche Arrangement leitete Herr Eduard Klau s) auf, dem die Besucher in fröhlichster Stimmung huldigten. Nicht vergessen darf man, den rührige:-, unermüdlichen Vorstandsdamen zu danken. Sie habe» sich in hervorragender Weise um das Gelingen der Veranstaltung bemüht, deren Reinertrag vielen Armen Hilfe in Not und Elend bringt, und so den schönsten Lohn für ihre Mühe und Arbeit gefunden, in der Erfüllung edler Menschenpflicht. Der Verein „Ferienheim" (Präsidentin Sofie Grünr e 1 d) Jndet seine Mitglieder, Freunde und Gönner für Samstag, den 6. Februar, 4 Ufir nachmittags, 1., Graben Nr. 29, zu einem „Rendezvous am Broadway" ein. Mitwirkende: Jussy Conde, Parodist; Erwin Engel, Heitere Vorträge; Marianne Mislap-Kapper, Gesang, am Flügel Franz Mittler; Erich Rautenschmidt, Tenor, am Flügel Kapellmeister Arthur Kleinert; Viktor Sternai:, Radiosänger und Humorist, am Flügel Dr. Leo Vole; Fritzi Zaruba, Tanz; Hugo Knepler, Heiteres. Karten (Entree mit Jause) S 2.60, im Vereinsbüro, IX., Türkenstraße 17, Telephon R 51-5-63 und am 6. Februar ab halb 4 Uhr nachmittags an der Kasse des Broadway- Saales, I., Graben 29. Der Israelitische Frauenverein Wieden-Margareten (Präsidentin Frau Alice Fischer), der erst kürzlich sechzig Kinder in großzügigster Weise mit Kleidungsstücken beschenkte, veranstaltet Sonntag, den 14. d. M., halb 5 Uhr nachmittags im Festsaal des Hotel M ü n c litt erhof, VI., Mariahilferstraße, eine Wohltätigkeit s a k a d e m i e, zu der die Preise trotz der Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte besonders niedrig angesetzt wurden. Der Verein bittet in Anbetracht des wohltätigen Zweckes um regen Zuspruch und erinnert gleichzeitig an seine jeden Dienstag nachmittags im Cafe D o b n e r, VI., Rechte Wienzeile, stattfindenden Bridge- und Rummy-Nachmittage. Chamischa-assar-Feier im Pazmanitentempel. Am 27. v. M. wurde in den großen Schuirätimen des Tempelgebäudes vom Vorstande, unter Mitwirkung der Elternschaft, eine schlichte, aber in ihrer Art umso erhebendere Chamischa-assar-Feier für die Kinder der Talmud-Thoraschule des Vereines abgehalten. Um 3 Uhr Nachmittag versammelten sich über 100 Schulkinder mit vielen Eltern und Geschwistern im großen Schulsaale des Tempelgebäudes, welcher aus diesem Anlasse mit herrlichen grünen Blatt- und Traubengirlanden geschmückt war. Vom Vorstande waren erschienen die Herren Keßler, als Obmann der Gaboim-Sektion , Herr Amtsleiter Kraus, in Vertretung des verreisten Obmannes Schn.ucl.un3 von Gruiten und Gräbern LeopotdQeutscIiJieiiX!. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhot I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhot IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kaitaren des Vereines. Herrn Schramek, dann der Obmann der Schulsektion, Herr Prof. Petschenik und der Schriftführer, Herr Ober-Inspektor Engel, ferner die beiden Lehrer Rudsky und Dr. Gerstl. Der Obmann der Schillsektion, Herr Prof. Petschenik, eröffnete die Feier mit einer herzlichen Ansprache an die Kinder, in der er den Zweck und die Bedeutung der Feier erklärte, dann hielt Herr Überinspektor Engel an die Kinder eine zündende Ansprache, in der er in besonders Kindern verständlicher Weise sehr sinnreich das Erwachen der Natur mit dem menschlichen Leben verglich und mit dem Wunsche endete, die Kinder mögen stets ihre Pflichten zum Wohle des Judentums erfüllen und ihr heiligstes Ideal darin erblicken, gute, aufrechte und wirkliche Juden zu werden. Nun begannen die Darbietungen der Kinder, teils hebräisch, teils deutsch, in Prosa und Gedichten, gesprochen und gesungen. Zwei Knaben hielten sehr sinnreiche und schöne längere Ansprachen an ihre Kollegen, in hebräischer und deutscher Sprache. Nach den Vorträgen der Kinder hielt Herr Amtsleiter Kraus eine Ansprache an sie, in welcher er den Kindern für die schönen Darbietungen dankte und besonders auf das Einhalten unserer heiligen Religion hinwies. Dann ergriff Herr Keßler das Wort, der besonders dem Initiator der Feier, Herrn Oberinspektor Engel, den Dank des Vorstandes für seine Tätigkeit in herzlichen Worten aussprach. Hierauf dankte noch der Lehrer, Herr Rudski, der Elternschaft für ihr tatkräftiges Mitwirken, sowie dem Vorstande für sein edles Wohlwollen und bat, dieses stets der Schule angedeihen zu lassen. Nach dem Schlußworte des Obmannes, in welchem den Lehrern der besondere Dank ausgedrückt wurde, erhielt jedes Kind ein Paketchen mit den verschiedensten Früchten, worauf die schöne Feier endete. Man kann die erfreuliche Tatsache konstatieren, daß diese Schule ein Niveau erreicht hat, welches den schönsten Aussichten für die Zukunft Raum läßt und die Tüchtigkeit der Lehrkräfte und den Pflichteifer der Schulsektion klar beweist. Wir wünschen ihr ein weiteres segensreiches Blühen und Gedeihen. Trauung. Sonntag, den 24. Jänner, fand im Tempel, II., Große Schiffgasse, die Trauung des Oberkantors c"er Talmud-Thora-Synagoge Samuel Roth mit Frl. Sabine O c h s unter starker Beteiligung statt. Nach dem Minchrgebet fand unter freiem Himmel die Zeremonie statt, welche durch die Herren Rabbiner Fürst, Schenk und Dr. Ochs, einem Bruder der Braut, vollzogen wurde. Erster Kantor Kunstadt versah die kantorale Funktion in glänzender Weise. Briefkasten. Redaktion des „Stürmer". Aus einem Gerichtssaalberichte der „Egerer Zeitung" konnte man dieser Tage einiges über die Verwendung Ihres Blattes in Erfahrung bringen. Bei dem Tischler Gustav Gschwendtner waren am Egerer Bahnhof anläßlich einer Leibesvisitation einige Blätter Ihrer Zeitung gefunden worden. Er stand deshalb kürzlich vor einem Senate des Egerer Kreisgerichtes wegen Vergehens nach Paragraph 18 des Schutzgesetzes wegen Verbreitung einer verbotenen ausländischen Druckschritt. Darüber schreibt die „Egerer Zeitung": „Der Angeklagte konnte überzeugend nachweisen, und das corpus delicti sah auch danach aus, daß er die Stürmerblätter lediglich wegen des in gewissen Notfällen gebrauchten Papiers in die Tasche gesteckt hatte, und so fällte das Gericht diesbezüglich einen Freispruch." Seit Atieten Jtatoeu. hat das Wiener jüdische Publikum nunmehr prüfen können, ob es Mazzoth gibt, die die Konkurrenz bestehen können mit den S c h m i d I - M a z z o t h. Das Urteil ist nicht zweifelhaft: Die allgemeine, uneingeschränkte Beliebtheit dieses erstklassigen Erzeugnisses stützt sich auf eine Qualität, die noch von keinem anderen erreicht werden konnte. Schmidl-Mazzoth werden aus feinstem Mehl unter der Leitung des ersten Fachmannes auf diesem Gebiet erzeugt. Peinlichst wird bei der Erzeugung auf das Kaschruth geachtet, Oberrabbiner B a b a d hat die Aufsicht. Auf die Extraqualität von „Marke Schmidt N. B." wird besonders hingewiesen. Verlangen Sie beim Kauf von Mazzoth-Grieß und Farve! auch ausdrücklich Sehmidl-Erzeugnisse. j|bonnieret die Wahrheit!