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Die Wahrheit · 1937-02-05 · Heft 5 (5.2.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 5 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 5 — 5, Februar 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel _Qebftnndon_ Sohebafh 6687 F«ber 1937 froi abds. 7.15 SciebStl24. 4.50 ( WietMtia (J.B.H.A ParBchesSchVoKml „ 25. Haftorx, Ben 1 8.80 acnewa schkolim ) 5.45 MeworcMm Ha- | chandescb I ( Borchi Nafscni j f ., 26. bia 1 7.15 *' J»»™k»PMkot»»al 5.20 l " Eosct Chandescb J abds. Freitag, 5. Feber 4.50 Samsug, 6. Feber 5.45 Sonntag, 7. bis 1 5 Dotmer6t.,ll.FebeiJozu Israelitischer Synagogen-Verein „Beth Israel". Im vollbesetzten Tempel des polnischen Bethausvereines „Beth Israel", II., Leopoldsgasse 29, fand am 27. Jänner 1. J. die diesjährige „Chamischa-Assah-Feier" der Talmud Thora dieses Vereines statt. Sie verlief besonders würdig und zeichnete sich durch ihren jüdischen und traditionellen Inhalt aus. Nachdem der beliebte Oberkantor des Tempels Herr Fränkel mit seinem Chor in gewohnter Weise das Maariv-Gebet vorgetragen, haben die Schüler der Talmud Thora hebräische und deutsche Gedichte rezitiert, sowie auf das Fest sich beziehende Talmud-Sagen im Original und Uebersetzung vorgetragen. Diese besonders gelungenen Vorträge zeigten nicht nur das hohe Können der Kinder, sondern waren auch Beweis vom hohen Niveau der Schule. Hierauf hielt Tempel vorsteh er und Obmann der Talmud Thora, Herr Jakob M. Frostig, die Festrede, in welcher er in eindringlichster und geistreicher Art den Kindern die Bedeutung des Festes darlegte, worauf die Schüler ausgiebig mit Obst und palästinensischen Früchten beschenkt wurden, die der rührige Elternverein der Talmud Thora zu verschaffen wußte. Dieser schönen, von allen Beteiligten und Gästen mit großer Befriedigung aufgenommenen Feier, wohnte auch der gesamte Tempelvorstand mit dem geschäftsführenden Vizepräsidenten, Herrn Intrator, bei, wodurch die enge Zusammengehörigkeit des Tempelvereins mit der Talmud Thora besonders dokumentiert wurde. Barmizwahfeier. Samstag, den 30. Jänner fand in der Synagoge, II., Leopoldsgasse, die Barmizwahfeier des Sängerknaben Emmerich Grünwald, Sohn des Herrn Malkiel Griinwald und seiner Gattin, geb. Frieda Blau, statt. Nach orthodox-jüdischer Sitte und gemäß der Tradition der rabbinischen Familie trug der Knabe, welcher dem Chore des Tempels angehört, die Paraschah und den Prophetenabschnitt der Haftarah vor und machte durch den Verständnis- und weihevollen Vortrag bei den zahlreichen andächtigen Zuhörern, die den großen Tempel bis aufs letzte Plätzchen füllten, einen sehr tiefen Eindruck. Oberkantor Fränkel brachte für seinen langjährigen Schüler einen feierlichen Segensspruch wirkungsvoll zum Vortrag. In Vertretung des erkrankten Rabbiners Mayersohn hielt der Vizepräsident des Tempels, Herr I n t r a t e r, im Namen des Vorstandes an den Barmizwah eine tiefschürfende, ergreifende und halachisch fundierte innige Ansprache, mit welcher er alle Andächtigen tiefst rührte. Er dankte dem Knaben, der ein Enkel des verewigten Oedenburger orth. Oberrabbiners Menachem Grünwald ist, für seine Dienste zur Verschönerung des Gottesdienstes. Der Barmizwah trug hierauf als würdiger und fähiger Schüler seines Oberkantors selbst mit Chorbegleitung den Mischeberach vor, welcher Zeugnis seiner schönen Stimme und großen Begabung lieferte. Scfi. Jüdischer Angestelltenverband „Etnunah", II., Praterstraße 11. Nächste Woche beginnen neue Abendkurse in hebräischer, englischer und französischer Sprache für Anfänger und Vorgeschrittene unter Leitung bewährter Lehrkräfte. Auskünfte und Einschreibungen an Wochentagen von 3—9 Uhr im Sekretariat, IL, Praterstraße 11, Telephon R 40-1-56 U. Montag, den 8. d. M. Sondervorstellung im Jüdischen Kulturtheater. Karten ä S 1.50 aufwärts im Verbandsheim. Samstag und Sonntag von 7 bis 9 Uhr abends erhältlich. Kunst und Literatur. Konzert Oberkantor Samuel Postolow. Sonntag, den 31. Jänner, fand im Saale des Handelsmuseums das diesjährige Konzert des Oberkantors Postolow statt. Es ist eine wahre Freude und ein uneingeschränkter Kunstgenuß, Oberkantor Postolow außerhalb seines Wirkungskreises im Konzertsaal zu hören, wo er Gelegenheit hat, seine Vielseitigkeit als Sänger zu zeigen. Sein großer, metallisch klingender Heldentenor kam in Stücken des interessanten Programms bedeutend zur Geltung. Die liturgischen Piecen „Habet", von Stein- . berg, „Eli d'wurim" von Rappaport, und „Tikanto Schabos" von Wäodowsky fanden ausgezeichnete Wiedergabe und zeugten von seinem Können als Kantor. Im weiteren Verlauf des Programms brachte Oberkantor Postolow hebräische und jüdische Lieder äußerst wirkungsvoU zu Gehör, besonders die Stücke, die liturgische Gebetteile zum Inhalt haben, wie Goldfadens „Oschamnu", von Oberkantor E. Fränkl bearbeitet, und Sekunda, leopoldsfddter Terapeifereln Acschei Awrohom ii.,PazmanHengfisse e.Tei. »41-8-63 Anmeldungen v. Anißeboien.Tranunßen (aa(tinnf.ireieinniiDinei)u. DörmizHons PartalBirvarttofcr an WeikUgca mm 2 bli <M Uhr nachmittags, «n SomntaEen von 10 bto 12 Uht vormittags Gabetstunden irfih Schebath 5697 abd». 6.45 Scaebatb24. 4.50 {Mischpotim (2. B.M.) . Parscbea Sclkolim I „ 25. Haftorah, Ben schewa schkolim > 5.45 Meworchim Hachauuesch I . Borchi NafscM ' ( „ 26. bis ) 6.45 1 „ 29. Jaum kipur kotaun > 4.50 ' „!. Tag Roscb Chandescb ' „Das jüdische Lied". Diese Stücke sang der Künstler mit Innigkeit und Wärme, tiefempfunden. Er begeisterte und wurde bejubelt. Für die ausgezeichnete Bearbeitung des „Oschamnu" wurde der anwesende Oberkantor E. Fränkl besonders akklamiert. Kurt F u c h s g e 1 b, bereits ein Liebling der jüdischen Konzertabende, fand, wie immer, durch seine virtuose Wiedergabe der Teufelstrillersonate von Martini riesigen Beifall und der fast überfüllte Saal spendete dem Konzertgeber frenetischen Beifall. Anerkennung und Lob gebührt auch dem tüchtigen Begleiter am Klavier, Herrn Kapellmeister Rudolf Beck. Dr. Fr. Cellist Ernst Friedländer. Ein hochinteressanter Cellist ist Ernst Friedländer. Er hat es sich zur Aufgabe gesetzt, das Cello als Soloinstrument, also ohne Begleitung, im Konzertsaal heimisch zu machen. Mit einem Programm aus Stücken für Solocello tritt der junge Künstler jetzt auch eine Auslandtournee an. Friedländer ist ein so bemerkenswerter Techniker und Kenner des Instruments, daß. er sich dieses Experiment leisten darf. Manchesmal behandelt er das Cello und dessen vier Saiten so, als ob es ein Klavier wäre, was sich besonders in seiner Art der Doppelgriffbehandlung äußert. Man hörte von ihm eine Suite von Reger, immens schwierige Variationen über ein Paganini-Thema von Bottermund und als eigenartige, wenn auch posthume Erstaufführung, eine Sonate des großen Geigers Eugene Ysaye. Alle diese Stücke, die mehr durch ihre Schwierigkeit als durch ihre musikalische Bedeutsamkeit fesseln, bestätigen die starke Persönlichkeit des jungen Cellisten. Judische Kulturstelle, 1., Kai 3, R 28-2-36. Jüdisches Kulturtheater: Täglich, 20 Uhr: Scholem Alejchem's Komödie „Schwer zu sein ein Jud"', deutsch von Jakob Rosenfhal, Regie: E. jubal. Sonn- und Feiertags halb 4 Uhr, Nachmittagsvorstellung: „D i e Grenz e". Kunstsektion: Führung (im Zyklus Gedächtnisausstellung Max Liebermann), Sonntag, 7. Februar, 11 Uhr vormittags: „Handzeichnungen". Treffpunkt: Neue Galerie, I., Grünangergasse 1. Leitung: Lona Löbl. Einzelveranstaltung: Samstag, 6. Februar, 18 Uhr: Andree Lenoir singt „Abendländische Lieder jüdischer Komponisten"; verbindende Worte und Begleitung: Kapellmeister Rudolf Beck. Samstag, 13. Februar, 17 Uhr 45: Autorenabend Albert Ganzert (Autor der „Grenze") unter dem Motto „Hart an der Grenze". Sonntag, 14. Februar, 18 Uhr: Einziger Chanson- Abend Helmut Mark. Kunststelle: Neuanmeldungen ganztägig. Ermäßigte Karten für sämtliche Privat-, Bundestheater und Konzerte. Photo-Sektion: Sonntag, 7. Februar, 10 Uhr 30 vorm.: Lichtbildervortrag Dr. Ch. Schieber: „Eine Photofahrt durch Palästina". Leihbücherei (Jüdische Volkshochschulbücherei): Neuerscheinungen, Allgemeine Belletristik und Judaica. Neue jüdische Kinderbücher. Jeder Jude zahlt als Stamm-Mitglied der Jüdischen Kulturstelle nur S 1.50 jährlich. LESET DIE WAHRHEIT! Beerdigungen. 27. Jänner 1937: Julius Rosenfeld, 64 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Ernestine Taub, 77 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Israel Jakob Laufer, 32 Jahre, Sänok (Polen), (IV. Tor). — Ida Schwitzer, 48 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Salomon Feuer, 65 Jahre, 21. Bez. (IV. Tor). — Sofie Oehler, 69 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Henriette Steuer, 62 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Charlotte Zuckmann, 68 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Anna Verständig, 69 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Franziska Spitz, 69 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Abraham Adolf Lehrer, 34 |ahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Henriette Leibowicz, 77 jähre, 6. Bez. (IV. Tor). — Rosalia Kalmar, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Julie Gelles, 76 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Leopold" Erber, 61 Jahre. 8. Bez. (IV. Tor). — Eva Better, 55 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Abraham Goldstein, 3 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 28. Jänner: Richard Biedermann, 32 Jahre, 20. Bez. (1. Tor). — Hermine Frankfurter, 64 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Samuel Steinmann, 76 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Hermine Rosenberger, 70 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). — Karoline Kaufer, 82 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Johanna Bellak, 75 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Laura Klinger, 78 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rosalia Stern, 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 29. Jänner: Katharina Stern, 84 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Marie Cohen, 76 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Max Immerdauer, 74 Jahre, 9. Bez. (1. Tor). — Rosa Perlmutter, 80 Jahre, 16. Bez. (I. Tor). — Friedrich Berger, 74 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Alexander Thaler, 74 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Julius Erdös, 54 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Moritz Weisz, 85 [ahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Mathilde Gbell, 58 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Romaida Anna Hübner, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Eleonore Römer, 75 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Albrecht Platschek, 74 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Moriz Klarfeld, 83 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Moriz Auerbach, 68 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Ignatz Stern, 78 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). 31. Jänner: Malwine Jellinek, 78 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Alois Winternitz, 76 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Ida Stein, 79 Jahre, 14. Bez. (I. Tor). — Charlotte Klinger, 93 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Sofie Neufeld, 91 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Malwine Sonnewald, 80 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Bertha Sobek, 66 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sidonie Herz, 83 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — David Spatz, 62 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). — Walter Bauer, 15 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Eduard PoUak, 71 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Leopold Perschak, 71 lahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Julie Friedmann, 83 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 1. Februar: Rosa Münz, 72 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). — Cäzilie Blau, 67 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Leopold Herrmann, 70 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Sarah Kaufmann, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Elias Rosenthal, 86 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ferdinand Moidano, 41 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Israel Selig Kriss, 64 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Grünbaum, 71 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Jacques Fleischmann, 68 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 2. Februar: Else Kohn, 48 lahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Jakob Bloch, 61 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Max Rosenberger, 62 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Karoline Weinberger, 83 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Rosenberg, 92 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Chane Kultisch, 80 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Elisabeth Erle, 72 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). Austritte aus dem Judentum. Susanne Koväcs, geb. Werber, geb. 31. Oktober 1899 in Skole (Polen), gesch., Private, IV., Argentinierstraße 4. — Alice Modern, geb. Waag, geb. 19. Februar 1865 in London, verw., Private, IV., Danhausergasse 12. — Otto Wagner, geb. 2. November 1908 in Wien, led., XX., Dammstraße 10. — Alke Markstein, geb. 5. Juni 1919 in Wien, led., XX., Marchfeldstraße 12. — Lily Bratspies, geb. 6. Jänner 1907 in Wien, led., Privatbmtin, VII., Neustiftgasse 131. — Käthe Spitzer, geb. 14. Mal 1922 in Wien, led., Praktikantin, XVII., Leop. Ernstgasse 32. — Hermine Krauss, geb. Hammer, geb. 30. November 1899 in Wien, verh., Private, VI., Stumperg. 23. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL, Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne, Wien II. Robertgasse 2. BEATRIX» AD I MICH AEEERB AD III., Linke Bahngssse 9, nächst Stadtpark | XVIII., Mlctiaeterstr. 12, nächst Volksoper Dompf-, Wannen-, Srtiwimmand Heilbäder Kuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw.

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