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Die Wahrheit · 1937-02-05 · Heft 5 (5.2.1937) · page 2

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 5 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr. 5 — 5. Februar 1937 DIE WAHRHEIT Sed^A/y^-t k&ü^Wv^- -gwu 3t^MA^,VCvvoJ2>eri/sa,.YJ*k&ü\, taa, % W&vt'U*v (SyUA^Jln, rvwt- Jfo^ S/ft^e^&Wct^^ es deutliche Zeichen dafür, daß die trotz aller schroffen Gegensätze aus dem einzigen Bindemittel des Hasses gegen die „Union" aus sechs verschiedenen Bestandteilen, nämlich aus sechs verschiedenen Parteien, anläßlich der Wahl gebildete Einheitsfront, genannt „Zionistische Liste", ein sehr ephemeres Gebilde ist So wenig, wie nach der berühmten „originellen" Definition des Theodor HerzI die Feindschaft gegen die Juden aus unseren Glaubensgenossen eine Nation machen kann, so wenig kann die Gegnerschaft gegen die „Union" aus den sich gegenseitig in- und außerhalb Palästinas bekämpfenden national-politisch-zionistischen Gruppen eine verläßliche Einheitspartei machen. Und daß dem so ist, ist gut und ist vorteilhaft für die Wiener und österreichische Judenschaft. Die Israelitische Kultusgemeinde ist nicht dazu berufen, den nationalen und politischen Zionismus im Lande zu verbreiten und zu fördern, sie ist nicht dazu berufen, bahnbrechend für den jüdischen Nationalismus zu wirken, sie hat nur eine Aufgabe, im Sinne der Lehren der jüdischen Religion für das geistige, durch eine weitreichende Fürsorge für das materielle Wohl und Wehe der Wiener Juden Sorge zu tragen. Bei dieser Zielsetzung kann es, so meint der Außenstehende, keine Gegensätze unter den gewählten Kultusvorstehern geben. Das ist eine Plattform, auf der sich alle treffen können, die sich berufen fanden, das Amt eines Kultusvorstehers zu übernehmen. Die Politik, insbesonders die jüdischnationale und politisch-zionistische Politik, wird von vornherein durch diese einzige Aufgabe der Kultusgemeinde ausgeschlossen. In diesem Sinne und in diesem Geiste begrüßen wir die allerdings sehr spät gereifte Erkenntnis der „Zionistischen Liste", und wir wollen hoffen, daß sie die Basis bilden wird für ein gedeihliches Wirken zum Wohle der Wiener Judenheit. Die Vertreter der „Union österreichischer Juden", die in das Präsidium und Vertreterkollegium der Kultusgemeinde einziehen, müssen wir wohl nicht erst weiter vorstellen. Herr Dr. Josef Tic ho, der Vizepräsident der Kultusgemeinde, hat dieses Amt bis zur Niederlegomg der Mandate der unionistischen Kultusvorsteher aus Anlaß des Falles Löwenherz anfangs des Jahres 1936 bekleidet, und wir alle wissen, daß er einer der Besten und Wüdigsten ist, um an diese Stelle berufen zu werden. Seit mehr als 16 Jahren gehört er dem Kultusvorstande an, ist mit allen Agenden bis in die kleinsten Details vertraut, er war viele Jahre Obmann der Schulkonvmission, hat dort geradezu reformatorisch gewirkt, die Vertiefung des religiösen Unterrichtes an den Wiener Volks- und Mittelschulen ist sein Werk. Seine .konservative Einstellung auf allen Gebieten des menschlichen Lebens ist eine Gewähr dafür, daß die Kultusgemeinde, soweit sein Einfluß reicht, im Geiste der bewährten österreichisch-jüdischen Tradition geführt werden wird. Das Stimmenverhältnis, mit welchem er zum Vizepräsidenten gewählt wurde, beweist, daß die gegen ihn gerichteten Angriffe zusammengebrochen sind und daß auch der loyale Gegner seine besonderen Eigenschaften und seine Bedeutung für die Kultusgemeinde und die österreichische Judenschaft anerkennt. Herr Geza K1 i n g e r, das neue Mitglied des Vertreterkollegiums, ist aus dem gleichen Schrot und Korn wie Dr. Josef Ticho. Auch er ist eine Zierde des konservativen jüdischen Geistes und der iüdiscli-österreichischen Tradition; insbesondere auf dem Gebiete der Fürsorge hat Herr Geza Klinger schon im früheren Kultusvorstand Hervorragendes geleistet. Sein praktischer Sinn, sein mitfühlendes Herz befähigen ihn besonders für das Fürsorgewesen. Herr Dr. Maximilian S t i g 1 i t z, der Alterspräsident des Vorstandes, ein Mann, der aus dem Osten stammt, wird mit Stolz von uns zu unseren repräsentativsten Männern gezählt. Auch er bekennt sich zu uns mit Leib und Seele und widerlegt damit die von gegnerischer Seite erzählte Sage von dem Kampf der „Union" gegen das Ostjudentum. Wer sich zu uns und unseren Grundsätzen, Judentum und Oesterreich, bekennt und für sie wirkt, er mag woher immer kommen, der wird mit offenen Armen aufgenommen werden. Auf Grund der nunmehr endgültig durchgeführten Konstituierung des Kultusvorstandes erscheinen von den Unionisten nachfolgende Stellen besetzt: Vizepräsident: Dr. Josef Ticho. Mitglieder des Vertreterkollegiums: Dr. Ernst F e 1 d s b e r g, Geza K1 i n g e r, Dr. Maximilian S t i g 1 i t z. Obmann des Baukoinitees: Baurat Ing. Wilhelm Kempler. Obmann des Altersheimes: Dr. Leonhard Maier. Obmann der Friedhofskommission: Dr. Ernst Feldsberg. Obmannstellvertreter der Finanzkommission: Reg.- Rat Dr. Hermann Oppenheim. Cafe Pension Eckstein Semmering Obmannstell vertrete^- jler Schulkommission: Börserat Helnriäi PopVe r. ObmannsteliVertreter der Kultuskommission: Komm.-Rat Siegtnund Feldmann. Obmannstellvertreter der Fürsorgekommission: Geza Klinge r. Obmannstellvertreter der Spitalskommission: Dr. Leonhard Maier. Obmannstellvertreter der Statutenkommission: Dr. Maximilian Stiglitz. Obmannstellvertreter der Statistischen Kommission: Dr. Maximilian Stiglitz. Außer den genannten Obmännern und Obmannstellvertretern gehören jeder Kommission je weitere drei Mitglieder der „Union" an. Herr Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim hat das bisher von ihm innegehabte Mandat eines Mitgliedes des Vertreterkollegiums zur Verfügung gestellt, weil die Führung des Präsidiums der „Union" so viel Zeit und Mühe erfordert, daß Herrn Reg.-Rat Dr. Oppenheim wenigstens eine teilweise Entlastung geschaffen werden mußte. Herr Reg.-Rat Dr. Oppenheim wird als Mitglied des Kultusvorstandes weiterhin die verantwortungsvolle Stelle eines Obmanstellvertreters der Finanzkommission bekleiden und als Mitglied der Statutenkommission und der Statistischen Kommission angehören. Der Tatkraft, der Unerschrockeniiei: und dem eisernen Fleiß des Präsidenten der „Union", Herrn Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, der auch gleichzeitig die Stelle des Obmannes des Klubs der unionistischen Kultusvorsteher bekleidet, ist es zu danken, daß nunmehr die unionistischen Kultusvorsteher jene Rechte erhielten, die ihnen Das Buch, das jeder Jude kennen sollt Illusion judenstaat Palästina! Ein notwendiges Bach von ELI RUBIN (Sozius) S 2.50 S 2.50 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder durch, die „VoUcsscfariften", Wien XIII., Leegasse 1 Bilanzaftsciilüsse und SleucrDehemUnisse Neuanlagen, Revisionen, Dndinodiiräge sowie Sleuererledlgungen teder Art übernimmt SliSJteslil* DIR. GÜSTAU KOLtllH Büro für Buchhaltung, Bilanz und Steuerberatung Wien IB., TaborsiraOe 92 Telephon R 45-3-30 auf Grund des Wahkesultates gebühren. Reg.-Rat Dr. Oppenheim bietet eine sichere Gewähr dafür, daß er den begonnenen Aufstieg der „Union" fortführen wird. Alle, die mit ihm gemeinsam im Zentralvorstand der „Union" die Ehre haben, zu arbeiten, werden seinen Opfermut nicht nur anerkennen, sondern ihm auch weiterhin wie bisher treue Gefolgschaft leisten. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohlmessergasse 4, Telephon U 27-0-65, sucht dringendst Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten.' Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister, Nachhilfelehrer und -Lehrerinnen für Mitreischulfächer, Musiker für Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen; b) Arbeit für gewerbliche Kräfte aller Art — darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Heizungstechniker), Installateure, Bau- und Maschineningenieure, Chauffeure - sowie ungelernte Arbeiter; c) Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntnisse für In- und Ausland, Erzieherinnen mit Mittelschulnachhilfe und Fremdsprachen, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heimarbeit), Hauspersonal jeder Art, diverse Auslandsstellen für deutsche Emigranten. JÜDISCHE KULTURSTELLE I., KAI 3, R 28-2-36 Preisausschreiben. Das Jüdische Kulturtheater bietet täglich Aufführungen in deutscher Sprache. Der Großteil des Wiener jüdischen Publikums ist jedoch noch immer der Meinung, daß es sich hier um eine Jargon-ßühne handelt. Wir suchen nun einen Namen für das Theater, aus dem deutlich zu ersehen ist, daß es sich hier um eine jüdische Bühne handelt, die literarisch wertvolle Stücke in deutschsprachigen Aufführungen bietet. Für den besten Namen setzen wir einen Preis von 30 S aus. Einreichung der Vorschläge in geschlossenem Kuvert mit der Bezeichnung „Kulturtheater- Preisausschreiben" in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, bis zum 31. März 1937. Unentbehrlich für Rabbiner und Kantoren (Die Gesänge mit Noten von S. Sulzer) Sinniges Erinnerungsgeschenk an Brautleute Zu bezieben beim He-ausgeber: Max Schwager Wien II., Zirkusgasse 50 „Schir Zion* und „Wadak" bei mir zu haben! Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang s. A., Wien, Oberrabbiner Dr. S. Hevest, Budapest, Oberrabbiner Doktor D. Herzog, Graz, Musikdirektor A. Friedmann, Berlin, Präsident des Kantorenvereines J. Löwit, Oberkantor M. Mathyas, Oberkantor J. Müller, Oberkantor M. Löwy. Mähr.-Ostrau. Oberkantor A. Wilkcrwitsch, Eger, Oberkantor H. Mayerowitsch, London u. v. a., haben sich über das obgenannte Werkchen in überaus anerkennender Weise, sowohl durch die Presse, als auch in freundlichen Zuschriften! an den Herausgeber geäußert.

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