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Die Wahrheit · 1937-01-29 · Heft 4 (29.1.1937) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 4 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 7 •auch auf diesem Wege herzlich beglückwünschen •und Herrn Otto Salus den innigsten Dank für seine hingebungsvolle Mitarbeit sowohl im Bezirke wie auch im zentralen Organisarionstkomitee <3er „Union" ausdrücken zu können. 50. Geburtstag. Der in weitesten Kreisen sehr geschätzte städtische Religionslehrer Herr Markus Pick .tiegeht am 4. Februar seinen fünfzigsten Geburtstag, rlti der Schule erfreut sich der Jubilar bei seinen Vorgesetzten, Kollegen, Eltern und Schülern wegen seiner Korrektheit und Liebenswürdigkeit größter Sympathien. Auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge ist er unermüdlich tätig. Ob es sich um Beschaffung von Kleidungsstücken oder um Ferialaktionen handelt, immer ist er hilfsbereit da. Unvergessen bleibt seine Arbeit in der Schülerfürsorgeaktion der israelitischen/ Religionslehrer. Das. größte Verdienst hat.. sich, der Jubilar um dje Reorganisierung, des „Jüdisch-Kulturellen Eiterbundes'' und um die Zeitschrift „Jüdische Jugend" erworben. Es :ist zu hoffen, daß die Kultusgemeinde die organisatorischen und fachlichen Fähigkeiten dieses tüchtigen Jugendbildners beachten wird, um ihn auf jenen Posten "zu stellen, der ihm die Möglichkeit bietet, das Erziehungsproblem der heranwachsenden jüdischen Jugend lösen zu helfen. Der Brigittenauer israelitische Tempelverein hält am Dienstag, den 9. Februar, 6 Uhr abends, im Cafe Mirabell, XX., Wallensteinstraße 32, seine ordentliche Generalversammlung ab. Israel. Frauen-Wohltätigkeits-Verein Floridsdorf. Die Generalversammlung des Vereines fand Mittwoch, den 20. d. M. statt. Erschienen waren Beirat Rabbiner Dr. R o s e n m a n n, Herr Dr. Julius G r ü n w a 1 d sowie der gesamte Ausschuß. Präsidentin Frau ßabetfe Rosenmann begrüßt die Anwesenden und gedenkt in herzlichen Worten des im September v. J. verstorbenen Freundes und Gönners des Vereines, des Obmannes der Chevra Kadischa Herrn Gabriel Dukes. Hierauf gibt die Präsidentin einen kurzen Tätigkeitsbericht, der wohl an Ziffern die Leistungen des Vereines kundgibt, aber von der immensen Arbeitsleistung des gesamten Vorstandes nur eine Vorstellung geben kann. Nun sprach Rabbiner Dr. Rosenmann herzliche Worte der Anerkennung, die den Weg zu den Herzen der Zuhörer fanden. Dr. Julius G r ü n w a 1 d widmete ebenfalls Worte der Anerkennung dem Wirken des Vereines und stellte fest, daß die diesjährige Arbeit des Vereines eine Höchstleistung bedeutet. Mit herzlichen Dankesworten an die Präsidentin für ihre von Arbeitseifer beseelte Führung schließt der Vorstand die Reihe der Redner. Die vom Ehrenbeirat Rabbiner Dr. Rosenmann beantragte "Wiederwahl des gesamten Ausschusses per Akklamation wird einstimmig durchgeführt. Ferner wird der Antrag der Präsidentin, die Herren Rabbiner Dr. R o s e n m a n n, Dr. Max T i c h o und Dr. Julius G r ü n w a 1 d als Beiräte zu wählen, angenommen. Der wiedergewählte Vorstand des Vereines besteht aus folgenden Mitgliedern: .Frau Babette Rosenmann, Präsidentin, Jenny Eger, 1. Vizepräsidentin, Therese Schnabl, II. Vizepräsidentin, Ida Gollerstepper, Kassierin, Margarete Goldschmied, Schriftführerin, Mathilde Deutsch, Kontrollorin, Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Beirat, Dr. Max Ticho, Beirat, neugewählt Dr. Julius Grünwald, Beirat, die Damen des Ausschusses: Selma Drucker, Luzia Duldner, Rosa Gutherz, Theres Grünwald, Roszi Grünwald, Sophie Heiduschka, Helene Hertzka, Franzi Kellner, Cilü KoppeJmann, Irma Morgenstern, Marianne Perschak, Gisela Pollak, Cäcilie Papper, Grete Ticho, Gisela Weininger, Irma Winternitz, Frieda Weiner. Der jüdische Frauenwohltätigkeitsverein Favoriten (Präsidentin Frau Dr. Anna Mandel) veranstaltete am 23. Jänner 1937 im Großen Festsaale des Hotel „Münchnerhof" einen sehr gut besuchten Abend, dessen Reinerträgnis der Kohlenhilfsaktion des genannten Vereines zufließt. Der schön geschmückte Saal mit den so zahlreich .erschienen Gästen bot ein überaus festliches Bild und das reichhaltige gute Programm tat noch ein Uebriges, die frohe Stimmung zu erhöhen. Für das gute Gelingen des Abends sorgten die Damen Renee Gärtner mit sehr wirksam gebrachten Konzertstücken von Rachmaninoff und Brahms, Frau Mislap-Kapper mit einem temperamentvollen Zigeunerlied und einem Straußwalzer und Frau Trude Roth, die in fein pointierter anmutiger Weise Chansons vortrug. Von den Herren errang sich besonders Simons Bermanis mit zwei überaus wirkungsvoll vorgetragenen und mit prachtvoller Stimme gesungenen Liedern, einer Arie aus Giuditta und einem italienschen Liede wohlverdienten, reichen Beifall, während Herr Fritz 'Berger in zwei Volkstänzen Proben seines Könnens bot. Die Conference des Abends bestritt in humorvoller Art Herr Josef B a a r und holte sich nebstbei durch sein geschicktes Schnelldichten einen vollen Separaterfolg. Im Anschlüsse an die künstlerischen Darbietungen wurde getanzt, für die Musik sorgte die Kapelle Fuks in ausgiebiger, vorbildlicher Weise. Der reichste Dank für den so wohlgelungenen Abend des Jüdischen Frauenwohltätigkeitsvereines Favoriten gebührt den Damen des Vorstandes, die unermüdlich und hingebungsvoll um das Gelingen des Festes bemüht waren und ihren einzigen Lohn in dem Reinerträgnis des Abends sehen, das der Hilfeleistung für arme frierende Menschen zugeführt werden soll. Der Verein Greisenhilfe „Graubrüder" veranstaltete am Montag, den 25. Jänner, am Vereinsitze, Cafe Nizza, II., Taborstraße 60 eine Beteilung, wobei 51 preise und Greisinnen nach einer Jause mit Lebensmitteln, Kohlenanweisungen und Geld beschenkt wurden. Nach Begrüßung durch den Obmann S. Altmann wurden die Liebesgaben an die Bedürftigen verteilt. Der gesamte Vorstand, zahlreiche Mitglieder und geladene Gäste wohnten der schönen Feier bei. Dem gesamten Vorstande, der Ersprießliches im abgelaufenen Vereinsjahre leistete, wurden Glückwünsche ausgesprochen, besonderer Dank wurde den Spendern und den Cafetiers Alfred und Gustav Paschkes ausgedrückt. Der israelitische Frauenwohltätigkeitsverein Floridsdorf (Präsidentin Frau Babette R'o s e n m a n n) veranstaltet . am Samstag, den 30. Jänner, 20 Uhr 30, abends, in den Festsälen des Handelsmuseum, Wien IX., Berggasse 16, eine Akademie mit anschließendem Tanz unter Mitwirkung prominenter Künstler und einer erstklassigen Jazz. Entree S 2.50. Das Re/nerträgnis fließt der Winterhilfsaktion des Vereines zu. Einlesender. „JÜDISCHE BL1NDENB1BLIOTHEK". Wir erhalten folgende Zuschrift: In Nr. 57 Ihrer geschätzten Zeitschrift vom 31. Dezember 1936, Seite 5, bringen Sie eine Notiz über die hebräische B I i n d e n - B r a i 11 e - S c h r i f t, mit der ich mich als Mitarbeiter im Vorstand der „Jüdischen Blindenbibliothek", IL, Unt. Augartenstraße 35, beschäftige. Dieses neue Werk jüdischer Blindenkultur wurde vor einem Jahr von Dir. Altmann, Hohe Warte, im Hause des von ihm auch gegründeten Heims für elternlose jüdische blinde Mädchen geschaffen. Diese Bibliothek besitzt eine eigene Abteilung „Hebraica" und ihre Ergänzung bildet die Blindenmonatsschrift „Hamoor" — „Die Leuchte", mit einer hebräischen Beilage. Die hebräische Blindenschrift wurde nach mehrjähriger eingehender Beratung arbeitender Kommissionen in ihrem Abschluß von dem Jüdischen Braille-Komitee, New York, mit ihrem blinden Vertreter Mr. Leopold Dubow, dem Blinden-Institute Wien—Hohe Warte und dem Blindenheim Jerusalem redigiert und als international erklärt und angenommen. Das schon seit Jahren bestehende Bedürfnis nach einer „Jüdischen Blindenbibliothek" und einer gleichartigen Zeitschrift ist durch die Zustände in Deutschland in seiner Realisierung beschleunigt worden; denn in Deutschland, wo die großen Blindenbibliotheken, Studienbüchereien und Blindenzeitschriften sich befinden, wird innerhalb derselben der herrschende Geist so propagiert und geschult, daß seine Auswüchse auch für die jüdischen Blinden ganz unerträglich geworden sind. Welche Wichtigkeit der allen zur Unterstützung empfohlenen Blindenbibliothek schon jetzt zukommt, geht bereits daraus hervor, daß sie die einzige in ganz Europa ist und von allen jüdischen Blinden der Welt benützt wird. Hochachtungsvoll J. Pollak. Konzert Oberkantor S. Postolow. Am Sonntag, den 31. Jänner, 8 Uhr abends, findet im Saale des Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, ein Konzert des Herrn Oberkantors S. Postolow statt. Zum Vortrage gelangen: liturgische, jüdische und hebräische Lieder. Mitwirkend: Kurt Fuchsgelb (Violine), am Flügel: Kapellmeister R. Beck. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. Wien I., Kohlmessergasse 4. — Tel. Nr. U-27-0-65. Juden1 In der gegenwärtigen harten wirtschaftlichen Bedrängnis der Juden macht uns das Problem der jüdischen Erwerbslosigkeit ernste Sorgen. Die Erscheinungen der jüdischen Arbeitslosigkeit wirken alarmierend in Ansehung der Zahl, die viele Zehntausende aufweist, erschreckend bei Bedachtnahme auf den sozialen Abstieg und Verarmungsprozeß und katastrophal im Hinblick auf die Zukunft. Seit Jahren kämpfen die Massen der jüdischen Arbeitslosen in der Paßenge des wirtschaftlichen Lebens mit der unerbittlichen Zeitströmung um Arbeit und Brot. Ihr Ringen iuri Aufnahme ins Erwerbsleben im Interesse ihrer darbenden Familienangehörigen und der Allgemeinheit bleibt meist erfolglos. Mit ihren müden Kräften ergeben sie sich hungrig und zermürbt der Verzweiflung, die Selbstmord bedeutet Die Zeit der Prüfung fand eine für die Leiden und Nöte der Glaubensgenossen teilnahmslose Generation vor. Niemand reicht diesen Unglücklichen die Hand menschlicher Hilfe durch Arbeit, die nicht nur vor Verelendung und Untergang schützt, sondern auch die Eingliederung in den wirtschaftlichen Prozeß und die Teilnahme am Aufbau der Gesamtwirtschaft ermöglicht. Auch die jüdische Jugend, die Trägerin der Zukunft, die durch Berufsbildung in der Werkstätte oder Fabrik ins Erwerbsleben hineinwachsen will, muß allzu oft ihre Aussperrung ihrer Herkunft wegen wahrnehmen und in den verheerenden Strom der Arbeitslosigkeit geraten. Die jüdische Unternehmerschaft darf nicht der Tragödie der jüdischen Arbeitslosen, die verwendbar, tüchtig, arbeitswillig und diszipliniert sind, gleichgültig zusehen, denn die selbstverursachte Nichteinordnung jüdischer Menschen in das Wirtschaftsleben bedeutet für uns Selbstvernichtung. Daher mehr Selbstverantwortung, mehr Einsicht! Jüdische Unternehmer, denkt an die umschichtungswillige Jugend, daß sie nicht ehr- und wehrlos zugrunde gehe, erschließt den jüdischen Arbeitslosen einen Ausweg aus der Not und fordert den Bedarf an Angestellten und Arbeitern aller Kategorien bei obangeführten Verein an! Sdunflclfooa foo Gruiten und Gräbern LßopoIdflBUtscii.WienXl. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentraliriedhof I. Tor. Tel. U 13-0-40 Zentraliriedhol IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Koltaren Aus den Wiener Theatern. Im Theater in der Josefstadt hat Hilde K r a h I zum 50. Male maturiert. Die hervorragende Aufführung dieser „Matura" von Fodor, mit Edthofer, Geßner, Stössel, Sybille B i n d e r und T h i m ig an der Spitze, wird als interessanter Theaterabend mit großem Beifall aufgenommen. Die Kammerspiele bringen wieder das schaurig spannende Theaterstück „Die Liebe eines Fremd e n" von Frank Vesper, mit Ernst Deutsch als Gast. Die fesselnde Figur des Frauenmörders, die Deutsch menschlich interessant macht, hat nun zum 50. Male ihre Publikumswirkung gehabt. Auch Kitty Stengel trägt durch ihre Darstellung zu diesem Erfolg bei. Deutsches Volkstheater. Für die nächste Premiere „Saison in Salzburg", Lustspiel von Fred Heller und Adolf Schütz, wurden die stilechten Kostüme und die Dekorationen, die berühmte Schauplätze Salzburgs darstellen, von Alfred Kunz entworfen. Die Inszenierung leitet Heinrich S c h n i t z 1 e r. Theater an der Wien. In dem am Montag, den 1. Februar zur Erstaufführung gelangenden Wiener Lustspiel „Krach im Hinterhaus" von Maximilian Böttcher, in der Bearbeitung von Hans Schubert, haben Gisela Werbezirk und Attila Hörbiger die Hauptrollen inne. Regie: Josef Glücksmann, Bühnenbilder: Karl Josefovics. Das von Gisela Werbezirk nach der Melodie des Frühlingstimmenwalzer gesungene Tratschlied ist von Hans W e i g e 1. Oft kopiert und nie erreicht. Diesen bekannten Ausspruch kann man mit Recht auch auf die so beliebten Schmidl-Mazzoth anwenden, weil dieses österreichische Qualitätserzeugnis mit anderen Mazzoth schwerlich verglichen werden kann. Dies ist allein Herrn Nathan Brodetzky zu danken, der es verstanden hat, mit unermüdlichem Fleiß, aber auch ganz besonderer Sachkentnis seine N. B.-Mazzoth sowie Grieß und Farwel auf hervorragende Höhe zu bringen. Herr Brodetzky, der schon als Chef der großen Lebensmittelhandlung, II., Leopoldsgasse 43, sich große Beliebtheit zu verschaffen wußte, ließ sich bei der Erzeugung seiner Schmidl-Mazzoth vor allem von dem richtigen Grundsatz leiten, daß nur ein allen hygienischen Anforderungen entsprechender Betrieb von vornherein Qualität garantieren läßt. Die eleganten neuen Badeanlagen, die unmittelbar den Fabriksräumen angeschlossen sind, bürgen für unbedingte Reinlichkeit in einem Betrieb, wo alles am laufenden Band erzeugt wird. Daß auch für einwandfreies Kaschruth gesorgt ist, geht schon daraus hervor, daß die religiöse Aufsicht Oberrabbiner B a b a d inne hat. Der Ehrenpräsident der jüdischen Kultusgemeinde, Linz, Herr Komm.-Rat Benedikt Schwager, Besitzer des Ritterkreuzes des österreichischen Verdienstordens, hat dieser Tage die Schmidl-Mazzes-Fabrik besucht, die maschinelle Einrichtung des Betriebes, sowie die peinliche Reinlichkeit und Hygiene desselben bewundert und hat er dem Besitzer der Fabrik, Herrn N. Brodetzky seine Anerkennung sowohl mündlich als auch schriftlich ausgesprochen. Das Schreiben des Herrn Komm.-Rat Benedikt Schwager an Herrn Nathan Brodetzky lautet: Im angenehmen Besitze Ihres Geehrten von gestern teile ich Ihnen mit, daß ich noch immer unter dem günstigen Eindruck stehe, den ich von Ihrem Unternehmen gewonnen habe. Ich kann Ihnen nur wiederholen, was ich Ihnen gelegentlich der Besichtigung Ihrer Mazzothfabrik gesagt habe. Sowohl die Großartigkeit Ihrer maschinellen und manuellen Einrichtungen, ganz besonders aber die Hygiene und peinliche Reinlichkeit haben mir imponiert. Da ich gewohnt bin, sowohl für das gesprochene als auch geschriebene Wort mit meiner ganzen Persönlichkeit einzustehen, habe ich nichts dagegen, mein Urteil in Ihnen geeignet erscheinender Weise zu veröffentlichen, falls Sie glauben, daß meine bescheidene Person geeignet ist, für Ihre Erzeugnisse zu sprechen. Alles zusammenfassend kann ich nur wiederholen, daß es mir ein besonderes Vergnügen war, Sie und Ihre Fabrik kennenzulernen. Mit besonderer Hochachtung ergebenst Benedikt Schwager.

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