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Die Wahrheit · 1936-12-18 · Heft 55 (18.12.1936) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 55 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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[RHEIT DIE WAHRHEIT )L ange Wald, Übernahmsanzeige!Kebe "&b?Ä übernommen babe, und bitte um regen Zuspruch. isätzen ti, der : Ticho hat eißigen . Den ■ durch Ührung bracht ährend besten ihr teil' xeunde :rz den;chaltei Präsi- . Jos?i rarstänbeste!]] denten der derer;;espro- :n, wo lui be rschafi >nomie stehen. Recht le im Wall! in be> nicht vom Juden timme eizehn idisclirußen >e ge lischer i sind, ch die iven", Präsi r Genion". Josei;n ins :n die •d die egiuni bwolil :h die nvoll- . Kui itaren der > die i. >rhalb if ihr aus vohin . pro Rufer di ündet litter-;chaft d die die ische idenm, •ht ie schaft, tragen ausschließlich der Präsident der Wiener Kultusgemeinde und diejenigen, die ihm von der „Zionistischen Liste" bei den Ausschaltung der Union" von der Führung und Kontrolle der Gemeinde Gefolgschaft geleistet haben. Die Wiener österreichische 'Judenschaft wfrd sich die Terrorisierung weiterhin nicht gefallen lassen. Es ist das Schickif aller Usurpatoren gewesen, von denen hinwegcfegt zu werden, die sie mit Gewaltpolitik zu Boden gedrückt haben. Die durcli jüdischnationale Nr. 55 — 18. Dezember 1936 Seite 3 Cafe DOgenhOf, II., PraterstraBe 70 Daniel Natowicz, Resttier des 1. Cafebause?, Hauptallee Gedenket Gewalt entrechtete Wiener österreichische Judenschaft wird sieh zur Wehr setzen und wird mit Gottes Hilfe wieder jene Zustände in der Wiener Gemeinde schaffen, die dejn Geiste des österreichischen Judentums, dem Geiste der Menschlichkeit und dem Geiste der Gerechtigkeit entsprechen. Der Ungeist der nationalen Gewaltpolitik wird aus der Seitenstettengasse verschwinden müssen, dafür werden die Wiener österreichischen Juden Sorge tragen. Nur Geduld. der Winterhilfe der Dr. Czermak auf dem Kriegspfad. Es wiar lange Zeit wieder still um Minister . D. Dr. Emmerich Czermak. Nun meldet er sich neuerlich in der Kunschak-Zeitschrift „Neue Ordnung" zum Wort mit einem langen Aufsatze: „Die Judenfrage im Mittelpunkt des Weltinteresses." Wie „sachlich" dieser Artikel fundiert ist, zeigt schon der einleitende Satz, daß ausgerechnet der — spanische Bürgerkrieg wieder einmal überaus eindringlich auf die Zusammenänge zwischen dem Judentum und dem Bo 1chewismus die Aufmerksamkeit der europaischen öffentlichen Meinung hinlenke. Die ernst zu nehmenden Vertreter der öffentlichen Meinung wissen sehr gut, daß es in Spanien seit 1492 überaupt keine Juden gibt. Das hat allerdings auch clton der ehemalige Unterrichtsminister Doktor Czermak erfahren — er liest mit sichtlichem Geinn für seina Bildung, wenn auch leider nicht immer mit dem wünschenswerten Verständnis fleißig die jüdischen Zeitschriften —, aber diese geschichtliche Tatsache bestärkt ihn nur in seiner vorgefaßten Ansicht. Nach seiner Erklärung ist der spanische Bürgerkrieg das Rachewerk der heutigen Juden für die Vertreibung ihrer Ahnen aus Spanien. Diese Geschichtsklitterung, gegen die wir uns schon in einem im August d. J. erschienenen Artikel wandten, wird den wirklichen Kennern der politischen Zusammenhänge im Weltgeschehen iiisere.- Tage reichlich — spanisch vorkommen. Dr. Czermak beruft sich bei seiner Behauptung, daß das Judentum nahezu in seiner Gänze im Falle Spaniens auf Seite des Bolschewismus stellt, auf die jüdischen Blätter (den von uns oben zitierten Artikel der „Wahrheit" hat er wahrscheinlich nicht gelesen), namentlich auf die „Neue Welt" des Herrn Stricker, die aus ihren Sympathien für die Madrider Regierung kein Hehl mache. Das ist eine sehr kühne Umdeutung der jüdischen Antipathien gegen die spanischen Nationalisten, die ihren Feldzug mit der Brandschatzung der marokkanischen Juden und Beschimpfungen des gesamten Judentums begonnen haben. Antipathie gegen eine Kriegspartei bedingt nicht immer Sympathie für deren Gegner, die den Juden für spanischen Bolschewisten zu imputieren, ein besonders starkes Stück ist. „Ebenso liegen", meint Dr. Czermak, „die Dinge bei den Verhältnis zwischen Judentum und Freimauerei." Als „Beispiel" zitiert er folgende, angeblich in einer amerikanisch-jüdischen Zeitung ißlich der versuchten Arisierung amerikanischer Lügen erschienene Aeußerung: „Man nehme die Lehren des Judentums aus dem freimaurerischen Ritual heraus, was bleibt dann übrig?" Es ist eben unser Stolz, daß jede auf reine Menschlichkeit inzielende Bewegung auf dem Judentum basiert. Das ist durchaus kein Monopol der Freimaurerei, und wir könnten den Herrn Czermak, der ja ein släubiger Katholik ist. ebenso gut fragen: Man nehme die Lehren des Judentums aus dem christlichen Ritual heraus, was bleibt dann übrig? Im Dritten Reiche sind derlei Destillationsversuche bereits im Gange. Wir beobachten aber, daß nicht nur die evangelische Bekenntniskirche, sondern auch die katholische Kirche diesen Experimenten sehr abhold ist. Angesichts dieser allgemein bekannten Tatsache ist es vollständig gleichgültig, ob der eine oder der andere Papst über das den Juden im Mittelalter gewaltsam aufgedrängte Finanzmonopol die von Dr. Czermak zitierte abfällige Aeußening gemacht hat. Diese Kritik wäre heute nur dann aktuell, wenn sich die Juden als unfähig erwiesen hätten, sich auch auf anderen Gebieten, sobald sie ihnen erschlossen werden, nützlich zu machen. Die Erfahrung eines Jahrhunderts lehrt aber das strikte Gegenteil und merkwürdiger- ■ weise ist gerade das dem Dr. Czermak nicht recht. Er beantwortet die beachtenswerten Verdienste der Juden auf allen Gebieten, die besonders der große Prozentsatz jüdischer Nobelpreisträger anschaulich macht, mit der Forderung nach dem numerus clausus. Ueberraschenderweise macht er diesen Wunsch auch in bezug auf die Zulassung der Juden zur — Taufe geltend, wenn auch nur in Frankreich. Es ist dies der einzige Punkt seines Artikels, in dem wir restlos, auch ohne jede geographische Einschränkung, mit ihm übereinstimmen. Dagegen berechtigt uns der untrügliche Augenschein zu anderen Schlüssen über die Auswirkungen des angeblich übermäßigen Einflusses der Juden in Frankreich. Wir halten uns an das dem Dr. Czermak sicherlich bekannte Wort: „An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen" und konstatieren, um wieviel weiter in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung das „verjudete" Frankreich gediehen ist als das ihm benachbarte Spanien, seit die Juden von dort verjagt worden sind. i Der Union-Frauen-Klub arrangiert jeden Donnerstag ab 4 Uhr nachmittags Bridge-Cercle im Klubsaal, I., Schottenring 25. Gäste willkommen! i Bundesregierung! Dagegen ist es eine merkwürdige Umkehrung allg'-mcin bekannter Tatsachen, den jüdischen Ministe Präsidenten von Frankreich für das Blutbad in Spanien verantwortlich zu machen. Wie man weiß, hält der Jude Blum dem Drängen seiner kommunistischen Regierungsstützen zum Trotz unentwegt an der Nichteinmischung in den iberischen Bürgerkrieg fest und dieser wäre schon längst zu Ende, wenn auch die anderen Faktoren der europäischen Politik dieselbe Politik befolgen würden. Es ist beileibe nicht unsere Absicht, dem Sozialismus und seinem Anhang das Wort zu reden. Die Ursachen des Zuströmens jüdischer Intellektueller zu den roten Parteien erkennt ja auch Dr. Czermak in dem Antisemitismus der anderen Parteien. Es ist aber nicht nur eine Ungerechtigkeit, sondern auch persönliche Undankbarkeit des Dr. Czermak, wenn er dem früheren Wirken von Juden in der Sozialdemokratie durchwegs schädliche Folgen andichtet. Er versuche doch, die Authebung der österreichischen Sozialgesetzgebung zu verlangen, weil diese unter der jüdischen Führung der einstigen Arbeiterpartei zustande kam. Win glauben nicht, daß Herr Kunschak, der Führer der christlichen Arbeiter, sein Blatt dem Dr. Czermak für solche Propaganda zur Verfügung stellen würde. Dieser selbst konnte es damals trotz Doktor Otto Bauer zum Unterrichtsminister bringen und genoß dieselbe Gedankenfreiheit wie heute. Er hat ja auch seine Gedanken niemals geändert. Er versuche aber einmal, dem Heeresminister klar zu machen, daß 23 Prozent jüdischer Soldaten in der Wiener Garnison eine gröbliche „Grenzüberschrcitung" der jüdischen Dosierung bedeuten! Das, was ihm der arische Heeresminister in beziig auf den Maßstab bei der Aufnahme der österreichischen Juden in die Armee antworten wird, das möge sich Dr. Czermak auch für alle übrigen Gebiete des öffentlichen Lebens gesagt sein lassen ... Erschütternde Dohumcnfe Ober die deutschen Judenverfolgungen. Der Verteidiger Frankfurters, Rechtsanwalt Dr. Eugen C u r t i aus Zürich, hat bekanntlich dem Gerichtshof in Chur Dokumente über die Judenverfolgungen in Deutschland vorgelegt, die suf jeden Unbefangenen tief erschütternd wirken müssen. Diese Dokumente verfolgen den Zweck, die Motive aufzuhellen, die zu der Tat Frankfurterf führten. Das Material, das Dr. Curti vorlegte, besteht aus zwei Teilen, einer „Dokumenten- Sammlung über die Entrechtung, Aechtung und Vernichtung der Juden in Deutschland seit der Regierung Adolf Hitler" und einem Album mit annähernd 60 Photographien. Die „Dokumentensammlun g". die rund 250 Seiten umfaßt, bringt ohne Kommentar Originalberichte deutscher Zeitungen und angesehener Zeitungen außerhalb Deutschlands über die Judenverfolgungen, so daß niemand das Recht hat, eine solche fast wissenschaftlich zu nennende Zusammenstellung etwa als „Greuelmärchen" zu bezeichnen. Behandelt werden die „Aechtung", „die Vernichtung der wirtschaftlichen und beruflichen Existenz der Juden", „die Beschimpfung Gottes, der Bibel und der jüdischen Religionslehren", „die Entehrung der jüdischen Gefallenen und Frontkämpfer". Tieftraurig stimmt der einwandfreie Beweis über die Behandlung des jüdischen Kindes in den Schulen nach den Mitteilungen deutscher Zeitungen. In Breslau müssen sie auf besonderen Bänken Platz nehmen. Der Zeitschriftenartikel eines nationalsozialistischen Jugendbildners stellt fest, daß sie „von allen Höhepunkten des Schullebens: Landheim, Wanderfahrt, Theater, Film, Gemeinschaftsempfang, Schulferien ausgeschlossen sind". Weil im jüdischen Erziehungsheim zu Diez an der Lahn die Waisenkinder angeblich „staatsfeindliche Demonstrationen" verübten, schließt die Polizei das Heim und führt mit wenigen Stunden Frist die 50 Waisenkinder nach auswärts ab. Wie es jedem alten Soldaten und überhaupt jedem gerecht empfindenden Menschen völlig unverständlich erscheint, daß eine Regierung, die angeblich im Frontgeist das große heldische Erlebnis sieht, anordnen kann, die Namen von 12.000 jüdischen Kriegsgefallenen auf Gefallenendenkmälern nicht mehr zu verzeichnen, so wirkt es andererseits tragikomisch, wenn Gemeindevorsteher die lächerlichsten Anordnungen in der Viehhaltung erlassen, nur um irgendeinem armseligen Juden des Dorfes Schaden zuzufügen. Die Liste djr ermordeten Juden — jeder einzelne Fall ist genau belegt — rührt nicht minder auf wie die Liste der Selbstmorde, obwohl beide Listen bei der systematischen Geheimhaltung durch die deutschen Stellen zweifellos noch beträchtlich zu ergänzen sind. In den Anhängen der ..Dokumentcnsammlung" wird die Stellung des Nationalsozialismus zum politischen Morde an einer stattlichen Reihe von Buchzitaten und Aussprüchen bekannter Nationalsozialisten dargestellt. Die Ermordung Rathenaus wird von Dr. Johann von Leers in seinem Buche ..14 Jahre Judenrepublik" als ..F.hrentat" bezeichnet. In einem anderen Buche, dem Reichsminister Dr. Frick ein Geleitwort vorangestellt hat, betitelt ..Kampf", wird von den Rathenaumördern gesagt: „Von seinen Mördern wollen

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