Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 52 (27.11.1936)
- Date
- 1936-11-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. .52 — 27. November 1936 DIE wahrhe: DIE Na^isixivis — ein. „ATguunaenl". In dem abgelaufenen Kultuswahlkampf konnte man von den . Jüdischnationalen immer wieder die hohnvolle Bemerkung hören, daß die Assimilation mit ihrem Streben nach Gleichberechtigung versagt habe und daß daher der jüdische Nationalismus mit seiner Forderung nach Minderheitenschutz den Vorzug verdiene. Mit Verlaub — wo hat die jüdische Assimilation versagt? Der große Prozentsatz jüdischer Nobelpreisträger, der erst kürzlich wieder eine Erhöhung erfahren hat, ist sicherlich der schönste und überzeugendste Beweis für den hohen Grad, in dem die jüdische Assimilation an die abendländische Kultur gelungen ist. Aber man braucht, um das zu beweisen, gar nicht so hoch hinaufzusehen: Auch der große Prozentsatz akademisch Graduierter unter den jüdischnationalen Mandataren ist eine Folge der im Zeichen-der Assimilation erlangten Gleichberechtigung der Juden mit ihren andersgläubigen Landsleuten ..." Angesichts dieser unbestreitbaren Tatsachen ist es höchst grotesk, wenn die Jüdischnationalen die Existenzberechtigung des jüdischen Assimilationswillens gar mit dem Hinweis auf das tragische Schicksal der deutschen Juden leugnen. Noch ist es fraglich, ob die brutale Kulturfeindschaft des Hakenkreuzes die Dissimilation der deutschen Judsn so weit wird treiben können, wie früher die Liebe der Juden zur deutschen Kultur ihre Assimilation hat gedeihen lassen. Aber selbst wenn das nationalsozialistische Vergewaltigungstcben siegreich bis ans Ende gelänge, bedeutete dies eine moralische Rechtfertigung des freiwilligen Resignatioriswillens im Zeichen des jüdischen Nationalismus? Hitler hat die Fiktion einer besonders gearteten jüdischen Nation begeistert anerkannt. Aber gewährt er dieser „Nation" an Stelle der früheren Gleichberechtigung auch nur den bescheidensten Minderheitenschutz? Sehen wir nicht im Gegenteil, daß Hitler den Zionismus, der zue'rst den Juden die Dissimilation als „nationales" Heil gepriesen hat, gleichsam zum Danke bis nach Palästina verfolgt, wo er den Arabern Waffen und „geistige" Argumente zum Kampfe gegen die Juden liefert? Wir sind weit davon entfernt,' diese Hitler-Politik als Argument gegen das jüdische Aufbauwerk in Palästina zu werten, können es aber auch nicht-verstehen, inwiefern Hitlers Entrechtung der deutschen Juden als Argument gegen die Assimilation gelten soll. Ist. denn die rohe Gewalt, die den deutschen Assimilationsjuden die Gleichberechtigung raubt, überzeugender als dieselbe Gewalt, wenn sie den Jüdischnationalen den Minderheitenschutz vorenthält? Im Negativen liegt überhaupt keine Argumentik, überzeugen können bloß die positiven Ausstrahlungen. Die positiven Leistungen der Assimilation sind unbestreitbar. Was aber spricht für den jüdischnationalen Minderheitenschutz? Vielleicht das „Deutsche Volksblatt" mit seiner triumphierenden Schlagzeile auf der ersten Seite: „Oesterreichs Juden bekennen sich zum eigenen Volkstum." orig_e^.utan, Tuchhaus Tabak O I Urrt im |., Sälzgries 5 HERBST-NEUHEITEN für Damen und Herren zeitgemäß billig Das Märchen vom „verfudeten Sowjet ruß lancT Die jüngst wieder in Nürnberg aufgestellte lügnerische Behauptung von jüdischem Einfluß . im politischen Leben der Sowjetrepubliken ist schoa in einem 1931 erschienenen Buch von" Theodor "Seihe r t, „Das rote Rußland" (Verlag Knorr u. liirth, G. m. b. M., München) kritisch behandelt worden. Unter der Ueberschriit .Antisemitismus" (S. 44) untersucht Seibert die Wandlungen in der Stimmung der breiten Massen den Juden gegenüber und den Einfluß jüdischer Politiker im neuen Rußland. Er zeigt, daß Aufklärung und Gemeinschaftsbildung b'isher noch nicht das Gilt des Antisemitismus, das die Machthaber des alten Systems dem Volkskörper beibrachten, restlos zu beseitigen vermochten. Er zeigt vor allem, daß es e 5 n Märchen ist, wenn heute noch immer von einer jüdischen Allein- oder Vorherrschait im Sowjetstaat - geredet wird. Theodor Seibert ist langjähriger Korrespondent der rechtsgerichteten „.Münchner Neuesten Nachrichten". Er steht also gewiß nicht 'im Verdacht, die Vorgänge in Rußland aus übertriebener Sympathie für die Ju' den geschildert zu haben. Seine Ausführungen verdienen daher angesichts der neuen, von Nürnberg ausgehenden Lügenkampagne besondere Beachtung. Als um 1925126 auch die S i n o w j e w - K amenew-Gruppe in die oppositionelle Kampffront eintrat und das Bild des nach der A I 1 e i nherrschaft strebenden Stalin sich schärfer abzeichnete, nahm die Personalpolitik des Kreml einen geradezu antisemitischem! Charakter an. ich durchschaue heute noch nicht recht, was Ursache, was Wirkung war — jedenfalls tauchten mit der Zeit fast alle führenden jüdischen Boise h e w i k i in den Reihen der Opposition auf und verschwanden dementsprechend ans den Personallisten der Partei- und S t a a t s 1 e i t u n g. Ich bin in jenen Jahren viel in der russischen Provinz gereist und habe dort aus dem Munde braver, aber etwas undiplomatischer Provinz-Bolschewiki direkte Beweise für die systematische Ausschaltung der jüdischen Parteileute erhalten. (Inzwischen ist diese Ausschaltung mit der Hinrichtung der jüdischen Führer der Opposition vollendet worden. D. Red.) Stalin hat in den Kampfjahren gegen Trotzki nach meiner Ueberzeugung bewußt das Anwachsen antisemitischer Strömungen in der Partei selbst geduldet. Diese Haltung der Diktatur hat natürlich, trotzdem man den Antisemitismus mit den Lippen weiterhin verdammte, ihre 'Wirkung auf die breiten Massen nicht .verfehlt,, _Das -äußerte sich im Alltagsleben darin, dalV män?nrf der "Straße, in ' öffentlichen Verkehrsmitteln, 'in' den Betrieben das Wort „Schid" wieder täglich hören konnte, ohne daß Polizei und andere Amtsorgane gleich dagegen eingeschritten wären wie bisher. Darüber hinaus aber ist es, besonders 1928 und 1929, in allen Teilen des Reichs zu antisemitischen Rohheitsakten gekommen, die manchmal .fast den Charakter von Pogromen annahmen. Ein Jdeiner Teil dieser Fälle wurde an die große Glocke: gehängt, und dabei stellte sich bezeichnenderweise fast immer heraus, daß die Delikte in Anwesenheit und unter stiller oder lauter Billigung nicht nur der Arbeiterschaft, sondern auch der Partei-, Ge werkschaft s- und Betriebs Organisation verübt worden sind; das bestätigte die Breite der antisemitischen Einstellung der Sowjetbevölkerung, die man ja aus dem tägüchen Leben bereits sattsam kannte. In einer Reihe von Prozessen wurde auch festgestellt, daß sich Parteiiieuta selbst, insbesondere Jungkommunisten, an der Beschimpfung und Mißhandlung jüdischer Proletarier beteiligt haben. Ich verzichte auf die Schilderung einzelner antisemitischer Exzesse, die oft auch zu abscheulich sind, als daß sie dem Papier anvertraut werden könnten, möchte aber eMge vielsagende - Zahlen geben: Auf den Schächten des Grubenbezirks Bokowo-Chrustalski sind in der Zeit zwischen 15. Februar 1920 und dem 20. November 1928 2987 Juden eingestellt worden, von denen sich nicht ein einziger auf den Schächten halten konnte, obwohl unter ihnen -erfahrene Bergleute waren. „Weshalb die jüdischen Arbeiter die Schäehte verfassen," sagt die „Moskauer Arbeiter- Zeitung", der diese Daten entnommen sind, „versteht man aus folgendem Vorgang: In diesem Sommer kamen im Lugansker Kreis 23 Juden aus dem Gouvernement Witebsk an. Hungrig, abgerissen, Arbeit suchend, straften sie lange in den Schächten umher. Ueberall empfing man sie mit Spott: „No, wohin denn mit euch, Abrahamchens! Schachtarbeit wollt ihr machen? Wollt ihr nicht lieber in der Stadt ein Handelchen betreiben?" Schließlich wurden sie doch angenommen. Aber die Spötterei hörte nicht auf. Die Vorarbeiter hetzten säe herum, . gaben ihnen keine- Arbeitskleidung und keine Ausweise für den Konsui verein. In den Wohnkasernen gestaltete sich d; Leben für di e. j üdischen Arbeiter i: erträglich. Die anderen Arbeiter sammelt! .Läuse und Wanzen und steckten sie in die Mi' ratzen, beleidigten die Zugewanderten, wo imm sie konnten, und benutzten jede Kleinigkeit, 11 Händel anzufangen. Trotz aller Bitten fanden u Juden nirgends Beschützer. Die Partei-, die (i werkschafts- und die Jungkommunisten-Orgar.is tionen — alle schwiegen. Bis zum Herbst erdi deten die jüdischen Arbeiter alles. Dann ertrug' sie den ungleichen Kampf nicht mehr und legti die Arbeit nieder." Daß Juden konzentrierten Einfluß, „Her schaff', im bolschewistischen Gemeinwesen übt von dieser Wahnvorstellung sollte sich d. Ausland endlich freimachen. Der Kampf des Board of Debuties gegen den Antisemitismus. ' In der letzen Sitzung des Board of Deputies British Jews kündigte der Präsident N e v i I L a k s i eine Reorganisierung der Koordination Kommission zur- Abwehr judenfeindlicher An; an. Den Vorsitz in der Koordinations-Kommissit übernimmt Präsident Laski selbst. Präsident Laski betonte, daß die Vereinheit chung aller Bemühungen auf diesem Gebiet uni Aufsicht des Beiard eine, wesentliche Vorbedingu erfolgreicher Arbeit sei. In der Aussprache wun ebenfalls die Tätigkeit selbsternannter jüdiscii Körperschaften in der Abwehr-Arbeit einmii verurteilt. In diesem Zusammenhang wurde an dargelegt, warum der Board die Zusammenarb mit dem sogenannten „People's Council" ablelu Dieser habe sich den Kampf gegen Fasci mus und Antisemitismus zum Ziel s setzt. Die jüdische Gemeinschaft, die jedoch; solche keine politische Körperschaft ist, lasse si aber in einen Kampf gegen den Fasci m u s n i c h t h i n e i n z i e h e n. Unter fascistisciu Regime leben in Italien 50.000 Juden in Sicherh und freundschaftlichem Verhältnis zu ihren M bürgern. Es folgte der Bericht des Joint Foreign Ca mittee, über die Lage der tJuden in- Deutschlai Leonard G. M o n t e f i o r e leitete den Bericht r einer kurzen Ansprache ein, in der ©r — auf Hhk Ausspruch, die Juden seien eine dumme Ras " verweisend — sagte: Als ein Angehöriger diei -dummen Rasse" fällt es mir schwer, Hitlers 1 klärung, daß die Waffenfabriken in Deutschln in den. letzten dreieinhalb Jahren Tag und Nat Kriegswaffen hergestellt haben, mit der Feststi lung der „Anglo-German Review" in Einklang bringen; daß die deutschen Anstrengungen a sozialen Wiederaufbau gerichtet waren. Ich ka nur die Schlußfolgerung ziehen, daß zwischen de was englische Leser glauben sollen, und dem, w dem deutschen Volke gesagt wird, eine gewaki Kluft besteht Infolge des stetigen Ueberganges jüdisch Firmen in arische Hände, fuhr Montefiore fort die Arbeitslosigkeit unter den Jud in Deutschland in stetigem Stets begriffen. Immer weitere Gewerbe werden Juden verschlossen, wobei nach dem Gesetz nicht gefragt wird. Diejenigen, die immer noch eine Spur von Gedankenfreiheit in Deutsch glauben, mögen ihre Augen richten auf gewii Lernzentren im Dritten Reich, in denen den Stud renden eingeschärft wird, daß „Rassismus" fundamentalen Studium aller Fakultäten bei al! Universitäten gemacht werden solle. Deutscht schloß Montefiore, hat die letzten Fesseln Versailler Vertrages gebrochen. Wird einmal auclrder Tag kommen, da die Fesseln, die um seinen Geist geschmiei sind, bricht? Di Don des Vt derl Es s Re und Di cai Da l litisc! neolc Ste Zent kürzl Judei daß scher versc Kami mung dert auch sehet disch Kah ten £ DA eröffn Aufna Via *! jüdi I jüdisc Polet Wien sen, nali sind. I I Die besten Eisen worstsud Selffivarea 3mal täclich frisch bei IiiEft, Wien iL, hiffiME 33 Unter Aufsicht des Rabbinates der Adas-JisroeKSchiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten. 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