Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 50 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Nr. 50 — 13.-November 1936 DiE WAHRHEIT Die Hassen Zu Dr. Rudolf Lämmeis Werk „Die menschlichen Russen' Die in der Bibel niedergelegte jüdische Auffassung kernt keine DifTamäernng einzelner Rassen.- AHe stammen von einer Urfainilie ab, alle sind berufen, dereinst den eänig-einzigen Gott auf dem Berge Zion anzubeten. 'Die Idee der Humanität, der gleichwertigen AHmenschheit stammt aus dem Judentum. Die neudeutsclie Lehre von der Verschiedenwertigkeit der Rassen, von der UeberWertigkeit feiner nordischem Rasse, deren wichtigster Bestandteil das deutsche Volk sein soll — Hitler ist der Prophet dieser Lehre und „Mein Kampf ist sein Koran — diese neudeutsche Nazi-Lehre ist der krasseste Gegensatz zur jüdischen Humanitas-Idee. Wie alle PseudoWissenschaften haben die Verkunder der neudeutschen Rassenlehre viel Erfolg bei den Halbgebildeten, bei den Menschen, die nicht das geistige Rüstzeug besitzen, ihren „einleuchtenden*4 Trugschlüssen etwas Klares entgegjanzusetzeinl Und da sie sie nichtt verstehen und — weil sie unverständlich sind — auch nicht verstehen können, bMen sie sich, ein, Anhänger einer MythosJehre! -zu sem. Lämmei hat Recht wenn er dem VorhitierdeutscMand den Vorwurf macht, gegen das Aufkommen dieser Lägentefare keinen energischen Abwehrkampf geführt zu haben. Keine auf Wahrheit beruhende und für alle verständliche Gegenschriften sind erschienen, sondern man ging mit einem hochmütigen Lächeln zur Tagesordnung und zum — Geschäft über. Das Werk des Schweizers Lamme! ist das erste populärwissenschaftliche Werk, das mit Tatsachen, und ohne langweilig zu sein, alle, die sich orientieren wolleni, über die Entwicklung der Menschheit leicht faßlich unterrichtet und dabei unaufdringlich und kompromißlos die deutsche Rassenlehre widerlegt. Das Buch hat auch den Vorteil, in dem Fragenkomplex biologischer Zusammenhänge die „jüdische Frag"©" als Teilpröbtem zwanglos zu behandeln. Lämmej gelingt es; die UeberhebWdikeitsbewertung der nordischen" Rasse zu widerlegen, weil er nachweisen kann, daß Rasse überhaupt kein Maßstab für Wert oder Unwert, für Gut oder Böse, für Leistungsfähigkeit oder Minderwertigkeit ist. So zeigt er uns den Weg, den verantwortungsbewußte Forscher" durch unbekanntes naturwissenschaftliches Getfet gehahnt haben, um aus den bisherigen Erkemtnissen vorteilhafte Nutzanwendungen für alle Kassen giefchmSßig «nd miefet nur für eine „bevorzugte'*' zu ziehen. An der Spitze von Dr. Lämmeis copulSrwissenschatUrdien Werk, das er selbst eine „EinfühnniE in die Gnmflfragen der modernen Rassenlehre" nennt, sind die notwendigen biologischen Begriffe erklärt. Die heutige Biologie steht schließlich auf dem gleichen Standpunkt wie die — Bibel. Die Menschen stammen alle von -einer Grfamitre ab; diese Annahme wird auch durch die neuesten FeststeHtnrgen 4er vergleichenden Sprachwissenschaft bestätigt, denn a«ch diese Disziplin giasbt heute behaupten zu können, dafi atte Sprachen miteinander verwandt sind und infolgedessen einen gemeinsamen Stamm besitzen. Für die Herkunft und Weiterentwicklung <&tr nietiMhBcheri Rassen «sind t*m vertrhindrair Tateacfcenkompiexe raaßgebead. Sozusagen die JCraft, die in dem einzelnen Menschen seine Entwickiras bedingt, and äußere Einwirkungen, die vom Klima ausgehen. Die Trage, ob der Neugeborene dem Vater oder der Mutter ähnlich ist, ob er der «inen Großmutter wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht oder ob er bliese «der jene Familieneigentümlichkelt ererbt hat — •das sind Fragen, die von jeher die Menschen beschäftigt &aben: Man -hat sie nach dem Augenschein beantwortet, ohne die wissenschaftlichen Zusammenhänge Anden zu können. Was aber ist vererb bar, t>o kommen die „Ori- .£«suj*»ten" der Kinder her? Erblichkeit, Mutation (Be- •zeichnung für jede m der Natur so beliebte „sprunghaft" auftretende neue Eigenschaft, die ^erbfest" ist), Bastardienung, Iraucht — das sind die vier öegriffe, die iit die Entwicklung des Menschengeschlechts, nicht «twa wr einer Rasse, maßgebend sind (wobei es in der PrasÜs «ich herausgestellt hat, daß Mischungen der Rassen «atereinander in keiner Weise schädlich zu sein ärauchea, im Gegenteil, oft zur Verbesserung der ein- Tebien Rassen beigetragen haben). Die Menschheit bestellt, wie man durch Ausgrabungen bei Peking wieder öestätigt gefunden hat, weit über eine Million Jahre, eine ausreichend laiige Zeitspanne,-daß sich die Menschen, vom Urzustand zu ihrer heutigen Differenziertheit entwickeln konnte. Von äußerlichen Einwirkungen ist der Hauptfaktor das Klima gewesen, das die. Menschen immer wieder verjagt, zerstreut, isoliert oder auf andere Teile der Erde verdrängt hat. Die gigantische Periode der Eiszeit hat die einzelnen Rassenmerkmale der Menschen gewandelt, hat jenen äußerlichen Unterschied bewirkt, der die Menschenwelt „farbenmäßig" einteilt: in Schwarz, Gelb, Weiß. Und in den letzten 20.000 Jahren, nach Abschluß der letzten Eiszeit, haben die verschiedenen Rassen auch nicht still an ihrem Herd oder in ihrem Heimatsprt gesessen, immer wieder sind die einzelnen Völker durch andere bekämpft oder verjagt worden, sie haben sich auch miteinander angesiedelt: für die Rassenforscher ergibt sich die klare Feststellung, daß heute überhaupt keine reine Rasse mehr existiert (das trifft auch für die Juden, nicht minder für die „Nordiden", zu). Jeder einzelne Mensch aber — so lehrt die Wissenschaft — steht unter dem pangenetischen Gesetz: „Jede Persönlichkeit macht in ihrer Gesamtentwioklung eine Wiederholung jener Formen durch, die seine Ahnen insgesamt von Beginn der Schöpfung an durchschritten haben." Vollzieht sich die Entwicklung der Menschheit in dieser Art, so können zwar Merkmale innerhalb einer Rasse bei den Menschen im Durchschnitt gleichmäßig vorhanden sein und sind es auch, wie man z. B. an gewissen Schädelformen sehen kann; aber von diesen Merkmalen aus auf charaktermäßige, seelische -Qualitäten schließen zu wollen, das ist der (bewußt herbeigeführte) Irrtum der neudeutschen - Rassenlehre. Bei der Revue der einzelnen Rassen widerlegt ihn Doktor Lämmei sehr ausführlich und einleuchtend. Ist der Abschnitt über die Entwicklungsgeschichte der Menschen unter Einfluß der Eiszeit spannender als ein Wallace- Roman, so ist die Conference über die noch lebenden Rassen ein kulturgeschichtlicher Zeitspiegel, der durch eine Fülle von guten Beobachtungen, durch geschickte Vergleiche besonders wirksam gemacht wird. Kleine Schönheitsfehler kommen dabei auch vor, indem der Verfasser so zwischendurch Ansichten vertritt, die außerhalb des Themas liegen und nicht unbedingt von jedem Leser akzeptiert werden. (Schluß folgt.) Kulturkampf in den Judengemeinden der Tschechoslowakei. Von maßgebender tschechisch-jüdischer Seite. Es werden langsam 36 Jahre um sein, seitdem wir sogenannte „Assimilanten" mit der damals in Prag ins Leben gerufenen zionistischen Partei im vollbesetzten Saale der Produktenbörse den ersten Kampf zu bestehen hätten. In Voraussicht dessen, was gekommen ist und unausweichlich kommen mußte, wandten wir uns gegen das Phantom eines Judenstaates in Palästina, gegen die Verhetzung der unreifen und Schlagworten zugänglichen Jugend, namentlich durch jüdische Lehrer > und Professoren, gegen die Ausfuhr von Geld und Menschen zu dem Zwecke, um auf dem allen Nationen und Religionen der Welt heiligen Boden, einen „Judenstaat" ins Leben zu rufen. V -.;.- / Hiebei ließen wir ans von den deutlichen und von den eigenen Anhängern falsch verstandenen Worten Herzls leiten: „Iii Palästina wäre eine Heimstätte zu scharfen für jene Juden, welche sich ihrer Umgebung nicht assimilieren können oder nicht assimilieren wühlen." Seit dieser Zeit tpbt auch bei uns in Böhmen, Mähren und Schlesienzwischen Assimilanten und Zionisten, jetzt nationalen Juden ein Kampf, der seit dem Umstürze infolge der politischen Betätigung einer jüdisch-nationalen Partei an Schärfe nicht abgenommen hat. Die an Wiahnsinn grenzende Ueberhebung der Führer und Unterführer, welche sich und die Partei als Repräsentanten der Judenheit ausgeben, war nicht geeignet, Ruhe zu schaffen. Denn die Führer gaben sich und die Partei als Repräsentanten der Judenschaft aus und erkühnten sich Auch, iür ums Assimilanten, ohne hiezu ein Mandat zu haben, die Rechte und Pflichten einer Minderheit zu beschaffen. ia der tsdiedioslowaläschen Republik hat es der Jude gewiß nicht nötig, sich in einer jüdischnationalen Partei politisch zu betätigen, und wiegt die Wahl zweier jüdischer Abgeordneten (Hospitanten des sozialdemokratischen Klubs) die Nach-. teile nicht auf, welche die politische Senariemng der Juden für die gesamte Jttdenschaft im Gefolge hat Der Tscheche ist liberal and demokratisch und war nach dem Umstürze den Zionisten dankbar dafür, daß sie dem aus der tschechischen Gegend in die Slladt verzogenen Juden aus der deutschen Sphäre herausgebracht haben, findet es jedoch politisch unklug, daß sich die Jaden politisch separieren und als eigene Partei bei den Wahlen hervortreten. Die beklagenswerten Zustände in Palästina dürften die erhitzten Gemüter der nationalen Juden etwas abkühlen; wenn auch in der neuesten Zeit neue Sammlungen unter neuen Schlag Worten für nationale- Zwecke Palästinas im. Gange sind. . Doch glaubt man hier annehmen zu.können, daß die neuen Schlagworte weniger wirksam sein werden, weil, viele ehemalige Anhänger der Zionisten vorsichtiger geworden sind. -. Im Privatverkehr mit Assimilanten wird nicht mehr so überzeugend ~wie früher mit Wahlen m die Kultusgemeinde gedroht, ja es wird sogar von Zionisten die* positive Arbeit der anders Gesinnten in den Kultusgemeinden anerkannt. (Die tschechoslowakischen Zionisten sind doch noch „bessere Menschen". Anm. d. Red.) Wir bedauern es innigst, daß man uns nicht schon vor Jahren hinsichtlich Palästinas Gehör geschenkt hat. Bloß die Hoffnung, daß der Fanatismus endlich ein Ende nehmen und ein Zusammenwirken aller in dem gemeinsamen Sache wieder möglich sein wird, läßt uns die gebrachten Opfer leichter verschmerzen. Wf. Noch immer „Deutsdie Studentenschaft"? Daß die Wiener Universität immer noch ein Tummelplatz der Nazi ist, schrieb jüngst der „Christliche Ständestaat", wissen wir. Verbote und Reorganisationen nützen da wenig, solange der Geist des Ifetionalismus durch die Inhaber gewisser Lehrkanzeln weiter gepflegt wird. Wir waren schon oft gezwungen, auf diesen Uebelstand hinzuweisen. Die Folgen solcher Toleranz am falschen Platze zeigern sich allenthalben im akademischen Leben. Nur ein Beispiel: Kommt da vor ein paar Tagen' eine Maturantin zum erstenmal in dkl Ahna Mater Rudohma. findet sich natürlich, nicht gleich 'zurecht und braucht irgendeine Auskunft Zu ihrer Freude entdeckt sie eine Tafel „Auskunftsstelle des philosophischen Dekanates" oder so ähnlich. In der sicheren Erwartung, hier fachgemäß beraten zu Wiarden, tritt säe näher und wffill ihre Frage stellen. Aber der Diensthabende läßt sie nicht einmal ausreden. „Sind Sie Jüdin?" unterbricht er ihre ersten Worte. „Wehn ja, dann gehen Sie zur ,Judäa' in die Alserstraße; hier erhalten Joden keine Auskunft.*1 Diese Geschichte ist nicht etwa gut erfunden, sondern wirklich passiert, und zwar mehr als einmall Wenn man sie hört, glaubt man sich in die Jahre zurückversetzt, da der Arierparagraph einer .offiziell anerkannten „Deutschen Studentenschaft" das gesamte akademische Leben beherrschte und diese „Deutsche Studentenschaft" jeden Samstag die jüdischen Hörer aus der Aula herausprügelte. Wie lange werden die Unterrichtsbehörden diesem Treiben noch zusehen? Sch. Wien Im Seiten«tetteng«««e 2 XI., ZentralfrtetUtof neben dem L Tot ■^sB^n^—^^SSSÜSSLJSSSälSSSSS^^n^nam—