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Die Wahrheit · 1936-11-13 · Heft 50 (13.11.1936) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 50 (13.11.1936)
Date
1936-11-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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HEIT DIE WAHRHEIT Nr. 5q — 13, November 1936 Seite 3 und Informiertheit übST die Ehrenhaftigkeit der blauweißem Wahlmacher verscharrtet) und so selbst die Gleichgültigem zur Beteiligung an der Wahl aullrüttelten und mit solcher Empörung erfüllten, daß sie den Muit fanden, trotz dem Terror der revisionistischen Jugend, die in voller Kriegsbemalung das Terrain beherrschte, für die „Union" zu stimmen, den Dank nicht vorenthalten. Den großen Erfolg in der Leopoldstadt und im Prater, in den Hochburgen der Jüdischnationalen, verdankt die „Union" wohl zum Teil diesem rasch durchschauten Wahfbetjrug. Ihr Versuch, uns einzuseifen, hat uns durchaus gute Dienste geleistet. Aber nach dem Einseifen kommt bekannilich der Moment, wo der Barbier dem, den er rasieren will, mit dem Messer an den Leib rückt. Das haben die Jüdischnationalen auf verschiedene Weise versucht Gegen Geschäftsleute, die aui der Union-Liste kandidierten, haben sie offene Boykotthetze getrieben. Die» Leute sind nicht, davor zurückgeschreckt, in unsere Agitationslokale einzudringen, hier das Unterste zu Oberst zu kehren, Kartothekkasten umzuwerfen und planmäßig eine so heillose Unordnung zu erzeugen, daß unsere Agitationsarbeit zeitweise völlig lahmgelegt wurde. Damit sie bei diesem Vorgehen, das normalerweise als Hausfriedensbruch schwer geahndet worden wäre, nicht gestört würden, haben sie sich vorsorglich eine gesetzliche Vollmacht zu verschaffen verstanden. Sie haben nämlich eine unserer Wahlnummern konfiszieren lassen und die Konfiskation gleich selber durchgeführt, das heißt, sie liefen den einzelnen Nummern nicht zu den Wählern, denen sie noch vor der Konfiskation zugegangen waren, nach, sondern suchten sie konsequent und gründlich gerade dort, wo man am die von den Blau-Weißen geplante „Rasur", der „Union" so kläglich gescheitext. Aber die blamierten Pseudo-Fiigaros wollen noch immer keine Ruhe geben. Nach ihren verunglückten Versuchen, uns „einzuseifen" und über den Löffel zu halbieren, strengen sie sich jetzt an, uns wenigstens den Kopf ordentlich zu waschen. Wiir haben bereits oben zitiert, wie schmeichelhaft sich die „Neue Welt" über die „Union"-Wähler ausdrückt. (Daß sie die Spitzenkandidaten der „Union" ^ehrvergessen" nennt, darüber wird ein anderes Forum zu entscheiden, haben.) „Die Stimme" gibt ihr nicht viei nach. Beide Blätter wetteifern miteinander in dem edlen Bestreben, uns alle möglichen Gemeinheiten nachzusagen, auch die allergrößten, nämlich solche, — die sie an uns begangen habem. Nach den oben geschilderten jüdischnationalen Kampfmethoden ist es wirklich grotesk, die Herren über unsere „Lügen", „Terrorversuche" und „Gewalttaten" klagen zu hören. Aber sie sollen sich darin ja nicht etwa stören lassen. Heute, wo die Zwecklosigkeit ihrer Verleumdungen ja offen zutage liegt, bereitet es uns nur das reinste Vergnügen, an solchen Symptomen zu erkennen, w?e unsere Gegner schwer enttäuscht sind über das Wahlresultat, das die „Tischgesellschaft" erreichte. Daß die Sehnsucht nach der versunkenen Gloriole und Reinheit der Wiener Kultusgemeinde zu den uns treu gebliebenen alten Kämpen noch 1400 plus dem Ersatz der ausgefallenen sogenannten „Werktätigen*' von ca. 3000 Stimmen, also ca. 4500 neue stoßen ließ, noch dazu in einem Wahlkampf, in dem sich das. neue System ganz hemmungslos gegen uns austoben konnte, bedeutet eine moralische Abfuhr dieses Systems, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. c AFE-RESTAURANT EXCELSIOR I., ROTENTÜRMSTR. 24, NEU RENOVIERT, SENSATION: DER MÄRGHENBRÜNNEN -VORZÜGLICHER KAFFEE UND ERSTKLASSIGE KÜCHE wenigsten Ursache hatte, solche Blätter zurückzuhalten:' im Lokal der ,;Union" und am Wahltag auch in allen unseren Agitationslokafen. Den Herren war es eben nicht ums Finden, sondern nur ums Seuchen zu tum. Denn dieses ..Suchen" .gab einen trefflichen Verwand ab, unser gesamtes Werbematerial durcheinander zu bringen. Es wurde in den Agitationslokalen auch kein einziges Exemplar der beschlagnahmten Nummer gefunden. Diese Lahmlegung unserer Wahlarbeft schien unsere WaMchancen sehr herabmimindern. Umso größer ist unser Triumph, daß die „Tischgesellschaft" ihre Stimmen und Mandate nicht nur behaupten, sondern sogar, noch zu vermehr-eti vermochte. Es ist dies umso bewunderungswürdiger, als selbstverständlich auch unsere "Wähler dem jüdischnationalett Terror ausgesetzt waren. Besonders Im Prater mußten sie förmfich Spießruten laufen, wenn sie -zur Urne wollten. Aber sie wollten eben und daran ist Gewiß hat manches . dafür gesprochen, unter den heutigen Verfiältnisseoi*.,einen innarjüdischen Wahlkampf lieber zu vermeiden, aber abgesehen davon, daß die „Union", fwie wir erst kürzlich bewiesen, jederzeit zu eäiem vernünftigen Frieden bereit gewesen wäre, hätte ein Kompromiß den Nachteil gehabt, daß jede Partei wahrscheinlich der Uefeerzeugung gewesen-'wäre, daß der Besitzstand der andern Parteien eine unverdiente Gnadengabe darsteife. Und diese psychologische Einstellung hatte auf die Dauer die gegenseitigen Beziehengen viel uj&eilvoller beeinflußt, als selbst der heftigste Wahlkampf, wenn nur jetzt die Gewählten aus der Entscheidung der Wähler die richtigen Lehren ziehen. Die Wähler haben ihre Abneigung gegen die jüdischnatiooate Barbierleidenschaft, an den Unionisten kein gutes Haar zu lassen, deutlich bekundet. Wen» die Gewählten daraus die richtigen Konsequenzen ziehen, dann steht dem Wirken der neuen K**tusvorsteher, im Rahmen ihrer Kompetenzen, zum Wohle der Gesamtheit nichts mehr im Wege. Nur 1500 Palästina-Zertifikate bewilligt. In <der Silzimg des «ngüschen Ünteiiias&ßs am vergangenen Donnerstag abend gab -der Minister für die Kolonien Ormsby-Gore die vom Premierminister Baldwin für diese Sitzung angekündigte Regierungserklärung über die englische Politik betreffend Pafästma ab. Minister Ormsby-Gore teilte zu Beginn seiner Erklärung mit, daß der High Commissioner für Palästina, Sir Arthur. Wauch ope, der Jewish Agency ¥or Pälestine einen Sehednle für die Arbeitereinwanderung im Halblahr -Oktober 1936/April 1937 in der Höhe von 1800 Zertifikaten zur Verfügung stellen -wird. Dieser fschedule schließe 300 Zertifikate ein, um die Registrierung von 300 deutschen Juden als Einwanderer ^u ermöglichen., die bereits in Palästina -weilen -und über ein Kapital von ie mindestens 1000 Pfund verfügen, aber nicht in der Lage waren, innerhalb der vorgeschriebenen Frist von zwölf Monaten das Vorzeigekapital aus Deutschland herüberzubringen. Demnach werde die GesamterhÖhung tler jüdischen Bevölkerung durch Einwanderung, absolut genommen, 1500 nicht überschreiten. Es ist darauf hinzuweisen, daß der Schednle April 1935 mm, Okoher 1935 325«, April HÖ6 4560 Zertifikate einschloß. Die englische Regierung, erklärte Ormsby- Gore weiter, halte eine vorübergehende Einstellung der Einwanderung in Palästina für die Dauer der Untersuchungsarbeit der Kgl. Kommission nicht für richtig. Es «oH kein Präjudiz geschaffen werden. Eine Einstellung der Einwanderung lasse sich weder mit wirtschaftlichen nooh mit anderen Gründen rechtfertigen. Doch werde man darauf sehen, daß ein Ueberschreiten der Einwanderungstjuote nicht eintrete. Der Oberste Arabische Ausschuß hat nach Bekanntwerden der Erklärung des britischen Kolonienministers Ormsby-Gore beschlossen, die Königliche Untersuchungskommission zu boykottieren. Der Ausschuß erließ einen Aufruf an alle Araber, sich .jeder Zusammenarbeit: mit der Königlichen Kommission zu enhalten. Als Hauptgrund für dieses Verhalten wird angegeben, daß die britische Regierung die arabische Forderung nach Sperre der jüdischen Einwanderung in- Palästina abgelehnt habe. Stimmen aus dcmPubHfcum. Nachklänge zum Wahlkampf. Sicherlich wünschen alle Unionisten alles, was sich unsere Gegner im letzten Wahlkampie geleistet haben, möglichst bald zu vergessen. Aber an einem Vorfall darf man wohl nicht mit Stillschweigen vorübergehen. Knapp vor dem Wahltage wurde von gegnerischer Seite ein von zwei jüdischen Universitätsprofessoren und von einem hervorragenden jüdischen Dichter gezeichneter Aufruf verbreitet. In diesem wurde u. a. der „Union" der Vorwurf der mangelnden Achtung vor der Gesinnung des Gegners gemacht. Ist den Unterzeichnern des Aufrufes nicht bekannt, daß die Jüdischnationalen im Wahlkampfe erklärten, die Union habe zu verschwinden, es sei mit ihrer persönlichen Ehre unvereinbar, mit einem Unionisten nur am selben Tische zu sitzen. Ist dies die Achtung vor der Gesinnung einer anderen Partei? Es ist geradezu erschütternd zu sehen, wie einseitig und blind sonst hochstehende Männer durch ParteUeidenschaft werden können. Gerade Aufgabe und Pflicht dieser Männer wäre es, auf das alle österreichische Juden Verbindende hinzuweisen: Auf die von außen drohenden Gefahren und auf den schweren Kampf der jüdischen Jugend im Berufe. Dr. E. W. Die Schützenhilfe der Provinz. Ein prominenter Glaubensgenosse aus der Hauptstadt eines österreichischen Bundeslandes schreibt unserem Chefredakteur: Sehr geehrter Herr Hirschfeld! Zunächst ersuche ich Sie, der Leitung der „Union" meine herzlichste Gratulation zu dem erfochtenen Wahlsieg zu übermitteln. Wenn der Sieg auch nicht ein solcher ist, daß nun die „Union" entscheidenden! Einfluß auf den Gang der Geschäfte ausüben wird, wird doch eine gewichtige Minorität da sein, die den Gang der Geschäfte kontrollieren wird. Auch erblicke ich in dieser Wahl den verheißungsvollen Beginn einer Abwärtsbewegung, die in späterer Zeit sich auswirken wird'. Am besten in dem ganzen Wahlkampf hat mir und vielem anderen mit mjfcr die von Wien aus propagierte Schi&zenhilfe der Großgemeinden Klage»* fürt, Krems und Baden gefallen. Man mußte nur diese Eingaben lesen, um sofort zu wissen, wo das fabriziert worden ist. H. In der Berliner Gemeinde findet am 29. <L M. eine Neuwahl der Repräsentanten versanHHftHig der Jüdischen Gemeinde statt Die Parteien haben sich auf eine Einheitsliste geeinigt, in der, wie es in einem von allen Mitgliedern des Vorstandes gezeichneten „Aufruf zur Ei nigk.ei t" heißt, „alle Richtungen vertreten sind. Keine hat ein Uebergewlcht, kein Jude soll den anderen majerisierea!" Hätten die Wiener Jüdischnationalen die .deiche Einsicht wie ihre Berliner Gesinnungsgenossen bekundet und den Friedensvorschlag der „Union", der auf dem gleichen Prinzip aufgebaut war, unter dem nun in Berlin gewählt wird, akzeptiert dann wäre der Wiener Judenschaft der erbitterte Wahlkampf erspart gebliehen. Judentum und Bolschewismus. Der Oberrabbiner der israelitischen Kultusgemetnde von Mantua hielt, wie Stefani meldet, im jüdischen Tempel -eine Rede, in der .er erklärte, das wahre Judentum Lehne des Bolschewismus ab, der in allen seinen Grurtdprimipiien .der j ü d i s eil e n Leh r e „G ott, Vaterland, Familie" entgegengesetzt sei. Junge, tüchtige gesch. FVan mit eisener Schreibmaschine. Telephon. ev. auch Büro, in Buchhaltung, Korresj». u. Verkauf versiert, sucht entspr. Wirkungskreis. Chiffre: „Auch halbtägig" __. •^Bffi^yfr

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