Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 50 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 50—13. November 1936 DIE WAHRHEIT ZWeefc einer Wahlkommissidn man nicht in der Lage sei, Agnoszietfungen vorzunehmen und für die Wahl wiedetauferstandene Tote zu trsemm Aöf den Straßen spielten sich abschatdiche Szenen des Terrors der jüdisconationa- Ien Agitatoren Und Zettelverteiler ab; sie versperrten den uniomstischen Kollegen den Weg, indem sie ihn umringten, rissen den Wählern die vorbereiteten Stimmzettel aus der Hand und zwangen ihnen die Stimmzettel der Zionistischen Liste auf. Den Höhepunkt der unzulässigen Wahlmache erreichten die Jüdischnationalen durch die massenhafte Verbreitung des gefälschten Fkigzettels; der folgendermaßen lautet: Öslerreidilsdie Joden! Mc Stande der Enismeidana nahf. Wenn Ihr für die zionistische Liste agitiert und sie wählt, dann kommen die POLNISCHEN UND BUKOWIANER in der Wiener Kultusgemeinde zur Macht? Wisset Ihr, daß dann kein Bodenständiger auch nur einen Groschen Unterstützung erhält. Wisset Ihr, daß dann den nationale Geist ä la Streicher in die Seitenstettengasse einzieht. Rettet die deutsche Kultur der Wiener Juden und wählt am 8. November die Liste der „Wion ösferreldiiscfier laden" Viele Glaubensgenossen, die uriionistisch wählen wollten, fielen auf diese Fälschung herein, wiewohl durch das Fehlen des Impressums jedem klar sein mußte, daß hier ein plumper Schwindel vorliegt. Ganze Bände könnte man vollschreiben, wollte man das Wahltreiben der Jüdischnationalen, ihre Tricks, ihre Fälschungen etc. aufzählen. Trotzdem wir wiederholt gewarnt haben, weü wir die Nazi- Methoden der Jüdischnationalen zur Genüge kennen, ließ sich ein Großteil unserer Wählerschaft doch täuschen und irreführen. Wir können nicht wissen, wieviel Mandate uns diese noch nie erlebten Methoden gekostet haben. Wir können hur schätzen und müssen annehmen, daß es mindestens zwei sind. Die jüdische Jugend wurde in der unerhörtesten Weise mißbraucht. Acht- und zehnjährige Kinder wurden in Scharen ausgeschickt, die . Väter und Mütter zu überzeugen. Und wie viele haben, „um den Kindern eine Freude zu machen", sich von den unreifen Menschleih, die die eingelernten Phrasen von der Renaissance des jüdischen Volkes und von dem selbständigen Judenstaat in Palästina Verständnislos nachplappern, verführen lassen. Die Jfidtechnationalen verführen zuerst unsere Jugend Und die Jugend verfährt die unüberlegte Eiternschaft Und doch! Den Jüdischnationalen ist es tfotz aller dieser Praktiken, trotz des Besitzes des' Wahlapparates, dessentwegen Herr Doktor Löwen herz ebenfalls unmittelbar vor der WaM zum provisorischen Amtsdirektor bestellt werden mußte, trotz der Agitation der verführten lugend, trotz des Aufwandes ungeheurer Geldmittel nicht nur nicht gelungen, die „Union" „wegzuwischen", die „unbeachtliche Gruppe", die „sterbende Partei", die „letzten Reste der Assimilation" zu vernichten, ganz im Gegenteil, die „Union" hat ihre Stimmenanzahl seit der letzten Wahl — von den Jüdischnationalen zugegebener Maßen — um 1500 Stimmen vermehrt, de facto aber um mehr als 4000 Stimmen, weil im Jahre 1932 die „Union" vereinigt mit den „Werktätigen Juden" in den Wahlkampf ging und angenommen werden muß, daß im Jahre 1932 die „Werktätigen Juden" mindestens 3000 Stimmen brachten. Die Zahl der Mandate der „Union" wurde um zwei vermehrt und statt der von den Jüdischnationalen berechneten weniger als 3000 Stimmen wurden 11.600 Stimmen für die „Union" abgegeben. Es leben in Wien mindestens 50.000 nichtösterreichisehe Juden, auf die im Verhältnis — minimal gerechnet — zirka 14,000 Stimmen entfallen. Diese rächtösterreichischen Jude«' habenl fast zur Gänze die jüdischnationale Liste gewählt. Nehmen wir aber nur an, es seien 12.000 Stimmen gewesen, die von nichtösterreichischen Juden bei der Wahl abgegeben worden sind, so entfallen 4000 bis 5000 Stimmen auf die österreichischen Juden, die die „Zionistische Liste" gewählt haben.- Keine der auf der getarnten zionistischen Liste vereinigten jüdisch*, natbnaien Parteien verfügt über dreizehn Mandate im neuen Kultusvorstand. Die Union ist die größte, «infceitfichfc und homogene Partei des Kultusvor- StäSBes. Die österreichischen, in Wien .lebenden Juden stehen also zum allergrößten Teil geschlossen hinter der «Union österreicWschw Juden". Daraus ergeben sich aber Konsequenzen, auf die auch der Generalkommissär für den Oesterreichischen Heimatdienst, Herr Staatsrat Oberst Walter Adam, hingewiesen hat. Die Kultusgemeinde darf die ihr eingeräumte Kompetenz nach dem Gesetze vom Jahre 1890, die Sorge für die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Wiener Juden, die insbesondere auf dem Gebiete der Fürsorge im weitesten Umfange zu erfüllen ist, nicht überschreiten. In der Kultusgemeinde darf keine Politik getrieben werden, am allerwenigsten jüdischnationale Politik, welche die bürgerliche, die politische, die rechtliche, die soziale, die kulturelle Stellung der österreichischen Juden beeinträchtigt. - Insbesondere gibt es keine jüdische Volksgemeinde, die auf der Grundlage der fiktiven jüdischen Nation alle Wiener Juden, gleichgültig welcher Staatsbürgerschaft, umfaßt Die Verbunden- Vollstlndlg renoviert .und vergröSfrtl Cafe ^ßuchsAaum 2. Bezirk, Kleine Pfarrgasse 21, Tel. A 43-5-19 Eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges M. Herlinger und Dori Neumann geben bekannt, daß sie das Kaffee Continental IL, Praterstraße 7 Tel. R 41-4-91 übernömmenhabenu.bittenumzahlreichenZuspruch Erstklassige Kficfce Mäßige Preise holt der Wiener Juden besteht ausschließlich durch ihre gemeinsame und geheiligte Religion. Wir warnen die Jüdischnationalen im Interesse dar Österreichischen Judenachaft, dies« Grundsätze zu verletzen. In ihren Münden lfegt Kampf oder Frieden innerhalb der Wiener Judenschaft. Wir werden ihnen genau auf die Finger sehen und rücksichtslos auf die Finger klopfen, wenn sie es wagen sollten, die Grundlagen unserer verfassungsmäßigen Rechte anzutasten. Ebenso werden wir uns verhalten, wenn sie in ihrer Partei-, Protektions- und politischen Korruptionswirtschaft fortfahren sollten. Das Ehrenwort an Dr. Josef Löwenherz hat den Streit entfacht. Es wäre längst seine Pflicht gewesen, seine Parteifreunde dieses Ehrenwortes zu entbinden. Vielleicht besinnt er sich letzt und erfüllt spät aber doch diese Pflicht. Abgesehen vom Mandatsgewinn und Stimmenzuwachs der »Union österreichischer Juden" hat eines die Wahl bewiesen: das österreichische Judentum ist in unserem Lager. Schon wieder ein Judl Oesterreichs neuer Nobelpreisträger. Hofrat Professor Dr. Ottoi Loewi in Graz, der den Nobelpreis iür Physiologie und Medizin für das Jahr 1936 erhaltenihat, ist' der einzige jüdische Ordinarius ah der Grazer Universität. Sein Vater war Kaufmann in fj&nkfurt a. M. und ein prominenter jüdischer; Orthodoxer. Prof. Loewi ist Ehrenmitglied..de*..JiKjischen Kultusgemeinde in Graz und nimmt auch, regen Anteil an der Arbeit der B'ne Bnt-Loge'ln Hjräz, deren Mitglied er ist. Er besucht sehf l&.uffgc>iüaische Veranstaltungen und Vorträgen Seme' Gattin ist eine Tochter des verstorbenen Ordinarius der Chemie an der Wiener Universität, Prof." Goldschmidt, der alle seine Kinder in jüdischerri Geiste erzogen hat. Von den bisher sieben österreichichett Nobelpreisträgern sind «ier Juden: Dr. Robert Baranyi, der als Jude keine Professur an der Wiener Universität-erhalten könnte und daher an die Universität Upsala in Schweden ging; Prof. Dr. Langsteiner,,der den Nobelpreis für seine Blutgruppenfoirschungen erhielt und von Wien nach Amerika auswanderte. Ein wetterer österreichischer Jude Fried, erhielt seinerzeit den Friedensnobelpreis. Ihnen (reiht sich jetzt Prof. Dr. Loewi an. Als neulich die „Stünde" auf die Zugehörigkeit des jüngsten österreichischen Nobelpreisträgers zum Judentum und den großen Prozentsatz der Juden unter den Nobelpreisträgern hinwies, bezeichnete dies ausgerechnet die „Reichspost", die bei keinem jüdischen Gesetzesübertreter den Hinweis auf seine Konfession versäumt, ironisch als „das Wichtigste". So erfreulich es ist, daß wenigstens auf diesem Wege auch die „Reichspost"- Leser von den gigantischen Verdiensten der Juden um die Wissenschaft und den. Ruhm Oesterreichs erfuhren, so empörend wirkt es, daß das Blatt auch bei dieser Gelegenheit nicht umhin konnte, zu behaupten, „daß die Juden auch, bei anderen, minder erfreulichen Vorkommnissen gleichfalls mit auffallend hohen Prozentfällen vertreten sind". Da die „Reichspost" als patriotisches Blatt unten den „minder erfreulichen Vorkommnissen" kaum die Militärdienstpflicht meint, den unten den heuer eingerückten Rekruten nicht wenigen als 23 Prozent Juden obliegen, so handelt es sich offenbar um einen jener antisemitischen Verleumduhgsversuche, die die Hervorhebung der jüdischen Verdienste auf niizlichen Gebteten seitens der anständigen Presse tatsächlich wichtig erscheinen läßt, und zwar nicht bloß für die Juden, sondern mehr noch für Oesterreich, das durch die Zurückdrängung der jüdischen Akademiker geistig genau so ins Hintertreffen geraten müßte wie das Dritte Reich. Die Tischgesellschaft der 11593 oder Schlecht rasiert „Die .Union' müß wegräsiert werden!" Mit diesem dem Vokabularium Julius Streichers entnommenem Schiächtruf stürzten sich die Wiener Jüdischnationalen fn den von ihnen heraufbeschworenen und - zum größten Gaudium der Antisemiten gewissenlos verschaffen Wählkampf gegen die ^Tischgesellschaft" der „Union". Die Märke Löwertherz hat sich aber als schlechte Rasierklinge entpuppt, weil allzu scharf bekanntlich schartig macht. Der Unftmbart ist unter den Pfuscherhänden der Amateur-Balbierer sogar noch gewachsen. Aber so sehr wir mit dem Resultat einverstanden sein können, so energisch muß sich unser jüdisches Gefühl und unser österreichisches Kulturempfinden gegen die von den blauweißen Quacksalbern angewendeten Methoden aufbäumen, deren sich selbst der hütete Dörfbader schämen müßte. Denn auch im kleinsten Dorfe verlangt man heutzutage vom Balbierer ein gewisses Mindestmaß Von Reinlichkeit Ein Beispiel für viele, wie uns die jüdischnationalen Gtralshüter der jüdischen Ehre einseifen wollten: Sie setzten am Samstag vor der Wahl die an anderer Stelle Im genauen Wortlaut wiedergegebenen Flugzettel in Umlauf; in denen es u. a. hieß: ' ' Wenn Ihr für die' zionistische Liste agitiert' und sie wählt, dann kommen die POLNISCHEN und BÜKO- WINAER in der Wiener Kultusgemelnde zur Macht! Wisset Ihr, daß dann kein Bodenständiger auch nur einen Groschen Unterstützung erhält. Die gelehrige« Schüler der Nazipropagandisten übersehe« zu ihrem Schaden die Tatsache, daß die „Union-Juden" Menschen sind, die mit Verstand und Ueberiegung ihre Wahl treffen .und daher solche phimpe Täuschungsmanöver zu durchschauen vermögen, weshalb ihnen Herr Stricker „Unwiss^ei^;Peicijgffinlgkdt^PAd Feigheit" vorwirft Nun,''"wir" w^Ue»--d^ Jüdischnationalen, die den Juden mit offenen Augen Wi ss en