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Die Wahrheit · 1936-10-30 · Heft 45 (30.10.1936) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 45 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 45 — 30. Oktober 1936 DIE WAHRHEIT Jüdische Kaufleute! Zahlt Ihr weniger Steuern als die nichtjüdischen Kaufleute? Tragt Ihr weniger zum Aufbau dieses Staates bei als die andern? Verdient Ihr kein besseres Los als dank den Jüdisdinationalen unter Fremdenredit gestellt zu werden? Denn Minderheitsrecht ist I p-fx y^V"^ {"A /^N y% f** r*^j" 1 < Oastrecht und Gastrecht ist I I C5l I I d II CUI IL! ®as Multuswahlpro&ramm der „Union 1. Einhaltung des Wirkungskreises des Kultusvorstandes nach Maßgabe des Gesetzes vom Jahre 1890 (Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Mitglieder der Gemeinde und Erhaltung und Förderung der diesem Zwecke dienenden Anstalten und Einrichtungen), daher unbedingte Ausschaltung jeglicher Politik aus der Kultusstube, dies insbesondere auch mit Rücksicht auf den gesetzlichen Zwangscharakter der Kultusgemeinde, nach welchem jeder in Wien wohnende Jude Angehöriger der Kultusgemeinde sein muß. 2. Ideelle und materielle Mithilfe bei dem Aufbauwerk in Palästina für Glaubensgenossen, die in ihren Heimatländern nicht bleiben können oder wollen. Förderung jeder sich bietenden Gelegenheit, solche Juden unter günstigen Verhältnissen auch anderwärts anzusiedeln. Ablehnung jeder dem Aufbauwerk und den jüdischen Siedlungen schädlichen jüdischnationalen Politik. Wer ist ein Naumannjude? Wer in der jüdischen Politik den Mächtigen nach dem Mund redet, wer sich ihnen anbiedert ohne Rücksicht auf das Wohl der Juden! 3. Pflege des Gedankens der Schicksalsverbundetiheit aller Juden und somit Fortführung der alten Tradition der „Union", die sich in den fünfzig Jahren ihres Bestandes immer wieder mit gleicher Energie unterschiedslos aller Juden, insbesondere unserer östlichen Glaubensbrüder angenommen hat. 4. Gleichmäßige Berücksichtigung der religiösen Bedürfnisse der einzelnen Riten und Gruppen der in Wien wohnenden Glaubensgenossen unter besonderer Beachtung der religiösen Bedürfnisse der Orthodoxie. Ausreichende Subventionierung der bestehenden Tempelvereiue und Bethäuser, um die trotz alier Sparsamkeit zwangsläufig sich ergebende Defizitwirtschaft derselben endlich zu beseitigen und die überaus peinlichen Bittgänge der Tempelvorstände zur Kultusgemeinde zu ersparen. Rigorose Prüfung des Lokalbedarfes bei Subventionierung von bestehenden, sowie bei Bewilligung von neueinzurichtenden Minjanim. 5. Reform des von der Kultusgemeinde beeinflußten Schulunterrichtes bei Vertiefung der Erziehung in religiösem und nicht nationalem Sinne unter besonderer Berücksichtigung der zukünftigen wirtschaftlichen Betätigung in Oesterreich. Förderung der Berufsumschichtung, beginnend bei der Schuljugend. Förderung des Eintrittes der jüdischen Jugend in öffentliche und private gewerbliche, handwerksmäßige und landwirtschaftliche Schulen. Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes, insbesondere in Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft. Stellung der jüdischen Jugendorganisationen unter die Führung der öffentlichen staatlichen Jugendeinrichtungen. 6. Durchgreifende Reform der Fürsorge. Reorganisation der sozialen Anstalten der Kultusgemeinde zwecks Verbilligung der Gebühren. Vergrößerung des Spitals der Israelitischen Kultusgemeinde unter Förderung seiner Eignung zum wissenschaftlichen Institut und zür Lehrstätte für jüdische Studierende und Aerzte. Ausgestaltung des Altersheimes. Bevorzugung der Wiener und Wer heute in Osterreich für eine nationale, jüdische, abgesonderte Volksgemeinde eintritt, österreichischen Juden bei der unentgeltlichen Aufnahme in Spital und Altersheim und den sonstigen Fürsorgeeinrichtungen der Kultusgemeinde unter sonst gleichen Voraussetzungen. Förderung der produktiven Fürsorgetätigkeit durch Schaffung und Subventionierung von Genossenschaften der Produktion, des Handels, des Konsum- und Kreditwesens. Bruch mit dem bisherigen Prinzip der Fürsorgetätigkeit durch Almosen. Beschränkung der Zuwendung von geldlichen Unterstützungen auf Kranke, Sieche und sonst Erwerbsunfähige oder trotz Erwerbswillens und Erwerbsfähigkeit unverschuldet Arbeitslose. Unterbringung jüdischer Lehrlinge bei Handwerkern und Gewerbetreibenden. Ausbau einer der wirtschaftlichen Not angepaßten jüdischen Stellenvermittlung und Einflußnahme auf die öffentlichen Stellenvermittlungen zugunsten arbeitsloser Glaubensgenossen. Ausbau der periodischen Rentenbezüge an alte, erwerbsunfähige Glaubensbrüder. Bezirksweise Dezentralisation des Fürsorgewesens, das trotzdem nach einheitlichen Grundsätzen von der Fürsorgezentrale zu leiten ist. 7. Reform der allgemeinen Verwaltung, insbesondere des Steuerwesens. Vereinfachung des Steuerwesens zwecks Verbilligung des teueren Steuerapparates. Abschaffung der Willkür bei der Besteuerung und bei der Entscheidung über Rechtsmittel. Die Grundlage der Besteuerung soll die Bemessung der Einkommensteuer durch die staatlichen Steuerbehörden sein. Revision der Trauungs- und Begräbnistaxen. Ausschaltung der Eigenmächtigkeiten bei Bemessung derselben. 8. Abänderung des Statutes der Kultusgemeinde, und zwar: Schaffung von Vorsorgen zur Verhinderung von parteiischen Maßnahmen in Personalangelegenheiten und bei Verleihung' von Subventionen. Verhinderung des Mißbrauches der Verwendung von öffentlichen Mitteln für Parteizwecke. Ausschluß von Kultusvorstehern von besoldeten Beamtenstellen während der Dauer der Funktionsperiode und für eine Reihe von Jahren nach Erlöschen derselben. Obligatorische Verpflichtung zur öffentlichen Ausschreibung von allen zur Besetzung gelangenden Aerzte-, Beamten-, Rabbiner- und Kantorenstellen etc. der redet den Mächtigen nach dem Mund, biedert sich ihnen an ohne Rücksicht auf das Wohl der Juden — Der ist ein Naumanniude! 9. Neuregelung des Lieferungswesens, Ausschaltung jeder Möglichkeit der Protektion durch strenge Beachtung der allgemeinen Bestimmungen für öffentliche Ausschreibungen. Acjii€klioii$lok£kle der „Union ösiermdiisdier Juden". i. Cafe Ankerhof, Lichtensteg 4, U 28-5-10 Restaurant. Vorlaufstraße 2 Cafe Savoy, Himmelpfortgasse 27. R-22001 Cafe Altes Rathaus, Wipplingerstr. 24/26, U 27-4-84 II. Cafe Stephanie (vorm. Guth), Hollandstraße 14. R 46-5-57 Josef Lok, Kl. Sperlgasse 5 Milchhalle Deutsch, Herminengasse 10 Gasthaus Lazar, Ecke Schiffamtsgasse und Franz Hochedlingergasse Gasthaus Meixner. Untere Augartejistraße 27, A 49-0-36 Cafe Nizza, Heinestraße 2, R 40-5-76 Cafe Kaiser Joseph, Heinestraße 25, R 43-4-84 Cafe Freiwirth, Praterstraße 11, R 45-0-70 Cafe Dogenhof. Praterstraße, R 43-2-50 Cafe Karl Heiß. Stuwerstraße 13, R 41-2-50 Cafe Schüttelhof, Schüttelstraße 67, B 57-2-46 III. Cafe Residenz, vorm. Ilion, Löweng. 39, U 17-4-15 Restaurant Johanna Högl, Khmschgasse 16 IV. Cafe Nistler, Margaretenstraße 32, A 37-0-63 Cafe Menzl, Südtirolerplatz 4, U 42-4-10 Cafe Theresianum, Favoritenstr. 28. U 40-4-40 «■ V. Gasthaus Kasper, Schloßgasse 21 Gasthaus Wilfinger, Reinprechtsdorferstraße 65, B 23-4-39 Cafe Rotter, Wiedner Hauptstraße 106, A 33-4-23 X. Gasthaus. Otto Frey, Humboldtgasse 29 VI. Cafe Mariahilf, Mariahilferstraße 89a, B 22-3-31. B 29-4-69, B 27-2-37 Gasthaus Mrvka, Magdalenenstraße 17, B 26-1-97 VII. Cafe Balkan, Zieglergasse 1, B 30-0-52 Restaurant Andreashof, Andreasgasse 2, B 30-5-52 Cafe Kandlhof, Kaiserstraße 61, B 37-2-59 Cafe, Elsahof, Neubaugasse 25, B 39-5-90 VIII. Etablissement Mary Neumann, Zeltg. 1, B 43-7-78 Cafe Philipp Steiner, Hebragasse 4, A 27-4-77 IX. Cafe City, Porzellangasse 1, A 18-4-28, A 18-4-29 Cafe Bauernfeld, Liechtensteinstraße 42, A 17-2-54 Cafe Zentrum, Rotenlöwengasse 7, A 16-2-77 Cafe Ruthmayr, Kolingasse 14, A 19-5-18 Cafe Kolosseum, Nußdorf erstraße 6, A 18-1-44 Wein- und Bierhaus Josefine Neil, Alserstraße 22, Eingang Pelikangasse 2, B 43-0-14 XII. Weinhalle Heinrich Frieß, Schönbrunnerstraße Nr. 186, R 36001 XIII. Anton Schenk, Ottakringer Bräu, Auhofstraße 1, A 51-5-14 Hans Gintersdorfer, Restaurant .,Zur Weintraube". Hütteldorferstraße 100 XIV.-XV. Cafe Maschek, Kardinal Ranscherpl. 7, U 3S-5-22 Cafe Degenhairt, Sechshauserstraße 11, R 31-2-S4 XVI. Gasthaus Franz Honzak, Hubergasse 10 XVII. Hans Hink, Hernalser Hauptstraße 132, B 44-3-3S Josef Qruber, Jörgerstraße 52 XVIII. Ludwig Hannakam, Gasthaus „Zum goldenen , Lamm", Schopenhauerstraße 40 XIX. Gasthaus Josef Nemeth, Würthgasse 12, B 13-6-9S (Fortsetzung der Liste der Agitationslokale Seite 5 unten)

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