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Die Wahrheit · 1936-10-08 · Heft 42 (8.10.1936) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 42 (8.10.1936)
Date
1936-10-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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;DIE WAHRHEIT Nr. 42 — 8. Oktober 1936 Seite TTIK SPilNII&l ^IDCNHSCIHII JUPi;T ZUflM ÄtflPiÄy PI Mi in flucwaffbi §w V v l mjfä$Mm ^sä, eatiaftil uaIt:<^iK»^tt..t JU £-4liM urO aiji'^v^^ tu » ail; latü iTciir-r^j':;'^ llSlSSS^F^Jv^ ^^f^y-".'^■^•j jly NAME DES SPENDERS:. RJÜ SFLNKN IM BEILAGE VOM 1 i3-n.üN AUFW'AJfS tFHAU CtR S*ENCi.3 EINE DAr-KE KASIt OES STAAISSCKliETASS KU LANDE' VERIEiilCU.NO AIS £.'.VFAKCSEESTATiGLiK i i! : 1 j i ' HIER IST DER GESPENDETE I BETRAG ' fc IN GEWÖHNLICHEN . BRIEFMARKEN i . AUf2UUSIlN, 2n daa Bunöesmtmftertum für iCanuesüerteiuigung (Slitäulptnät} IDi'ßtt t, Stubenring 1 i i! '! i < i j j j s i SPENDEN VON 5 SCHILLING AUFW. i SIND MITTELS ERLAGSCHEINES AUF j DAS FL!EGERSPENDEN-SAMMELj KONTO NR. 740CO EINZUZAHLEN i DIE SPESTBEWKAETi: Der Völkerbund rührt sich nicht. Wie gemeldet, haben sich zehn große europäische und amerikanische jüdische und nichtjüdische Organisationen zusammengetan, um an den Völkerbund zu appellieren uud die Vollversammlung des Völkerbundes zu veranlassen, sich der der Vernichtung preisgegebenen deutschen Juden anzunehmen. Die Petition lehnt sich auf das engste an dem Brief an, den der ehemalige Hochkommissar für die deutschen Flüchtlinge James Q. MacDonald bei seiner Demission an den Völkerbund gerichtet hat. Die Führer der Verbände wurden am 29. September abends vom Präsidenten des Völkerbundes empfangen, dem sie persönlich die Petition überreichten. Ein Hauptabschnitt in der Petition lautet: „Die deutsche nationalsozialistische Regierung kann, um die Berechtigung dieses Schrittes der internationalen Oeffentlichkeit bezüglich der Diskriminierungen urad Verfolgungen in Zweifel zu ziehen, nicht einwenden, daß es sich um eine .innere Gesetzgebung4 oder um Hoheitsrechte handelt Der Völkerbund hat die Macht und Kompetenz, um diese Frage von Grund auf zu behandeln, und zwar nicht nur aus Gründen der Menschlichkeit, sondern auch, weil die Taten und die Gesetze der deutschen nationalsozialistischen Regierung unmittelbare Auswirkungen haben, die die territoriale Souveränität der anderen Staaten berühren und gleichzeitig eine Verletzung ihrer Rechte darstellen und so Verpflichtungen und Verbindlichkeiten des internationalen Rechtes brechen." Die Delegation wurde vom Präsidenten des Flüchtlmgshilfskomitees in Brüssel Professor Dr. Max Gottschalk geführt Präsident Dr. Lamas erinnerte an die große Anteilnahme des Völkerbundes an dem Schicksal der Flüchtlinge und sprach sich insbesondere sehr lobend über die Arbeit des früheren) Hochkommissars James G. MacDonald aus. Präsident Lamas fuhr dann fort: Das Werk des Völkerbundes zugunsten der Deutschland-Flüchtlinge zielt in erster Linie darauf ab, eine gemeinsame Aktion der einzelnen Regierungen hinsichtlich der Unterbringung der Flüchtlinge und der Schaffung eines rechtlichen Status sür dieselben herbeizuführen, zweitens Not und Leiden der Flüchtlinge zu lindern. Diese Arbeit trägt technischen und nicht politischen Charakter. Die Mitglieder der Delegation müssen dafür Verständnis haben, daß diese Frage nicht als politische Frage auf das Tagungsprogramm der Völkerbundsversammlung und zur öffentlichen Debatte in der Versammlung gestellt werden könne, aber die Volkerbundsversammlung und ihre sechste (Porrtisene) Kommission sowie die mrt der Flüchtüngsfräge sich befassende Unter¬ Kommission suchen nach wie vor nach einer Lösung dieses Problems und widmen allen darauf bezüglichen Fragen ihre größte Aufmerksamkeit Präsident Dr. Saavedra Lamas schloß: Obwohl keine Rede davon sein könne, daß der Völkerbund bei der deutschen Regierung hinsichtlich der Position der Juden in Deutschland direkt interveniert, werde die Völkerbundsversammlung alles tun, um den Flüchtenden zu helfen; alle mit der Frage der Flüchtlinge zusammenhängenden Probleme werden einer möglichst wehgehenden Behandlung unterzogen werden. Von Vöodke zu Wodka „Das eherne Gesetz der Galuth." Die letzte Nummer der „Stimme" berichtet unter diesem Titel aus Kapstadt: „Das antisemitische Problem ist auch in Südafrika sehr ernst. Die Grünhemden-Bewegung hat heute schon das ganze südafrikanische Judentum in einen Zustand höchster Erregung und Sorge versetzt." Nach welchen ehernen Gesetzen sind eigentlich in den Pogromen der letzten sieben Jahre in Palästina mehr als 150 Juden erschlagen und mehr als 400 Juden — Kinder, Frauen und Männer — schwer verletzt worden? Die „Stimme" sollte nicht so unvorsichtig sein, sie könnte am Ende das Pech haben, ihre Leser zum Nachdenken zu bringen. 120.000 jüdische Bauern in Polen. In der gleichen Nummer der „Stimme" berichtet diese unvorsichtige Redaktion von der Tätigkeit der Jüdischen landwirtschaftlichen Gesellschaft in Polen (75 Bezirksgruppen, 15 Viehzucht- und Milch Wirtschaftskooperationen und 120.000 jüdische Bauern). Wohl weist die jüdische landwirtschaftliche Tätigkeit in den Vereinigten Staaten ganz andere, viel höhere Ziffern auf, aber schon die Schilderung dieser Verhältnisse in Polen straft die jüdischnationale Berichterstattung, die eine jüdische Landwirtschaft nur in Palästina, kennt, Lügen. Und das muß sich der Kampfgenosse Stricker bieten lassen! Das Organ der Majoritätszionisten zitiert als ungewollten Affront des Freigeistes Strickers aus einem Brief B i a 1 i k s: „Diejenigen, welche den traditionellen Festen keinen Geschmack abgewinnen können, beweisen damit, daß ihre Seele leer und ihr Inneres profan ist." Ein peinlicher faux-pas. Ein „Immer feste druff!"-Rabbiner! Daß sich Rabbiner Dr. Kanner bei seiner heurigen Rosch Haschanah-Predigt im Sofiensaal nicht von einer feschen Militärkapelle begleiten ließ, war jedenfalls ein Regiefehler der jüdischnationalen Kultusgemeinde-Leitung, die scheinbar das Versammlungsverbot durch jüdischnationale Propaganda in den Tempeln paralysieren will und . insbesondere zuläßt, daß die kleinen Bethäuser und Minjamin immer wieder für Parteizwecke mißbraucht werden. GROSSFLEISCHHAUEREI 1IEGM. KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALEi XVIII., «AHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Hellanstalten Abteilungen für Koscherfleisch unter Aufsieht das ehrw. Rabbinatss der lar. KuHusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Rabbiner Dr. Kanner erklärte den verwunderten Andächtigen, daß „der Unterschied in den Judenverfolgungen in der Galuth und in Palästina der ist, daß, obwohl hier wie dort Todesopfer zu beklagen sind, in der Galuth die Juden die Flucht ergreifen, während sie in Palästina „dem Feind entgegenstü rmen". Das Phantasiebild Dr. Kanners vom kriegerischen jüdischen Sturm gegen die Araber gehört angesichts der zahllosen verletzten und getöteten Frauen und Kindern eben zur Feiertagszulage dieses „Hurra, immer feste druff!"- Rabbinera, der im Eifer für seine derzeitigen Vorgesetzten jüdische Seelsorge mit Walhalla- Mythos verwechselt. Die Andächtigen, auch die etwa Jüdischnationalen waren nicht wenig verwundert. Klingende Argumente. Weniger blutige, aber vielleicht wirksamere Werbearbeit für den jüdischnationalen Zionismus betreiben aber die Leute, die maßgebenden Einfluß auf die Vergebung von Lieferungen der jüdischen Kultusgemeinde haben. So erhielt erst vor kurzem einer der jüdischen Gewerbetreibenden, dessen Einfluß auf seine zahlreichen, ehemals sozialdemokratischen Genossen den Jüdischnationalen bekannt ist, einen bedeutenden Auftrag .... Dr. Löwenherz weiß eben aus eigener Erfahrung, welche Argumente am besten überzeugen. Streichers Mitarbeiter. Stolz berichtet der „Jüdische Weg" des Dr. Plaschkes in seiner letzten Nummer, daß die jüdischen Kulturbünd in Deutschland „faktisch unter zionistischer (d. h. jüdischnationaler) Leitung stehen". Wer sich darüber im Klaren ist, daß die Zwangsgründung und die Zwangslinien der deutschen jüdischen „Kulturbünde" vor allem auf dem Gedankengut Streichers, nur bereichert durch jüdischnationale Ideologie, beruht, der wird dieses Triumphgeschrei der Jüdischnationalen richtig deuten können. Die Jüdischnationalen haben nämlich in Deutschland schon erreicht, was sie auch in Oesterreich jetzt mit allen Mitteln erkämpfen wollen, nämlich: Die Errichtung und erbarmungslose und diffamierende Einzäunung eines jüdischen Ghettos, als dessen Verwalter und Ausbeuter es sich (siehe Fall Löwenherz, Fall Rath usw.) ganz gut leben läßt .... Spectator. Cafe Buchsbaum, II.. Kleine Pfarrsrasse 21. veranstaltet Dienstag, den 13. d. M., um 8 Uhr abends, eine Simchas Thora-Feier. verbunden mit einer Akademie. Es wirken mit Max Brod. Laura Glücksmann. Leopold Jungwirth und die beliebte Radiokapelle Max Geiger unter persönlicher Leitung. Ein Teil des Reingewinnes fließt wohltätigem Zwecke zu. Worauf freu'n sich die Leute am Sonntag? Auf den „Morgen" mit dem „Blauen Montag"!

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