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Die Wahrheit · 1936-09-11 · Heft 38 (11.9.1936) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 38 (11.9.1936)
Date
1936-09-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 38 — 11. September 1936. Seite 3 leichtverdaulich Kunerol ist vollständig reines Fett aus Kokosnüssen, es ist nahrhaft, leicht verdaulich, unbegrenzt haltbar und kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen für den Festtagstisch verwendet werden. Das Verschlußsiegel der Packung gibt Ihnen die Gewißheit, daß Kunerol unter Aufsicht Sr. Ehrwurden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt wird. Das100%reine Kokosnußfett K13 Nur echt in Originalpackung! lonisationsmethoden durchzuführen. Es gibt eben leider genug auswanderungsbedürftige Juden für Palästina und Argentinien, Südamerika, Südafrika, Australien etc. Den gleichen Gedanken hat auch Robert W e 11 s c h in die Worte gekleidet: Es gäbe in dieser Frage nicht ein Entweder-Oder, sondern ein So w ohl-als-Auch. Nun scheint das Territorialproblem durch die Araberfrage bekräftigt. Niemand kann leugnen, daß die Besiedlung Palästinas durch die Juden für die arabische Wirtschaft von großem Nutzen gewesen ist. Die „Times" stellt in ihrem Leitartikel vom 18. Juni 1936 fest, „daß die jüdische Einwanderung ungeheuer viel zur Entwicklung des heiligen Landes von einer vernachlässigten türkischen Provinz zu einem blühenden Land beigetragen und dasselbe mit allen modernen Einrichtungen europäischer Länder ausgestattet habe". Trotzdem wird England wie bisher „w e d e r eine projüdische noch eine proarabische, 'Sondern eine englische Politik betreiben, wie sie für die Erhaltung und Festigung seines Imperiums ihm am richtigsten erscheint". (Fast mit gleichen Worten wird hier der Gedanke ausgesprochen, den die „Union österreichischer Juden" seit Jahr und Tag den jüdischnationalen Fanatikern des Judenstaates vergeblich predigt.) Ueber die Methoden, nach welchen das jüdische Kolonisationswerk in- und außerhalb Palästinas durchzuführen ist, hat der Autor Max Apt seine eigene Ansicht, die sich auf die Lehrmeinungen berühmter Gelehrter, wie Prof. Franz 0 ppenheimer, Dr. Singalowsky etc. stützt. Die Basis der jüdischen Kolonisationsarbeit muß die Landwirtschaft sein. Das tiefste Geheimnis wirtschaftswissenschaftlicher Studien bestünde daran, „daß, wer Städte schaffen will, Bauern schaffen muß". Hat man die landwirtschaftliche Basis in genügender Größe geschaffen, dann ergibt sich die Beschäftigung von Handwerkern von selbst, aber auch die freien Berufe, wie Aerzte, Chemiker, Baumeister, Ingenieure, werden zwangsläufig in steigendem Umfang in diesen Kolonien Verwendung finden. Darin ist eine scharfe Kritik der bisherigen Methoden der palästinensischen Siedlungen gelegen, die Apt in die Worte zusammenfaßt: „Hätte man diese Ideen seit Jahrzehnten bereits verwirklicht, so würden die Gelder, welche in aller Welt gesammelt werden, für produktive und dauernde Zwecke Verwendung finden, während sie bei Beibehaltung der bisherigen Methoden nicht entfernt den erwünschten Endeffekt erzielen können." \ Die Frage nach dem Territorium, auf dem die Juden kolonisieren sollen, kann nach Meinung des Verfassers nur auf Grund der Ergebnisse der Untersuchungen von Kolonisationssachverständigen festgestellt werden. Keinesfalls ist es aber richtig, aus der Tatsache, daß bei Befragung von achtzehn Staaten durch den Völkerbundkommissär Mac Donald, welches Land für eine große jüdische Kolonisation zur Verfügung gestellt werden könnte, kein Angebot erfolgte, zu schließen, daß es in Wirklichkeit kein Land für jüdische Kolonisation gebe. Der schweizerische Kolonialpolitiker Felix Moeschlin hat ausgeführt, daß es unrichtig sei, die Erde für übervölkert zu halten. Er ist der Ansicht, daß nach vorsichtigster Berechnung leben könnten: in Afrika 1500 Millionen Menschen statt 143 Millionen, in Australien 300 Millionen statt sieben Millionen, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 480 Millionen statt 125, in Kanada 160 Millionen statt zehn, in Brasilien 950 Millionen statt 44 und in Argentinien 168 Millionen statt bloß 12 Millionen. Man denke zum Beispiel daran, daß das australische Nordterritorium ein Gebiet von der zweieinhalbfachen Größe Frankreichs, mit den besten natürlichen Häfen, schiffbaren Strömen, großen zusammenhängenden fruchtbaren Ländern erst an die 3000 (!) Einwohner zählt, und Frankreich, das zweieinhalbmal kleinere Frankreich 41 Millionen Einwohner. Von jener ausgezeichnet informierten Seite, die wiederholt schon in unserem Blatte Berichte über die Situation öfer deutschen Juden veröffentlichte, erhalten wir als Ergänzung zu dem letzthin publizierten Bericht über den antijüdischen Vernichtungskampf folgende Schilderung der gegen die deutschen Juden gerichteten Diffamierungsbestrebungen, die auf allen Gebieten des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens zu konstastatieren sind. D. Red. In den letzten Wochen sind wiederholt durch die deutsche und ausländische Presse Mitteilungen über gegen die Juden gerichtete Reichsgerichtsurteile gegangen. Sie sollen hier im einzelnen nicht wiederholt werden. Erforderlich aber ist es, einmal darauf hinzuweisen, daß sich in der letzten Zeit ein tiefgreifender Wandel in der Rechtsprechung dieses höchsten deutschen Gerichtes durchgesetzt hat. Während bis dahin das Reichsgericht immer noch in gewissem Umfang ein Hort korrekter Rechtsprechung war, verwandelt es sich jetzt immer mehr in eine reine Parteiinstanz, dessen Urteile nur noch von politischen Gesichtspunkten diktiert werden. Es sei in diesem Zusammenhang nur auf das Refchsgerichtsurteil vom 11. Juni 1936 hingewiesen, in dem das Reichsge- In einem führenden englischen Blatte wurde unlängst das Verhältnis der Bevölkerungen von Kanada und Australien zu ihrem Areal a 1 s geradezu spaßhaft bezeichnet. Noch andere ähnliche Beispiele gibt Moeschlin wie British- Columbia, Venezuela, Colombia, Peru, Argentinien, Brasilien etc. Kanada hat ein Territorium von 9Vj Millionen Quadratkilometer und eine Einwohnerzahl von 10,000.000 Menschen, so daß auf jeden Quadratkilometer ein Mensch kommt. Dem gegenüber ist Europa ganzlich überfüllt, selbst England rechnet mit einer Auswanderungsziffer von 200.000 Menschen pro Jahr. Der abessinische Feldzug ist von Mussolini mit der Uebervölkerung Italiens begründet worden. Weniger durchgearbeitet sind die Vorschläge, die der Verfasser für die Realisierung dieser Pläne macht. Es wird die Errichtung einer Kolonisationszentrale, die Entsendung und Ausrüstung der erforderlichen Expeditionen und die Gründung einer Agrarbank angeregt. Ein Teil der Aufgabe wird dem Völkerbund zugewiesen. Der Verfasser selbst aber meint, daß es doch nicht richtig wäre, „zu warten, bis der Völkerbund sich zur Inangriffnahme dieser Aufgabe entschließt". Die Schrift schließt mit den beherzigenswerten Worten: „Die vorstehenden Ausführungen haben nicht den Zweck, für eine allgemeine Wanderungsbewegung Propaganda zu machen, insbesondere nicht diejenigen zur Auswanderung zu veranlassen, welche in ihren Heimatländern bleiben wollen oder können. Es sollte lediglich der Weg gezeigt werden, wie eine an sich nötig gewordene Massenabwanderung organisatorisch zu meistern ist. Es besteht auch nicht die Absicht, für ein bestimmtes Einwanderungsland Stimmung zu machen. Nur auf gesunden wirtschaftlichen Prinzipien kann der neue Kolonisationsplan verwirklicht werden. Wenn ihm auch das Zions-Ideal fehlen wird, so scheint doch die Aufgabe, Millionen wirtschaftlich entwurzelter Existenzen eine neue Lebensgrundlage zu schaffen und ein neues, körperlich und geistig gesundes Geschlecht heranzuziehen, eine genügend tragbare Idee zu sein. Durch die Bearbeitung und Kultivierung des neuen Landes wird auch dieses Land ein heiliges werden". Diese und ähnliche Pläne müssen von allen hilfsbereiten Glaubensgenossen diskutiert und bearbeitet werden; Palästina selbst wird in der nächsten Zeit kaum als Aufnahmeland für eine größere Zahl von Emigranten in Betracht kommen, denn auch dort findet das alte Wort Cavours Anwendung „Mit Bajonetten kann man Alles machen, nur nicht darauf sitzen" und im Belagerungszustand ist in einem Lande Alles möglich, nur nicht seine Kolonisation und Besiedlung. rieht in einer Ehescheidungsangelegenheit zwischen einem nationalsozialistischen Manne, Mitglied der NSDAP, und seiner bisherigen Frau feststellt, daß die Beratung der Frau durch den jüdischen Rechtsanwalt ihrer Eltern eine Ehe Verfehlung darstelle; obwohl in diesem Falle noch nicht einmal die Frau selbst den jüdischen Anwalt beauftragt hatte, sondern lediglich ihre Eltern den jüdischen Anwalt, den sie seit vielen Jahren beschäftigten, beauftragt und bezahlt hatten, wurde die Ehe vom Reichsgericht wegen dieser Eheverfehlung geschieden. Es könnte eine ganze Reihe derartiger Urteile aus der letzten Zeit angeführt werden. Hier genügt der Hinweis darauf, wie sehr den Juden in Deutschland durch die rein politisch gewordene Rechtsprechung des höchsten Gerichtes systematisch das Gefühl beigebracht wird, daß sie auf einen Rechtsschutz überhaupt nicht mehr rechnen können. In das Kapitel der politischen Rechtsprechung gehören auch die sogenannten Rassenschande-Prozesse. Kein Tag vergeht, ohne daß neue Fälle von Verurteilungen in den Zeitungen gemeldet werden. Die Urteile sind von meist barbarischer Höhe. Wo bisher niedrige Strafen für dieses Delikt der „Rassenschande" verhängt werden, genügt ein entsprechender Artikel im Die Diffamierung der deutschen Juden.

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