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Die Wahrheit · 1936-09-04 · Heft 37 (4.9.1936) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 37 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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~~ )IE WAHRHEIT Nr. 37 — 4. September 1936 Seite 7 ter- :tzt. mit •eift Jtsiber sch, igen tat nd für des irer ben, <onnur i e r lach onie imiüdietzt. der sich ^ess bedas Versind der der dem \viv eine Milieitig den itern ■fge . Es lteracke inde, mte, poliirere Kod en Trauer der ungarischen Judenschaft um Bischof Baltazar. Die Ist. Lamideskanzlei und die Pester Isr. [ultusgemeinde haben dar Familie des verstorlenen Bischofs Baltazar Beileidstele-;ramme gesandt, in denen es u. a. heißt: „Wir «trauern in dem edlen großen SeeleoMrten zu-;ammen mit seinen Gläubigen den Verkünder von Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe." Präsident fiofrat Samuel Stern nahm im Namen deff Lanieskanzlei und der Gemeinde am der Bestattung teÜ. . ] J*M Die Vorstehung der Pester Isr. Religionsjemeind'e hat in der Hauptsynagoge eine Trauerieier für den heimgegangenen Bischof veranstaltet. Das Gotteshaus war bis zum letzten Platz gefüllt. Rabbiner Dr. Siegmund Groszmann schilderte las Lebenswerk des großen Priesters und großen Menschen. Der reformierte Bischof von Debrecen, Doktor Desider Baltazar, Mitglied des Oberhauses und geistiger Führer des Liberalismus, trat bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen den Judenhaß und für gerechte Würdigung der Verdienste von Juden und Judentum um den Fortschritt der Welt ein. Aktionskomitee-Sitzung in Zürich formell beendet. Das Aktions-Comitee der Zionis fischen Organisation hat seine vom schwersten Pessimismus erfüllte Tagung in Zürich am 30. August formell beendet. In der Schlußsitzung wurde ein Budget für ökonomischen Aufbau in Palästina in der Höhe von 327.000 Pfund angenommen und beschlossen, Zweigbüros des Wirtschaftsrates in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa zu errichten; ihre Aufgabe wird es sein, mit der Zionistischen Exekutive in allen die palästinensische Judenheit betreffenden wirtschaftlichen Angelegenheiten zusammenzuarbeiten. Im Zusammenhang mit der akuten politischen Krisiis ist eine Nachberatung in der zweiten Wochenhälfte in London vorgesehen. Das Administrative Committee des nichtzionistichen Teils der Jewish Agency, dessen Tagung in Zürich vorgesehen war, wird im Hinblick auf die poitische Krise ebenfalls erst in London zusammen- :reten. Nach Verhandlungen mit den verschiedenen Partien wurde eine achtzehngliedrige permanente aolitische Kommission des A. C. mit dem sitz in Palästina gebildet; die Kommission wird las politische Department der Jewish Agency in drinrenden politischen Fräsen beraten. Das A. C. sprach die Anerkennung der von rden Grossmann und Robert Stricker geführten Judentaatspartei als „Sonderverband" aus. Das A. C. proklamierte die Errichtung des Paästina-Rettungsfonds zur Wiedergutvon nachung der durch die Unruhen im jüdirden von agen wärrden chen Wirtschaftssektor verursachten ichäden und sprach gleichzeitig in einem Manifest lie Ueberzeugung aus, daß eine Einstellung der üdischen Einwanderung wider Oesetz und (echt, wider die Versprechungen der verschiedenen mgiischen Regierungen und wider Geist und Sinn von Aandat und Balfour-Deklaration sein würde. . e n gen raufh en ipha- [on ene •Uli' Nun igen, h'uß ung Er- alle Vorl Re die 1 zu den, eten iuckfriff des amerikanischen Botschafters Jesse Sfraus. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris, esse Isidor St raus, der bekanntlich Jude ist, gibt us Gesundheitsrücksüchten seinen Posten auf. Botschafter \lesse Straus ist zu seinem jetzigen Amt am 6. Märzj 1933 von Präsident Roosevelt, mit dem ei urch persönliche Freundschaft verbunden Ist, berufen Die 'orden/ Er hat seinen Posten am 1. Juni 1933 angetreten md hat trotz seines unbefriedigenden Gesundheitszustandes bis jetz auf ihm ausgeharrt. Wiener Jüdischer Gesangverein. Es ist dem Wiener Jüdischen Gesangverein gerungen, zwei neue Verke lebender jüdischer Komponisten zu erwerben, sterspelche im Laufe der Saison zur Uraufführung gelanen. die Proben «beginnen bereits am 8. d. M., H8 Uhr bends, im Konzerthaus, Holländersaal, und laden wir angesfreudige Damen und Herren zur Mitwirkung öilichst ein. Kompromiß der Zionisten mit der Schiff schul? Gleichzeitig mit der Verlautbarung der Wahlen in den Vorstand der Kultusgemeinde wurde in den zionistischen Blättern bekanntgegeben, daß zwischen dem Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde und führenden Persönlichkeiten der Adass Jisroel eine Vereinbarung zustandegekommen wäre. Wir unterlassen jedwede Bemerkung hiezu, da die „Jüdische Presse", das Organ der Schiffschul-Orthodoxie, über diese „Vereinbarung" keine wie immer geartete Meldung gebracht, vielmehr in der vorigen Woche — vielleicht im Zusammenhange mit diesen Behauptungen — überhaupt nicht erschienen ist. Ohne derzeit die Richtigkeit dieser in den zionistischen Blättern enthaltenen Mitteilungen überprüfen zu können, verweisen wir darauf, daß die der „Union" angehörigen früheren Mitglieder des Kultusvorstandes sich stets — allerdings gegenüber der zionistischen Mehrheit vergeblich — dafür ausgesprochen haben, mit den Vertretern der Schiffschul-Orthodoxie zu unterhandeln und deren Forderungen, so weit sie berechtigt sind, zu befriedigen. Die zionistische Mehrheit hat dies stets abgelehnt. Wenn sich die in den zionistischen Blättern enthaltene Nachricht bewahrheiten sollte, dann haben sich jetzt die zionistischen Kultusvorstände reichlich spät — erst unmittelbar vor den Neuwahlen — zu der Erkenntnis durchgerungen, daß der von den früheren unionistischen Kultusvorstehern eingenommene Standpunkt der allein richtige war und ist! Wir erfahren übrigens von einer mit den Verhältnissen bei der Schiffschul-Orthodoxie vertrauten Persönlichkeit, daß der Vorstand der Adass Jisroel zu der in den zionistischen Blättern bekanntgegebenen angeblichen „Vereinbarung" überhaupt noch keine Stellung genommen hat. Semeindedkronib. Marienbad. Seit 25 Jahren versieht der Seelsorger der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Rabbiner Doktor J. Diamant, sein Amt in vorbildlicher Weise. Es gereicht dem Jubilar und der Gemeinde gleichzeitig zur Ehre, daß sich Herr Dr. Diamant durch seinen lauteren Charakter, sein konziliantes Wesen, seine liebenswürdige Hilfsbereitschaft und seinen Wohltätigkeitssrnn nicht nur bei den Angehörigen seiner Gemeinde, sondern auch bei der gesamten Bevölkerung allgemeinen Ansehens und größter Beliebtheit erfreut. Besondere Erfolge errang sich der Jubilar auf pädagogischem Ge- Pension und Restaurant TAUBER, Afabazia Erstklassige orth. koschere Küche, Zimmer mit jedem Komfort, volle Pension von 25 Lire aufw. ,. ... „ Konzertmeister Dr. Otto Kaperl empfiehlt sich als SDigefiolinlehrer vom Anfang bis zur Reife, zu Kammermslk und Konzertmitwirkung. Anfragen unter Tel. 19-8-71. Mäßiges Honorar. biete und durch seine gedankentiefen, allezeit erbauenden und aufrichtenden Predigten, die jede Woche das zahlreiche Kurpublikum anziehen, durch welche er sich die dankbare Verehrung der das schöne Gotteshaus füllenden Zuhörer erwarb. Trotzdem es sich der Jubilar in seiner Bescheidenheit verbeten, ließ es sich die Die Bedeutung der jüdischen Handelsschule für die Judenschaft und jüdische Jugend. Ungemein schwer ist der gegenwärtige Kampf des Judentums, einerseits angesichts der furchtbaren wirtschaftlichen Schwierigkeiten, anderseits hat es sich gegen die schreckliche Judenhetze und Verfolgungen zu verteidigen, Der junge Jude muß daher noch besser gerüstet ins Leben treten als sein nichtjüdischer Konkurrent Der Jude steht daher vor einem Dilemma, wenn er entscheiden soll, in welche Schule er sein Känd am besten sendet. Von ganz besonderer Wichtigkeit sind in dieser Hinsicht die Fachschulen, vor allem die Handelsschulen, da der kommerzielle Beruf für die Judenheit nach wie vor von großer Bedeutung ist. Infolgedessen ist eine jüdische rfandelsschule, Wien IL, Taborstraße 39, Tel A-45-6-57 gegründet worden. Die neugegründete jüdische Handeisschule für Knaben und Mädchen arbeitet nach dem gleichen Lehrplan wie alle anderen zweiklassigen Handelsschulen, wurde aber mit schulbehördlicher Genehmigung der spezifisch jüdischen Struktur der Schule angepaßt Am Sabbath und jüdischen Feiertagen findet kein Unterricht statt Die Leiter der Schule sowie die Lehrkräfte sind ausnahmslos Juden und kommt ihnen eine erstrangige theoretische wie praktische Qualifikation zu. Die jüdischen Eitern, die ihre Kinder der neuen Anstalt anvertrauen, nützen dadurch nicht nur diesen selbst in geistiger und materieller Hinsicht sondern auch dem gesamten Judentum, indem sie mithelfen, einen jüdischen Nachwuchs zu schaffen. Es werden auch Sonderkurse aller Art für Knaben und Mädchen. Herren und Damen abgehalten werden. Zu bemerken wäre noch, daß die Direktion der Lehranstalt nach Absolvierung der Schule für baldige Anstellung sorgt schmncbnng yob Ciniten and Gräbern LeopoIdDeutsch,HienXl. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhoi I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhor IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kulturen Gemeinde nicht nehmen, ihrem Seelsorger beim letzten Sabbatgottesdienst die wohlverdiente Ehrung entgegenzubringen. In dem mit Blumen und Girlanden reich geschmückten Gotteshause wurde der Jubilar zur Thora gerufen und das Vorstandsmitglied Herr J. U. Doktor Kohn-Schanzer feierte den Seelsorger in einer ergreifenden Ansprache, in welcher er die großen Verdienste hervorhob, die den Jubilar zu einem vorbildlichen Priester stempeln. In seiner darauffolgenden Predigt dankte der Herr Rabbiner für diese Ehrung, warf einen Rückblick auf seine 25jährige Wirksamkeit und erbat den Segen Gottes für seine Gemeinde. Zahlreiche Gratulanten seitens der Kultusgemeinde, die ihm ein Ehrengeschenk überreichte, seitens des Kurpublikums, der Stadtgemeinde, des Bürgermeisteramtes, der gesamten Geistlichkeit mit dem hochwürdigen Dechant an der Spitze, fanden sich im Hause mit ihren guten Wünschen ein. Möge es dem Jubilar beschieden sein, noch viele Freudenfeste begehen zu dürfen. Gin Kurgast Trauerfeier für Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang in Nikolsburg. Sonntag, den 23. v. M. veranstaltete die Nikolsburger Kultusgemeinde zum ehrenden Angedenken des verblichenen Wiener Oberrabbinera Dr. David Feuchtwang, der hier geboren ist und elf Jahre das geistige Oberhaupt dieser altehrwürdigen Kehilla war, einen solennen Trauergottesdienst in der Altschulsynagoge. Der Tempelieier ging im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Trauersitzung voran, bei der Herr Dr. Richard Teltseher als Obmann der Verwaltungskommission die Delegierten sämtlicher Vereine begrüßte, insbesondere den Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Staatrat Dr. Desider Friedmann, und in wenigen markanten Worten d'io Bedeutung des verblichenen Oberrabbiners würdigte, vor allem die treue Anhänglichkeit und innige Verbundenheit Dr. Feuchtwangs mit Nikolsburg, der ersten Stätte serner rabbinischen Wirksamkeit, hervorhob. Der Vorsitzende schloß die Trauerkundgebung mit den bezeichnenden Worten: „So wollen auch wir ihm efin treues Gedenken bewahren und ihn zugesellen der Reihe der großen Rabbiner und Lehrer unserer alten und heiligen Gemeinde." Hierauf folgte der Trauergottesdiensr, der vom Oberkantor Herrn Adolf H e 11 m a n n in stimmungsvoller Weise mit dem Vortrage eines Trauerpsalmes eröffnet wurde. Dann folgte die form- und gedankenvollendete Rede des Herrn Rabbiners Dr. Alirea W i 11 m a n n, der das Lebensbild des Verklärten zeichnete. Herr Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, so führte der Redner aus, war eine anerkannte Persönlichkeit von Format und Rang, ein Führer von hohen sittlichen Qualitäten, ein mutiger und unentwegter Kämpfer und Apologet iür die Ehre des Judentums, ein Mann der jüdischen Wissenschaft, der auf der Höhe der Zeitbildung stand, ein Mensch, der hohe Geistesgaben mit einem guten und edlen Herzen verband. Allezeit war Dr. Feuchtwang von dem Bemühen geleitet, seiner Gemeinde ein vorbildlicher Führer, ein treuer Berater und ein gewissenhafter Lehrer zu sein. Seine größte Stärke lag in seinem Wirken als Kanzel redner. Ein Meister des Wortes, beherrschte er alle Register rhetorischer Kunst die aber allezeit dem hohen Zwecke und der guten Sache zu dienen hatten. Die Begeisternngsfähigkeit und das Feuer der Jugend hatte der Verblichene sich bis in seine letzten Lebenstage bewahrt und den Jahren nach ein Greis, war er in geistiger Beziehung ein Jüngling geblieben. Darum hinterläßt das unerwartete Hinscheiden Dr. Feuchtwangs eine klaffende, nur schwer ausfüllbare Lücke. Auch der Nikolsburger Rabbiner gedachte am Schlüsse serner Trauerrede der innigen Hetmatsliebe des Verstorbenen, seiner treuen Anhänglichkeit für die Stätte, an der sein großer Vater Dr. Meir Feuchtwang s. A. 27 Jahre segensreich gewirkt hat. Dio gedankenvolle Rede übte auf alle Anwesenden eine mächtige Wirkung aus. Hierauf stimmte Herr Oberkantor Adolf H e 11 m a n n in ergreifender Weise das „El mole rachamim" an, worauf Herr Rabbiner Doktor Alfred W i 11 m a n n das Kaddischgebet verrichtete. Die Trauerieier um den großen Sohn unserer Gemeinde hinterließ bei allen Nikoisburgern einen nachhaltigen Eindruck. Secher Zaddik Irwrocho! Spektator. S. Bucbsbaum — 30 Jahre Cafetier. Der in weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung wegen seiner Wohltätigkeit bestbekannte Cafetier S. Buchsbaum ist nunmehr 30 Jahre mit größtem Erfolg in seiner Branche tätig. Aus diesem Anlasse hat er sich entschlossen, sein Kaffeehaus in der Großen Sperlgasse 21 vollständig zu renovieren. Die Eröffnung des neu renovierten Lokales wird am 19. d. M. erfolgen. Bemerkenswert ist, daß Herr Buchsbaum ausschließlich jüdische Gewerbetreibende und Handwerker arbeiten läßt Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann T u c h n e r (siehe Inserat!) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, diese antiquarisch zu sehr ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbücherei eröffnet Gebühr 10 g pro Tag. Keine Nebengebühren i Für Anfragen Telephon R 41-4-20.

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