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Die Wahrheit · 1936-09-04 · Heft 37 (4.9.1936) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 37 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 37 — 4. September 1936 DIE WAHRHEIT )IE wah: Herr Dr. Tschadesch hetzt! Herr Dr. Viktor Tschadesch, der von uns wiederholt erwähnte Präsident des „V e rbandes deutsch-arischer Rechtsanwälte Oesterreichs", kündigte vor einigen Tagen das Erscheinen des „Vormerk- Zeitweisers" seines Verbandes auch in der amtlichen „W i e n e r Zeitung" an, der jetzt vorliegt und Anlaß zu einigen gewiß nicht unwichtigem Bemerkungen gibt Das „Werk" präsentiert sich als ein Diarium — etwa in der Art des „Krakauer Kalenders" — und enthält außer Gebührentafeln und Tabellen als bemerkenswertesten Teil ein Verzeichnis der Verbandsmitglieder. Es ist da außer „deutsch-arischen" Anwälten aus den Bundesländern eine Reihe von Wiener Anwälten mit Adresse und Telephonnummer aufgenommen, von denen einige dem Ausschuß der Kammer der Rechtsanwälte Wiens und andere dem Disziplinarrat der Kammer angehören. Die Kammer gegen Anwaltsreklame. Es muß angenommen werden, daß die in dieser Liste aufscheinenden Anwälte ohne ihren Willen und ihr Wissen in das Verzeichnis aufgenommen wurden. Denn in der Manzscheni Ausgabe der Rechtsanwalt so rdnung (herausgegeben vom Sektionschef des Justizministeriums Doktor H e r r m a n n) ist auf Seite 94 folgender Beschluß des Ausschusses der Wiener Anwaltskammer festgehalten (dem eben einige auf der Liste genannte Herren angehören): „Der Ausschuß der Kammer der Rechtsanwälte Wiens erachtet die Aufnahme des Namens in Werken von Adreßbuchcharakter, die nur eine beschränkte Anzahl von Anwaltsadressen anführen, sowie jede andere Art von Anbietung (Reklame) für standeswidrig." Vor allem ist die Aufnahme der Namen des ersten und des zweiten Präsidenten der Kammer zu beanständen, da diese ja, wie wir in unserer letzten Nummer gemeldet haben, mit mehreren Ausschußmitgliedern und anderen angesehenen Anwälten, die ebenfalls in dem vorliegenden Verzeichnis noch vorkommen, bereits aus dem Verbände ausgeschieden sind. Wer ist „deutsch-arisch"? Unter den Wiener „deutsch-arischen" Rechtsanwälten in Doktor Viktor Tschadesch' „Zeitweiser" finden sich u. a. ein Anwalt, der seinerzeit zu den Vorkämpfern der Freien Schule zählte, ein ehemaliger Sozialdemokrat, ein Ukrainer, ein Prokurist einer durchaus nicht deutsch-arischen Seidenfinna, ein Anwalt, der immer wieder in die Lage kommt, von jüdischen Komponisten, Musikern und Autoren — Honorare entgegenzunehmen — und wie schon gesagt, mehrere Mitglieder des Disziplinarrates und des Ausschusses der Wiener Kammer. Dr. Viktor Tschadesch hat den Anwälten, die in seinem „Zeitweiser" aufscheinen, mit seiner Publikation sicher keinen Gefallen erwiesem, die von der Kammer selbst als standeswidrig bezeichnet wurde. An den Advokaten, denen diese sicher unerwünschte „Ehrung" widerfahren ist und an der Anwaltskammer sollte es nun liegen, sich gegen diese Beeinträchtigung ihrer Standesreputation zur Wehr zu setzen, der Dr. Tschadesch dieser Tage gleich eine zweite folgen ließ. Zwei Tage vor der feierlichen Eröffnung des Wiener Internationalen Anwaltskongresses durch den Herrn Bundesminister für Justiz und die Spitzen der Behörden hat Herr Dr. Tschadesch einen Schlag gegen den Kongreß versucht, der in breitesten Anwaltskreisen als unerhörter Sabotageakt gekennzeichnet wird. Während sich in Wien eben die Vertreter der Anwaltschaft aus allen Ländern versammeln, Moderne Privatvolksschule Hiebst Mariahilferetrafle (9 Uhr Schulbeginn). % Halb-nnd Vollinternat. MnchnittaflStieiin ftr Mittel-, Haupt- und Volksschüler ■MCTWmagSlieHn (Nachtäte, Sprachen. Sport, Musik.) Anmeldungen: Or. IRENE WURMFELD, Wien VII., Zieglergasse 63, Telephon B 39-1-21 L hat Dr. Tschadesch ein P a m p h 1 e t an die Anwaltschaft versendet, das in, gelinde gesagt, unakademischem Ton die Advokatenschaft auffordert, dem Kongreß fernzubleib e n. „International" .jüdisch". Dr. Tschadesch stellt die .These auf, daß alles, was sich „international" nennt, schon durch diese Bezeichnung als jüdisch oder jüdisch beeinflußt zu erkennen sei. „Wir wissen nicht", heißt es in dem Wisch, „was wir mit den jüdischen Anwälten zu besprechen haben und sehen keine Notwendigkeit, uns mit ihnen an den Tisch zu setzen." Dr. Tschadesch begreift sicher nicht, zu welchem Ruhm er dem Judentum verhelfen will, den es leider nicht beanspruchen kann, wenn er internationale Wissenschaft mit jüdischer gleichsetzt. Dr. Tschadesch wirft die Frage auf, was mit diesem Kongreß „bezweckt" werde, und greift auch den früheren Präsidenten der Rechtsanwaltskammer an, der beim Kongreß ein Referat über Zivilprozeßfragen halten wird. Ein Attentat auf Oesterreich und Wien. Dieses Rundschreiben des Dr. Tschadesch, das so ziemlich an) alle Wiener Anwälte ergangen ist. wird in der Oeffentlichkeit als Attentat auf die IntereVsen Oesterreichs und Wiens gewertet werden. Oesterreich betrachtet es als eine Ehre für das ganze Land, daß die führenden Vertreter des internationalen Barreaus Wien als Stätte ihrer großen wissenschaftlichen Tagung eirwählt haben, und alle maßgebenden Stellen haben dem Kongreß jede Förderung angedeihen lassen1, nur Dr. Tschadesch hetzt . . . Unvermindeter arabischer Terror m Palästina. Zur gleichen Zeit, da man allgemein in Palästina eine Beendigung der Unruhen auf Grund des eine Kapitulation vor den Arabern bedeutenden Abkommens zwischen der Palästina-Regierung und den arabischen Führern erwartete, flammte dei Terror erneut auf. Ein Autobus, der am Freitag aus Kirjat Anawim nach Jerusalem fuhr, wurde aus dem Hinterhalt beschossen1. Dar 19jährige, in Palästina geborene David Nischri wurde getötet, der 22jährige, aus Polen stammende Student der Hebräischen Universität Jacob Janowski und der Student David Karasse wurden verwundet. Die Beerdigung Nischris fand am Nachmittag in Jerusalem statt. Als der Autobus bei dem im Jerusalemer Stadtzentrum gelegenen Hadassa-Krankenhaus ankam, zogen zwei Araber Revolver hervor und feuerten. Einer von ihnen wurde durch Zufall von dem an- Die besten Eisen Wmsl-ififlSeltaE 3 mal täglich frisch bei Wies II., Praterstrafie 33 Unter Aufsicht des Rabbinates der Adas-Jisroel-(Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten. Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. deren angeschossen. Der flüchtende Araber und ein Jude, der ihn verfolgte, wurden verhaftet. Etwas später explodierte beim Kommando der Kgl. Luftstreitkräfte, nicht weit vom Hadassa- Krankenhaus, eine Bombe, ohne Schaden anzurichten. Nach einer halben Stunde schoß ein Araber in der Jaffastraße auf eine jüdische Frau, verfehlte jedoch sein Ziel und verwundete einen vorbeigehenden Araber. Der Attentäter und sein Begleiter ergriffen die Flucht, wurden jedoch von Juden eingeholt und verprügelt. Sie wurden in das Gefängniskrankenhau« gebracht. In einem am Nachmittag ausgegebenen amtliche Communique wird mitgeteilt, daß in der Prophetenstraße in Jerusalem eine jüdische Frau bei der Explosion einer Bombe leicht verwundet wurde. In derselben Straße ist auch ein Araber verwundet worden. Später wurden in der Jaffastraße vier Araber angeschossen, einer von ihnen getötet. Drei Araber, heißt es in dem Communique, wurden von Juden verprügelt, weil sie für die Angreifer gehalten wurden. Sie wurden jedoch von einem jüdischen Polizisten in Sicherheit gebracht. In der Friedensstraße in Tiberias sind Sonntag vier Kinder durch die Explosion einer Bombe verwundet worden, der achtjährige Elijahu Abu und sein siebenjähriger Bruder schwer, der zehnjährige Raphael Grabli und seine sechsjährige Schwester leicht. Bei einer Auseinandersetzung über Weiderechte wurde ein jüdischer Wächter aus Kfar Chassidim von einem arabischen Hirten niedergestochen. Sein Zustand ist ernst. Wie das Wochenende, verlief auch der Beginn der Woche sehr blutig. Der 32jährige jüdische Chauffeur Joseph A w n e r wurde, als er sein Taxi von Petach Tikwa nach Tel Aviv steuerte, dicht bei der deutschen Kolonie Sarona aus dem Hinterhalt durch ein Dum- Dum-Geschoß getötet. Drei von den jüdischen Passagieren des Autos wurden verletzt. Awner ist der 83. jüdische Tote seit Beginn der Unruhen. Drei junge Juden wurden, als sie sich zum Wachdienst in die Mädchenfarm bei Ness Ziona begaben, aus dem Hinterhalt beschossen und verletzt. Sie wurden in das Hadassa-Hospital in Tel Aviv gebracht. Die Verletzungen des 23jährigen Mosche Schechter sind sehr schwerer Natur; schwer verletzt wurde der 29jährige Mordechai Takpal, leicht verletzt der 17jährige Mosche Makaitam. In der Nacht zum Montag wurden aus dem Hinterhalt auf die äußeren Viertel! von Tel Aviv zahlreiche Schüsse abgegeben. In Jaffa griff eine große Araberbande in der Nacht Polizei und Mili tär mit Bomben und Gewehrfeuer an. Gleichzeitig revoltierte die arabische Bevölkerung gegen den Belagerungszustand, indem sie aus den Fenstern Haushaltsgegenstände und allerlei Wurfge^ schoße auf die Militärpatrouillen schleuderten. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Eine hundertköpfige arabische Bande unter nahm in der Nacht eine überraschende Attacke auf die jüdische Kolonie D a 1 h e m i a. Die Bande, die von den Höhen auf die Kolonie niederstürmte, wurde von den jüdischen Wächtern und Hilfspolizisten aufgehalten und zurückgetrieben. Mehrere jüdische Kolonien in der Sharon-Ebene wurden ebenfalls in der Nacht angegriffen. Arabische Vandalen fügten den jüdischen Kolonien wiederum schweren Schaden durch Baumfrevel zu. Auf einer Fläche von 300 Dunam zwischen Raanana und Hulda wurden über 12.000 Zitrusbäume ausgerissen. Die von einem arabischen Wächter überwachten Plantagen werden von der Jachin-Organisation für auswärtige Eigentümer bearbeitet. In Gan Hadar wurden 5000 Zitrusbäume ausgerissen. Die arabischen Terroristen unnachgiebig Die Führer der arabischen Guerilla-Banden hielten i-n den Bergen eine Versammlung ab und sandten daraufhin eine Botschaft an die arabischen Führer in Jerusalem, in welcher sie emphatisch jedes Abkommen oder jede Kon Zession, die nicht eine vollkommene Erfüllung der arabischen Forderungen zum Inhalt haben, zurückweisen Botschaft wurde während der Gespräche Nun* Paschas mit den arabischen Führern empfangen. Der Oberste Arabische Ausschu hat dagegen einstimmig die Vermittlung Nuri Paschas angenommen. In der Erklärung des Ausschusses wird gesagt, daß er seine Vollmachten in die Hand des des Iraks gelegt habe, um auf Grund seiner Vorschläge die Verhandlungen mit der englischen Re gierung zu beendigen. Gleichzeitig werden die Araber aufgefordert, alle Gewalttaten zu unterlassen und den Streik zu beenden, welcher Aufforderung die Terroristen, wie Nachrichten beweisen, bisher nicht'Folge leisteten, Trauer Die Is 'ultusgeme lenen B ramme g< je trauern sammen m Wahrheit, iofrat Sar ieskanzlei teil. Die V;emeind'e. ] ieier für d( Das Gotte: Rabbiner 1 las Leben: Menschen. Der n tor Deside und geistii jeder sich ludenh; jung de Judentt Welt ein Außenministers Reiche im en. die Pr bends, jm angesfreud öilichst eii Aktion Das sehen O i sten Pes 30. August ein Budget der Höhe v sen, Zweigt Aviv und H mit der Zio sische Jude legenheiten Im Zu Krisis ist e Wochen] Das A chen Teils Zürich vors itische Kri :reten. Nach eien wurdi olitiscl sitz in P; las politisc renden poli Das A 1. Grossm; taatspa Das A istinai a c h u n g chen V\ c h ä d e n lie Ueberz ü d i s c h e {echt, wie] nglischen '. Aandat um lackfrifl Der B esse Isido us Gesunc charter \le; 6. März! 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