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Die Wahrheit · 1936-05-08 · Heft 20 (8.5.1936) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 20 (8.5.1936)
Date
1936-05-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 20 — 8. Mai 1936 Seite? Müllner-Tempel, IX., Grfinentorg. 13 Sonntag, den 10. Mai 1936, 7,8 Uhr abends TEMPEL-KONZERT aus Anlaß dar LAG B'OMER-FEIER unter Mitwirkung der Oberkantoren S- POSTOLOW (Müllnertempel), L. MÜLLER (Pazmanitentempel) PROGRAMM: 1. Orgel-Priludium — Prof. Ig. Feinsinger / 2. J. Löwit: Ha Towu — Ob.-Kantor Postolow (mit Chor, Orgel- und Harfenbegleitung) / 3. L. Müller: RiDönö schal Olom — Ob.-Kantor Möller (mit nannoniombegleitung) / 4. Gerowitsch: Wal jede Awodecho — Ob.-Kantor Postolow (mit Chor und Orgel) Karze 5. J. Bogel: Adagio Hysterioso für Violine, Cello, und Harfe Violine: Prof. Josef Zimbler / 6- L. Müller: Omar Rabbi Elosor — Ob.-Kantor Müller (mit Harmoniumbegleitung) 7. A. Shitomirski: Die Melodie des Rabbi für Violine, Cello und Orgel, Violine: Prof. Joaef Zimble; / 8. S. SuUer; HaUelujah Ob.-Kantor Postolow (mit Chor, Orgel und Harfe) Harmonium: Kapellmeister KURT FÜCHSGELB Cello: Prof. E. HOLLÄNDER Orgel: Prof. IG. FB1NSINGER gelehrten Mo s e s b e n M a i m o n's vertraut, die ei in. unvergleichlicher Art vorträgt, damit sowohl dem Gelehrten, wie dem Laien den hohen ethischen Inhalt dieser Lehren vermittelnd. Im März 1935 war Dr. Kaminka (mit einer Anzahl Delegierter jüdischer Gemeinden aller Länder) anläßlich der Feier des 800. Geburtstages dieses Gelehrten, als dessen bedeutender Forscher und Interpret seiner unsterblichen Werke, bei den Festlichkeiten in Spanien, anwesend, welche durch die spanische Regierung veranstaltet worden sind. Mit großer Liebe betätigt sich Herr Dr. Kaminka in dem von ihm vor zwölf Jahren gegründeten Bet ha Midrasch „Ma imo n id es-1ns t i tu t", IL, Praterstraße 11, in welchem er sowohl Bibelvorträge, als auch die Werke Maimoni's mit großer Fachkenntnis den aufmerksam lauschenden Zuhörern vermittelt. Besondert Sorgfalt verwendet Dr. Kaminka für die Vorträge, welche er jeden Sabbat hält und in welchen er auf wissenschaftlicher Basis und ennoch volkstümlich den Wochenabschnitt (im Sommer auch die Sprüche der Väter) erklärt. Er versteht es dabei, in feinster und gewählter Ausdrucksweise geistvolle Erklärungen der Midraschim, deren wunderbare Auslegungen, Gleichnisse und oit märchenhaft schönen Erzählungen, Fabeln und Legenden, immer mit Aktuellem verwoben, zu bringen. Bekanntlich hat Dr. Kaminka mehrere Jahre wissenschaftliche Vorträge in der Wiener Universität gehalten, zu welchen sich wiederholt katholische Geistliche einfanden. Auch in die Leo-Gesellschaft wurde er zur Abhaltung von Vorträgen geladen. Seit vielen Jahren entialtet Herr Dr. Kaminka als Sekretär der Israelitischen Allianz zu Wien eine segensreiche Tätigkeit, wobei er mit seinem anteilnehmenden gutem Herzen und mit vollstem Verständnis sich der verschiedenartigen Agenden annimmt, die er gewissenhaft verrichtet. An Konferenzen in Wien und als Delegierter an vielen Orten des Auslandes hat er oit teilgenommen und viel Gutes für unsere leidenden Glaubensgenossen als Publizist mit fachlichen Artikeln in in- und ausländischen Journalen und Fachschriften geleistet. Ebenso beteiligt er sich als Konsulent an der Ausübung der Fürsorge der Kultusgemeinde, insbesondere für arme jüdische Durchreisende. Zu seiner rabbinischen Tätigkeit gehört es, daß er seit vielen Jahren an den hohen Festtagen bei den von der Kultusgemeinde veranstalteten Gottesdiensten im großen Musikvereinssaal iungiert und dabei sehr inhaltsvolle Predigten hält, die von den zahlreichen Andächtigen mit großer Aufmerksamkeit angehört wurden. Ebenso ist Herr Dr. Kaminka mit der seelsorgerischen Tätigkeit im Wiener Landesgericht betraut und bemüht sich oft, das schwere Los der jüdischen Häftlinge durch seine Aussprache mit denselben und fallweise Fürsprache für dieselben zu erleichtern. | So mannigfaltig die Arbeit dieses ausgezeichneten Gelehrten ist, findet er dennoch immer auch die Zeit für hervorragende literarisch-schriftliche Tätigkeit und gerade sein segensvolles Schaffen und Wirken verleiht ihm die Kraft und Ausdauer für die Erhaltung seiner nunmehr 'Ojährigen Jugendfrische. Möge der Allgütige unseren hochgeschätzten Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit schenken, damit er sein durch keinerlei Störung getrübtes hohes Alter erreiche und sich im Kreise seiner Lieben und seiner vielen dankbaren Verehrer seiner wertvollen Errungenschaften erfreuen kann. Rudolf Kraus. * Zu Ehren des Herrn Rabbiners Dr. Armand Kaminka veranstaltet der Bethausvorstand Samstag, den 9. Mai, im Großen Leopoldstädter Tempel (H., Tempelgasse 3) einen Festgottesdienst. Beginn Uhr früh. Die Israelitische Allianz zu Wien und das „Maimonides-Institut" veranstalten Sonntag, den 10. Mai, im Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde (I., Seitenstetengasse 4) um 11 Uhr vorm. eine Festsitzung. Qemeindethwonifc. Todesfall. Am Sonntag, den 3. d. M., fand am neuen Friedhof das Leichenbegängnis der in weiten Kreisen geschätzten Frau des Rabbiners Dr. I. Drobinsky "unter großer Beteiligung statt. Der schwergebeugte Gatte verrichtete selbst tief ergriffen die vorgeschriebenen Sterbegebete und führte, begleitet von siner Familie, die geliebte Frau und treue Lebensgefährtin und Mutter seiner Kinder zur letzten Ruhestätte. Es war eine stille, aber ergreifende Leichenfeier und jeder einzelne Teilnehmer derselben empfand den Schmerz um.die von langer Krankheit erlöste edle Frau. Als Trauergäste waren erschienen: Der Präsident des Tempelvereines Schmalzhofgasse, Herr Dr. Jakob E ng e 1, Herr Vizepräsident Komm.-Rat Leopold Waller und sämtliche Herren des Vorstandes; für den Frauerverein, dem die Verblichene lange Jahre als Vorstandsdame angehörte, Frau Präsidentin Ida Wolf una Frau Dr. K n o t e k, für den Zentralvorstand der „Union österreichischer Juden" die Herren Bezirksobmänner Börserat Heinrich Popper und Nathan P o 11 a k. Von den Berufskollegen waren erschienen: Herr Oberrabbiner Dr. T a g 1 i c h t, die Herren Rabbiner Dr. B a c h, Doktor Mehret und Dr. W e i n e r sowie mehrere Kantoren. Eine große Schar von Mitgliedern des Tempelvereines Mariahilf-Neubau sowie Damen des Frauenwohltätigkeitsvereines brachten durch ihre Anwesenheit die Beliebtheit der vornehmen Verblichenen sowie die Verehrung für ihren Rabbiner zum Ausdruck. Restaurant Stefanie Ii., TaboritraB« 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, aufmerksamste Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige billige Menüs, sowie alle Spezialitäten, schöner schattiger Garten Trauung. Sonntag, den 10. Mai, 2 Uhr nachmittags, findet im Tempel, 1., Seitenstettengasse, die Trauung des Fräuleins Else Reich, Tochter des Herrn Hermann Reich, Sänger des Stadttempels und der Staatsoper, mit Herrn David Fischer statt. Joseistädter Tempelverein. Am 1°. v. M. fand im Zeremoniensaal die Generalversammlung statt. Der verdienstvolle Präsident Kom.-Rat Sigmund Feldmann begrüßte insbesondere Herrn Börsenrat Waltuch in Vertretung der Kultusgemeinde, für den Tempelverein des 9. Bezirkes Herrn Fuchs, Herrn Dr. Landau, Obmann des Verbandes der Tempelvereine und Herrn Studienrat Rabbiner Dr. Moriz Bauer. Er gedachte hierauf der Toten des abgelaufenen Jahres, und zwar des Herrn Kantors Josef Grob, des Herrn Martin Röblitz, der Frauen Henriette Bloch und Helene Forster in Wehmut und treuer Erinnerung. Anschließend erstattete der Präsident den Tätigkeitsbericht, dem wir entnehmen: An Freitag-Abenden, an den Vorabenden der Festtage und an den Festtagen selbst ist das schöne Gotteshaus von hunderten Besuchern erfüllt. Konfirmationen fanden im Jahre 1935 37, Trauungen 39 statt. Im Mai v. J. wurde ein Tempelkonzert veranstaltet, welches künstlerisch auf voller Höhe stand und großen Beifall erntete. Sogar die Tagespresse hat dieses Konzert in rühmlichster Weise erwähnt. Die geistigen Schätze des Gotteshauses erfuhren im Berichtsjahre eine Bereicherung, indem ihnen ein neues Sefer Thora samt Klee Kaudesch zugeführt wurde: die Aszeres Hadibraus sind mit einer Glühlampenumrahmung versehen worden. Von der Kultusgemeinde erhielt der Verein eine Subvention von S 9000.—. Der Bericht sagt hierzu wörtlich: Leider müssen wir aber sagen, daß dieser Betrag zu gering ist. Wie aus der Bilanz hervorgeht, mußten wir uns von den Legaten und von dem Fensterumbauionds, den unser verehrtes Vorstandsmitglied, Herr Direktor N e s 11, spendete, S 2980.— ausborgen, um unseren Verpflichtungen nachkommen zu können. Wir_ haben uns daher an die Kultusgemeinde mit der Bitte'gewandt, uns die Subvention um mindestens S 3000.—, also auf S 12.000.— zu erhöhen, gewiß kein unbescheidenes oder gar unerfüllbares Verlangen, zumal der Josefstädter Tempelverein im Verhältnis zu seiner Größe und Sitze-Anzahl der Kultusgemeinde die wenigsten Kosten bereitet. Nie- Wer gute und schöne Zähne hat, kann lachen. Aber von allein kommt das nur ganz selten. Mund und Zähno müssen vor dem Angriff der Bakterien geschützt werden, die ununterbrochen in den Mund einströmen. Kann man das wirklich? Sicherlich; nur möglichst morgens und abends mit ODOL gurgeln! Das gibt dreiiache Wirkung: irischen Atem, strahlende Zähne und Schutz vor Erkältungen. ÖDOL ist das ideale Mundpflegemittel, das mit seiner antiseptischen und keimtötenden Krait in die verborgensten Winkel der Mundhöhle eindringt und Gärungs- und Fäulnisvorgänge verhindert. Wer ODOL täglich verwendet, schützt seine Gesundheit. Schmacknnft yob Graftes una Gräbern einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhof I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhof IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kulturen mals wäre die Kultusgemeinde in der Lage, falls sie dieses Gotteshaus in eigener Regie führen würde, alle Regien mit dem uns bisher zuges/tandenen Subventionsbetrage von S 9000.— pro Jahr zu decken. Wir verlangen am Ultimo eines Monates, soferne es nötig ist, von der Kultusgemeinde den zur Bezahlung der Gehälter und anderer unumgänglich notwendigen Auslagen erforderlichen Fehlbetrag ä conto Subvention oder ä conto Darlehen. Nun wird uns in der Regel ein Abstrich von dem mit aller Genauigkeit errechneten Betrage gemacht und es bedarf oit wiederholter, zuweilen peinlicher Interventionen, um einen größeren Betrag als jenen, den die Kultusgemeinde geben will, zu erhalten. Den vollen von uns angeforderten Betrag erhalten wir nur äußerst selten. Es muß dann einmal dieses Vorstandsmitglied Geld hergeben, damit das elektrische Licht bezahlt werden kann, ein anderes Mal wieder ein anderes Vorstandsmitglied, damit die Gehalte ausbezahlt werden können. Wahrlich ein unerbaulicher Zustand, umso unerbaulicher, als die Vorstandsmitglieder einen sehr hohen Prozentsatz der in der Bilanz verzeichneten Spenden in aufopferungsvoller Weise leisten. Wir haben wohl ein Recht darauf, von der Muttergemeinde zu verlangen, daß sie uns das gibt, was wir in bescheidener Weise beanspruchen, zumal unser Tempel mit der denkbar größten Sparsamkeit verwaltet wird und wir zum Beispiele nur einen Kantor beschäftigen. Wir rechnen auch zuversichtlich aui die Erfüllung unseres Ansuchens um Erhöhung der Subvention aui mindestens S 12.000.—, da wir gegenteiligenialls eher bereit sind, die Konsequenzen zu ziehen und anderen die Geschäftsführung zu überlassen. Auch der Beitrag von S 360.— pro Jahr, den uns die Kultusgemeinde für die Bibelschule leistet, ist viel zu gering. Wenn man bedenkt, daß unser Tempel in einem Bezirke seinen Standort hat, in dem 5000 jüdische Seelen leben, muß man wohl sagen, daß S 360.— pro Jahr für die Bibelschule einen ganz ungenügenden Beitrag darstellen. Wir sind uns der Pflichten und Aufgaben, die dem Vorstande eines Tempelvereines obliegen, vollaui bewußt und haben deshalb das Bestreben, die Bibelschule auszubauen. Dazu braucht man aber Geld. Wir sehen in der Bibelschule eine äußerst wichtige Institution, um die jüdischen Kinder dem Judentume zu erhalten. Es ist eine alte Erfahrung, daß Kinder, die eine gute jüdische Ausbildung genossen haben, auch in ihrem späteren Lebensalter gute Juden bleiben, die Gotteshäuser besuchen und für alles Jüdische verständnisvolles Interesse haben, was bei Mangel einer entsprechenden religiösen Ausbildung niemals der Fall ist. Mit S 360.— im Jahre können wir bei allem Verständnisse für die prekäre finanzielle Situation der Kultusgemeinde nichts anfangen. Wir erwarten, daß uns seitens der Muttergemeinde für die Bibelschule ein Beitrag von mindestens S 120.— monatlich bewilligt wird. Herr Rabbiner Studienrat Dr. B a u e r entfaltete im Berichtsjahre nach wie vor eine segensreiche Tätigkeit auf allen Gebieten der Seelsorge und bestrebte sich, in seinen gehaltvollen und begeisternden Predigten und Vorträgen, das ihm anvertraute Seelsorgeamt gewissenhaftest zu versehen. Es ist auch gelungen, den Gottesdienst zu verschönern und ihn dank der Unterstützung des jungen Oberkantors Braun zu einem würdigen und weihevollen zu gestalten. Auch der Chor steht auf einem schönen Niveau. Im Verlauie drr Generalversammlung wurden dem Präsidenten des Tempeivereines. Herrn Kommerzialrat Siegmund Feldmann, für seine selbstlose, aufopferungsvolle und zielbewußte Tätigkeit wiederholt große Ehrunger. zuteil. Herr Kom.-Rat Feldmann dankt; für diese Ehrungen und erklärte, daß dem gesamten Vorstande, bszw. jedem einzelnen Vorsiandsmitgliede herzlicher Dank und Anerkennung gebührt, insbesondere dem Herrn Vizepräsidenten, Börsenrat B j e h a v y. sowie auch dem Ehrenpräsidenten, Herrn Medak, der schon seit Jahrzehnten in den Diensten des Tempeivereines steht und für denselben Großes leistete. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden in den Vorstand gewählt: die Herren Rechtsanwalt Dr. Siegfried F r a e n k e 1 und Salomon Friedmann. Als •Revisoren wurden bestellt die Herren: Farkas, Med. Dr. Isidor K u r r e i n und Kommerzialrat Franz Süß. Im Cafe-Restaurant „Fetzer" an der Schwedenbrücke (Besitzer: Weiß & Fröhlich) hat der bekannte Cafetier Herr Max R e c h t sc h a ff e n die Geschäftsführung übernommen. Auch auf diesem Wege ergeht an alle Freunde und Gönner des auf "Grund seiner bisherigen Tätigkeit allseits beliebten Herrn Max Rechtschaffen die höfl. Bitte, das nun unter seiner Geschäftsführung stehende Cafe-Restaurant „Fetze r" recht zahlreich zu besuchen. Die ausgezeichnete Küche, der bekannt gute Kaffee und die zivilen Preise werden allen Besuchern neuerlich die Erstklassigkeit dieses gut bürgerlichen Cafe-Restaurants dokumentieren. £

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