Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 20 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite Nr. 20 — 8. Mai 1936 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und tiaftorafi-Tafel Oab*tit>nwl<n Ijar 5696 Mai 1636 ffflh abds. 7.00 Ijar 16. 7.20 f Emaur(lll.B.M.)| I „ 17. Haftora 1 8.00 { Wehakaubonim } 8.05 1 Halwiiml [ 4. Perek J ™°{ £?• boaomer j. 7.40 abds. Freitag, 8. Mai 7.20 Samstag, 9. Mai 8.05 Sonntag, 10. bis \, in Donnerst. U.Mai /r-,u Chewra Kadischa XII—XV. Am 26. April hielt die Chewra Kadischa XII—XV in Anwesenheit ihres Ehrenpräsidenten Herrn Oberrabbiner Dr. Israel Taglicht und einer Anzahl Delegierter verschiedener Korporationen in ihrem Vereinsheime XV., Turnergasse 22, die 71. Generalversammlung ab. Oberrabbiner Dr. Taglicht würdigte in einem ausführlichen Reierate die besondere Tätigkeit des Vorstandes, welchem Lobe sich fast sämtliche Delegierte anschlössen. Die Generalversammlung nahm einen würdigen Verlauf. Die Böblinger Chewra-Kadischa hielt jüngst ihre zwölfte Generalversammlung ab. Obmann Direktor Josef Brüll begrüßte die recht zahlreich Erschienenen, speziell die Herren Rabb. Dr. A. Frankfurter, Tempclobmann Bela Frankel, die Delegierten verschiedener Vereine und die Vorstandsdamen des Döblinger Frauenvereines. Der Vorsitzende sedachte in pietätvoller Weise der im Vereinsjabre verstorbenen Mitglieder. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes, der zustimmend zur Kenntnis genommen wurde, ergriff Obmann Bela Frankel das Wort, beglückwünschte die Leitung zu ihren schönen Erfolgen und zog in launiger Weise ein Gleichnis zwischen dem Budget des Tempelvereines und der vorbildlichen Chewra. Gleichfalls anerkennend sprachen sich die Herren Gustav Oesterreicher und Obering. W. Berger über die humanitäre Betätigung der Vereinsleitung aus und zollten ganz besonders den verdienstvollen Fürsorgereferenten Karl Gold und 1s. Spiel holz Dank und Wertschätzung. Warmes Interesse löste die gedankenreiche Rede des Herrn Rabbiner Dr. Frankfurter aus, der zu reger Mitgliedschaftsanwerbung anregte. In die Vereinsleitung wurden gewählt: die Herren Direktor Josef Brü-11, Obmann, Gustav Oesterreicher und Ing. Wilhelm Berger, Obmannstellvertreter, S. Frankfurter, Schriftführer und E. Trnka, Schriftführerstellvertreter, I. S p i e 1 h o 1 z, Kassier und Moritz G a 1, Kassierstellvertreter. Talmud-Thora, Volks- und Hauptschule für Knaben und Mädchen, Wien II., Malzgasse 16. Sonntag, den 10. Mai — LAG B'O M E R, findet um 10 Uhr vorm. im Bayrischen Hof das Schülerfest der Wiener Talmud-Thora-Schule zugunsten ihrer Schülerausspeisung statt. Restliche Karten in der Kanzlei, II. Malzgasse 16, Tel. A 47-6-43, und an der Kasse. Jubiläumsfeier. Aus Groß-Wardein (Oradea) wird gemeldet: Am 14. März feierte Herr Oberkantor Jenö Weisz im Neologentempel das Fest seiner 25jährigen Tätigkeit. Vor dem Hauptgottesdienst am Samstag- Vormittag wurde zu Ehren des Jubilars eine Festsitzung abgehalten. Herr Dr. Bela Konräd, der Präsident der Kultusgemeinde, rühmte in seiner Festrede die Leistungen und Verdienste des Jubilars und überreichte ihm ein Anerkennungsschreiben im Namen des gesamten Vorstandes und der Gemeindemitglieder, in welchem ganz besonders die schöne Stimme, das vielseitige Können und die tadellose Lebensführung des würdigen „Schliach Zibbur" hervorgehoben wurde. Das schöne Fest bewies, daß sich Herr Oberkantor J. Weisz durch seine Hingabe für sein heiliges Amt einen großen Kreis von Freunden und Verehrern erworben hat. In vierstündiger angenehmer Bahnfahrt von Wien aus erreicht der von den Strapazen des Winters Erholung und Kräftigung suchende Großstadtmensch als landschaftlich überaus schön gelegene Warmbad T r e ntschin—Teplitz in der C. S. R. Eingebettet zwischen romantischen Bergen, umgeben von herrlichen Fichtenwäldern, ausgestattet mit großem, sonnigen Park und abwechslungsreichen Spaziergängen, verdient der freundliche Ort mit seinen heilbringenden Bädern den Namen „die Perle der Karpathen". Behörden, Verwaltungsanstalten, Bevölkerung begegnen mit größter Zuvorkommenheit auch dem jüdischen Kurgaste, für dessen religiöse Bedürfnisse der israelitische Gottesdienst in der am Waldesabhange gelegenen, vornehm ausgestatteten Synagoge sorgt, in welcher der Baal TefiLa Jakob B i e r m a n n mit seinem würdigen, traditionellen Vortrage die Herzen der andächtigen Gemeinde Erhebt. Zeitung«* vom Yarlegar ▼•raeadet. Joaraal axpaslia par I'< Falls Adressat venösen, nicht nachsenden; aiit netter Adresse zvflck aa Verlag „Die Wahrheit". WIM Ik, HalnestraBe 13/12 leopoldsföüter Tempeiverein Aescüä Äwr©Horn n„ Pazmantlengaste 6, Tel. B 47-8-63 ABmeMnngen v. Antfiebo!en, Trauungen (andiaaf. lrelera Himmel) d. Dannizwans PartolMiv«rk«hr an Werktagen von 2 bis *M Übt nachmittags, an Seantageo von 10 bis 12 Uhr ronntttags früh 6.30 Oabetatnndan Ijar 5696 Ijar 16. Emaur (111. B. M.) „ 17. Haftora Wehakauhonim Halwijm 4. Perek „ 18. Lag boaumer „ bis 22. abds. 7.20 | .8.0! } T-4 XitewatuT. „Was ist Rasse?" Von Dr. Walter B e r s e r, Wien. Aus dem Uebermaß der in den letzten Jahren erschienenen Darstellungen des Rassenproblems und der damit verbundenen und in Verbindung gebrachten Fragen hebt sich wohltuend eine Neuerscheinung des Gsur- Verlages: „Was ist Rasse?'-, von Dr. Walter Berger, durch eine vornehme tendenzlos kritische Gedankenführung ab, die es dem Autor erlaubt, in seltenem Verantwortungsbewußtsein und adogmatischer Objektivität an diesen in vielen Beziehungen bedeutungsvollen Fragenkreis heranzutreten. Auf der Grundlage der Günther'schen Rassenlehre, wiewohl im Laufe der Ausführungen oftmals mit ihr in spannungsvollem Widerstreit, wird hier der Versuch gemacht, den Anteil und die Einflüsse rassenmäßigen Erbes auf mehr oder minder weltanschauliche und seelische gemein-menschliche Faktoren, wie Volk, Kultur, Religion und Beruf festzustellen und zu beleuchten. Endziel und Zweck der fesselnden, wenig mehr als 100 Seiten umfassenden Schrift aber ist es, auf Grund dieser Untersuchungen das hart umkämpfte und oft in brutaler tagespölitischer Tendenz ausgewertete Problem zu lösen, inwieweit die Seele des Einzelmenschen auf die Rasse Bezug nimmt und durch sie bedingt ist. Die gewaltige Ueberschätzung des rassischen Einflusses auf die Bildung und Haltung der Einzelseele beweist hier nun der Verfasser, der schon betretts der allmenschlichen Begriffe Volk und Kultur den von den Rassendogmatikern starr betonten unbedingten Primat der Rasse leugnet und deren überrassische Beschaffenheit nachweist. In Wahrheit, so iührt Dr. Walter Berger aus, färbt das rassische Element nur die seelischen Anlagen, deren Grundlagen und Bedingungen auf ganz anderen Ebenen zu suchen sind, es verleiht der Einzelseele nur eine oft unwesentliche spezifische Betonung. Wenn auch manche Gedanken noch recht problematisch anmuten und insbesondere die Deutungen übei Judentum und Volkstum in ihrem Endergebnis abzulehnen sind, so ist doch der Gesamtcharakter der in knapper Eindringlichkeit gehaltenen Schrift unbedingt begrüßenswert. — Ein lesenswertes und der Verbreitung würdiges Buch. H. L. Birchot Tefilin. Eine talmudische wissenschaftliche Arbeit über einige Gesetze von Tefilin ist vom 13jährigen Sohne des Rabbiners des Pazmanitentempels, Herrn Dr. Taubes, erschienen. Dieser mit einem ausgezeichneten Gedächtnis und großer Auffassungskraft begabte Knabe, welcher unter Leitung seines Vaters, der als großer Talmudist und Gelehrter bekannt ist, steht, hat im Pazmanitentempel anläßlich seiner Bar-Mizwa- Feier einen wissenschaftlichen Vortrag in schöner klangvoller gediegener hebräischer Sprache gehalten, der die Bewunderung aller Anwesenden, sowohl Talmudisten als Hebräer erregte. Zum ersten Male hörte man im Tempel einen wissenschaftlichen Vortrag in einem so schönen klassischen Hebräisch aus dem Munde eines 13jährigen Knaben. Dieser Vortrag ist jetzt in Druck erschienen und enthält die verschiedenen Ansichten und Meinungen aller Kodifikatoren und alle dazugehörigen Quellen der alten und neueren talmudischen Literatur. Die Arbeit zeugt vom tiefen Eindringen in die talmudisch-wissenschaftliche Literatur, sie ist ausgezeichnet fundiert, hat alle Ansichten systematisch geordnet und kann allen Talmudisten viel nützen. Es ist zu hoffen, daß der begabte Knabe noch Großes auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft leisten wird. Rabbiner M. Gerstel. {Beerdigungen. 28. April 1936: Fanny Spitzer, 77 Jahre, 9. Bez. (L Tor). — Sofie Melcher, 74 Jahre, 5. Bez. (I. Tor). — Charlotte Engel, 71 Jahre, 13. Bez. (4. Tor). — Josel Weidenfeld, 44 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Robert Butschowitz, 49 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Rosa Mandl, 63 lahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Bertha Kreitner, 80 Jahre, 3. Bez (IV. Tor). — Moritz Winter, 66 Jahre, 21. Bez. (IV. Tor). — Alfred Pivnik, 14 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Dr. Chaim Goldstein, 66 Jahre, 13. Bez. IV. Tor). — Rosa Adler, 56 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Isidor Schwarz, 54 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 29. April: Johann Seelenfried, 85 Jahre, 9. Bez. (L Tor). — Julius Engel, 69 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Mirjam Klein, 3 Monate, 2. Bez. (IV. Tor). — Josef Benda, 52 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 30. April: Jakob Gefäll, 71 Jahre, 7. Bez. (I. Tor7- — Emanuel Deutsch, 76 Jahre, 21. Bez. (I. Tor). — Wilhelm Philipp, 60 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Ida Emma Mandl, 82 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Salomea Bornstein, 66 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Moritz Sussmann, 82 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 3. Mai: Moritz Kanitzer, 76 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Rosa Gertrud Reichsfeld, 57 Jahre; 2. Bez. (I. Tor). — Ernestine Nassau, 79 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Josef Joachim Fabri, 73 Jahre, 9 Bez. (I. Tor). — Adolf Neuschätz, 73 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Leib Feld, 69 lahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Martha Hauser, 41 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Berl Zell, 76 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Olga Seckler, 53 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Jean Hertzka, 77 Jahre, 13. Bez. IV. Tor). — Friedrich Melier, 24 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Irene Hazai, 65 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Steiner, 85 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Emma Drobinsky, 64 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Scheindel Chane Goldmark, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Siegmund Hatschek, 76 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Antonie Kollmann, 66 Jahre, Waidhofen (IV. Tor). — Dr. Bruno Rosenzweig, 54 Jahre, Czernowitz (IV. Tor). — Schlome Itzig Bickl, 79 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Tobias Mlotek, 6 Jahre, Warschau (IV. Tor). 4. Mai: Siegfried Kraus, 57 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Oskar Hohenberger, 41 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Adolf Ring, rekte Rosenstrauch, 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Samuel Goldstein, 67 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Hajek, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sofie Ebersohn, 70 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). Weiland Oberkantor Josef Goldstein Synagogen -Ornate und Barette in den manigfaltigsten Formen vorrätig und nach Maß erhalten Sie wie seit Jahrzehnten nur in der altbekannten LiUniformierung und Maßschneiderei Rudoll Goldstcin Wien II., Taborstraße 54 <SSSSSJSSy - Tel. 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