Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 19 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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^mmmmmm Nr. 19—1. Mai 1936 DIE WAHRHEIT Der VnioD-rraaen-Klob arrangiert von nun ab jeden Sonntag und Donnerstag ab 4 Uhr nachm., ein Bridge-Cercle im Klubsaal, I., Schottenring 25. Gäste willkommen! Chordirigent wählten ein Komitee aus 15 Persönlichkeiten, dem die Vetretung der arabischen Forderungen übertragen wurde. Dem Komitee gehören auch der Goßmuffi von Jerualem Haj Amin el Hussen«' und der Bürgermeister von Jerusalem Dr. Khalidi an. Dieses Komitee beschloß unter Vorsitz des Großmufti, zunächst folgende arabische Forderungen zu formulieren, von denen nicht abgegangen werden soll: 1. Sofortige Einstellung der jüdischen Einwanderung; 2. Verbot des Bodenverkaufs an Juden; 3. Schaffung einer nationalen arabischen Regierung. Der High Commissioner Sir Arthur W a uchope hat dem Großmufti und den Führern der anderen arabischen Parteien, sowie dem Präsidenten der Jewih Agency Dr. Chaim Weizman den Text der E r k 1 ä r w n g übermittelt, die der K olonien minister am vergangenen Donnerstag im englischen Unterhaus abgegeben hatte. In der Erklärung brachte Kolonienminister J. H. Thomas zum Ausdruck, daß es die englische Regierung als ihre ureigenste Angelegenheit betrachte, Gesetz und Ordnung in Palästina aufrecht zu erhalten und daß gegen diejenigen, die das Gesetz verletzen, alle Machtmittel werden angesetzt werden; die Regierung, werde sich von diesem Wege weder durch provisorisch für Tempelverein gesucht. .Offerte mit Angabe von Referenzen unter „Erstklassiger Dirigent" an die Redaktion des Blattes. Aufruhr «och durcii Drohungen abbringen lassen. (Nicht publiziert hat der Herr Kolonialminister seine Antwort an Oberst Wedgewood, der ihn im Unterhaus wegen der hakenkr e u 7.} e ri s c h e n Agitation in "Pa 1 ä- WIEN II.. Praferslraße 33 Tclepbon D 47-4-49 Unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Adas Jisroel (Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten, Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. Für Sederabende Voranmeldung erbeten! s t i n a interpellierte. Dem antwortete er, der Obc-rkommissär von Palästina habe ihm berichtet, daß wohl eine Nazipropiaganda in Palästina tätig sei, da sie aber über die dortigen „deutschen Kreise" hinaus nicht wirke, erachte er es nicht für notwendig, spezielle Maßnahmen zu ergreifen.) Die Sparmethoden des provisorischen Amtsdirektors. Als im Kultusvorstande die Ausschreibung der Stelle eines Amtsdirektors beraten wurde, haben unsere Mandatare darauf hingewisen, welche bedeutende, ganz überflüssige Belastung des Budgets der Israelitischen Kultusgemeinde die Bestellung des Herrn Dr. Löwenherz zum Amtsdirektor bedeutet. Schon damals hat der derzeitige Vizepräsident der Kultusgemeinde, Herr Oberbaurat Stricker, in Anhoffnung auf die erschacherte Vizepräsidentienstelle geglaubt, die berechtigten Vorhalte in der Kostenfrage dadurch zu widerlegen, daß er darauf hinwies, daß Herr Dr. Löwenherz als Amtsdirektor sicher dafür sorgen werde, daß die Einnahmen der Kultusgemeinde sich derart erhöhen, daß die Belastung der Kultusgemeinde durch sein Gehalt bedeutend wird aufgewogen werden. Dr. Löwenherz will nun seine Tüchtigkeit beweisen. Wie er diesen Beweis erbringt, soll in der Folge an einigen praktischen Beispielen dargelegt werden. Vor allem wird trotz des bestehenden vereinfachten Verfahrens die Kultussteuer für das Jahr 1936 für fast alle Kultussteuerträger, soweit sie sich nicht national-jüdischer Protektion erfreuen, meistens ohne jeden in einer Erhöhung des Einkommens gelegenen Grund hinaufgeschraubt. Es muß vorausgeschickt werden, daß selbstverständlich jeder Jude der Kuitusgemeinde nach seinen besten Kräften für ihre Zwecke Leistungen zu erbringen hat. Es ist aber ebenso selbstverständlich, daß die Kultusgemeinde von dem ihr zustehenden Rechte der Besteuerung nur in jenem Ausmaße Gebrauch macht, als es die finanzielle Stärke der Zensiten verträgt. Man hat den Eindruck, als ob' das Steueramt der Kultusgemeinde als ausführendes Organ des Herrn Dr. Löwenherz sich nicht von der Leistungsfähigkeit der jüdischen Zensiten, sondern vielmehr von dem Gedanken leiten läßt, daß die Kultusgemeinde eine Zwangsorganisarion ist und daß daher eine unerträglich hohe Steuerbemessung nur durch den Austritt aus dem Judentume abgewendet werden kann. Es ist ausgeschlossen, von dem Steueramte den Schlüssel zu bekommen, der der Bemessung der Kultusstteuer zugrunde gelegt wird. Es gab bis vor zwei Jahren noch einen Steuerschlüssel, den der Kultusvorstand festgesetzt hatte. Dieser Steuerschlüssel bildet längst nicht mehr die Grundlage der Bemessung. Mit dieser einzigdiastehenden Willkürherrschaft werden also jene Beträge für die Kultusgemeinde hereingebracht, die am Schluß des Jahres von dem Pseudo-Finanzreferenfcen Doktor Friedmann als die besonderen Leistungen dem wirklichen Finanzreferenten Dr. Löwenherz gutgebracht werden. Dr. Löwenherz begnügt sich aber nicht mit dieser Einnahmsquelle allein. Er errafft für die Kultusgemeinde überall Geld, wo er es nur erraffen kann. So hat er kurz nach seinem Amtsantritt die Trauungstaxen erhöht. Welche Gründe in dieser schweren Zeit für die Erhöhung der Trauungstaxen vorlagen, wissen wir nicht. Daß aber in Oesterreich fast überall eine Ermäßigung aller Taxen und Gebühren durchgeführt wird, nur nicht bei der Wiener Kultusgemeinde, steht fest. Es muß also jedes Brautpaar, das zum Traualtar schreitet, für das Prestige und das Gehalt des neuen Amtsdirektors seinen Obolus entrichten. Herr Dr. Löwenherz entzieht den Aeraisten der armen Angestellten, den Aushilfsdienern, die Entlohnung für Botengänge, für die sie nach Büroschluß mit S 1.— für jeden Gang bezahlt wurden. Diese armen Teufel, die auf diesen Schilling warten und die im Wettstreite sich um jeden solchen Botengang bewerben, haben also auch für die „Ersparnisse" des Amtsdirektors beizusteuern. Verschämt, sich tief verneigend, zitternd vor dem Allgewaltigen, erscheinen arme Lehrer in der Amtsdirektion, um eine Stunde Urlaub zu erbitten, damit sie rechtzeitig beim Sederabend ihrer Eilt OSTERR. SEEHOSPIZ IN GRADO" Präsidentin SOFIE GKÜNFELD) sendet Albane JoH »arte, amisene, zu Katarrhen neigende jüdische Schulkinder im Alter von 7—13 Jahren, unter ärztlicher und pädagogischer Aufsicht, in sein eigenes Beim nach Grado (Italien). Ein 30tagiger Aufenthalt am Meer, bei 5 Mahlieiten (rituelle Küche) kostet S 5.— täglich. Der seit 44 Jahren bestehende Verein „FERIENHEIM" (Präsidentin SOFIE GRÜNFELD), entsendet auch, heuer, während der Sommermonate, erholungsbedürftige jüdische Schulkinder im Alter von 7—13 Jahren in sein eigenes ..Sofie OrDnfeld-Ferlenhelm" in Bad Vöelan. Verpflegungskostenbeitrag bei S Mahlzeiten (tituelle Küche) und ärztlicher und pädagogischer Aufsicht S 3.— täglich. Freiplätxe in beschränkter Anzahl an Volliraisen. Anmeldung im Vereinsbüro IX., Tüikenslraßc 17, von 10-13 Uhr, Telephon R 51-5-63 GRQSSFLEISCHHAUEREi JIEGM. KORNMEHl WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE > XVIII., WAHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten AhteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kuitusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen tern erscheinen können, die außerhalb Wiens wohnen. Hochherzig wird ihnen vom Amtsdirektor Dr. Löwenherz diese Stunde freigegeben, aber hartherzig hat er von diesen armen Beamten, deren Gehalte höchstens S 300.— monatlich betragen, die Rückvergütung für diese versäumte Stunde verlangt. Diese eine Stunde kostet S 2.— bis S 3.—. Diesen Betrag muß sich der arme Lehrer vom Gehalte abziehen lassen, damit er seiner religiösen Pflicht, am Sedertisch der Eltern zu erscheinen, genügen kann. Welche Zahlungen leistet der Amtsdirektor der Kultusgemeinde für jede entgangene Arbeitsstunde, die er als Anwalt für seine privaten Mandanten bei Gericht verbringt? Zieht er sich auch den aliquoten Teil für jede versäumte Stunde von seinem das Fünf- und Sechsfache eines Lehrcrgehaltes übersteigenden Monatsgehalt ab? Wir hätten diese Fragen nie aufgeworfen, wäre uns' nicht der krasse Fall mit den armen Lehrern zur Kenntnis gekommen. Können, wie wir fürchten müssen, diese Fragen nicht positiv beantwortet werden, dann liegt ein klarer Fall der Ungerechtigkeit vor, der die parteiische, nur auf das persönliche Interesse bedachte Qualifikation des provisorischen Amtsdirektors Doktor Wien l.i Seitenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem I. Tor _Samstag geichlo.sen 1 Löwenherz am besten beleuchtet. Ein Mensch, und vor allem ein-Jude, der die Hartherzigkeit besitzt, einen anderen armen Glaubensbruder die Erfüllung einer religiösen und menschlichen Pflicht mit S 2.— bezahlen zu lassen, kann nicht gleichzeitig Wortführer der Wohlfahrtsaktion einer Kultusgemeinde sein. Mit dem anderen Armen entzogenen Oelde Wohltätigkeit zu üben, widerspricht dem Sinn des Begriffes Wohltätigkeit. * Wundert es dann die Oeffentlichkeit, daß der provisorische Herr Amtsdirektor der „Wa h rh e i t" S 120.— monatlich entzogen hat. Selbstverständlich war der Grund für die Entziehung dieses Betrages die Ausschaltung der „Wahrheit" und die Gleichschaltung der „Stimme". Aber trotz dieser Liebe zur jüdischnationalen Partei war auch ein bißchen Egoismus dabei, denn wenn man schon S 2.— als eine notwendige und berechtigte Einnahme ansieht, wie wichtig ist es erst, eine Ersparnis von S 1440.— jährlich zu machen. Durch diese mannhafte Tat hat der neue Amtsdirektor sich einen Monatsgehalt von der „Wahrheit" bezahlen lassen. Einstweilen diese Blütenlese der „Sparmethoden" des neuen Amtsdirektors unter der Devise: „Ueberall sparen; nur nicht bei sich selbst." TEI*I PELKONZERf Sonntag, den 10. Mai 1936, Vi8 Uhr abends, findet im raaiinerfempel. IX., Grunenfergasse 13 ein großes Tempelkonzert mit gesanglichen und instrumentalen Vorträgen unter Mitwirkung der . Oberhanforen s. Posiolow and L. noller, des Violinvirtuosen Prof. Josef Zimbler und des Celiovirtuosen Prof. Holländer, sowie des Kapeilmeisters Kurt Fuchsgelb statt. Das Reinerträgnis fließt zur Gänze dem Tempelverein zu und sind Eintrittskarten wochentags beim Portier und abends im Sekretariat (Te!.-Nr. A 13-6-91) erhältlich.