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Die Wahrheit · 1936-04-24 · Heft 18 (24.4.1936) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 18 (24.4.1936)
Date
1936-04-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 18 — 2-1. April 19.36 Seite 7 TEmi PClKONZERf Sonntag, den 10. Mai 1936, 7S8 Uhr abends, findet im MOIlnerfempel. IX., Gronentorgasse 13. ein großes Tempelkonzert mit gesanglichen und instrumentalen Vorträgen unter Mitwirkung der Oberhantoren S. Posfolow und L. Müller, des Violinvirtuosen Prof. Josef Zimbler und des Cellovirtuosen Prof. Holländer, sowie des Kapellmeisters Kurt Fachsgelb statt. Das Reinerträgnis fließt zur Gänze dem Tempelverein zu und sind Eintrittskarten wochentags beim Portier und abends im Sekretariat (Tel.-Nr. A 13-6-91) erhältlich. Wiener Bet Hamidrasch, Wien IL, Tempelgasse 3. Vorlesungen im Sommersemester 1936 (5696). Sonntag 5—6: Prof. Dr. Krauss: Geschichte der Juden der neuesten Zeit; 6—7: Prof. Dr. Krauss: Traktat Semachot. Montag 6—7: Prof. Dr. Krauss: Geschichte der Juden der neuesten Zeit; 7—8: Rabb. Zikier: Midrasch Tanchuma. Dienstag 6—7: Rabb. Dr. Taubes: Mischneh Torah Sefer Ahava; 7—8: Oberrabb. Dr. Taglicht: Traktat Derech Erez. Mittwoch 6—7: Rabb. Dr. Rosen mann: En Jakob (Sanhedrin); 7—8: Rabb. Lektor Dr. Rubin: Sprüche der Väter. Donnerstag 6—7: Rabb. Dr. Rosen mann: Sprüche Salomos; 7—8: Rabb. Lektor Dr. Rubin: Talmud Traktat Megilla. Samstag 11—12: Prof. Dr. Krauss: Traktat Semachot; 5—6: Rabb. Lektor Dr. Rubin: Bibelvortrag. Jüdische Kredithilfe. Die Wiener Kreditkasse für Kleingewerbe und Kleinhandel hielt dieser Tage ihre 13. Generalversammlung ab. In dieser Generalversammlung erstattete der Direktor dieses Instintutes, Herr M. Henisch, den Tätigkeitsbericht pro 1935, dem folgendes zu entnelTmen ist: Von den eingelaufenen Kreditgesuchen erledigte der Vorstand in 15 Plenarsitzungen 592 Gesuche, davon 529 in positivem und 63 in negativem Sinne. Von den bewilligten Darlehen gelangten in der Berichtsperiode 430 zur Auszahlung, däVon 81 Darlehen (ca. 19%) an neue Darlehensnehmer. Die Gesamtsumme der ausbezahlten Darlehen betrug S 226.550—, was pro 1935 einen Monatsdurchschnitt von 36 Darlehen mit S 18.880 ergibt. Die Höhe der Einzeldarlehen betrug in 79 Fällen (18.4%) unter S 500, in 250 Fällen (58.1%) je S 500 und in 101 Fällen (23.5%) von S 500 aufwärts. Nach Berufskategorien gegliedert, entfallen auf Kleinkaufleute 328 Darlehen (76.3%), auf Handwerker 69 Darlehen (16%), auf kleinindustrielle Betriebe 23 Darlehen (5.4%) und auf Angehörige freier Berufe 10 Darlehen (2.3%). Die Gesamtsumme der Dartehensrückzahlungen betrug S 239.580, sie überstieg somit die ausbezahlte Darlehenssumme um S 13.000. Um diesen Betrag verringerte sich auch der Gesamtdarlehensstand, der mit Jahresende S 140.000 betrug. Ende 1935 betrug das eigene Betriebskapital (Anteile und Reservefonds) S 120.000. Das Restdarlehen der Joint-Foundation beliet sich auf S 85.000. Die Zahl der Genossenschafter betrug mit Jahresende 1935 mit 9219 voll eingezahlten Anteilen ä S 10. In den 13 Jahren ihres Bestandes gewährte die Kreditkasse insgesamt 8272 Darlehen im Gesamtbetrage von S 4,126.750. Mit diesen Krediten konnte die Kasse viel Ersprießliches leisten, vielen kleinen Leuten zu einem anständigen Erwerb verhelfen, viele jüdische Existenzen vor dem Zusammenbruch bewahren oder neu begründen helfen. Die Leitung der Kreditkasse ist selbstverständlich bemüht, ihre Kredithilfstätigkeit nicht nur fortzusetzen, sondern auch" entsprechend zu erweitern und auszubauen und ladet die in Betracht kommenden Kreise des jüdischen Mittelstandes ein, sich gegebenenfalls vertrauensvoll an sie zu wenden. Die Kredit- Icasse erwartet aber auch die erforderliche Unterstützung der jüdischen Kreise sowohl in materieller als auch in moralischer Beziehung. Oberkantor Moritz Loewy (Mährisch-Ostrau) feierte vor kurzem sein 40jähriges Dienstjubiläum als Scheliach-Zibbur Der Jubilar wirkte 8 Jahre in Mödling und Floridsdorf und seit 32 Jahren in Mährisch-Ostrau. Vor 10 Jahren begründete er den Kantorenverband für Mähren und Schlesien, dem er seit dieser Zeit als Obmann vorsteht. — In der letzten Generalversammlung dieses Vereines wurde er zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Oberkantor L ö w y erfreut sich bei seinen Kollegen und allen, die ihn kennen, ungeteilter Sympathien und Wertschätzung. Im Cafe-Restaurant „Fetzer" .an der Schwedenbrücke (Besitzer: Weiß & Fröhlich) hat dieser Tage der bekannte Cafetier Herr Max Rechtschaffen die Geschäftsführung übernommen. Auch auf diesem Wege ergeht an alle Freunde und Gönner des auf Grund seiner bisherigen Tätigkeit allseits beliebten Herrn Max Rechtschaffen die höfl. Bitte, das nun unter seiner Geschäftsführung stellende Cafe-Restaurant „Fetze r" recht zahlreich zu besuchen. Die ausgezeichnete Küche, der bekannt gute Kaffee und die zivilen Preise werden allen Besuchern neuerlich die. Erstklassigkeit dieses gut bürgerlichen Cafe-Restaurants dokumentieren. , Nächste Veranstaltungen der „Jugend-Union". Jugendgruppe der „Union österreichischer Juden" Sekretariat und Heim: I., Schottenring 25, Telephon A-19-2-77. Freitag, 24. April, punkt 7 Uhr abends: Feierstunde Lichteranzünden und Ansprache. Samstag, 25. April, halb 9 Uhr abends: Gesellschaftsabend Tanz, Bridge, heitere Vorträge, Regiebeitrag: Für Mitglieder S —.70, Gäste S 1.—. Mittwoch, 29. April, punkt 8 Uhr abends: Vortrag des Zentralvorstandmitglieds Herrn Dr. Maximilian Stiglitz über das Thema: „Unionismus und Nationalismus" Mitgliedern und Freunden der Jugend-Union stehen die" Klubräume täglich zur Verfügung. Trauung. Sonntag, den 29. März fand im Tempel, IL, Tempelgasse, die Trauung des Herrn Uscher Korn mit Fräulein Ela Taube statt. Der Tempel war von einem zahlreichen Publikum gefüllt. Oberrabbiner Dr. T a glicht richtete an das Brautpaar eine herzliche Ansprache. Er hob in derselben die allgemeine Beliebtheit des Bräutigams im Dienste an heiliger Stätte gebührend hervor. Oberkantor M a r g o 1 i e s versah mit dem Chor die Hochzeitsgesänge in feierlicher Weise. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, L, Kohlmessergasse 4, Tel. U-27-0-65, sucht dringendst Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister, Nachhilfelehrer- und -lehrerinnen für Mittelschulfächer, Musiker für Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen. b) Arbeit für gewerbliche Kräfte aller Art, darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Heizungstechniker), Installateure, Bau- und Maschineningenieure, Chauffeure, sowie ungelernte Arbeiter. c) Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Fußpfleger, Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntnisse für Wien, Provinz und Ausland, Erzieherinnen mit Mittelschulnachhilfe und Fremdsprachen, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heimarbeit), geschultes Hauspersonal jeder Art, diverse Auslandsposten für deutsche Emigranten. , Xvmst und Xitevatuw. Wiener jüdischer Gesangverein. Samstag, den 9. Mai findet im Festsaal des Industrie hause s, Wien IV., Schwarzenbergplatz 4, ein Konzert des „Wiener jüdischen Gesangvereines" statt. Beginn präzise 8 Uhr 15. Karten von Sl.— bis 2.50 bei allen Mitgliedern des Vereines erhältlich. Kindernachmittag Franziska BJoch-Mahler. Sonntag, den 26. April, halb 3 Uhr nachmittags liest Franziska BIoch-Mahler im Theatersaal der Jüdischen Kulturstelle. I., Franz-Joseis-Kai, eigene Märchen und Gedichte. Alexander Klein, der Künstler, der mit dem Fuß malt. Gegenwärtig weilt in Wien der 42jährige, aus Temesvar stammende jüdische Schwerinvalide Alexander Klein, der hier, wie er es bereits in vielen anderen Städten getan hat, einige Ausstellungen seiner Bilder veranstalten wird, die nächste wird im Heim der Jüdischen Frontkämpfer, VI., Webgasse 35 bis Samstag, den 2. Mai täglich von 10 bis 7 Uhr zugänglich sein. Klein ist ein echtes Beispiel für jüdische Zähigkeit und Ausdauer, denn der Künstler, dem beide Hände infolge einer Kriegsverletzung gelähmt sind, malt nicht fabele iir Rabbiner onö Kastoren bei Leichenbegängnissen Kantorale Rezitative Responsen und ChorgesSnge bei Leichenbegängnissen von Salomon Salzer und dessen Bild mit Unterschrift!im kleinen Format) Zu bezieben durch den Herausgeber Max Schwager, II., Zirkusgasse Nr. 50 Schmuchung von Gruiten and Gräbern LeopoldfleutschJienXI. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentralfriedhoi I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhof IV. Tor, Tel- U 17-0-08 Eigene Kulturen mit der Hand, sondern mit dem Fuß! Klein, der die Budapester Kunstakademie absolviert hat und schon vor dem Krieg ein geschätzter Maler war, wurde im Krieg verschüttet. Als dauernde Schädigung blieb diese Lähmung zurück. Um aber seine künstlerische Tätigkeit weiterhin auszuüben, versuchte er es, mit den Zehen den Pinsel entsprechend zu halten, und es gelang ihm nach vieljährigem Bemühen, nicht bloß diese neuartige Technik zur Vollkommenheit zu bringen, sondern auch Bilder von unerhörter Kraft und Schönheit zu schaffen. Im Interesse des notleidenden Künstlers, der sich nur kurze Zeit in Wien aufhalten wird, ist es gelegen, daß seine Ausstellungen von allen kunstliebenden Juden besucht werden. Das Alte Testament von Hans Holbein d. J. Hierüber finden wir im Vorwort der kürzlich erschienenen ersten Lieferung zum „Alten Testament in der Graphik" von Theodor Ehrenstein folgende, uns interessierende Stelle: „Vor allem aber ist hier Hans Holbeins „Altes Testament" anzuführen, das neben seinem „Totentanz" bekanntlich nicht nur sein Hauptwerk, sondern nach dem Urteil der Kammer überhaupt das vollendetste H o I z s c h n i 11 w e r k der Welt ist. Eigentlich ist es das gemeinsame Werk zweier genialer Meister: Hans H o 1 b e i n s und des berühmten, früh verstorbenen Hans Lützelberger (1495 bis 1526), des Erfinders des „Feinschnitts", dessen elegante, zierliche Arbeitsweise unübertroffen dasteht. Sicher hat ef zur Steigerung der künstlerischen Wirkung der Ideen Holbeins auch aus eigenem beigetragen. Nie zuvor und kaum je nachher sind die Handlungen voll dramatischer Spannung im „Alten Testament" mit wenigen Figuren so anschaulich und zugleich packend, die vielen erbaulichen Geschichten von nie welkender Frische so anheimelnd geschildert worden, wie durch den Zeichenstift — Holbein zeichnete die Bildchen auf Holz — dieses großen deutschen Meisters. Wie wuchtig erscheinen bei ihm. trotz meisterhafter Darstellung die Ewigkeitsgestalten eines Abraham, eines Moses und Aaron, eines Josua, eines Saul, David, Salomon, eines Jesaias, Jere-* mias, Ezechiel! Wie tief müssen sich Holbein und Lützelburger in die Ideenwelt des Buchs der Bücher versenkt, wie sehr müssen sie sich in das Leben der darin geschilderten Menschen eingefühlt haben, daß sie so Wunderbares hervorzubringen vermochten!" Danach also verspricht uns Ehrensteins neues Werk nicht geringere Kunstgenüsse, als das frühere: „Das Alte Testament in der Malerei und Bildhauerei". Schon in der jetzigen ersten Lieferung finden wir u. a. Radierungen, Kupferstiche von Rembrandt, Dürer, Lucas van Leyden und Lithographien von Abel P a n n reproduziert, und sogar ausgezeichnet reproduziert, wie dies bisher schon einige ausländische Tageszeitungen rühmend hervorgehoben haben. Es ist damit bewiesen, daß im Kupfertiefdruck auch in Oesterreich ganz Hervorragendes produziert werden kann. Walter Mehring, „M üller, Die Chronik einer deutschen Sipp e". Das bereits in diesen Blättern angekündigte Buch ist vor kurzem im Rahmen der Oesterreichischen Buchgemeinschaft des Wiener Verlages Osur <& Co. erschienen. Dieses erste Buch in der antinationalsozialistischen Reihe dieses Verlages stellt eine kräftige Fanfare gegen das neue Deutschland dar, ist eine kleine, mitunter mit überwältigender Ironie geschriebene deutsche Kulturgeschichte, die mit Tacitus beginnt, der von einem römischen Soldaten germanischer Abstammung namens Millesius und dessen Schatz Thusnelda, der Insassin eines .Soldatenlupanars, Informationen zu seiner „Germania" einholt. Der Roman endet mit dem Freitod eines Nachkommen des Söldners Millesius, eines Oberstudienrats Dr. Armin Müller in der Emigration in Paris. Die letzten Kapitel des amüsanten Buches, die Zeit von 1848 bis zum Dritten Reich um- Der sogenannte grüne Zahnbelag hei Kindern ist eine sehr häufig beobachtete Erscheinung, die dadurch entsteht, daß infolge ungenügenden Putzens, Speisereste — vor allem klebrige Zuckermassen — Gärungs-Säuren bilden, die eine Entkalkung der Schmelzschichte und eine Besiedlung der Zähne mit grünen Fadenpilzen herbeiführen. Deshalb sojlen auch die Zähne der Kinder mit einer geeigneten Bürste und Zahnpasta gründlich und regelmäßig gereinigt werden. Odol-Zahnpasta reinigt gründlich, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, desinfiziert, ist von angenehmem, köstlichem Geschmack und verleiht reinen Atem.

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